Fr. Pietro Leone: “Die Theologie des Leibes”. (2) Personalismus und die Zwecke der Ehe.


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I

Die Theologie des Leibes als eine Lehre des Personalismus

 

Die Kirche lehrt drei Zwecke der Ehe:

1)     die Zeugung und Erziehung von Kindern;

2)     die gegenseitige Hilfe der Eheleute;

3)     als Gegenmittel gegen die Konkupiszenz (siehe den Römischen Katechismus, dargelegt oben in Kapitel 10).

Die Kirche lehrt weiterhin, dass das erste Ziel auch das vorrangige Ziel ist (vgl. Kapitel 5 für die maßgeblichen Erklärungen des Lehramtes und die Beweise aus der Schrift, Patristik und spekulativen Theologie).

Im Gegensatz zu dieser Lehre vertreten bestimmte moderne Autoren die Meinung, dass das Gut der Eheleute (vgl. zweiter Zweck der Ehe) von gleicher oder höherer Wichtigkeit ist als das Gut der Kinder (vgl. erster Zweck der Ehe) ist. Wir verweisen den Leser hierzu auf Kapitel 5 des vorliegenden Buches.

Diese moderne Sichtweise wurde vom Magisterium verurteilt. Eine Erklärung des Heiligen Stuhls vom März 1944 (AAS XXVI p.103) stellt die Frage:

„Kann man die Doktrin bestimmter moderner Schriftsteller zulassen, die verneinen, dass die Zeugung und Erziehung des Kindes der  oberste Zweck der Ehe ist, oder lehren, dass der Zweck dem ersten nicht wesentlich untergeordnet ist, sondern vielmehr von gleichem Wert ist und unabhängig vom ersten? Sie antworteten: Nein, dieser Lehre kann  nicht zugestimmt werden.“

In seiner Ansprache an die Hebammen (1951) bezeichnet Papst Pius XII eine solche Lehre als eine

„ernsthafte Umkehrung der Ordnung der Werte und der Ziele, welche der Schöpfer selbst festgesetzt hat.“

Trotz dieser lehramtlichen Klärungen haben wir (in demselben Kapitel 5) gesehen, wie diese moderne Ansicht auf der Grundlage des Zweiten Vatikanischen Konzils wieder hervorgebracht wurde, wie sie, obgleich in versteckter Form ihren Weg in die Texte von Humanae Vitae gefunden hat und daraus in den neuen Kodex des Kirchenrecht, in den neuen Katechismus und ins Familiaris Consortio unter anderem.

 Die Theologie des Leibes muss von diesem Hintergrund heraus betrachtet werden. Auch wenn sie nicht explizit verneint, dass die Zeugung und Erziehung der Kinder der primäre Zweck der Ehe ist, so ist sie fast ausschließlich mit der ehelichen Liebe beschäftigt und erwähnt höchstens die Fortpflanzung als einen Zusatz, wenn der Papst, bezugnehmend zu der „Verbindung von Personen, welche der Mann und die Frau bilden ..“ hinzufügt:

„auf all dem, von Anfang an, ruhte der Segen der Fruchtbarkeit“ (14 November 1979, West S. 25)

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