Was ist eine Häresie? Die kirchlichen Zensuren: (3) Zensuren, welche die Art und Weise betreffen.


Holy Office

Ad b. Zensuren, welche Art und Weise (modum) der Darstellung der Doktrin betreffen:

  1. Mehrdeutige Meinung (aequivoca)
  2. Unklare Meinung (ambigua)
  3. Vermessene Meinung (praesumptuosa)
  4. Trügerische Meinung (captiosa)
  5. Verdächtige Meinung (suspecta)
  6. Übel klingende Meinung (male sonans)
  7. Fromme Ohren verletzende Meinung (piarum aurium offensiva)
  8. Wenigstens irrige Meinung (ad minus erronea)
  9. Ungerechte Meinung (iniuriosa)
  10. Woanders bereits verurteilte Meinung (alias damnata)

Es ist schwierig für jede einzelne Zensur ein Beispiel zu finden, weil die Konstitution Auctorem fidei, welcher sie entstammen, immer mehrere Zensuren gleichzeitig angibt.

So lesen wir z. B. darin:

XLII. Ebenso das, was hinzugefügt ist, es sei noch mehr zu bedauern, dass diese eingebildete Zuwendung auf die Verstorbenen [es geht um Ablässe Red.] zu übertragen in Verbreitung gekommen ist,

als FALSCH, VERWEGEN, FROMME OHREN VERLETZEND, DIE RÖMISCHEN PÄPSTE BELEIDIGEND UND DIE ÜBUNG UND DEN ALLGEMEINEN SINN DER KIRCHE, FÜHREND ZU DEM IRRTUM, DER ALS HAERETISCH IN PETER VON OSMA BEZEICHNET, UND NOCHMALS IM 12. ARTIKEL LUTHER’S VERDAMMT IST.  (DH 2642)

Oder

XXXIII. Die Vorlage der Synode, wonach sie erklärt, es zu wünschen, dass die Ursachen behoben werden möchten, durch welche zum Teil das Vergessen der Grundsätze hinsichtlich der Ordnung der Liturgie aufgekommen ist, durch Zurückführung derselben zu einer größeren Einfachheit der Riten, durch Erklärung derselben in der Volkssprache, sowie durch Vortragen mit lauter Stimme,

als wenn die herrschende, von der Kirche angenommene und genehmigte Ordnung der Liturgie irgendwie aus dem Vergessen der Grundsätze hervorgegangen wäre, durch welche sie geregelt werden soll,

als VERWEGEN, FROMME OHREN VERLETZEND, DIE KIRCHE SCHMÄHEND, DIE LÄSTERUNGEN DER HAERETIKER GEGEN SIE BEGÜNSTIGEND. (DH 2633)

Wir wollen uns hier der Erklärung der zu recht verurteilten Sätze nicht widmen, wollen dennoch festhalten, dass wirklich sehr viele, wenn nicht alle in Auctorem fidei verurteilten Sätze durch das letzte Konzil in der Kirche, zu ihrem Verderben, ihr Heimatrecht gefunden haben.

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