Steve Skojec, Raus aus dem Kaninchenloch


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Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die nun einem großen Teil der katholischen Bevölkerung bewusst werden – oder zumindest bewusster als sie waren. Die Handschrift war an der Wand, schon bevor ich geboren wurde, doch es war für Viele schwer zu erkennen. Zu Beginn dieses Pontifikats wurde sie einem starken Kontrast ausgesetzt  wie die verblichenen, beinahe unsichtbaren Farben der phosphorisierenden Farbe die leuchtet, wenn man sie ultraviolett anstrahlt. Ich schreibe über diese Anzeichen fast schon seit dem Beginn dieses Pontifikats, sogar schon bevor ich dem Ruf folgte, diese Website zu gründen und die Arbeit zu beginnen, die wir nun tun. Ich bitte die Leser inständig, die “rote Pille zu nehmen” und aufzuwachen, ein Bild aus dem 1999 entstandenen Science Fiction Film The Matrix, der sich wiederum stark auf die Symbolik von Lewis Carrolls Alice im Wunderland bezieht. Die Szene und die Metapher, die sie entwickelt, spricht für sich:

Es ist eine  beständige Idee,  dieser speziellen Form der Fiktion – dass Dinge nicht das sind, was sie scheinen, die Idee, dass wir eingehüllt sein können in einen Wachtraum, eine Halluzination, die wahr zu sein scheint, aber in Wahrheit die Realität verdunkelt. Aber es wird uns ein  Versprechen gegeben: wir brauchen nur das Gegengift zu nehmen und aufzuwachen, um die Dinge zu sehen wie sie wirklich sind.

In der realen Welt, in der Kirche, wurden wir zum Narren gehalten. Wir wurden mit einer akribisch handgemachten Illusion genährt, einer tendenziösen Normalität, die uns gegen ein authentisches Verständnis dessen impft, was gerade passiert — und es geschieht sogar gerade eben. Es macht uns blind für das, was sich vor unseren Augen enthüllt. In unserem Fall gibt es keine Pille, keinen Zaubertrank, nur Gottes Gnade. Wenn Sie ihn ernsthaft bitten Ihnen zu helfen die Wahrheit zu sehen, wird er sie Ihnen zeigen.

Aber wenn Sie es einmal gesehen haben, können Sie es nicht wieder rückgängig machen.

Wir haben Ihnen  innerhalb der letzten Wochen viele Neuigkeiten berichtet, bis Amoris Laetitia  in das katholische Bewusstsein wie die Klinge einer Axt trat. Aber obwohl die Kenntnis der tatsächlichen Umstände, die sich nun zeigen, wichtig ist, ist es – in sich selbst – ungenügend.

Wie ich im Mai 2014 schrieb:

Bitte. Nehmen Sie die rote Pille. Hören Sie auf einen Weg zu finden sich selbst weiszumachen, dass das, was geschieht, unmöglich ist, und beginnen Sie zu versuchen zu verstehen, was es bedeutet, und wie wir das überleben und wieder aufbauen können.

Es ist wieder Zeit, die rote Pille anzubieten. Es ist Zeit, aus dem Kaninchenloch herauszukommen — einem Loch, dass viel tiefer geht als die Papstwahl vom März 2013. Ich habe einige Ideen, an denen ich arbeite, versuche diese möglichst verständlich auszudrücken und ich hoffe, sie Ihnen bald mitzuteilen.

Bis dahin möchte ich mitteilen, dass meine Freundin Hilary White gerade zwei sehr wichtige Essays geschrieben hat. Obwohl ich vermute, dass sie sich dessen nicht bewusst ist, könnten dies die wichtigsten Dinge sein, die sie in ihrer langen Laufbahn als Autorin und Journalistin veröffentlicht hat. Ich werde sie hier teilweise zitieren, aber ich ermutige Sie sehr, sich aufzumachen und jedes ihrer Worte selbst zu lesen. Sie sind wichtig. Sie sind Teil des Gegengifts. Sie sind eine unschätzbare Hilfe, um aus dem Kaninchenlos herauszuklettern.

Das erste Essay heißt “Un-knowing what you know“ (Vergessen Sie, was Sie wissen) ” Und es verschwendet sehr wenig Zeit darauf, die große Kirchenlüge zu enthüllen:

Vor Jahren, genauer ungefähr um das Jahr 2003, auf dem Höhepunkt einer langen Periode der Forschung (über das Ordensleben) stellte ich fest, dass die Kluft in der Kirche schlimmer war, als ich angeleitet worden war zu glauben von denen, die wir damals als “konservative” katholische Autoren einstuften. Dies war der unbequeme Moment, in dem ich zum “Tradi” wurde und obwohl ich niemals gewünscht habe, das, was ich jetzt weiß nicht zu wissen, so hatte dieses Wissen durchaus seinen Preis. Ich bin kein Tradi, weil ich es sein möchte. Ich bin ein Tradi, weil ich niemals dahin zurückkommen werde, die Dinge nicht zu wissen, die ich jetzt weiß.

Ich habe meine Entwicklung an einem Punkt angefangen, an dem ich dem vereinfachenden konservativen Narrativ glaubte. Es lautet ungefähr folgendermaßen: da war eine Gruppe “liberaler” Prälaten auf dem Konzil, welche danach versuchten, die Konzilsdokumente und die daraus folgenden Schritte “an sich zu reißen oder [die Barke Petri] zu kidnappen”. Dies hatte großen Erfolg und alles war ziemlich schlecht bis in die 80er und 90er Jahre, besonders mit den schlechten Bischöfen unter Paul VI. Doch dann bremste der “konservative” Papst Johannes Paul II sie aus, “reinigte” die Priesterseminare und setzte (hauptsächlich) “konservative” neue Bischöfe ein. Der Versuch, die Barke zu kidnappen war, größtenteils, gescheitert und die Dinge kehrten langsam zum natürlichen Gang der Dinge der Kirche zurück. Es gab viele Zeichen, dass diese jüngere “konservative” Bewegung – besonders unter den Seminaristen – die Zukunft war. Neue(re) Hochschulen bezeichneten sich bewusst als Hochschulen -“Ex corde ecclesiae”; Pfarreien und einige ganze Diözesen wurden die Bongos im Gottesdienst los und schickten die Gitarren und Puppen in Rente, auch die Ballons … alles kehrte langsam zur Normalität zurück.

Es klingt großartig. Die Guten gewinnen. Das Problem war, dass es nicht stimmte. Die Grundlage von “normal”, d. h. von “Rechtgläubigkeit”, war ein falscher Boden. Die Wirklichkeit der Kirche war, dass unter diesem falschen Boden sich ein riesiges Gebäude auftat, eine verlorene Kirche, welche begraben wurde und fast [gänzlich] vergessen war, und über die zu sprechen es strengstens verboten war. Darüber hinaus war dieser falsche Boden beweglich.

Hilary schreibt weiter:

[E]s war unausweichlich: da war und ist ein riesiger Riss in der Kirche, der auf ein de facto Schisma hinausläuft. Eine neue und falsche Religion ist hergestellt worden, wie die Giftstoffe einer bakteriellen Infektion, die den Körper krank machen, hat sie alle Einrichtungen der Kirche infiziert und kaum jemand hatte Notiz davon genommen. Es war ein verborgenes Schisma, das sich in den katholischen  Einrichtungen seit dem Ende von Vaticanum II völlig unkorrigiert eingenistet hatte. Der Neomodernismus war erfolgreich, die authentische katholische Lehre soweit zu ersetzen, dass es ausreichte, die alten Lehren des Glaubens in bestimmten Bereichen zu halten und laut zu bekennen, um jemanden als den Tradi, aus dieser “konservativen katholischen Erneuerung” auszuschließen. Der Neue Modernismus war tatsächlich zum neuen Konservatismus geworden.

Dreizehn Jahre sind eine lange Zeit, und seitdem, insbesondere in den letzten drei Jahren, werden die falschen Kategorien dieser allzu einfachen Unterteilung “konservativ/liberal” sehr schnell nutzlos. Die Widersprüche waren letztendlich unausweichlich geworden für eine riesige  Schar von Katholiken. Und es begann nicht mit Franziskus. Johannes Paul II förderte  diesen langen Niedergang, als er den Einsatz von Ministrantinnen bei der Heiligen Messe erlaubte.  Sehr viele dieser “Konservativen” in der Kirche (einschließlich Kardinal Ambrozic von Toronto, nebenbei erwähnt), die laut nach der Wiederherstellung des Normalen gerufen hatten, wurden plötzlich von ihrem Liebling, dem “konservativen” Papst sabotiert.

Diese Erschütterung des  sorgfältig konstruierten öffentlichen Images von Johannes Paul II als einer “konservativen” Ikone (welches wir größtenteils George Weigels skurrilen “Heiligsprechung vor dem Tod” verdanken) war ein ernsthafter Schaden für die Konservativen an ihrer gesamten Weltanschauung, welchen sie lange nicht begreifen konnten. Sie wählten die einzig mögliche Lösung und definierten Rechtgläubigkeit einfach neu, um jede theologische oder disziplinarische Neuerung, die ein Papst einsetzen wollte, einzubeziehen. Papolatrie oder Päpstlicher Positivismus, wie wir ihn dann genannt haben, war geboren. Die Person des Papstes, des konkreten Menschen als solchen, wurde die neue Rechtgläubigkeit, eine Art halbgöttliches Orakel, das uns entweder die alte oder die neue Lehre bringt, je nach Laune, direkt aus dem Munde des “Hl. Geistes”, der in sein Ohr flüstert. Messdienerinnen waren ok, eigentlich ok, und jeder, der weiterhin nach ihrer Abschaffung rief, war ein Extremist. Reaktionäre! Radikale Traditionalisten! Schismatiker! etc…

Und es gab tatsächlich noch etwas, nur  einen großen Bereich der Überschneidung — der die “konservativen” Katholiken auf derselben Seite wie die “Tradis” hielt:

[L]angsam wurde der Boden, auf dem diese “Neokatholiken” standen, abgetragen, bis die einzige Metrik als Kennzeichen ihres Katholizismus, die ihnen blieb, die Lehre der Kirche zur Sexualmoral war. Solange der Papst fortfahre, diese zu verteidigen und hochzuhalten, so erzählte ihnen ihr Narrativ, sei es gleichgültig, wie viele Korane er küsse. All dieses Zeug sei verhandelbar. Sex, Ehe und Kinder ist der letzte, größte gemeinsame Nenner, der nicht unterschritten werden darf – die Grundlinie des Katholizismus.  Es sei denn, dass diese Grundlinie des gemeinsamen Nenners in Kreide auf dem falschen Boden gezeichnet wurde. Und Franziskus begonnen hat, sie auszuradieren. Die Position des “konservativen Katholiken” war in dieser Demarkationslinie sicher – zumindest bis Amoris Laetitia.

Ironischerweise hat vielleicht gerade das Festmachen katholischer Rechtgläubigkeit ausschließlich an der Lehre der Kirche zur Sexualmoral dazu geführt, dass sie [d.h. die Neokonservativen] exakt die Linie der Maintream-Medien genommen haben: Der katholische Glaube kümmert sich nur um die Unterrockgeschichten [d.h. das Sexuelle] (pelvic issues). Weder ein katholischer Neokonservativer noch der Herausgeber der New York Times, der für die religiösen Seiten verantwortlich ist, hat je etwas vom Sozialen Königtum Christi gehört. Dieser große Leerraum, in dem die katholische Kirche angesiedelt war, ist der Grund, warum die Novus-Ordo Apologeten weiterhin sagen, sie „mögen die Traditionalisten“, aber nur dann, so lange diese  persönlich die Alte Messe bevorzugen. Diese anderen da, die immer nur vom Syllabus reden, werden als “radikale katholische Reaktionäre” gebrandmarkt, weil sie ein ganzes Paradigma herausfordern. Die gute Sorte der Traditionalisten sind diejenigen, von denen Franziskus gesprochen hat, diese mythologische Gruppe von Leuten, die halt zufällig “süchtig” nach einer früheren Ästhetik sind. Wir, die schlechten, irren Tradis, ziehen es vor, in einer ganz anderen Kirche zu leben, diesem riesigen, vergrabenen, abgewirtschafteten Gebäude, von dem man erwartet, dass niemand davon weiß.

Es hat lange Zeit gedauert, viel Lektüre, Gespräche, viel Nachdenken,  Besuch und Lernen, um all das zu verstehen, aber als ich soweit war, war es, als würde ich aus einer Matrix herausgezogen werden. Das gesamte Universum des Katholizismus war in Wirklichkeit ganz und gar nicht so, wie ich gedacht hatte. Ich stellte fest, dass ich nicht nur irgendwie  zu einer Sichtweise gekommen war, in der all diese verwirrenden Teile zusammenpassten und ein kohärentes, jedoch entsetzliches Gesamtbild ergaben, sondern dass es ohne diese Perspektive unmöglich sein würde, jemand anders zu überzeugen. Wie sagt man den Menschen, dass die Dinge in Wahrheit viel schlimmer sind als sogar in ihren dunkelsten Vorstellungen, und, was viel wichtiger ist, sie sind nicht dabei, besser werden. Ich begriff, dass wir das Eingreifen Gottes hierfür brauchen würden. (Sie sehen, wohin der Hase läuft, nicht wahr?)

Es gibt Tradi-Konvertiten, die aber höchstwahrscheinlich nicht das wissen, was wir wissen. Es ist verdammt unbequem, und es bedeutete, das seine große Anzahl an Türen vor mir sich nun für immer schließen würden – insbesondere Türen des Ordenswesens  [die Autorin hat lange Zeit über weibliche Orden geforscht Red.], was sehr schwer zu ertragen war. Aber genau dies war es, wohin mich die Beweise führten. Es gab kein Entrinnen. Nur das Wirkliche zählt, sogar dann, wenn dies bedeutet, dass man niemals je das EINE haben kann, das man schon ein Leben lang wollte [d.h. in einen Orden einzutreten Red.]. Sogar wenn es bedeutet, dass man dabei ist, eine Richtung einzuschlagen – und das für den Rest des Lebens -, die man niemals selbst für sein Leben gewählt hätte. Aber gerade darum kann ich selbst es verstehen und meine traditionalistischen Freunde können es auch, was eigentlich geschieht.

Und das, was gerade geschieht, ist nichts weniger als die systematische Demontage des katholischen Glaubens durch den Mann, dessen heilige Pflicht ist es, als sein Erster Beschützer und Verteidiger zu handeln.  Wie ich (schon) 2014 in dem oben verlinkten Artikel schrieb:

Ich würde behaupten, dass die Herabwürdigung des Papsttums – oder wie [Franziskus] das nennen würde, des Heiligen Stuhls – etwas ist, was er nicht gänzlich akzeptieren würde, bis er den allerletzten Tropfen dieser Autorität dazu genutzt hat, alles, was er ändern kann, zu ändern; einen unveränderlichen zukünftigen Kurs für die katholische Kirche zu setzen. Er ist gegen die Zentralisierung der Autorität im Papsttum, außer in diesen Fällen, wo er sie gerade rückhaltlos vertritt. Ich betrachte das als seine päpstliche Kamikaze-Mission, dazu aufgestellt, eine Selbstzerstörung der Institution [der Kirche] in Gang zu setzen, aber dennoch den maximalen Nutzen aus ihr herauszupressen für die revolutionäre Tagesordnung, die sein Papsttum mit Leben erfüllt.

Es verhält sich aber so, dass er nicht alleine dorthin kam. Er ist der Höhepunkt von Jahrzehnten an Trotz und Verneinung der wahren Identität der Kirche durch die Nachfolger des Heiligen Petrus. Jene, die sich nun in diesem Moment fragen, was Papst Franziskus mit der Lehre der Kirche tut, müssen, wenn sie irgendein Interesse an der Wahrheit haben,  erwägen, was in der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils und direkt danach getan wurde.

Hilarys zweiter Essay, “Wie man selbstständig aus der Matrix herauskommt“, versucht, das Problem anzupacken:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Franziskus nicht eine bizzare und unerklärliche Anomalität ist. Er ist wirklich geradezu die logische Schlussfolgerung dessen, was in der Kirche und der Welt seit 1965 geschehen ist. Er ist keine Überraschung. Er ist nicht “verwirrend.” Er ist keine Abweichung vom großartigen Pfad der Pracht, auf dem die Kirche seit dem Ende von Vaticanum II wandelt Er ist die Verkörperung von alle dem, was geschehen ist, einschließlich dem intellektuellen und moralischen Verfall, seit die Kirche die Fenster geöffnet hat und  die nachaufklärerische Welt hereingelassen hat, um sich die Dinge zu regeln. Dies schließt auch seine [des Papstes] offensichtliche Unfähigkeit ein – auch die Unfähigkeit seiner Freunde und Unterstützer – zu verstehen, warum ein logischer Widerspruch bedeutungslos ist. (Wenn ich  “intellektuellen Verfall” erwähne, ist es das, was ich damit meine. Der Verlust der Fähigkeit, die grundlegenden  Prinzipien des rationalen Denkens anzuwenden.)

All das, so behaupte ich weiter, ist OK. Es ist kein Desaster, es sei denn man fängt auf diese Weise das Nicht-Denken an. Obendrein wird dies alles auf ein gutes Ende hinauslaufen, da wir in Franziskus schließlich nur das sehen, was für eine groteske Parodie des Glaubens und der Vernunft [die nachkonziliare Entwicklung]  zur Folge hat. Er ist nicht nur die Verkörperung des Deuterovatikanismus [der Anhängerschaft an das Zweite Vatikanische Konzil Red.] er ist ein gehendes, sprechendes, quatschendes, Selfie-machendes, lästerndes, antirationales, häretisches dummes Zeug speiendes Beispiel des alten Erziehungsprinzips des schlechten Beispiels; die Figur eines so unverschämt schlechten Vaters, dass er als heilsame Lektion für die Kinder dient, was sie nicht tun sollen.

Vom allerersten Tag seines Pontifikats an habe ich gesagt, dass dies der Weckruf ist, den die Kirche so notwendig gebraucht hat. Das war so offensichtlich, dass es das Erste war, was mein langjähriger atheistischer Freund sagte, als wir uns nach dem Konklave unterhielten: “Gut, gut … Papst Franziskus ist sicher bei den Nichtkatholiken beliebt. Nicht wahr?”

Ich habe behauptet, dass die Kirche, aus einer Million Papierschnitten blutend, ein weiteres “konservatives” Pontifikat nicht hätte überleben können. Johannes Paul und Benedikt konnten das Kapital von Jahrhunderten verprassen, aber jetzt ist alles verloren und wir müssen von vorn anfangen. Franziskus ist nicht nur dabei, dies möglich zu machen, sondern er macht dies zum einzigen möglichen Weg für die Gläubigen. Und das ist eine gute Sache. Kurz gesagt ist dieses Pontifikat exakt das, was nötig war, um die Gläubigen zu zwingen, ihren Glauben wieder zu erlernen, ihn zu verteidigen, nun nicht nur vor der Welt, sondern vor der Gesamtheit einer [kirchlichen] Hierarchie, die in ihren intellektuellen und fleischlichen Sünden versunken und nach ihnen süchtig ist.

Und [Halleluja!!] die verbleibenden gläubigen Katholiken sind dabei, sich dessen klar zu werden. Sogar jene, die vom päpstlichen Positivismus angesteckt waren, der unter Johannes Paul II zur Norm geworden war, haben begonnen, die Patentmittel der Novus Ordo Religion zu hinterfragen – dieses setzt voraus, dass es sich bei diesen immer-mal-ein-wenig und oft unausgesprochenen Prämissen des Katholizismus [der nachkonziliaren Kirche Red.], in Wirklichkeit um direkte Widersprüche zum Glauben unserer Väter handelt.

Dieser Artikel “Unknowing”   hat eine Menge eMails hervorgerufen. Ich möchte hier eine als Bespiel zitieren. Ich werde die Schreiberin nicht bekanntgeben, aber es ist eine tiefgläubige junge Dame aus den USA, die fragt: “Was sind die Hauptlehren des Traditionalismus’ von denen Sie sprechen? Was ist mit “Neo-Modernismus” gemeint? Was war an Papst Benedikts Pontifikat falsch? Können Sie Artikel oder Bücher zum Lesen empfehlen, die dieses Thema vertiefen?” Da ich (und die kleine Gruppe traditioneller Blogger da draußen) ziemlich viele solcher Anfragen erhalten haben, dachte ich, es wäre eine gute Idee, einen Post zu schreiben, der dieses Geheimnis lüftet.

Hilary fährt fort, indem sie eine Leseliste empfiehlt, die Sie sorgfältig studieren sollten. Gerade gestern habe ich selbst zwei der Bücher gekauft. Aber ihre Liste ist nur ein Anfang. Wir müssen sie noch ausarbeiten. Ich persönlich habe mit der Ottaviani Intervention begonnen (der Link führt zur SSPX, aber EWTN hat auch ein Exemplar, ohne den historischen Hintergrund), die mir augenblicklich die Augen öffnete als ich entschlossen war nicht zu glauben, dass seine solche Blindheit überhaupt möglich sein könnte. Den größten Teil der restlichen Arbeit erledigte Michael Davies für mich, wie auch einige Artikel und Blogs. Möglicherweise die beste, positivste und fruchtbarste Arbeit, die ich gelesen habe, ist  Die Häresie der Formolosigkeit von Martin Mosebach.

Sie werden feststellen, dass jede dieser Quellen, die ich erwähne, sich mit den Änderungen der Liturgie befasst. Selbstverständlich war dies der Punkt, an dem die kirchlichen Revolutionäre ihre größten Anstrengungen konzentrierten. Das ist der wichtigste Punkt, an dem man anfangen muss, bevor man andere Zugänge untersucht zu dem, was während des Konzils vor sich ging, und wie clever die Vorgänge in Anspruch wurden [im Sinne von gekidnappt Red.] wurden von denen, die eine massive, irreversible Veränderung in der Kirche wollten.

Es gibt eine Reihe anderer Titel, die als de rigeur betrachtet werden (oder doch bald sein werden). Doch anstatt zu versuchen, diejenigen hier aufzulisten, die ich kenne, am Ende eines bereits langen Posts, würde ich gerne Vorschläge von Ihnen im Kommentar erbitten. Wenn wir genügend bekommen, werde ich eine kurze Bibliographie dieser Werke erstellen, die wir in die (bisher) wenig genutzte Quellensektion dieser Website resources auf dieser Website stellen können, als künftiger Quellennachweis.

Wir werden dieses Thema in naher Zukunft auch weiter behandeln. Wir sind dabei, aus dem Kaninchenloch zu klettern. Und wir werden dies gemeinsam tun. Bleiben Sie dran um herauszufinden, wie Sie Ihren eigenen nachkonziliaren geheimen Dekoder (Secret Decoder Ring™)[1] erhalten können!

Quelle:  http://www.onepeterfive.com/out-of-the-rabbit-hole/

[1] Vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Secret_decoder_ring

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45 Gedanken zu “Steve Skojec, Raus aus dem Kaninchenloch

  1. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Je tiefer ich vor Jahren mit meinen sehr bescheidenen Mitteln in den angeblichen Konflikt „konservativer“ und „liberaler“ kirchlicher Protagonisten einstieg, desto deutlicher wurde, dass dieser mitnichten antagonistisch war, sondern lediglich persönlichen Temperamenten oder Cliquenfehden geschuldet ist, meist Auslegungsstreitigkeiten bezüglich der Konzilstexte oder zwischenmenschliche Animositäten. Wer tiefer nachgräbt, findet schnell heraus, dass der „rechte“ und der „linke“ Flügel der Kirche eigentlich das beste Einvernehmen haben. Ratzinger mit Lehmann, Ratzinger mit Küng. Man kennt und schätzt sich seit Jahrzehnten. Dazu als kleine Anleihe im politischen Bereich: „rechter“ und „linker“ Flügel ist relativ. Auch die NSDAP hatte ihren linken Flügel (Strasser, „Schwarze Front“) und die KPdSU ihren „rechten Flügel“. In jedem Verein, jeder Partei gibt es Bedächtige und Voranstürmende. Heißt erstmal gar nichts.

    Auch das „konservative Lager“ in der Kirche hat lediglich den bis zur Unkenntlichkeit verdünnten Wein „im Angebot“, lediglich ein paar infantile Harlekinaden werden mißbilligt. „Konservative“ Kardinäle wie Müller, Meisner etc. gaukeln vor, alles sei wie immer und damit in Ordnung, aber: das bauen von Burgen auf der schiefen Ebene ist Illusion. Auf der schiefen Ebene gibt es nur eine Richtung: nach unten. Die Progressisten eilen sie hinab, die „Konservativen“ versuchen vergeblich, sich im glatten, rutschigen Boden des II. Vatikanums festzukrallen. Unten ankommen werden sie alle, die einen halt früher, die anderen später. Man kann eben auf dem Boden des II. Vatikanums die Mundkommunion nur als „bereichernde“ Variante anbieten, aber niemals verpflichtend machen, der überlieferte Messritus kann – als alleräußerstes Zugeständnis – „ausserordentlich“ sein – Benedikt XVI. hat dies erkannt. Wer auf dem Boden des II. Vatikanums steht, muß Ökumenismus und Religionenverbrüderung anerkennen. Und wer die anerkennt, kann koranküßende Päpste oder das Heidenspektakel von Assisi auch logischerweise nicht grundlegend ablehnen. Die Konzilstexte sind derartig präpariert, dass die späteren Eskapaden bereits im Nucleus-Stadium enthalten sind. Als Zeitbomben tickt bei jeder ein separater Countdown, die Zeit zwischen Konzil und „Detonation“ beließ die Gläubigen (auch mich) einstweilen in der Illusion einer ordentlichen Kirche mit ordentlichem Ritus auf konziliarer Grundlage. Mit dem Korankuß und „Assisi“ sind lediglich die Zeitbomben explodiert, die im Konzilstext verborgen waren. Der Countdown war so lange eingestellt, weil eine frühere “Explosion“ taktisch unklug gewesen wäre.

    Die Wahrheit ist erschütternd: Die neue Messe wurde in meinen Kinder- und Jugendtagen nur deswegen einigermaßen würdig zelebriert, weil die im überlieferten Ritus geprägten Priester die Messe feierten. Laien eiferten als Lektoren instinktiv dem Vorbild der bisherigen – natürlich auch sie prägenden – Liturgie nach. Diese Prägung gibt es in den nachwachsenden Generationen aber selbstverständlich nicht mehr. Da die nachkonziliare Liturgie völlig haltlos herumirrlichtert, hat sie auch keine einheitliche, prägende Spiritualität hervorbringen können. Mithin probieren die neuen Generationen von Laien um den Altar halt ratlos ein wenig herum. Tun dies, tun das, der Pfarrer lächelt milde und hilflos. Die meisten greifen dann halt auf ihren Selbstdarstellungsdrang zurück, was hätten sie auch sonst?

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  2. Ich habe sowohl den Beitrag, als auch den Kommentar von Kirchfahrter Archangelus auf meiner Facebookseite geteilt. Außerdem auf den FB-Seiten von ‚ad Dóminum ღ Katholiken‘, ‚Römisch-katholisch-allumfassend‘ und ‚Alle Katholiken in einer Gruppe vereint ( Römisch- Katholisch )‘. Meine Überschrift: ‚Manche Medizin ist ziemlich bitter, und bevor man sie schluckt, muss am sich der dramatischen Situation bewußt sein, damit man überhaupt die Notwendigkeit einer Heilung begreift.‘
    Danke der T&F Redaktion.

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  3. Vielen Ank für die gute Übersetzungsarbeit. Ich war gerade selbst dabei den Artikel aus dem Englischen von 1p5 zu übertragen, um ihn dann weiterzuverbreiten.

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  4. @ Kirchfahrter Archangelus 1. Juni 2016 um 10:58 und @ Albert Frick 1. Juni 2016 um 13:06

    Völlig richtig – sehr guter Kommentar, werter „Kirchenfahrter“ (btw., kennen wir uns von Hattersheim…?!).

    Ganz im Sinn dieses Artikels hier und auch Ihrer Kommentare mein Kommentar hier:

    https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/05/20/interview-mit-kardinal-burke-in-wien-vom-16-05-2016/comment-page-1/#comment-657

    Ja, es ist eine bittere Medizin für die „Konservativen/Semi-Tradis“ – aber eine NOTWENDIGE.
    (Beten wir für diese – und uns alle!)

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  5. “Gut, gut … Papst Franziskus ist sicher bei den Nichtkatholiken beliebt. Nicht wahr?”
    Sage mir wer deine Freunde sind und ich sage dir wer du bist.
    „Und das, was gerade geschieht, ist nichts weniger als die systematische Demontage des katholischen Glaubens durch den Mann, dessen heilige Pflicht ist es, als sein Erster Beschützer und Verteidiger zu handeln.“
    Er gibt sich als Hündchen im Regenmantel das unbeschwert im Garten Löcher gräbt, in Wahrheit legt er ein Minenfeld. Aber es wird genügend Katholiken geben die auf seine Purzelbäume so reagieren wie es der Herr von ihnen erwartet und sie werden nicht irre gehen.
    Per Mariam ad Christum.

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  6. Ich möchte auch noch einmal an A.K.Emmerick erinnern.
    In der einzigen konkreten Zeitangabe sagte sie,das Satan 50 oder 60 Jahre vor dem Jahr 2000 auf eine Zeit freigelassen würde.
    Entspricht m.E. Offenbarung 20,6.
    Das würde auch die Verwirrung im Vatikan erklären sowie die Äußerung von Papst Paul VI „der Rauch Satans“ -na ihr wisst schon.
    Satan regiert im Prinzip nun überall,bis in die oberste Kirchenhirarchie,von den Regierungen ganz zu schweigen.
    Wir werden es dulden müssen,ob wir wollen oder nicht denn Erlösung kann nur noch von Jesus Christus selbst kommen.

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    1. Werte Stella
      Ich denke seit Jahren ständig darüber nach wie wohl Satan zu diesem Konzil steht. Ich werde das Gefühl einfach nicht los das der immer noch am Feiern ist. Aber die Hölle soll wohl leer sein und Gott wäre dort nicht anzutreffen also ist wohl alles nicht so schlimm. Oder sehe ich das zu locker? Jedenfalls wäre es sehr interessant wenn ein moderner Theologe mal ein Buch schreiben würde mit dem Titel „Satan und das Konzil“. Ich finde das ist ein Thema mit enormer Sprengkraft.
      Per Mariam ad Christum.

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  7. Woher nehmen Steve Skojec, Hilary White, Dspecht, Sie T&F und einige andere, die hier gelegentlich posten (einschließlich mir) eigentlich die Gewissheit her, dass der gedankliche Weg, den wir hier beschreiten keine Sackgasse ist? Nun mögen wir uns in manchen Punkten uneinig sein, aber die große Linie beschreiten wir ja gemeinsam. Ich sehe das in etwa folgendermaßen:

    Beim KONZIL sei ein Feuer entzündet worden, das zwar schon vorher im Untergrund geschwelt hatte, sich aber seitdem zum Flächenbrand ausgeweitet hat. Das Tauziehen der liberalen Modernisten, mit den konservativen Modernisten lenkt nun ganz von der Tatsache ab, dass es sich in beiden Fällen um Modernisten handelt. Es handelt sich um eine klassische Zwickmühle; egal welchen Zug man auch macht, es ist jedesmal der Teufel, der punktet. Und dann wäre da noch die dritte Partei, die Tradis, wie wir es sind. Wir glauben, das Spiel durchschaut zu haben. Aber haben wir das? Könnte es nicht sein, dass auch wir in unserem Eifer für die Tradition letztlich doch dem Teufel in die Hände spielen?

    Nun bin ich mir zumeist sicher, dass dies nicht der Fall ist. Aber manchmal frage ich mich; woher nehme ich die Gewissheit her, dass gerade ich sehend bin, während die anderen dann wohl verblendet sein dürften? Viele Priester, Ordensleute, Bischöfe, Kardinäle und Päpste sind ja ständig mit Tauziehen beschäfftigt, und kommen in ihrer Befangenheit als Ratgeber kaum in Frage. Das frühere Lehramt gibt uns zwar Halt und Orientierung, aber eben nur solange wir Recht haben. Wenn aber die Konzilskirche im Recht sein sollte, dann wären wir einfach nur ängstliche Ewiggestrige, welche die Vergangenheit verklären und notwendige Reformen verhindern wollen.

    Mir ist wohl klar, dass solche Zweifel letztlich Ausdruck unserer relativistischen Indoktrinierung sind. Im Normalfall iritieren mich solche Augenblicke des Zweifels kaum, aber wie argumentiere ich vor anderen? Sollte man solchen Diskussionen eher aus dem Weg gehen?

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    1. @ Albert Frick

      Es ist eine durchaus legitime Frage, die Sie stellen.

      Warum haben die anderen Unrecht? Weil sich die Kirche selbst auflöst, was unter Franziskus wirklich jeder sieht. Er hat den nachkonziliaren Auflösungsprozess direkt und bewußt beschleunigt. Während in der Era vor Franziskus dank der Doppeldeutigkeit der Konzilstexte und der Doppelgleisigkeit der nachkonziliaren Entwicklung man sich selbst und uns allen ein X für ein U vormachen konnte, so ist dies jetzt nicht möglich, wenn man nur ein homöopatisches Quäntchen Katholizismus im Leibe hat. Hilary White brigt es sehr schonungslos auf den Punkt. Es geht um den Satz vom Widerspruch. Der gilt seit dem Konzil nicht mehr, wir habe eine extreme Irrationalität, die noch niemals katholisch war und unter dem Strich ein Wiederaufleben der Gnosis.

      Amoris Laetitia ist ein tief gnostischer Text und häretischer geht es wirklich kaum noch.

      Die Mindestvoraussetzung eines funktionierendes Denksystems, sei er mathematisch, logisch, chemisch, kulturwissenschaftlich oder anders ist seine fehlende Selbstwidersprüchlichkeit. Er darf sich selbst nicht widersprechen und dies tut doch gerade der Katholizismus ab 1965.

      Grundsätzlich ist es A
      jedoch aber wenn die pastoralen Gründe dafür sprechen dann ist es B, was einem Nicht-A gleicht.

      Ja, der Teufel ist überall, bei den Traditionalisten auch, aber der Teufel ist ein schlechter Logiker, er ist eigentlich kein Logiker, weil er in einem inneren Widerspruch lebt. Und diesen hat er der Kirche nach 1965 mitgeteilt.

      Ich selbst fühle mich wie Hilary White. Schrecklich von den Männern der Kirche belogen. Ich meine damit die Päpste, die Theologen, die jedoch-aber-wenn Meister.

      Sie wollten eine neue Religion und haben sie errichtet, redeten uns aber ein, dass sich nichts geändert hat und es sich nur um kosmetische Korrekturen handelt. Da ich selbst Theologe bin und mich wirklich grundsätzlich mit verschiedenen Themen befasse, dieser Blog ist eigentlich nur ein Hobby, so habe ich wirklich nach und nach die Erkenntnis gewonnen und diese ist erschütternd, wie tief, um es mit Hilary White zu sagen, dieser Riss wirklich geht. Wie falsch doch die nachkonziliare Lehre am wahren Katholizismus gemessen doch ist. Sie ist nicht nur anders, sie ist falsch. Ökumenismus, interreligiöser Dialog, Gewissensfreiheit dies sind nur die noch recht oberflächlichen Nachfolgeerscheinungen.

      In der neuen Religion geht es darum ständig um sich selbst zu kreisen, das berühmte Miteinander, und sich selbst zu erlösen und zwar nur in dieser Welt, denn es gibt es kein danach. „Tu, was du willst, denn es gibt kein morgen“, dies ist zutiefst satanisch, leider.

      Kardinal Woelki lässt ein Flüchtlingsboot zu einem Altar errichten und will ihn in den Dom stellen. „Aus Ehrfurcht vor den Flüchtlingen“. Das ist doch blasphemisch und höchst lächerlich zugleich. Dies ist der jüngste Kardinal der katholischen Kirche. Aus dem Stall des konservativen Kardinals Meisners. Noch Fragen? Es fing wirklich vor Franziskus an.

      Traditionalismus ist die einzig logisch konsistente Lösung und daher die wahre. So sehe ich es.

      Hilary White schreibt im Original we have to start from the scratch, also von vorne anfangen, aber the scratch lässt an etwas Zusammengekratztes denken.

      Aber wie soll dies vor sich gehen?

      Wer ist denn überhaupt in der Lage die tatsächlich katholische Lehre vollumfänglich zu vermitteln. Ich bin mir bei mir selbst nicht zu 100% sicher, wo ich noch nachkonziliar angekränkelt bin und wieweit ich selbst die Matrix verlassen habe. Die Piusbruderschaft tut es leider nicht oder wirklich sehr bescheiden. Wir brauchen doch Priester. Die muss jemand erziehen, schulen und weihen. Soll man einen Bischof entführen und ihn ein paar Priesteramtskandidaten weihen lassen. Diese Weihe wäre kaum gültig, obwohl es in der Vergangenheit im saeculum obscurum Männer gegen ihren Willen geweiht wurden und diese Weihe von manchen Theologen als gültig angesehen wurde, nach dem Motto: die sollen sich nicht so zieren!

      Aber Spaß bei Seite. Wie soll es weitergehen? Amoris Laeitia und die ausbleibenden Reaktion macht uns klar:
      1. Wir haben keine katholische Hierarchie
      2. Wir haben keine Priester.

      Denn hätten wir 1. und 2. dann hätten sie sich zu Wort gemeldet. Sogar Bischof Schneider lässt andere für sich protestieren. http://www.katholisches.info/2016/06/02/athanasius-schneider-zu-amoris-laetitia-zweideutige-irrefuehrende-ausdruecke-kritische-analyse-notwendig/

      Hilary White hat recht. Der dünne nachkonziliare Boden wurde jetzt endgültig abgetragen, es ist nichts mehr und wir fallen in ein großes Loch.

      In den deutschsprachigen Ländern sieht man es viel deutlicher als woanders, aufgrund des hier vorherrschenden Liberalismus und Progressivismus. Es gibt nicht nur kaum Priester, auch diejenigen, die es gibt sind nicht mehr katholisch. Die Bischöfe doch auch nicht, siehe Koch, Woelki, Bode und andere.

      Es ist wirklich einfach festzustellen. Man nehme den Denzinger oder eine gute vorkonziliare Dogmatik, dann die letzte Predigt eines Bischofs und man verteile Zensuren. Wir haben die Reihe Bischofsperlen aufgegeben, weil diese Lektüre uns zu sehr aufs Gemüt schlug und das Nachtreten war auch zu einfach. Aber es ist wirklich desolat!!!!

      Wir müssen wirklich die Hoffnung aufgeben, dass irgendwann und irgednwo ein gläubiger Bischof oder Priester kommt, denn woher soll er denn kommen? Sogar Bischof Schneider aus Kasachstan hat Angst und wirft hin! Es ist schrecklich. Er kann doch höchstens suspendiert werden. Und weiter weg wie nach Sibirien können sie ihn auch nicht schicken. Es gibt niemanden da drausen, sonst hätte er sich gemeldet. Voll in der Matrix.

      Wir haben auf unserem polnischen Blog Priestern die Möglichkeit gegeben etwas anonym zu schreiben, hier gibt es diese Möglichkeit auch und keiner nimmt sie wahr. Und nicht deswegen, weil sie ihre eigenen Blogs schreiben, die besser sind, sondern weil es ihnen egal ist oder sie Angst haben. Angst die Lehre der Kirche in der Kirche zu vertreten und vor der „Kirche“ zu verteidigen.

      Und was riskiert man? Höchstens eine Suspendierung. Na und? Dann sucht man sich einen Brotberuf oder die Leute legen für einen katholischen Priester zusammen. Alles kostet. Und wir haben noch keine Christenverfolgung, nur der Papst hat eine Adhortation veröffentlicht.

      Leider hat Hilary White recht: der Neo-Modernismus ist zu neuen Konservatismus geworden und deswegen geht die nachkonziliare Rechnung nicht auf, was uns sehr schön Papst Franziskus vor Augen führt.

      Man soll jetzt ja niemanden bekehren, keine Juden, keine Moslems, keine Protestanten, sich selbst ja auch nicht, denn seit AL gibt es keine Sünde, höchsten als Umwelt- und Ernährungssünde. Katholiken in Deutschland sind es schon gewohnt, aber woanders dies aus dem Mund eines Papstes zu hören, ist ein starkes Stück.

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    2. Werter Albert Frick
      “ Aber manchmal frage ich mich; woher nehme ich die Gewissheit her, dass gerade ich sehend bin, während die anderen dann wohl verblendet sein dürften?“
      Das Spiel kenne ich. Auch mir kommen manchmal diese Gedanken. Aber ich sage mir wenn du mit deinem Glauben vor Christus keinen Beifall in dieser Welt bekommen wirst dann kann er nicht so verkehrt sein vor deinem Gott. Wenn man in dieser Welt für seinen Glauben gelobt wird dann ist er eindeutig verkehrt. Übrigens bin ich in einer entscheidenen auswegslosen Situation Nachts allein zur Mutter Gottes gegangen und ich muß sagen der Geist des Konzils wäre der letzte den ich dabei hätte gebrauchen können. Das prägt und ist nicht mehr umzukehren. Also ich muß sagen das nicht diese Konzilspfosten für mich das Problem sind sondern das sie mit dieser Welt aus einem Napf speisen und aus einem Glas schlürfen tun und das macht diese Welt stark. Und diese Welt mit all ihren Lügen und ihrer Verderbnis sind die große Gefahr für uns alle.
      Per Mariam ad Christum.

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      1. Noch ein kleiner Nachtrag
        Die Konzilskirche betet für die „Bewahrung der Schöpfung“. In Wahrheit bittet sie für die Bewahrung der Sünde, sie bittet für die Bewahrung von Sodom und Gomorra. Sie hat ihren Verstand verloren vor ihrem Gott. Himmel und Erde werden vergehen aber seine Worte nicht.
        Per Mariam ad Christum.

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  8. Ich frage mich laufend folgendes: Was geht in den Köpfen unserer Hirten vor? Sie sind überwiegend im fortgeschrittenen Alter und werden bald diese Welt verlassen.Und trotzdem kämpfen sie mit aller Kraft um Macht, Ehre und Anerkennung in dieser Welt. Was haben sie davon? Als Nichtgläubige sind sie doch unwiederbringlich tot nach ihrem Sterben. Sie verhalten sich, wie Paulus über diejenigen schreibt, die den Glauben an Gott verloren haben (1Kor 15,23) „Wenn die Toten nicht auferweckt werden, dann lasst uns essen und trinken, denn morgen werden wir sterben.“
    Welch ein Gegenbeispiel geben uns Heilige und Märtyrer, die für den Glauben an Jesus Christus in der Vergangenheit und auch heute ihr Leben hingaben.

    „Die Wirklichkeit der Kirche war, dass unter diesem falschen Boden sich ein riesiges Gebäude auftat, eine verlorene Kirche, welche begraben wurde “
    Im Credo bekennen wir doch, daß auch Christus gestorben ist und begraben wurde. Aber am dritten Tag ist er auferstanden. Und die Kirche ist der Leib Christi. Also wird auch sie auferstehen und nicht untergehen.

    Noch eine Frage; Muss man diesen Hirten gegenüber gehorsam sein? Im Beichtspiegel im Schott steht;
    „Bin ich der weltlichen und geistlichen Obrigkeit gegenüber widerspenstig?“ Ich muß gestehen, ich bin widerspenstig.

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    1. Nun, ich würde sagen, die Hl. Schrift sticht den Schott aus 😉
      Und in der Hl. Schrift, genauer Apg 6, 29, steht: Man muss GOTT mehr gehorchen als den Menschen.

      Freilich steht auch das 4. Gebot in der Hl. Schrift (worauf ja der Schott-Gewissenspiegel-Punkt zurückgeht). Aber dies gilt IMMER eben mit der (stillschweigenden) Einschränkung von Apg 6, 29.

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  9. Liebe Kassandra, hier hat jemand eine Antwort auf Ihre Frage. Aber Vorsicht: die Wahrheit ist brutal und wir sind nicht gewohnt, dass jemand brutal die Wahrheit sagt. Anne Barnhardt tut es.:

    How can these priests, bishops and Bergoglio be doing these things? How can they peddle sacrilege and heresy like this – day in, day out, week in, week out?

    BECAUSE THEY DON’T ACTUALLY BELIEVE ANY OF THAT “BULLSHIT”. And by “bullshit”, they mean “Christianity”.

    http://www.barnhardt.biz/2015/11/08/just-a-reminder/ (Kurzversion)
    http://www.barnhardt.biz/2015/09/17/repost-by-request/

    deutsch:
    Wie können diese Priester, Bischöfe und Bergogio diese Dinge tun? Wie können Sie Sakrilegien und Häresien wie diese herumerzählen – tagaus, tagein, jede Woche?

    Weil sie nicht wirklich an diesen „Mist“ glauben. Und mit „Mist“ meinen SIE den christlichen Glauben.

    Wieso sollte man solchen Hirten in Glaubensfragen (!) gehorsam sein müssen? Der hl. Robert Bellarmin sagt: „So wie es demnach erlaubt ist, einem Papste zu widerstehen, welcher den Körper anfällt, so ist es auch erlaubt, dem zu widerstehen, welcher die Seelen beängstigt oder den Staat verwirrt, und um so mehr, falls er die Kirche zu zerstören trachtete. Es ist erlaubt, sage ich, ihm Widerstand zu leisten, indem man seine Befehle nicht erfüllt und verhindert, dass sein Wille realisiert werde.“

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  10. @dspecht
    @Gladys
    Vielen Dank für die Antworten.

    Wenn es anscheinend stimmt, daß viele Hirten ungläubig sind (eine andere Erklärung für ihr Verhalten gibt es nicht), bleibt die Frage: waren sie das von Anfang an und haben uns wegen ihres Aufstiegs Theater gespielt oder sind sie im Laufe ihrer Karriere ungläubig geworden. Das heißt doch konkret, daß sie ihre Seele verkauft haben. Am schlimmsten finde ich allerdings die Päpste, die solche Leute ernannt und gefördert haben.
    Wie sagt man: „Der Fisch stinkt vom Kopf her.“

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    1. Die meisten sind wohl erst während des Theologiestudiums ungläubig geworden, wo der Kinder- und Jugendglaube der Kirchentage und der päpstlichen Reisen nicht dem dort versprühten Gift standhalten konnte. In den deutschsprachigen Länder sind 98% der lehrenden Professoren Atheisten oder gar Anti-Theisten, natürlich auch Priester darunter, die anderen arrangierten sich mit einem abgespecktne modernen Novus Ordo Glauben. Bei den Priestern kommt noch die Frustration des Gemeindealltags hinzu, da sie ja ein Dienstleister im pastoralen Miteinander der Räte und Assistentinnen (Die Kinder nach vorne kommen lassen, bitte!) sind.

      Da sie kaum ein Gebetsleben führen, kommt das Eine zum Anderen. Es ist so gut wie sicher, dass man manche höheren Ränge der kirchlichen Hierarchie erst dann erklimmen kann, wenn man sich mit der klerikalen Homo- oder Freimaurerlobby wenigstens gut stellt oder ihr gleich angehört.
      Die Kodewörter lauten dann: Brücken, Menschen, Mitmenschlichkeit, Toleranz, Offenheit …

      Ja, ja, es stimmt, unsere Hirten sind Atheisten, sonst würden sie sich doch nicht so sehr, bei ihrem Narzissmus, um die Atheisten und die Menschen an den Rändern der Gesellschaft kümmern oder um homosexuelle Flüchtlinge. Jeder spricht doch letztendlich immer auch von sich selbst.

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      1. Werter Traditio et Fides
        „Die Kodewörter lauten dann: Brücken, Menschen, Mitmenschlichkeit, Toleranz, Offenheit…“
        Ja so quasseln die ständig. Aber wenn sie dann wieder zu einem neuen Aufbruch aufrufen dann wird es Zeit wieder in Deckung zu gehen und die Mutter Gottes um Hilfe bitten.
        Per Mariam ad Christum.

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  11. @Kassandra @all:
    Nun wundern sich schon die Atheisten und Kirchenfernen was da so abgeht,siehe hier-nichts für schwache Nerven,verstörend vor allem das „tote Baby“-aber schaut selbst !!

    [Edition Red.]

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    1. Werte Stella
      Ja so ist das. Wer nicht an die Existenz Satans glaubt der glaubt in Wahrheit nicht an Christus. Er ist nur ein Dummschwätzer vor dem Herrn und geht mit seinem Namen auf Anerkennung in dieser Welt. Der Konzilsgeist oder der Geist des Konzils ist eine Witzfigur vor der Luzifer vor Lachen nicht in den Schlaf kommt.
      Per Mariam ad Christum.

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    2. Da solche Videos dämonischer Art sind und eine starke magische Anziehungskraft auf Menschen ausüben können, sollten wir nicht für ihre Verbreitung im Internet sorgen. Solche Bilder können sich nachhaltig im Bewusstsein festkletten, auch wenn man im Grunde eine verurteilende Haltung einnimmt. Es ist ähnlich wie bei pornografischen Bildern. Man mag sie von der Vernunft her verurteilen und als schädlich betrachten, aber in unseren Seelen gibt es Abgründe, die sehr empfänglich sind für solche Eindrücke. Und Dinge die einmal geschehen sind, sind nicht mehr rückgängig zu machen. Im Grunde muss man vor und nach dem Betrachten dieses Videos ein Gebet sprechen. Aber tut das Jeder?

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    1. Genau das meinte ich.
      Da brauchen wir auch nicht mehr rumrätseln,woran die Oberen in Politik und Kirche wirklich glauben,denn einen Glauben haben sie,ohne Frage !

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  12. Zunächst einmal ein herzliches „Vergelt’s Gott“ Ihnen verehrter T&F für die lange Antwort. Ich hatte bereits gestern einen beinahe ebenso langen Text verfasst, der mir allerdings beim Versuch, ihn abzuschicken von irgendwelchen Internetkobolden kassiert wurde. Eine Widerherstellung gelang mir nicht. Daher schicke ich diesmal nur einen interessanten link. Es handelt sich um einen Vortrag von Hochwürden Gregorius Hesse über St. Pius X und den Modernismus. Im Grunde beinahe das Selbe wie im Hauptartikel. „Raus aus dem Kaninchenloch.“

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  13. @ Alle:

    Man mag zu Bf. Williamson stehen wie man will (und insbes. in polit. Hinsicht) – aber im Sinne der ROTEN PILLE, also des Augen-Öffnens bzgl. der Zusammenhänge und erst einmal auch einer klaren Einschätzung der aktuellen Lage, ist das folgende Video durchaus sehens-/hörens- und empfehlenswert.

    Insbes. auch weil es Stellung nimmt zum aktuellen FELLAY-Interview (s.http://fsspx.de/de/news-events/news/interview-mit-bischof-fellay-vom-13-mai-2016-15974, dort auch verlinkt) und der VÖLLIGEN (NAIVEN?!) UNTERSCHÄTZUNG der aktuellen Lage (und Bergoglios) darin.

    (Man lasse sich nur das folgende Zitat von fsspx.de nach eben gesetztem link auf der Zunge zergehen:
    „Der Generaloberer der FSSPX sagte gegenüber der Zeitung, dass er „zumindest teilweise überzeugt ist, durch verschiedene Annäherungen“, durch die er glaubt, dass Papst Franziskus weniger Gewicht auf das Konzil legt und mehr die „Bewahrung der Seelen betont und wie man einen Weg zu ihnen findet…“

    Bergoglio gehe es also um die „Bewahrung der Seelen“ [- vor was, wenn wir doch alle eh in den Himmel kommen, niemand „auf ewig verdammt wird/werden darf“ – so ja O-Ton Bergoglio (Amoris Laetitia)] und „wie man einen Weg zu diesen findet“ [ja, indem man die Sünde nicht mehr Sünde nennt – so findet man einen Weg zu ihnen — den BREITEN, der ins … (s. Evangelium)].

    — Und so geht ja das ganze Interview weiter in Bezug auf den ach so gut meinenden „Papa Franziskus“ …!

    Die 25 min. LOHNEN sich wirklich!

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    1. 14:30 ff sehr gut beschrieben, dass man seit dem 2. Vat. zwar immer wieder den ANSCHEIN erweckt, die Zügel mal wieder anzuziehen und gute Normen erlässt oder einschärft – theoretisch – aber zugleich – theoretisch-praktisch – „Schlupflöscher“ einbaut („loopholes“), sodass die Norm doch umgangen werden kann.

      (Amoris Laetitia lässt grüßen. Obwohl diese eigentlich ja noch weiter geht und die Norm doch selbst angreift, nicht nur durch „loopholes“!!)

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  14. Ich glaube nicht, dass Bischof Fellay so naiv ist, wie Bischof Williamson das hier darstellt. Er widerspricht sich ohnehin in gewisser Hinsicht selbst. Er sagt: Man dürfe nicht glauben, dass es in der Kirche keine Priester mehr gebe, die an die wirkliche Anwesenheit des Herrn in den Gestalten von Brot und Wein glauben. Auf der anderen Seite ist er der Meinung, dass man sich innerhalb der Konzilskirche quasi mit Gedeih und Verderb dem Satan ausliefert. Wenn es aber immer noch gläubige Priester gibt innerhalb dieser Konzilskirche, dann heißt das, dass es durchaus möglich ist, sich innerhalb dieses Systems zu bewegen und darin zu wirken, ohne selbst in diesen kirchenfeindlichen Machenschaften verstickt zu sein. Sozusagen „in der Welt(kirche), aber nicht von dieser Welt(kirche)“ zu sein.
    Ich denke, auch Bischof Fellay ist sich dessen bewusst, dass Franziskus die Bruderschaft in erster Hinsicht dazu benutzen will, seine kirchenzerstörenden Bestrebungen hinter einem Pius-Feigenblatt zu verstecken. Ich finde, es ist nicht vollkommen abwegig, hinter den Bestrebungen des Bischofs von Rom, das Wirken des Heiligen Geistes zu vermuten, auch wenn Franziskus selbst eigentlich eine ganz andere Intension hat. Warum sollte der Helige Geist ihn nicht als Werkzeug benutzen, es ist ja schließlich doch der Papst. Die persönliche Absicht des Papstes mag verwerflich sein, die Handlung selbst ist davon nicht betroffen. Die Bruderschaft muss sich nur darüber im Klaren sein, dass im Falle einer ‚Rückkehr‘ der gemütliche Dornröschenschlaf vorbei ist. Es wird dann an der Zeit sein, die alten Rüstungen wieder hervorzukramen und die Schwerter wieder zu entrosten. Ich befürchte nur, dass die Krieger mittlerweile zahnlos geworden sind. Dann allerdings wären sie auch in ihrem jetztigen Stande keine Hilfe beim Kampf um Rom.

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    1. Albert Frick 8. Juni 2016 um 3:30

      „Ich glaube nicht, dass Bischof Fellay so naiv ist, wie Bischof Williamson das hier darstellt.“

      Das ist keine Frage des Glaubens (bzw. nur insofern ob man Fellay glaubt und ihn nicht der Lüge zeihen möchte), sondern der Fakten und klaren Aussagen Falleys (wenn man eben keine Lüge unterstellen möchte), nämlich des oben verlinkten Videos, auf das sich Williamson bezieht. Seine Ausführungen kommentieren nur die völlig klaren Aussagen Fellays, die an Naivität kaum zu überbieten sind (wie gesagt, wenn er nicht mal wieder lügt…).

      „Ich denke, auch Bischof Fellay ist sich dessen bewusst, dass Franziskus die Bruderschaft in erster Hinsicht dazu benutzen will, seine kirchenzerstörenden Bestrebungen hinter einem Pius-Feigenblatt zu verstecken.“

      Wiederum, das ist keine frage des „Denkens“, sondern der klaren Fakten bzw. Aussagen Fellays. S. eben das Interview.
      Wenn sie sich nicht durch das ganze Interview quälen wollen und des Englischen mächtig sind dann eine Zusammenfassung hier:
      http://ncregister.com/daily-news/sspxs-bishop-fellay-little-by-little-rome-is-giving-us-all-we-need-for-reco/

      (Einige „Schmankerl“ daraus: „As for the Pope’s motives, Fellay believes Francis is someone who wants to see everyone saved so, “like a rescuer, he unties the rope, which is his security, to put himself in a risky situation to try to get to other people,” and “that is probably what he’s doing with us.”
      Asked if he thought the Pope’s frequent condemnations of “doctors of the law” and “fundamentalists” were partly directed at him and the society, he laughed, saying people in Rome have told him they don’t know who the Pope is referring to. “The answer I got most was ‘conservative Americans!’” he laughed. “So really, frankly, I don’t know.”“

      Und:
      „The Pope sees that “we care about people,” Bishop Fellay said.
      “Certainly he doesn’t agree with us on these points on the Council which we are attacking. Definitely he doesn’t. But for him, as the doctrine is not so important — it is man, the people, who are important — there we have given enough proof that we are Catholics.”
      “He sees that we are genuine — period,” said Bishop Fellay. “He certainly sees things he would disagree with in us, things he would like to see us change, but for him, that’s not what’s important. What’s important is to love Jesus, and that’s it.”“

      – Wenn das nicht naiv ist und eine VÖLLIGE FEHLEINSCHÄTZUNG Bergoglios heiße ich Karl-Otto)

      Read more: http://www.ncregister.com/daily-news/sspxs-bishop-fellay-little-by-little-rome-is-giving-us-all-we-need-for-reco/#ixzz4BIXpwDUj

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      1. @ Albert Frick 8. Juni 2016 um 3:30 – Forts.

        …zahnlos geworden sind. Dann allerdings wären sie auch in ihrem jetztigen Stande keine Hilfe beim Kampf um Rom. Leider allzu wahr (wie neben vielen z.B. das weitere Interview Fellays hier beweist – das Williamson eben auch bekannt ist, er kommt anderenorts darauf zurück. Seine Analyse ist also durchaus faktenbasiert: http://dw.com/en/bishop-bernard-fellay-between-traditionalism-and-religious-slur/a-18657624 ).

        Übrigens hat Fellay ja schon die Naivität bzgl. Bergoglio hier in diesem Interview an den Tag gelegt:
        http://fsspx.de/de/media/video/interview-mit-bischof-fellay-vom-4-märz-2016-14942
        http://fsspx.de/de/ein-gespräch-mit-bischof-fellay

        Daraus:

        „Ich habe feststellen können, dass viele, ich wiederhole: viele Priester und selbst Gruppierungen, die Probleme mit den Modernisten in der Kirche hatten und sich an ihn wandten, als er noch Kardinal war, bei ihm – zunächst als Kardinal, dann als Papst – auf Wohlwollen stießen, auf einen Willen, zu beschützen, ihnen wenigstens so weit zu helfen, wie er konnte.

        Bei Papst Franziskus sieht man weder diese Anhänglichkeit an die Liturgie noch an die frühere Disziplin, man könnte sogar sagen: eher im Gegenteil, mit vielen konträren Aussagen, was das Verstehen dieses Wohlwollens noch schwieriger, noch komplizierter macht. Und doch meine ich, dass es trotzdem mehrere mögliche Erklärungen gibt; ich gebe aber zu, dass ich da nicht das letzte Wort habe. Eine der Erklärungen ist die Aufmerksamkeit des Papstes Franziskus für alles, was marginalisiert ist, das, was er die „existenziellen Peripherien“ nennt. Es würde mich nicht weiter erstaunen, wenn er uns als eine jener Peripherien ansieht, denen er ganz offenbar den Vorzug gibt.

        Ein weiterer Grund: Bei Papst Franziskus kann man eine beständige Anklage gegen die verfasste, die etablierte Kirche wahrnehmen, das englische Wort ist „establishment“ – manchmal sagt man das auch im Französischen –,das ist ein Vorwurf an die Kirche, selbstzufrieden zu sein, eine Kirche, die nicht mehr dem verirrten Schaf nachgeht, dem Schaf, das leidet, auf allen Ebenen, sei es die Armut, auch physisch… Man sieht aber bei Papst Franziskus, dass diese Sorge trotz allzu deutlichen Anscheins nicht nur eine materielle Sorge ist… Man sieht bei ihm sehr wohl, dass er, wenn er „Armut“ sagt, auch die geistliche Armut darin einschließt, die Armut der Seelen, die in der Sünde sind, die man aus der Sünde herausholen muss, die man wieder zum lieben Gott führen muss. Selbst wenn das nicht immer klar genug ausgedrückt wird, so findet man doch genügend Ausdrücke, die das zeigen. Und unter diesem Blickwinkel sieht er in der Priesterbruderschaft eine sehr aktive Gemeinschaft – vor allem, wenn man sie mit der Lage im „establishment“ vergleicht –, sehr aktiv, das heißt, sie sucht, sie sucht die Seelen, sie sorgt sich um das geistliche Wohl der Seelen, und sie ist bereit, dafür auch die Ärmel aufzukrempeln.

        Er kennt Erzbischof Lefebvre, er hat die von Bischof Tissier de Mallerais verfasste Biographie zweimal gelesen, was ohne Zweifel von Interesse zeugt; und ich meine, das hat ihm gefallen. Gleichermaßen die Kontakte, die er in Argentinien zu unseren Mitbrüdern hatte, bei denen er eine Spontaneität und auch eine Offenheit wahrgenommen hat – man hat ihm nämlich absolut nichts verheimlicht.“

        Nochmal, wenn das keine Naivität und eine Völlige Fehleinschätung Bergoglios ist, dann….!

        Und ich weiß aus SICHERER Quelle (die ich allerdings nicht namentlich nennen kann), dass auch P. Udressy diese (naive, Fehl-) Einschätzung so kauft und teilt – Sie können Ihn ja selbst fragen wenn Sie mir bzw. meiner anonymen Quelle nicht trauen!! (Aber er wird sich ja kaum der Öffentliche Einschätzung seines Oberen, veröffentlicht auf der fsspx-Seite, widersprechen….!)

        (Und diesen Priester möchte ich nun wirklich nicht der Lüge und Täuschung zeihen – ich gehe davon aus, das dem, was er sagt, auch so ist!)

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  15. Traditio et Fides 3. Juni 2016 um 5:39

    „Und was riskiert man? Höchstens eine Suspendierung. Na und? Dann sucht man sich einen Brotberuf oder die Leute legen für einen katholischen Priester zusammen.“

    Nun, lieber T&G, sagen sie ja selbst, man solle ungerecht suspendierte Priester unterstützen.
    Sie scheinen also ihre ROTE PILLE geschluckt zu haben.
    Ich hoffe, Sie verstehen jetzt – und natürlich nicht nur verstehen, sondern sind nun auch einer Meinung mit mir – warum ich immer wieder verteidigt habe, man dürfe zu ungerecht suspendierten Priestern gehen und die Sakramente dort empfangen (wenn ohnehin ja sogar das Kirchenrecht explizit Ausnahmen vorsieht, c. 22834 (i.V.m. c. 2261) CIC 1917 [c. 1335 CIC 1983]).

    Die Priester, die zuvor suspendiert wurden („Sedis“, „Tradis“) wurden dies nicht minder klar zu Unrecht. Sie haben auch nur eben viel früher klar gesehen – im Sinne der ROTEN PILLE und dem RAUS AUS DEM KANINCHENLOCH – und v.a. auch nicht den Fehler vieler Konserveativen gemacht, die Moral und die Zweite Tafel (und insbes. das 6. Gebot ) über die Dogmatik und die Erste Tafel zu stellen.
    Sie haben erkannt, dass es objektiv viel schlimmer ist, DH (Dign. Humanae) zu promulgieren oder den Koran zu küssen, als Amoris Laetitia zu verabschieden oder pro choice zu sein.

    Und auch dass die GLEICHEN FALSCHEN GRUNDPRINZIPIEN, die zu DH und dem Korankuss (oder Assis etc.) geführt haben auch zur Aufweichung der Moral der ZWeiten Tafel führen — Schönborn lässt grüßen (der ja explzit die Anwendung des subsitit in und des dogmaitschen Gradualismus nun auf die Ehemoral bzw. die Konkubinate machte!!) Er denkt wenigstens klar und logisch in diesem Punkt (nicht eben wie viele „Konservative“ – die eben erst mal noch die Rote Pille schlucken müssen.

    Und zudem sind die Priester für Ihre (kompromisslose) Treue zur Alten Liturgie verfolgt und suspendiert worden — eine Liturgie, die nun ja angeblich „niemals abgeschaft – numquam abrogata“ war und somit ja niemals verboten. Dennoch war das ein Punkt, der zur Suspension führte!! – Also deutlicher kann es eben nicht sein, dass eine ungerechte Suspension vorliegt.

    (Dass sich dann bei gewissen Gruppen ein ungesunder Geist entwickeln/einschleichen kann – wie etwa bei manchen (ich betone: manchen!!) Sedis, Teilen der fsspx (ich betone: Teilen: v.a. der DEUTSCHSPRACHIGE Raum – der leider z.Z. das Sagen hat in der fsspx!) … – das kann immer passieren – — selbst bei nicht-(ofiziell)-suspendierten Gruppen.)

    Man darf nicht nur zu solchen gehen — sondern es ist die MORALISCHE Pflicht, diese mutigen, glaubenstreuen Priester zu unterstüzten, bei ihnen die Sakramente zu empfangen etc. – und die Modernisten hingegen zu MEIDEN.

    Die Pflichten liegen also KLAREWEISE umgekehrt (aufgrund eben des Naturrechtes, des Göttl. Rechtes):
    Man muss jene meiden, die (offiziell bzw. scheinbar [!! – in Wirklichkeit sind ja viele davon auch ipso facto suspendiert oder gar exkommuniziert!) „in good Standing“ sind, „regulär“.
    Und jene aufsuchen, die (offiziell bzw. scheinbar) irregulär, suspendiert sind.

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  16. Lieber dspecht,
    sie behaupten, dass es sich bei der Naivität von Bischof Fellay um eine offensichtliche Tatsache handle, es sei denn er lüge. Ich halte das für eine überzogene Position. Ich halte es für unklug, bei jeder sich bietenden Situation, das Kriegsbeil auszugraben. Man darf auch Papst Franziskus nicht in einem übertriebenen Reflex ständig reine Bosheit unterstellen. Er hält sich höchstwahrscheinlich für ziemlich katholisch und glaubt im Sinne seines göttlichen Auftrages zu handeln. Dass Franziskus die Grundlage des überlieferten Glaubens verlassen hat, ist unsere feste Überzeugung, die daher rührt, dass wir uns auf dem Boden der thomistischen und stringent logischen Philosophie bewegen. Er aber huldigt dem relativistischen Neopositivismus oder was weiß ich, was für einer gnostisch, antikapitalistischen Evolutionsidee. Ich gehe nun davon aus, dass sich Bischof Fellay dieser Tatsache bewusst ist. In seiner Analyse geht Fellay nun einfach mal der Frage nach, welche Beweggründe wohl dazu führen könnten, dass Franziskus sich in all seiner Widersprüchlichkeit für eine Rückkehr der Piusbruderschaft stark macht. Offensichtlich ist dieser ja kein erklärter Freund der Tradition. Warum also setzt er sich dennoch dafür ein? Natürlich hat die Gegenseite, und damit meine ich die teuflische ‚fünfte Kolonne‘ das Ziel, die Kirche endgültig zu zerstören. Und Franziskus in seinem WischiWaschi-Kurs der erklärten Unverantwortlichkeit ist sicherlich ein hervorragendes Werkzeug dieser Fraktion. Aber sein persönliches Motiv ist nicht die Zerstörung der Kirche. Er möchte sie modernisieren. Er möchte sie dem Evangelium gemäß verändern, so wie er eben glaubt, dass es dem eigentlichen Willen Christi entspricht. Seine Absicht ist im Grunde (seinem fehlgeleiteten Gewissen gemäß) gut. Nur diejenigen, die ihn als Werkzeug benutzen und vereinnahmen, haben böse Absichten. Bischof Fellay aber sucht hier nicht die Absicht des Bösen zu analysieren, sondern die möglicherweise wohlwollend gemeinten Absichten des Papstes.

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    1. @ logosphaere 12. Juni 2016 um 21:51 – forts.

      Also, wir dürften nun geklärt haben, dass das „Argument“ „..nicht in einem übertriebenen Reflex ständig reine Bosheit unterstellen.“ nur ein Scheínargument ist, ein Strohmann, weil es eine falsche Alternative suggeriert: Entweder man ist so naiv wie Fellay oder Udressy oder aber man unterstellt dem Gegner „reine Bosheit“.

      Das ist wie gesagt ein typisch modernes (psyschologisierendes) Scheinargument.

      Es gibt die REALISTISCHE POSITION dazwischen (welche ich, Bf. Williamson und viele andere Klarsichtige, ohne rosa Brille – inwzischen sogar die Leute von the remnant (!!) etc – veretreten):

      Weder Bosheit und böse Absichten zu unterstellen (und wir überlassen das Richten in der Tat dem lieben GOTT, der allein die Herzen lesen kann, auch Bergoglios!) – noch naiv zu sein.

      Also, wenn Sie schreiben:
      „Er hält sich höchstwahrscheinlich für ziemlich katholisch und glaubt im Sinne seines göttlichen Auftrages zu handeln.“

      Dann kann ich das voll unterschreiben – muss aber nicht naiv wie Fellay denken, Bergoglio hätte ein wahres Wohwollen für die Tradis der fsspx im Sinne dass er sie so akzeptieren und fördern würde, wie sie sind und dass er sie nicht genauso wie überhaupt die „Alte Kirche“ zerstören bzw. TRANSFORMIEREN möchte.

      Und Franziskus in seinem WischiWaschi-Kurs der erklärten Unverantwortlichkeit ist sicherlich ein hervorragendes Werkzeug dieser Fraktion. Aber sein persönliches Motiv ist nicht die Zerstörung der Kirche. Er möchte sie modernisieren.

      Auch das kann ich soweit daher unterschreiben.
      Aber das ändert doch wiederum nichts dran, dass Bergogilo ein FEIND der Tradition ist – und ein GEFÄHRLICHER — und hier scheinen Sie auch plötzlich ähnlich naiv wie Fellay bzw. vor lauter Verteidigung Fellays zu übersehen, was Sie kurz zuvor selbst noch schrieben:
      „Natürlich hat die Gegenseite, und damit meine ich die teuflische ‚fünfte Kolonne‘ das Ziel, die Kirche endgültig zu zerstören. Und Franziskus in seinem WischiWaschi-Kurs der erklärten Unverantwortlichkeit ist sicherlich ein hervorragendes Werkzeug dieser Fraktion.“

      Also, ob mit oder ohne böse Absichten – faktisch ist Bergolgio „ein hervorragendes [!!] Werkzeug dieser Fraktion“, welche zum Ziel hat, „die Kirche endgültig zu zerstören“ – wie sie selbst zu Recht schreiben!

      Und wie gesagt, trotz bester Absichten und der Meinung, geführt vom Hl. Geist dabei zu sein, steht es außer Zweifel, dass Bergoglio die traditionellen Gemeinschaften wie überhaupt die “ alte Kirche“ so wie sie sind zu ZERSTÖREN bzw. TRANSFORMIEREN (im Sinne des Modernismus, wie gesagt, sicher in bester Absicht, damit der Humanität und der Menschheit einen Dienst zu erweisen!)

      Wenn wir uns etwa vor Augen halten, wie Bergoglio gg. die Franziskaner der Immakulata vorgeht wegen „KRYPTO-LEFEBVRISMUS“, dann ist es völlig naiv – sträflich und nicht entschuldigbar naiv – zu meinen, er würde den echten Lefebvristen mir wahrem Wohlwollen begegnen (weil er so viel Sympathie für Leute an den Rändern, an den Rand Gedrängten hat, wie es die armen Lefebvrianer sind – pah! Also nochmal, wenn das nicht naiv, ja naiv im Quadrat ist, dann ist nichts naiv. Ja es spottet jeglicher Logik.
      Denn wenn er schon die Krypto-Lef. nicht mag wegen ihres krypto-Lefebvrismus, wie kann er dann die Lefebristen mögen?!?! – Kann das jemand erklären, der nur ein wenig vernünftig zu denken fähig ist?!?!!!).

      Und dann die Antwort Fellays (mit der Frage davor):
      „Asked if he thought the Pope’s frequent condemnations of “doctors of the law” and “fundamentalists” were partly directed at him and the society, he laughed, saying people in Rome have told him they don’t know who the Pope is referring to. “The answer I got most was ‘conservative Americans!’” he laughed. “So really, frankly, I don’t know.““

      Wenn Sie das nicht als STRÄFLICHST NAIV erkennen, dann müssen Sie, pardon, freilich selbst naiv sein bzw. Bergoglio nicht kennen, die lezten drei Jahre kein katholisches.info oder the Remnant oder ähnliches gelesen haben. Oder diesen blog hier.

      Oder diese Passage:
      „Eine der Erklärungen ist die Aufmerksamkeit des Papstes Franziskus für alles, was marginalisiert ist, das, was er die „existenziellen Peripherien“ nennt. Es würde mich nicht weiter erstaunen, wenn er uns als eine jener Peripherien ansieht, denen er ganz offenbar den Vorzug gibt.“

      Tschuldigung, aber naiver geht’s wohl kaum!!

      Oder:
      „Und unter diesem Blickwinkel sieht er in der Priesterbruderschaft eine sehr aktive Gemeinschaft – vor allem, wenn man sie mit der Lage im „establishment“ vergleicht –, sehr aktiv, das heißt, sie sucht, sie sucht die Seelen, sie sorgt sich um das geistliche Wohl der Seelen, und sie ist bereit, dafür auch die Ärmel aufzukrempeln.“

      Ohne Worte!

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  17. @logosphaere

    Die Motivation von Papst Franziskus kann niemand anderer kennen als er selbst. Wir können nur aus seinen Wirkungen oder Auswirkungen schließen also thomistisch ex effectibus.

    Nach Amoris Laetitia gibt es:

    1. keine Wahrheit
    2. kein Lehramt
    3. keine Sünde
    4. kein Naturrecht
    5. keine Verpflichtung den Worten des Evangeliums

    eigentlich kein gar nichts.

    Es gibt auch keine eine, einzige Kirche, sondern sich dynamisch an die Welt anpassenden Teilkirchen, die eine eigene Lehre entwickeln, in denen nichts gütlig ist, da sich jeder nach seinem Gewissen richten soll, welches, nach AL, zur ultimativen Norm der Moral erhoben wird.

    Also ist es „für mich OK“, dann ist es OK.

    AL stellt die Legalisierung der langjährigen, zersetzenden nachkonziliaren Praxis dar. Wenn das keine Zerstörung der Kirche ist, was dann?

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  18. logosphaere 12. Juni 2016 um 21:51

    „sie behaupten, dass es sich bei der Naivität von Bischof Fellay um eine offensichtliche Tatsache handle, es sei denn er lüge. Ich halte das für eine überzogene Position.

    Nochmal, wie ich schon @ Albert Frick 8. Juni 2016 um 3:30 schrieb, ist das keine Frage des Meinens bzw. Glaubens – also auch nicht einer persönlichen „Position“, sondern von Fakten, die jeder nachlesen kann und ich ja sogar zitiert habe, damit Sie nicht den link erst völlig durchlesen müssen.

    Hier ist die Naivität Fellays bzgl. Bergoglio ja schwarz auf weiß nachzulesen – und EINDEUTIG.
    Es sei denn Sie teilen natürlich dessen Naivität, dann werden Sie sie freilicj nicht als solche erkennen. Auch wenn es dann immernoch Naivität bleibt!

    „Man darf auch Papst Franziskus nicht in einem übertriebenen Reflex ständig reine Bosheit unterstellen.“

    Macht ja keiner, zumindest ich nicht (und Bf. Willamson im Video auch nicht).
    Denn ich weiß – wir wissen – mit dem Hl. Thomas, dass kein Mensch auf Erden das Böses um des Bösen Willen bzw als solches will und tut, sondern immer nur unter dem Schein des Guten. Insofern handeln alle Menschen (selbst der größte Satanist) in GUTER ABSICHT.

    Darum geht es hier doch gar nicht. Sie meinen offenbar, dass es zur Alternative der Naivität nur das Unterstellen einer bösen Absicht beim Gegner gibt. Das ist aber ein typisch moderner Irrtum bzw. Irreführung.

    Ich kann meinem Feind durchaus beste Absichten zugutehalten, guten Willen, ja ihn sogar ehrenvoll behandeln – und muss dann aber immernoch nicht meinen, mein Feind sei daher faktisch gar nicht mein Feind, wolle mich gar nicht angreifen oder zerstören.

    Das ist ja genau dann Naivität.

    Nein, ich kann durchaus gute Absicht unterstellen beim Ziel mich zu zerstören – und dennoch nicht übesehen, dass mein Feind mich eben zerstören will, eben von mir aus aus bester Absicht, um der Menscheit damit einen Dienst zu erweisen oder seinem Vaterland etc.

    Also, wenn der feindliche Soldat ein Messer in der Hand hat, dann werde ich als Christ erst mal davon ausgehen, dass er meint, er kämpfe in einen gerechtem Krieg und in bester Absicht mich bekämpft, bona fide, und ich wünsche ihm, in den Himmel zu kommen. Soweit so gut. Ich muss also nicht „reine Bosheit“ unterstellen (wie Sie meinen, logosphäre; und wie gesagt ich unterstelle auch Bergoglio keine „reine Bosheit“ weil die auf Erden wie gesagt schlicht UNMÖGLICH ist!!).

    Aber jetzt muss ich lange noch nicht in Naivität verfallen – und annehmen er hätte das Messer (oder die Kalschnikow) in der Hand, um Radieschen zu schneiden (oder Enten zu jagen) — und dass er mir sogar noch von diesen Radieschen (oder Enten) abgeben wollte – und diese dann nicht vergiftet seien!

    Das ist die Haltung Fellasy. Sie brauchen nur seine Zitate, von mir verlinkt bzw. zitiert, lesen. Nur das kritisiere ich.

    Gefällt mir

  19. @ Albert Frick 8. Juni 2016 um 3:30; @ logosphaere 12. Juni 2016 um 21:51; @ alle:

    Und wenn Fellay bzgl Bergoglio dann noch schreibt bzw. sagt:
    „Man sieht bei ihm sehr wohl, dass er, wenn er „Armut“ sagt, auch die geistliche Armut darin einschließt, die Armut der Seelen, die in der Sünde sind, die man aus der Sünde herausholen muss, die man wieder zum lieben Gott führen muss. Selbst wenn das nicht immer klar genug ausgedrückt wird, so findet man doch genügend Ausdrücke, die das zeigen.

    – dann ist das nicht nur mehr als naiv, sondern vielmehr eine völlige Verkennung Bergoglios und seiner „Theologie“.

    Während es sich inzwischen bis zu Konservativen und Semitradis rumgesprochen hat, dass Bergoglio ein völliger Relativist ist, der gar nicht mehr an Sünde und Hölle glaubt – und daher selbst Spaemann, Claude Barth und The Remnant dies mehr oder weniger klar sehen und kritisieren — meint Fellay doch allen ernstes, dem Herrn in Weiß aus Argentinien ginge es um die Rettung der Seelen, „die man aus der Sünde herausholen muss“ !!

    Bitte, wenn ich nicht mehr an die Hölle glaube oder diese für mich sicher leer ist und ich die effektive Allerlösungslehre vetrete (wie das alles bei Bergoglio KLAR der Fall ist!), wovon soll ich dann die Seelen retten wollen??!

    Und wenn es keine Sünde mehr gibt; wenn auch die, die in „irregulären Situationen“ leben, keine Sünder sind (und überhaupt gilt „who I am to judge“), wie soll er dann „Seelen aus der Sünde herausholen“ wollen??!!

    Nochmal, das ist nicht nur sträfllichst naiv (so dass es weh tut) bzw. mehr als das, sondern eine VÖLLIGE VERKENNUNG der THEOLOGIE Bergoglios. Eine völlige Verkennung der TRAGWEITE des (NEO-)MODERNISMUS Bergoglios. (Die doch aber Bergoglio völlig klar macht – so dass es wie gesagt so langsam sogar bei Spaemann und Co. angkommen ist – nur offenbar bei Fellay und Udressy noch nicht!)

    Fellay ist also nicht nur naiv, sondern theologisch entweder völlig inkompetent oder er hat bereits theologisch kapituliert. Nochmal, wo selbst ein Spaemann, ein Claude Barthe, the Remnant etc. bei Bergoglio zunehmend klar sehen – spricht Fellay doch in der Tat davon, diesem Argentinier ginge es um das Herausholen der Seelen aus der Sünde!

    Blinder kann man wohl kaum sein!

    Und man schaue dann eben noch https://youtube.com/watch?v=g0eTadAYK6o
    und man ist endgültig desillusioniert von Fellay: Er hat den theologischen Kampft entweder aufgegeben oder versteht ihn gar nicht!!!

    (Tertium non datur – es sei denn wie gesagt er löge, was ihn aber vollständig als authentischen Glaubenskämpfer desavouieren würde, also auch kein gute Verteidigungsalternative Fellays ist!!)

    Gefällt mir

  20. @ alle bzw. insbes. Albert Frick und logosphaere:

    Ich habe bemerkt, oben die links waren nicht funktionsfähig.
    Hier nochmal (jetzt hoffentlich korrekt bzw. funktionierend):

    http://fsspx.de/de/media/video/interview-mit-bischof-fellay-vom-4-m%C3%A4rz-2016-14942

    http://www.fsspx.de/de/ein-gespr%C3%A4ch-mit-bischof-fellay

    Dieser Ihr Satz, Albert Frick: „Ich denke, auch Bischof Fellay ist sich dessen bewusst, dass Franziskus die Bruderschaft in erster Hinsicht dazu benutzen will, seine kirchenzerstörenden Bestrebungen hinter einem Pius-Feigenblatt zu verstecken.“
    ist also (leider!!) widerlegt.
    Fellay unterstellt und sieht bei Bergoglio weit edlere Motive, ist also völlig naiv und blind und schätzt ihn, wie gezeigt, ja auch theologisch völlig falsch ein (als ob es Bergoglio um die Rettung der Seelen und das Herausholen aus der Sünde ginge!!!).

    Und noch zu ihrem Sätzen, logosphaere:

    „Seine [Bergoglios] Absicht ist im Grunde (seinem fehlgeleiteten Gewissen gemäß) gut. Nur diejenigen, die ihn als Werkzeug benutzen und vereinnahmen, haben böse Absichten.“

    So sehr ich den ersten Satz unterschreiben kann, so wenig den zweiten.
    Nur im Jenseits (bei den Dämonen und den verdammten Seelen) ist der Wille im Bösen verhärtet. Im Pilgerstand hingegen gibt es niemand, der wirklich (und völlig) böse Absichten hat, nicht mal die Hintermänner Bergoglios. Auch bei Ihnen muss man gute Absichten unterstellen bzw. annehmen.
    Sie meinen, mit ihrer Agenda Gutes zu tun. Sie tun das Böse nicht um des Bösen Willen, sondern unter dem Schein des Guten.

    Nur das ist doch gar nicht die Frage. Wie gesagt, das ist typisch modernistisch-psychologistisch, immer in den Absichten (hinsichtlich ihrer Moralität) zu wühlen oder mit dem Argument zu kommen: Du darfst Deinen Gegner nicht so hart kritisieren und allzugenau analysieren, weil Du ihm damit böse Absichten unterstellen würdest….

    Übrigens, es gibt durchaus Anzeichen, dass Bergoglio selbst zu den „Hintermännern“ gehört (die nach Ihrer Ansicht, logosphaere, böse Absichten hätten). Aber wir brauchen, wie gesagt, darüber aber gar nicht spekulieren – und auch nicht, wie böse oder gut deren Absichten sind, Das ist völlig irrelevant – und geht uns eigentlich auch nichts an, denn NUR GOTT prüft die Herzen und ist deren Richter, nicht wir!

    Aber wir können schon – wenn wir nicht blind sind bzw. uns blind machen – über deren FAKTISCHEN ABSICHTEN, über ihre AGENDA, ihre VORGEHSENWEISE, PLÄNE und ZIELE (- unabhängig, ob mit GUTER oder BÖSER Absicht dabei, wir müssen eigentlich GUT unterstellen!!! – ) urteilen, eben nach den äußeren Evidenzen und Fakten.

    Und danach ist klar, dass Bergoglio alles, was nur irgendwie die Alte Kirche repräsentiert bzw. an sie nur erinnert (Franziskaner der Immakulata, etc.) AUSMERZEN bzw. UMMODELN, TRANSFORMIEREN möchte (im Sinne des V2-Novus-Ordo[-Saeclorum]).

    (Und das eben nicht zu sehen ist sträflich. Sträflich naiv – bzw. sträflich ignorant u/o theologisch stümperhaft.)

    Dazu brauche ich wie gesagt keine tiefenpsyschologisch Analyse machen, ob Bergoglio dies in guter oder böser Absicht tut. Das geht mich gar nichts an!!

    Daher ist auch ihr folgender Satz völlig irrelevant und an unserer Diskussion vorbei:

    „Bischof Fellay aber sucht hier nicht die Absicht des Bösen zu analysieren, sondern die möglicherweise wohlwollend gemeinten Absichten des Papstes.“

    Es geht eben gar nicht darum, die Absicht Bergoglios hinsichtlich GUT oder BÖSE zu analysieren, dass soll Fellay gar nicht – und ich werfe ihm nicht vor, wenn er GUTE Absicht unterstellt, ja ich tue es, wie dargelegt, ja selbst (und Williamson ja selbstverständlich auch als guter Thomist!!)! Ja man muss dies eben mit Thomas(gute Absicht unterstellen)!

    Nicht die Analyse der Absicht hinsichtlich GUT-BÖSE ist gefragt,
    sondern die der Absichten hinsichtlich des faktischen Wollens, der Ziele.

    Und klar ist: Ziel und Agenda Bergoglios ist – wie eben gesagt – die VERNICHTUNG bzw. VÖLLIG TRANSFORMATION der Alten Kirche (von mir aus aus besten Absichten, meinend, dies sei gut, ein Werk des Hl. Geistes!). Und somit auch der fsspx (welche für die Alte Kirche steht – bzw. bisher stand!).

    Und das sieht Fellay nicht – oder will es nicht sehen.

    Und das ist eben NAIV hoch drei!
    Und NUR das kreide ich ihm an — nicht, dass er GUTE Absicht dabei unterstellte, was ich ja selbst tue!!

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