Interview mit Kardinal Burke in Wien vom 16.05.2016


Aktuelle Fragen

Da wir uns wohl hier alle auf diesem Blog fragen, ob irgendwelche Prälaten vom Bischof aufwärts irgendetwas gegen Papst Franziskus unternehmen werden, so muss man einfach zugeben können, dass dies nicht geschehen wird. Beruhigend beschwichtigend wirkt Kardinal Müller, Bischof Schneider, nur ein Weihbischof, rudert sichtbar zurück und Kardinal Burke ermuntert zwar die Priester die Strafen ihrer Vorgesetzten auf sich zu nehmen, er selbst formt aber keinen Widerstand und sagt nicht, dass Amoris laetitia häretisch sei und der Papst abgesetzt werden sollte. Kardinal Burke wählt die pragmatische Lösung AL, wie die übrigen Enzykliken und Aussagen von Franziskus nicht als Teil des Lehramtes anzusehen. Er hat insofern recht, dass diese Aussagen nicht katholisch sind, weil sie mit dem vorherigen Lehramt nicht übereinstimmen und kein Papst das Lehramt neuerfinden kann, sondern nur der Bewahrung der Überlieferung dient, wie es sehr deutlich die Konstitution Pastor Aeternum darlegt. Da sie aber nicht katholisch sind, was sind sie dann? Von der Katholizität abweichend, also häretisch.

  • Kennt Papst Franziskus und sein Umfeld die katholische Theologie soweit, um zu wissen was katholisch ist und was es nicht ist? Ja.
  • Schreibt er seine Amoris Laetitia im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte? Ja.
  • Macht er Amoris Laetitia publik? Ja.
  • Um das ewige Lehramt der Kirche auszuhebeln und der Kirche zu schaden? Ja.

Dann ist es leider eine formelle Häresie im forum externum. Denn dies ist ein lehramtliches Schreiben und kein Privatbrief des Papstes. Kardinal Burke weiß das auch, aber die Lösung erspart ihm, so denkt er, die Notwendigkeit die Häresie des Papstes auszurufen. Der Schreiber dieser Zeilen hat vor kurzem selbst an einen Kardinal geschrieben, das H-Wort benutzt (formelle Häresie im forum externum) und den Kardinal eindringlich zur Intervention gemahnt. Der Kardinal stimmte ihm in allem zu, berief sich auf seine, des Kardinals, glorreiche Vergangenheit, gab zu, dass AL verheerend ist und ihre Folgen unabsehbar und verwies den Schreiber dieser Zeilen an seinen eigenen Bischof, der ihn wahrscheinlich auch irgendwo verweisen wird. Die Kardinäle wissen also Bescheid, denn ein Blinder kann es sehen. Und sie tun dennoch nichts und Papst Franziskus und sein Umfeld, zu denen auch viele Kardinäle gehören, trägt die sichtbare Kirche nach und nach ab. Ein Schande.

Kardinal Burke: Interview – deutsche Zusammenfassung

Da nicht alle unsere Leser Englisch können, daher fügen wir hier eine deutsche Zusammenfassung bei, wie sie im Portal gloria.tv gefunden wurde.. Obwohl wir eine gesunde Distanz zu diesem Portal pflegen und zwar nicht aufgrund seines „Fundamentalismus“, sondern aufgrund der dort wuchernden Privatoffenbarungen aller Art, starker Politisierung und theologischen Diletantentums, dennoch sind wir froh, dass es ihn gibt und wir diese Übersetzung, welche  das Mitverfolgen des Interviews erleichtert, präsentieren können.

Kardinal gegen Kardinal

Professor Stark erinnert im Gespräch mit dem Kardinal an das Wort von Papst Franziskus, wonach Amoris Laetitia im Sinne der Vorstellung des Dokumentes durch Kardinal Schönborn von Wien auszulegen sei. Schönborn sagte dabei unter anderem, dass Amoris Laetitia die „künstliche Unterscheidung“ zwischen „regulären“ und „irregulären“ Ehen überwinde.

Kardinal Burke bezeichnet diese Interpretation als „verwirrend“: „Die Unterscheidung zwischen regulären und irrregulären Verbindungen ist keinesfalls künstlich. Sie ist eine Realität.“

Die Aussage von Schönborn stellt für Kardinal Burke „keinen möglichen Weg der Interpretation des päpstlichen Textes dar“.

Verwirrung in „Amoris Laetitia“ 305

Professor Stark erinnert im Anschluss daran an Amoris Laetitia 305, wo im Kontext der geschiedenen Wiederverheirateten von „einer objektiven Situation der Sünde – die nicht subjektiv schuldhaft“ sein muss, die Rede ist.

Kardinal Burke führt diese umstrittene Aussage auf eine „Verwirrung“ bezüglich der katholischen Lehre über schuldmindernde Faktoren zurück. Als Beispiele solcher Faktoren nennt Burke etwa Gefühlsausbrüche, den Einfluss von Drogen und Alkohol oder unzulässigen Druck von Seiten einer Autoritätsinstanz. Doch er fügt hinzu: „Diese Argumentation gilt nicht für ein Leben in öffentlicher Sünde.“

Priester sollen verweigern und die Konsequenzen tragen

Stark rechnet damit, dass die Priester als Folge von Amoris Laetitia vermehrt gedrängt werden könnten, die Kommunion an geschiedene Wiederverheiratete spenden zu müssen. Er fragt, wie sich ein Priester verhalten soll, der von den eigenen Vorgesetzten in diese Richtung unter Druck gesetzt wird.

Kardinal Burke antwortet, dass ein Priester verpflichtet ist, seinem Gewissen zu folgen. Es sei eine schwere Ungerechtigkeit, von Priestern etwas zu verlangen, was sie nicht tun können. Die betroffenen Priester sollten „verweigern und die Konsequenzen tragen“. Burke erklärt, dass in so einem Fall die Bestrafung durch einen Oberen ein Glaubenszeugnis ist.

Was realistischerweise passieren wird

Professor Stark formuliert die Befürchtung, dass Amoris Laetitia einige Kräfte ermächtigt, die kirchliche Lehre zu untergraben und gleichzeitig den Konservativen erlaubt, in der Illusion zu leben, dass sich nichts geändert habe.

Kardinal Burke stimmt zu. Das werde realistischerweise geschehen. Amoris Laetitia sei lange und erkläre wortreich Dinge, die in ihrer Wahrheit und Schönheit sehr einfach sind. Das birgt für den Kardinal das Risiko einer Interpretation, die das erlaubt, was die Kirche verbietet. Man dürfe – so Burke – nicht sagen, dass sich nichts geändert habe und es keinen Grund zur Besorgnis gebe: „Natürlich muss man besorgt sein.“

Burke rechnet damit, dass die Medien Amoris Laetitia als kirchliche Revolution interpretieren.

Gefahr der Heuchelei

Kardinal Burke bemerkt, dass in Kreisen der Kirche eine sehr weltliche und politische Denkweise vorherrsche, welche die Katholiken in verschiedene Lager einteilt, die dann etwa als Rigoristen oder Nachsichtige dargestellt würden. Aber diese Denkweise entspreche nicht der einen, katholischen Kirche: „Wir haben keine politischen Parteien.“

Burke gesteht ein, dass die gegenwärtige Situation den Eindruck geben kann, „dass zwei Kirchen existieren.“ Das sei für Glaubensschwache und Nicht-Katholiken ein Skandal und führe auch zu einer Doppelmoral: „Beispielsweise sagt die Kirche, dass die Ehe unauflöslich sei, aber jetzt gibt es einen Annullierungsprozess, der praktisch die Ehe von jedem, der eine Annullierung anstrebt, für nichtig erklärt. Oder: Die Kirche sagt, dass die Heilige Eucharistie der Leib Christi ist und man für die Kommunion richtig disponiert sein müsse. Doch gleichzeitig gibt sie die Kommunion jedem, der sich empfangen will, ohne Fragen zu stellen.“

Exportiert die Kirche in Deutschland ihren Niedergang?

Professor Stark stellt fest, dass die deutsche Kirche und ihre Verbündeten die Auseinandersetzung während der Familiensynode für sich entschieden haben. Er fügt hinzu, dass jedoch genau diese Kirchen gegenwärtig einen desaströsen Niedergang erleben: „Sie haben seit Jahrzehnten gezeigt, dass das, was sie tun, nicht erfolgreich ist.“

Kardinal Burke antwortet mit dem Zitat eines afrikanischen Kardinals, der bemerkte, dass die westeuropäischen Länder leere Kirchen haben, weil sie gegen Lehre und Praxis der Kirche rebellieren. Dieser Kardinal fügte hinzu: „Jetzt wollen sie uns das aufzwingen. Ist ihr Ziel, dass auch unsere Kirchen leer werden?“

Burke sieht, dass die Kultur radikal säkularisiert ist: „Aber die Antwort darauf ist nicht, sich der Kultur anpassen.“ Man müsse ihr das Evangelium verkünden.

“Macht Opfer, um die Wahrheit zu bewahren”

Professor Stark erklärt, in den letzten Jahrzehnten in der Kirche ein bestimmtes Muster festgestellt zu haben. Die Kirche widerstehe den Angriffen auf die Moral für einige Jahrzehnte, um schließlich nachzugeben. Er fürchtet, dass das auch im Fall von Ehe und Familie passieren könnte.

Kardinal Burke stimmt zu. Er ermutigt darum dazu, die Wahrheit zu bekennen und die nötigen Opfer zu bringen. Er verweist auf Pius X., den großen Kämpfer gegen den Modernismus, und stellt fest, dass manches, was dieser Papst damals gesagt hat, so klingt, als ob es heute gesagt worden wäre.

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36 Gedanken zu “Interview mit Kardinal Burke in Wien vom 16.05.2016

  1. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Gerne reblogge ich den Post von traditionundglauben als Teil des glaubenstreuen Meinungsspektrums. Dessen Hinweis auf gloria.tv nehme ich gerne zum Anlaß klarzustellen, dass das Rebloggen von anderen Beiträgen meinerseits keine (vollständige) Übereinstimmung mit diesen bedeuten muß. Ich möchte lediglich die jeweilige Meinung weitergeben, um beizutragen, die (in der Regel medial totgeschwiegene) Bandbreite glaubenstreuer Auffassungen jenseits des modernistisch beherrschten offiziellen Innenraums der Kirche aufzuzeigen.

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  2. Da hier theologisch sehr Hochgebildete beisammen sind würde ich gerne wissen,was man von Giorgio Agamben hält.
    In seinem Büchlein : „Das Geheimnis des Bösen-Benedikt XVI. und das Ende der Zeiten“ vertritt er die These,das Benedikt sehr wohl wusste,warum er zurücktrat,nämlich nicht aus Angst vor den „Wölfen“ sondern um für „das Geheimnis des Bösen“ beiseite zutreten,damit sich alles erfüllt.
    Ich persönlich glaube auch,das Benedikt ganz genau wusste was er tat und was kommen würde.

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    1. @ Stella
      Das Buch ist uns nicht bekannt, aber die These hört sich sehr dunkel-esoterisch-gnostisch an. Wir glauben nicht daran.
      Die Gründe waren wohl mehr rational-banaler Natur.

      1. Entweder Benedikt XVI war ein Teil eines größeren Komplexes und er durften für eine gewisse Zeit Papst sein, dann wurde er „zurückgepfiffen“, siehe die Kardinal Martini-These. http://www.katholisches.info/2015/07/17/als-kardinal-martini-zu-benedikt-xvi-sagte-du-musst-zuruecktreten/

      2. Er war erpressbar und wurde durch etwas Substantielles erfolgreich erpresst, denn Vati-Leaks ware nur ein Vorbote.

      3. Durch die Kard. Tomko in Auftrag gegebene Untersuchung, die berühmten 300 Seiten, wurde ihm das ganze Ausmaß der Korruption, Homosexualismus und wohl auch Satanismus im Vatikan deutlich, was auch Personen involvierte, denen er vertraut hat. Er sah ein es ist unregierbar, er hat niemanden, auf den er sich stützten kann, hatte keinen Kampfgeist und kein Gottvertrauen, vielen hat er zu seiner Stellung geholfen und dann hatte er genug.

      https://blog.zdf.de/papstgefluester/2013/02/22/machtmissbrauch-sex-und-intrigen/
      http://www.katholisches.info/2013/06/29/papst-franziskus-und-das-drama-der-sodomie-in-der-kirche/

      Ratzinger ist recht rational, nicht so mystisch veranlagt, kannte das Dritte Geheimnis von Fatima, sagte, dass alles veröffentlich wurde, was augenscheinlich nicht stimmt, so ist es wenig wahrscheinlich, dass er sich von solchen Gründen leiten lässt.

      Irgendwann werden wird es wohl erfahren. Vielleicht ist es eine Kombination aus 1. bis 3. Die Wahrheit ist immer einfach und das Böse ist banal, daran soll man sich halten.

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      1. Es gibt klare – klare! – Zeichen dafür, dass 1. die richtige Erklärung ist – wobei zu betonen ist, dass Ratzinger nicht nur widerwillig zurückgepfiffen wurde, sondern selbst Teil des Plans / des Komplotts war und ist und völlig freiwillig mitgespielt hat und noch spielt (seine Aufgabe war unter anderem, den WEg für die fsspx-Integration zu bahnen, was mit einem Papa Bergoglio gleich nach JoPa unmöglich gewesen wäre).

        Ein Beleg neben vielen ist jüngst das Interview mit Gänswein etwa hier: https://poschenker.wordpress.com/2016/05/21/als-der-blitz-einschlug-gaenswein-ueber-den-jahrtausendschritt-von-papst-benedikt/

        (und man lese dazu bitte unbedingt auch: http://antimodernist.org/am/2014/02/27/zwei-paepste-und-zwei-bischoefe)

        Ich habe aber keine Zeit länger dazu Stellung zu nehmen und noch mehr Gründe für die Richtigkeit von 1. aufzuführen.

        Jedenfalls ist weder Ratzinger noch JoPa-Wojtyla der Gute gegen den bösen Jorge Mario, wie es viele Konservative leider (noch?) hinstellen bzw. leider (noch?) glauben.

        (Dazu auch ein must-read: http://onepeterfive.com/out-of-the-rabbit-hole/).
        (Und auch ich werde nicht müde werden, auf den ROTEN FADEN ab dem Konzil hinzuweisen.)

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    2. Nach allem, was wir wissen, wusste er in der Tat genau was er tat, was und wer kommen würde und hat das selbst auch so (mit-)gewollt. (S. auch meine anderen beiden Kommentare dazu.) Deshalb muss er aber noch kein Satanist sein.

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    3. Werte Stella
      „sondern um für „das Geheimnis des Bösen“ beiseite zutreten,damit sich alles erfüllt.“
      Wenn das so wäre dann würde er bewußt große Teile der Katholiken in die Irre führen und sie sich selbst überlassen. Frei nach dem Motto „Seht zu wie ihr damit klar kommt“. Nein so handelt ein guter Hirte nicht denn der kämpft mit der Wahrheit um jedes einzelne Schaf und tritt nicht vor den Wölfen an die Seite. Nein ich bin fest überzeugt er gehört zum System.
      Per Mariam ad Christum.

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    1. @ thesaurus
      Dies ist nur eine Theologenmeinung. Ein häretischer Papst muss als solcher von jemanden, nicht von einem Blogger, erklärt werden und die ganze Prozedur der Amtsenthebund irgendwie gestartet werden.

      Lehramtlich wurde nur der Fall der Apostasie vor der Papstwahl festgelegt und zwar von Paul VI mit der Bulle Cum ex apostolatus officio (1559), wo definiert wird, dass ein Kardinal, Erzbischof, Patriarch oder ein andere Prälat, der in Apostasie, Häresie oder Schisma fallen würde (a fide Catholica deviasse, aut in aliquam haeresim incidisse, seu schisma incurrisse) automastisch sein passives und aktives Wahlrecht verliert, d.h. er kann weder einen Papst wählen noch zu einem Papst gewählt werden.

      Aber der Fall der Apostasie eines Papstes als Papst wurde bisher lehramtlich nicht festgelegt.
      Mehr dazu: http://www.cfnews.org/page88/files/d9316b1dfdf813d95b197bee8640f489-219.html

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      1. Und gerade der von ihnen verlinkte Artikel bestätigt ja das, was ich gesagt habe und dass es eben klar ist, dass ein papa haereticus sein Amt ipso facto verliert.

        Bellarmin wie Suarez fordern ja (zumindest so die Interpretation des Autors des Artikels) eben nur FESTSTELLUNGSURTEILE ein bzw. Suarez klarer als Bellarmin, sind sich an sich aber zumindest einig, dass ein papa haereticus depostitus ist — eben wenn sowohl die Häresie hinreichend klar bzw. festgestellt ist wie dann evtl. zur Rechtssicherheit auch bzgl. des Amtsverlustes noch ein Feststellungsurteil ergangen ist (wobei letzteres scheinen sie, zumindest klar Bellarmin, gar nicht zu fordern).

        Nur Cajetan scheint eine der ganz wenigen Ausnahmen zu sein, der von papa deponendus ausgeht.

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  3. Traditio et Fides 20. Mai 2016 um 22:19

    Ich widerspreche. (Schon wieder einmal.) Es ist keine reine Theologenmeinung mehr, nämlich spätestens ab 1917. Und ab dann eben auch Lehramtlich festgelegt.

    Wenn es vorher noch verschiedene Meinungen gab – Bellarmin zählt sie schön in „De Romano Pontifice“ auf (wobei schon zu seiner Zeit und erst Recht ab da die sent. communis diese war, dass ein papa haereticus bzw. jeder öffentliche Häretiker automatisch sein Amt verliert), so trat mit 1917 eine engültige qualitative Wende ein:
    Die Ansicht Bellarmins, also die sent. communis wurde im Kirchenrecht, im CIC, im c. 188, 4° festgeschrieben.

    Und auch im CIC 1983 gibt es hier keine prinzipielle Änderung (c. 194, § 1, 2°), wenngleich nun ein öffentlicher Glaubensabfall nicht mehr wie 1917 als „stillschweigender Amtsverzicht“, sondern als „ipso-facto-Amtsenthebung“ gilt und die Einschränkung gemacht wird „urgeri tantum potest, si de eadem auctoritatis competentis declaratione constet.“, was alerdings schon eine einschneidende Änderung ist, hieß es 1917 ja noch ausdrücklich im Gegenteil sine ulla declaratione

    Aber selbst der Neue Codex hält am Prinzip fest, dass ein öffentlicher Häretiker oder Apostat ipso facto sein Amt verliert.

    (Nur im forum externum ist eben für das Eintreten der Rechtsfolgen jetzt ein Feststellungsurteil gefordert; aber auch nach Altem Recht war es insofern ähnlich, als ohne ein solches in der Regel ein error communis besteht und daher die Amtsgewalt des de facto Papstes wenigstens suppliert würde und somit auch erst nach einem Feststellungsurteil und Aufhören des error communis die vollen Rechtsfolgen eintreten würden).

    Die Frage ist also kirchenrechtlich geklärt:
    Ein öffentlicher Häretiker ist nicht deponendus (wie Cajetan meinte), sondern ipso facto depositus (wie Bellarmin meinte und im 19. Jhd schon quasi alle Kanonisten vertraten, erst Recht die im 20.Jhd. nach 1917).

    Nur: damit die Rechtsfolgen auch Eintreten ist nach Neuem Recht ein FESTSTELLUNGSURTEIL (KEIN DEPOSITIONSURTEIL!!) gefordert, nach altem an sich nicht, aber indirekt wegen des error communis (und eben zur Rechtssicherheit) dann (wenigstens zum vollen Eintritt der Rechtsfolgen) auch.

    Ja im Neuen Recht ist es sogar DOPPELT bewiesen, dass eine öffentliche Häresie ipso-facto-Amtsverlust nach sich zieht: Weil es a) so da steht (c. 194, § 1) und b) eben ein Feststellungsurteil gefordert wird (194, § 2): Da Feststellungs-Urteil, daher damit eben nochmals klar, dass der Amtsverlust ipso facto / ipso iure eintritt . Sonst müsste ja ein VERHÄNGSURTEIL (ferrenda sententia), also ein ABSETZUNGSURTEIL gefordert sein.

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    1. Ein ABSETZUNGSURTEIL / eine ABSETZUNG ist übrigens schon deswegen unmöglich, weil niemand über dem Papst steht, auch die Kardinäle nicht und auch kein Rumpfkonzil. Der Konziliarismus wurde kirchlich verurteilt.

      Das wendet ja auch Bellarmin – völlig zur Recht – gegen Cajetan ein (welcher diese These des papa deponendus vertrat). Diese These setzt zwingend voraus, dass der Papst jemanden über sich hat, wenigsten in diesem Fall dann.
      Dies ist aber falsch, ja verurteilt, ja seit dem (1.) Vat. muss man sagen, es ist sogar implizit häretisch.
      Damit ist diese These unhaltbar.

      Daher hat diese ja auch nach Bellarmin und erst Recht nach dem (1.) Vat. kaum noch ein Theologe vertreten (ja, es gab Ausnahmen, ich weiß, wobei dann oft mit Modifikationen, zumindest ab dem 1. Vat.).
      Im ausgehenden 19. Jhd. und erst Recht im 20. Jhd. wäre mir kein einziger größerer, namhafter Kanonist bekannt, welcher die These Cajetans noch vertreten hätte.
      Alle von mir konsultierten Kanonisten (und das sind etliche) sagen einhellig:
      a) Ein Häretiker kann nach Göttlichem Recht (!) nicht gültig zum Papst gewählt werden
      b) Ein Häretiker verliert nach Göttlichem Recht sein Amt, ein papa haereticus ist somit ipso facto depositus

      Und wie gesagt, 1917 wurde diese Frage dann ja von der Kirche rechtlich entschieden.
      Und im Neuen Codex so bestätigt (prinzipiell).

      Und wie schon zugegeben: Ein Feststellungsurteil ist durchaus notwendig – nach Neuem Recht absolut (c. 194, § 2), nach Altem (wie dargelegt) relativ.

      Aber diese STELLT dann nur amtlich und nun für alle rechtsverbindlich FEST, was bereits ipso facto / ipso iure der Fall war bzw. ist.

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  4. Ich möchte doch nochmal auf die bereits oben verlinkte Rede GÄNSWEINS bzgl der päpstlichen „Doppelspitze“ zurückkommen (https://poschenker.wordpress.com/2016/05/21/als-der-blitz-einschlug-gaenswein-ueber-den-jahrtausendschritt-von-papst-benedikt/ – s. auch meine Kommentare dort!)

    Nicht nur dass dies bestätgt, was wir
    a) schon aus der Rede Ratzingers vom Rücktritt „nur vom aktiven Dienst, nicht vom passiven/betenden“ hätten entnehmen können und
    b) aus anderen Beobachtungen (Anbehalten der Weißen Soutane, Beibehalten des Namens Benedikt, etc.)
    und was
    c) weisere Leute wie P. Badde bzw. P. Zaby (s. hier http://www.antimodernist.org/am/2014/02/27/zwei-paepste-und-zwei-bischoefe/) auch schon gleich erkannt haben,

    sondern es ist auch derart REVOLUTIÖNAR und auch ENTLARVEND, dass drei weitere Dinge daraus folgen:

    1. Eine solche Umformung des ein-personalen monarchischen Papstamtes in ein „kollegiales, synodales“, in eine Art Dy- bzw. Polyarchie eines quasi gemeinsamen Dienstes (Gänswein: „„Er hat das personale Amt stattdessen ergänzt um eine kollegiale und synodale Dimension, als einen quasi gemeinsamen Dienst“), sodass es, wie nun sogar von Gänswein explizit bestätigt, „Seit dem 11. Februar 2013 […] nicht mehr, was es vorher war.“ ist [!!!],
    ist eine substantielle Änderung des Amtes, wie es aber vom Göttl. Recht gar nicht möglich ist.

    (Nicht umsonst spricht Gänswein dann ja auch von einer „Zeitenwende“!!)

    Daher ist Bergoglio auch nicht mehr Papst (im katholischen Sinn) – und Ratzinger erst Recht nicht – sondern sie sind beide „Päpste“ bzw. „Dienstherren“ eines neu geschaffenen „petrinischen kollegialen Dienstes“, der eben nicht mehr das katholische Papsttum ist.
    Das Katholische Papstamt hat sozusagen mit dem 11. Feb. 2013 zu existieren aufgehört – es ist „nicht mehr, was es vorher war“, wurde zu einer wesentlich andern Entität umfunktioniert, ist dazu mutiert, durch diese substituiert.

    Also ein weiterer Grund, warum zur Zeit Sedisvakanz herrscht (man braucht also gar nicht oder nicht nur mit den offenkundig hartnäckigen Häresien Bergoglios argumentieren).

    Und warum die „Konzilskirche “ am Ende ist. (Bzw. im Begriff ist, zu einer wahren Sekte zu werden – zu mutieren – was sie bisher nicht war).

    Der Rücktritt Ratzingers war also einer theologischen Agenda geschuldet zur endgültigen Zerstörung des Papstamtes – oder aus deren Sicht argumentiert: zur endgültigen Transformierung des Amtes im Sinne des Neuen Pfingsten der neuen konziliaren Kirche bzw. Phase der Kirche.

    2. Ratzinger ist weit modernistischer und gefährlicher, als wir (fast) alle gedacht haben oder bereit waren, einzugestehen, ja er ist Teil des Komplotts – und zwar nicht eines gegen ihn (wie viele – Konservative – fabulieren — er allein gegen die böse „St.Gallen-Mafia“), sondern eines von ihm mitiniziierten gegen die Kirche – um der wahren Kirche den Todesstoß zu versetzen – bzw. wieder aus deren Sicht argumentiert: sie endgültig in die Kirche des Neuen Pfingsten umzuformen, up zu Daten, zu transformieren!

    (Aber damit zur „Menschenmachwerkskirche“ Emmericks).

    Und auch Gänswein spielt hier mit, ist ebenfalls aktiv und vorneweg beteiligt.

    Die – von konservativen geglaubte, verbreitete – Mär vom guten Ratzinger (und Gänswein und Wojtyla, dem Heiligen) gegenüber dem bösen Bergoglio ist somit ENDGÜLTIG als das entlarvt, was sie immer war: eine Mär.

    3. Man hat uns damals also wirklich geradezu für dumm verkauft, angelogen, ja konkret nicht „man“, sondern Ratzinger(!), als er die Konservativen beschwichtigend an Tornielli schrieb, er, Ratzinger, habe die Weiße Soutane nur anbehalten, weil es gerade keine andere im Vatikan gegeben habe, zur Hand war [!!!] (s. z.B.: http://n24.de/n24/Nachrichten/Panorama/d/4344442/agiert-benedikt-xvi–im-vatikan-als–schattenpapst–.html )
    bzw. es keine andere Anordnung dazu gegeben habe (s. hier http://katholisches.info/2014/02/26/benedikt-xvi-mein-ruecktritt-ist-gueltig-spekulationen-sind-absurd-ungewoehnlicher-schriftverkehr-aus-dem-vatikan/ )

    Egal welche Ausrede nun die echte ist – man müsste nochmal bei Tornielli nachschauen bzw. nachfragen -, es bestätigt einmal mehr die Verschlagenheit Ratzingers.

    Nun eben die wahren Gründe von Gänswein offen zugegeben – die wie gesagt ja aber auch schon aus Ratzingers Rücktrittsrede KLAR waren:
    „…ein erweitertes Amt – mit einem aktiven und einem kontemplativen Teilhaber. Darum [!!!] hat Benedikt XVI. weder den weißen Talar noch seinen Namen abgelegt.“

    +
    KYRIE ELEISON! M

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    1. @ dspecht

      Um die Gänsewein-Aussage Ernst zu nehmen, müsste man annehmen, dass man im Vatikan oder in Interviews die Wahrheit sagt und dass es insbesondere der bello Giorgio-Liebling-aller-Päpster-Gänsewein tut. Es ist zweifelhaft. Diese Aussagen sind ein cover up, wie die Amerikaner sagen, also ein Teppich-Darauf-Legen, auf etwas, was überdeckt werden sollte.

      Dieser Gänsewein-Link stellt ein Enkomion dar, also eine griechische Literaturgattung, welche dazu dient den Herrschenden zu preisen. Keine gute Quelle.

      Sie haben Recht, dass das alles mit dem Konzil angefangen hat, der Skojec Aufsatz ist wirklich ein eye opener und dass sich die nachkonziliaren Päpste nur geringfügig voneinander unterschieden, denn das Ziel war die Verwirklichung des Konzils. Aber vielleicht haben sie es im guten Glauben getan und wussten nicht, dass die volle Verwirklichung des Konzils die Zerstörung der Kirche ist. Bergoglio weiß es und tut es bewußt. Und das ist der moralische Unterschied. Aber gerade er öffnet uns allen die Augen, die paradoxerweise Benedikt, mit seiner Hermeneutik der Kontinuität verschloss.
      Vielleicht war Benedikt nur konsequent? Ich bin mit meiner Kontinuität gescheitert und als Papst auch? Er sagt es zwar nicht, vielleicht denkt er es? Aber wenige Menschen sind ehrlich mit sich selbst und sehen den Schaden, den sie angerichtet haben.

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    2. Werter dspecht
      „Der Rücktritt Ratzingers war also einer theologischen Agenda geschuldet zur endgültigen Zerstörung des Papstamtes -“
      Ja so sehe ich das auch.
      „Ratzinger, habe die Weiße Soutane nur anbehalten, weil es gerade keine andere im Vatikan gegeben habe, zur Hand war“
      Soll man heulen oder lachen oder beides zur gleichen Zeit machen. Auf jeden Fall wird der Rosenkranz bald unentbehrlich sein.
      Per Mariam ad Christum.

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  5. Traditio et Fides 23. Mai 2016 um 16:28

    Danke für Ihre Replik.
    Und diesmal weitgehend Zustimmung.

    Was Gäsnwein und seine Aussagen betrifft:
    Zumindest er wäre dann aber als böser Bube, als Hypermodernist entlarvt:
    Da er aber ein „hand-picked“ man von Benedikt-Ratzinger war, wirft das doch wieder ein entsprechendes Licht auf diesen.
    Also so oder so: Ratzinger muss mit drinhängen (auch aktiv-willig).

    „Aber vielleicht haben sie es im guten Glauben getan und wussten nicht, dass die volle Verwirklichung des Konzils die Zerstörung der Kirche ist. Bergoglio weiß es und tut es bewußt.“

    Zustimmung zu beiden Teilen.
    (Wobei im ersten Teil das „vielleicht“ wichtig ist, im zweiten Teil müsste man m.E. aber noch ein „höchstwahrscheinlich“ bzw. „allem Anschein nach“ einfügen.)

    „Und das ist der moralische Unterschied.“
    Volle Zustimmung.

    „Aber gerade er öffnet uns allen die Augen, die paradoxerweise Benedikt, mit seiner Hermeneutik der Kontinuität verschloss.“

    Wiederum Zustimmung.

    GOTTes Segen!

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    1. @ T&G forts. bzw. P.S.:

      Ach ja, außerdem übersehen Sie ja, dass Ratzinger selbst in seiner Rücktrittsrede das ja genau so gesagt hat, was Gänswein nur ausfaltet: Er trete vom aktiven Dienst zurück, verbleibe aber im passiv-kontemplativen.

      Aber ansonsten eben Zustimmung.
      Und insofern haben wir mit Bergoglio doch eine neue Qualität, nämlich was den Beweis der pertinacitas pro foro externo betrifft.

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  6. Jetzt ja auch auf kath.net 23 Mai 2016, 17:00 „Das Ende eines Alten und der Beginn eines Neuen“ http://kath.net/news/55276.

    Und man schaue auch in die Kommentare: Dort leider quasi alle in dem selben Tenor wie der erste dort:
    „Danke, Herr Erzbischof Gänswein!
    Was Sie uns dargelegt haben, ist sehr klug und sehr schön!“

    Der nächste spricht sogar von Tränen in den Augen…

    Das ist leider das Beispiel der „Konservativen“, welche die Kurve nicht zu scheinen bekommen. (Wenn wir nicht ganz viel für sie beten!) KYRIE ELEISON!

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    1. Ich vergaß zu schreiben: Freundentränen!

      Und dann natürlich das Geschw… oh Entschuldigung: Gerede von Benedikt als großem Papst und wie toll er doch ist und wie toll auch Gänswein und dass wir GOTT dafür danken müssen usf.

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      1. Und Kommentare wie diese:
        „Zweisamkeit
        Es ist sehr gut, dass die Kirche in dieser schwierigen Zeit und auf die Zweisamkeit der beiden Päpste zählen kann.“

        Und immer wieder Freundtränen der Rührung ob der wundervollen Worte des wundervollen Gänswein über den wundervollen Benedikt und die wundervolle neu errichtete Doppelspitze des Papstums……

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  7. Also was Papst Benedikt betrifft halte ich mich mal raus, denn da bin ich etwas anderer Meinung.
    Aber der sichtbare Teil der „Doppelspitze“ ist gerade dabei uns an den Islam zu verkaufen und ich wette,genau das ist der dritte Teil des Fatima-Geheimnisses,das (zu recht,wie ich meine) nicht veröffentlicht wurde.
    Dann hätte es den IS noch viel früher und mit noch verheerenderen Folgen für die Christenheit gegeben.
    Auf dem Petersdom wird nicht,wie immer vermutet wurde die rote,sondern die grüne Fahne wehen.
    Übrigens soll laut Don Reto Nay das „fahle“ Pferd der Apokalypse in der richtigen Übersetzung „grün“ sein,aber das kann ich nicht nachprüfen sondern zitiere nur nach.

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    1. @ Stella

      Ja, wenn das stimmt, dann haben wir der Doppelspitze auch Amoris laetitia zu verdanken.

      Heute Interessantes dazu in Rorate Caeli: http://rorate-caeli.blogspot.com/2016/05/ganswein-papacy-was-transformed-in-2013.html

      Aber solche Stimmen gab es schon 2014. Warum gerade jetzt sie ausgraben?
      Zwei Möglichkeiten:
      a) Ein Gruppe von Kardinälen wille Franziskus absägen, um aber kein Schisma auszurufen, wollen sie wieder Benedikt restituieren, welcher angeblich jetzt den kontemplativen Dienst verrichtet. Diese These ist wohl recht unwahrscheinlich, aber dies wäre die naheliegenste Lösung.

      b) Man verkündet die Demontage der hierarchischen Ordnung der Kirche, denn es kann nur einen Papst geben und keine „doppelte Spitze“. Also das Ende der Kirche, „wie wir sie kennen“, würden die Liberalen sagen, aber seit 1962 kennen wir sie kaum noch.

      Oh weh, oh weh …bald gibt es eine Veröffentlichung hier bei uns auch dazu.

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      1. Werter Shuca,
        ich tendiere zu b Ihrer Vermutungen.
        Denn die göttliche Hierarchie,die sich auch hier auf Erden wiederspiegelte ist den FM schon ewig ein Dorn im Auge.
        In der Gesellschaft und der Familie ist es ihnen ja nun schon gelungen diese Ordnung zu beseitigen und nun kommt folgerichtig die katholische Kirche dran,denn in den anderen christlichen oder weniger christlichen Sekten besteht diese Ordnung schon nicht mehr.
        Alles andere wird sich nun recht schnell vor unseren Augen entfalten.

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  8. @ T&G (24. Mai 2016 um 10:43):
    Ich brauche wohl kaum zu betonen, dass b) die einzig richtige Antwort ist.

    Aber nochmal @ 23. Mai 2016 um 16:28
    „Dieser Gänsewein-Link stellt ein Enkomion dar, also eine griechische Literaturgattung, welche dazu dient den Herrschenden zu preisen. Keine gute Quelle.“

    1. Ich weiß durchaus was ein Enkomion ist. Sie liege aber völlig falsch mit ihrem Schluss, dass ein solches schlechthin kein gute Quelle sei oder in unserem Zusammenhang.

    Denn man muss natürlich bei einer Lobrede immer vorsichtig sein, weil sie tendenziell einseitig sein wird.
    Das macht sie in mancher Hinsicht problematisch. Aber unter gewissen Gesichtspunkten ist es sogar historiographisch eine HERVORAGENDE und durchaus glaubwürdige Quellengattung. Was meine ich damit?

    Nun, sie haben Recht, man wird etwa nicht unbedingt Kritik in einer solchen erwarten bzw. nur sehr geschönt. Überhaupt wird alles eher ZUGUNSTEN dessen, auf den man die Lobrede hält, ausfallen.
    Aber man kann gerade DESWEGEN umgekehrt schließen: Wenn hier Gänswein in einer Lobrede auf Ratzinger etwas bringt, dann wird es gerade keine Kritik sein, NICHTS, womit Ratinger NICHT EINVERSTANDEN wäre, was ihm NICHT PASSTE, oder gar ein Tritt ans Schienbein wäre.

    Wenn also Gänswein sagt, dass der geniale Theologe Ratzinger nicht einfach zurück treten wollte, sondern theologisch durchdacht und geplant das „Petrusamt“, den „Petrusdienst“ in eine Dyarchie transformieren wollte, dann können wir GERADE aufgrund der LITERATURGATTUNG als ENKOMIONE daraus mit moralischer Gewissheit schließen, dass das keine Tritt gegen das Schienbein Ratzingers ist, sondern dessen Haltung KORREKT wiedergibt, etwas ist, was die Zustimmung und das Lob und den Dank Ratzingers ernten wird (und Ratzinger hat ja auch nichts davon dementiert – und er sieht ja Gänswein TÄGLICH und hat SICHER davon gehört. Wie schnell eine Dementi Ratzingers geht haben wir ja bei der Döllinger-Geschichte gesehen).

    2. Sie übersehen immer noch, dass Ratzinger selbst die ja schon klar bei seine Abdankungsrede gesagt hat: Er trete nur vom aktiven Petrusdienst zurück, verbleibe im passiven (und eben, er hätte ja normal wie Coelestin V. oder Gregor VII. nun wieder eine schwarze bzw. rote Soutane anziehen müssen, den Namen Bendikt ablegen und wieder Kardinal Ratzinger werden müssen. So was wie einen Papa Emeritus gab es nicht und ist nicht vorgesehen. Wir haben ja historische Präzedenzfälle. – Und dass es nicht eine versteckte Konkurrenz zu Bergoglio sein soll hat Ratzinger ja in seinem Brief an Tornielli klar gemacht – und in vielen anderen Gesten. Wobei es wirklich schon oberdreist war, dann die konservativen bzw. traditionalistischen Kritiker zu beschwichtigen bzw. den Wind aus den Segeln nehmen zu wollen, so etwa Socci, indem Ratzinger behauptete, es gerade keine andere Soutane als die Weiße zur Hand gewesen bzw. keine andere Anordnung…!)

    Das was Ratzinger mit dieser Rede grundgelegt hat, hat nun Gänswein nur ausbuchstabiert. Und zwar jetzt, weil jetzt die Zeit reif dazu war, es nach Plan nun zu sein hatte. Er, das habe ich schon lange gesagt, muss einer der ganz tief eingeweihten Buben sein, weil er ja das Bindeglied zwischen dieser dyarchischen Doppelspitze ist, täglich mehrmals beide sieht. – Auch das ja völlig ungewöhnlich, dass der persönliche Sekretär des alten Papstes auch der des neuen wird bzw. der Chef des päpstlichen HAushaltes. Normal sind das handverlesene Leute des jeweils neuen Papstes!!

    3. Sie übersehen ferner, dass Gänswein ein handverlesener Mann Ratzinger ist, ein Spezi von ihm aus Bayern. Seinen eigenen Sekretär sucht man sich sehr genau aus! Also wenn einer Ratzingerianer ist, dann Gänswein.
    Und damit wird 1. nur noch stärker: Er pinkelt Ratzinger sicher nicht ans Bein. Wenn er Ratzingers Andeutung in der Abdankungsrede nun so ausformuliert, dann trifft er damit sicher das, was Ratzinger damit meinte und seine Worte hier haben sicher die Approbation Ratzingers. (Nochmal, s.1., in einer Lobrede schon kaum anderes möglich, erst Recht von einem Spezi und handverlesenen Vertrauten!!)

    Wir haben also fast schon mehr als moralische Gewissheit, dass Gänsweins Gedandken hier mit denen Ratzingers übereinstimmen.

    Und ich schon mehrfach sagte: Es tut sich gerade gewaltig etwas. Wir kommen ans Ende. Die Konzilskirche demaskiert sich endlich! Deo gratias. Alleluis.
    Und frei nach der Hl. Schrift an alle Konservativen und Semi-Tradis:
    Iam tempus est de somno surgere!!

    Und viele wachen solangsam auf. Wie gesagt. Geduld, Auch mit Burke etc. Aber viel für sie beten.

    4. Es ist gar kein Widerspruch zu Bergoglios tyrannischem Regierungsstil, nun einen „Partner“, einen „Kollegen“ im Amt zu haben – genau so wenig die theoretische Anpreisung des synodalen Regierungsstils überhaupt ihn daran hindert, praktisch tyrannischer und autokratischer als alle Päpste zuvor zu herrschen (s. dazu nun seine neue Maßnahme bzgl. Ordensgenossenschaften).
    Und Ratzinger bzw. Gänswein betont ja auch: Es gibt nur einen REGIERENDEN Papst (Bergoglio kann also so weiter machen). Ratzinger ist ja nur der passiv-kontemplative.

    Diese Art von „Kollegialität“ und „Synodalität“ ist also hinreichend, theoretisch-prinzipiell das monarchische Papsttum und somit die Alte Kirche endgültig zu demontieren und lässt zugleich praktisch und auch „legal“ Bergoglio völlig ungehindert seinen tyrannisch-autokratischen Führungsstil fortsetzen.

    KYRIE ELEISON!

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  9. Und der folgender Absatz aus dem Artikel von Rorate (http://rorate-caeli.blogspot.com/2016/05/ganswein-papacy-was-transformed-in-2013.html) fasst ja meine Punkte 1. und 3. von obigem Kommentar dspecht 24. Mai 2016 um 23:06 gut zusammen – und widerlegt eben (wie meine Punkte) das Argument von T&F weiter oben Traditio et Fides 23. Mai 2016 um 16:28.

    „It is all too easy to dismiss Gänswein’s comments as merely his personal opinion, if not for the fact that in addition to being a doctor of Canon Law and a former official of the CDF he is, above all, the secretary and daily companion of Benedict XVI himself. Surely we can take his interpretation of Benedict’s resignation as a faithful reflection of the latter’s own thinking.“

    Was ich oben sagte: Wir haben moralische Gewissheit (ja fast sogar mehr!) dass die Ansichten Gänsweins jene von Ratzinger korrekt wiedergeben, mit diesen übereinstimmen – „Surely we can take his interpretation of Benedict’s resignation as a faithful reflection of the latter’s own thinking.“

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  10. Und Roberto de Mattei (http://rorate-caeli.blogspot.com/2016/05/de-mattei-completeness-or-not-of-fatima.html hat vollkommen Recht, dass diese Nachricht geradezu eine Bombe ist, wie eine solche eingeschlagen hat – oder wie ein Blitz, wie ich anderenorts schrieb in Anlehnung an den realen Blitzeinschlag und die bei poschenker gewählte Überschrift vom Blitzeinschlag:

    „….another bomb exploded with an even greater impact….This discourse is of an explosive nature…“

    Und er legt den Finger auch auf die alles entscheidenden Worte, nämlich nicht nur die, welche inhaltlich-materiell die Transformation von dem monarchischen Amt in eine Art Dyrarchie beschreiben, sondern auch den Satz, welcher formell betont, dass damit eine solcher Änderung des Papstamtes intendiert gewesen bzw. eingetreten sei, sodass es von nun an nicht mehr das sein wird, was es einmal war [!!!] –

    “From February 11th 2013, the papal ministry is not the same as before. It is and remains the foundation of the Catholic Church; and yet it is a foundation that Benedict has profoundly and lastingly transformed by his exceptional pontificate”. [Herv. fett von mir]

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    1. Im vorherigen Kommentar sollte auch dieser Satz noch fett sein:
      „From February 11th 2013, the papal ministry is not the same as before.“

      Und gerade diese gesamte Stelle in der Gänswein-Ansprache

      („From February 11th 2013, the papal ministry is not the same as before – Seit dem 11. Februar 2013 ist das Papstamt [deshalb] nicht mehr [dasselbe], was es vorher war.“ […] „profoundly and lastingly transformed – [tiefgreifend und] nachhaltig verändert…“ [Dt. Übers. CNA/ zit.n. pos, mit Erweiterung in eckiger Klammer von mir])

      hat theologisch derart weitreichende Konsequenzen, ist von einer solchen theologischen Tragweite und Bedeutung, dass sie vielen noch gar nicht klar sein dürften:

      Das Papstamt hat also eine substantielle Änderung erfahren – war aber nicht geht, illegtim ist. Das Papsttum hat sich damit sozusagen selbst abgeschafft. Der neu geschaffene dyrarchische „Petrusdienst“ ist definitiv nicht mehr das von JESUS CHRISUTS eingesetzte Papstamt, nicht mehr mit diesem identisch.

      Daher kann weder Bergoglio noch Ratzinger als rechtmäßiger Papst angesehen werden. Über das Argument der hartnäckigen manifesten Häresie hinaus (und evtl. weiteren) haben wir nun ein weiteres klare Argument für die Sedisvakanz.

      Ja dies stellt, wie Socci schon sehr früh sah, die Gültigkeit der Rücktritts Ratzingers und des Antritts Bergoglio derart in Frage, dass wir mindestens stark zweifeln müssen an der Legitimität bzw. Legalität der Amtsinhabe Bergoglios, sodass nach dem Grundsatz „papa dubius papa nullus“ praktisch (und rechtlich!) eigentlich sicher ist, dass Bergoglio kein Papst ist.

      Aber es bleibt auch nicht die Zuflucht wie manche meinen, dass aufgrund des ungültigen oder doch zumindest rechtlich nun sehr zweifelhaften Rücktritts Ratzinger dieser noch Papst wäre.
      Denn er möchte ja nur Teil einer Dyrarchie sein – die es so nicht gibt, nicht als von CHRISTUS eingesetzt (sondern nur im Wunsch und in der Vorstellung Ratzingers, Bergoglios, Gänsweins und der sonstigen NewChurchMafia bzw. in deren neu, von Menschenhand kreiierten Menschenmachwerkskirche, in der alles geht, unabhängig von den Vorgaben CHRISTI).
      Daher kann auch Ratzinger kein gültiger Papst sein bzw. ist dies ebenfalls höchst zweifelhaft (und daher sein vermeintliches aktuelles Pontifikat als dubioses ebenfalls praktisch bzw. rechtlich eigentlich null und nichtig).

      Die „Konzilskirche“ ist nun wirklich am Endesie demontiert sich selbst— bzw. führt sich (endgültig, vollends) über in die Neue Menschenmachwerkskirche (Katharina Emmerick).

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    1. @ dspecht

      Ja, Sie hatte mit diesem doppelten Papstum Recht, aber Gänsewein ist, welcher seine lavierierende oder herumeiernde Position damit rechtfertigen möchte. Apologia pro domo mea, denn er ist ja der Präfekt des Päpstlichen Hauses.

      http://rorate-caeli.blogspot.com/2016/05/exclusive-op-ed-pio-pace-on-latest.html

      Theologically, this makes no sense whatsoever! One is forced, therefore, to find a „political“ meaning. It could be this: in a Rome where each one may say, today, almost anything one wants to say — considering, in any event, that there is no ambition willing to face the Bergoglian establishment head on — Georg Gänswein, who receives everyday the cries and lamentations of the Ratzingerians, builds up, with the aid of Regali, the statue of his Pope as an accusing statue of against the Commander, as a „contemplative Pope“. And, by the very fact of doing so, he weakens even more the legitimacy of the „active Pope“, in the spirit of his nostalgic friends.

      Traurig und lächerlich das alles.

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      1. Wobei es ja nicht so ausschlaggebend ist, dass er Präfekt des „Päpstlichen“ Haushaltes ist, sondern dass er nicht nur Sekretär des „Papst Emeritus / passiven Papstes“ ist, sondern ein handverlesener Mann desselben, eine Razingerianer schlechthin, ein Spezi aus Bayern, ein Vertrauter.

        Das sieht ja auch der von Ihnen nun verlinkte Artikel von Rorate völlig richtig (wie schon der zuvor, den ich verlinkt habe).

        Aber so Recht auch der nun von Ihnen verlinkte Artikel von „Pio Pace“ bzgl. der SPRENGKRAFT und HETERODOXIE und VERDERBLICHKEIT (etc.) von „Lust am Sex“ aka „Amoris Laetita“ hat
        (Herv. fett von mir:„And it truly is the masterpiece of the pontificate, prepared for a very long time: the Manipulation….
        We are only beginning to measure the extension of the earthquake caused by Amoris Laetitia, which in fact relativizes the entire Moral Magisterium, an essential part — why not say, the only remaining part [!!!]— of the papal Magisterium after Vatican II. From now on, any unequivocal moral stance will be impossible (as well as, obviously, any condemnation).
        sowie bzgl. der eigentlich ENTTÄUSCHENDEN REAKTIONEN („The opposition, despite its attempts of resistance during the two last assemblies of the Synod of Bishops, does not truly manage to find its standing, to find an appropriate response.“)

        – so HAHNEBÜSCHEN, AN DEN HAAREN HERBEIGEZOGEN ist seine Einschätzung der GÄNSWEIN-ANSPRACHE.

        Er nennt sie zwar „strange speech“ und dann:„Theologically, this makes no sense whatsoever!“.

        Aber statt den einzig richtigen Schluss daraus zu ziehen, dass Gänswein und Ratzinger also eine theologically strange, ja vom katholischen Standpunkt aus völlige non-sense Auffassung vertreten und verkünden und sich daher endgültig als Modernisten und Zerstörer der Kirche im Alten Sinn geoutet haben,

        versucht er nun die beiden (als konservative Lieblinge der Konservativen, zu denen der Autor selbst offenbar gehört) auf biegen und brechen zu retten und theologisch zu verteidigen, indem er „a „political“ meaning, eine „politische“ Lesart (offenbar zwischen den Zeilen) sucht, welche zum Ergebnis hat, dass Gänswein und Ratzinger hier subtil gegen Bergoglio Mobil machen und Ratzinger als heimlichen wahren Papst in Position bringen wollen. (!! – Wenn es nicht so ernst wäre müsste man ob der Lächerlichkeit dieser These laut auflachen. Denn:)

        Nur dass weder der Text selbst noch der Kontext noch sonst was „Zwischen den Zeilen“ dies hergibt.

        Ja im Gegenteil, der Text wie der Kontext BEWEIST ja, dass diese Auslegung falsch, ja völlig an den Haaren herbeigezogen ist, macht doch der Text deutlich, dass es um eine TRANSFORMATION des PAPSTUMS ging zu einem KOLLEGIALEN, SYNODALEN Amt – also MITNICHTEN um eine Konkurrenz des alten zum neuen Papstes als Personen und einen subtilen Protest und das vorsichtige Anmelden von Thronansprüchen Ratzingers (in Konkurrenz zu Bergoglio).

        Entschuldigung, wer letzteres hier herauslesen möchte, dem muss man vorwerfen, dass er SCHLICHT NICHT LESEN KANN!

        Nicht nur dass die Transformation des Alten Papstamtes zu etwas völlig Neuem inhaltlich-materialiter im Text der Ansprache mehr als deutlich ausgeführt wird (zu einem „KOLLEGIALEN, SYNODALEN, GEIMEINSAMEM DIENST“) – also nichts von Konkurrenz zu Bergoglio und vorsichtiger IN-FRAGE-STELLUNG dessen Pontifikats (ja ganz im Gegenteil, sagt ja Gänswein, dass es NUR EINEN LEGITIMEN, AKTIV-REGIERENDEN PAPST GEBE; also von Konkurrenz keine Spur! – Der dyarchische Part sei ja nur passiv-kontemplativ) –
        sondern es wird ja sogar formell-reflexiv – explizit – ausgedrückt, dass es um eine MUTATION, TRANSFORMATION des PAPSTUMS als solchem ging, indem eben Gänswein sagt (der SCHLÜSSELSATZ des ganzen Dokumentes!):

        „From February 11th 2013, the papal ministry is not the same as before – Seit dem 11. Februar 2013 ist das Papstamt [deshalb] nicht mehr [dasselbe], was es vorher war.“
        Und eben auch:„…profoundly and lastingly transformed – [tiefgreifend und] nachhaltig verändert…“

        Angesichts dieser Sätze ist die Aussage Gänsweins inhaltlich derart eindeutig (Umformung des PAPSTAMTES, PAPSTTUMS als solchem, so dass es nicht mehr sein wird, was es zuvor war!!! – deutlicher geht es nun wirklich nicht!)
        und erscheint die Interpretation „Pio Paces“ daher als derart grotesk,
        dass sie sich nur dadurch erklären lässt, dass nun den Konservativen wie ihm sozusagen gerade der Boden unter den Füßen entzogen wird, zumindest zu schwanken beginnt.

        Sie können sich – noch – nicht damit abfinden, dass die Mär vom bösen Bergoglio und den guten Gänswein, Ratzinger und JoPa-Wojtyla nun endgültig als das entlarvt wird, was sie immer war: eben eine Mär! (Beten wir, dass es nur ein „noch“ ist, ein „noch nicht“!)

        Daher wollen sie auf Biegen und Brechen irgendwie ihre – „konservativen“ – Lieblinge retten. Selbst wenn sie dazu Texten GEWALT antuen müssen.

        Psychologisch verständlich, denn es bricht für sie eine Welt zusammen bzw. droht zusammenzubrechen, der Boden schwindet ihnen eben unter den Füßen. Es ist ein schmerzhafter Prozess. Und schon manch einer von uns hat ihn selbst durchgemacht.

        Beten wir daher gerade auch für so Menschen wie „Pio Pace“ – sicherlich gutmeinende Katholiken.

        Und: Falls Sie, werter T&F bzw. das Team irgendwie näheren Kontakt zu Rorate oder gar „Pio Pace“ haben oder eben zu Kardinälen etc., dann bitte ich Sie inständig zu helfen, diesen die Augen zu öffnen.

        Gerade die Gänswein-Ansprache bietet dazu die beste Gelegenheit. Denn der Text ist EINDEUTIG (und der Kontext eben auch, dass Verhältnis von Gänswein zu Ratzinger aber auch zu Bergoglio, das DW-Interview Gänseweins vor kurzem etc.):

        Ratzinger-Gänswein-Bergoglio gehören nicht zwei verschiedenen Lagern an, sondern sind theologisch viel dichter beisammen, als wir wohl fast alle gedacht haben (selbst eingefleischte „Tradis“): Sie sind wesentlich gleich modernistisch, wollen die Alte Kirche (und daher das Alte Papstamt etc. etc.) VÖLLIG und WESENTLICH UMÄNDERN, in ein NEUES ZEITALTER DES NEUEN PFINGSTEN hinein TRANSFORMIEREN, UMGESTALTEN, also (faktisch) zerstören.

        Man muss ja nur Sehen wollen und Lesen können – um das zu erkennen.

        Ja IM GEWISSEN SINN sind Gänswein und Raztinger sogar NOCH SCHLIMMER als Bergoglio (weil wohl intelligenter und subtiler! Obwohl Bergoglio auch alles andere als dumm ist. Und schon gar nicht völlig unsubtil – aber bei ihm fallen die Subtilitäten bzw. seine Versuche, subtil zu sein, dann doch of tauf, sind eben nicht wirklich gelungen-subtil, wie etwas sein DREIST-MANIPULATIVES Zitieren Thomas´ in „Lust am Sex“!!)

        KYRIE eleison!

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      2. Darf ich Ihre Worte am Ende ihres Kommentars, werter T&F,
        „Traurig und lächerlich das alles.“ so deuten, dass sie das auch so wie ich gerade im letzten Kommentar ausführlich beschrieben habe, sehen –

        dass also die Versuche „Pio Paces“ (und anderer), Gänswein und Ratzinger mit einer geradezu grotesken, dem Text Gewalt antuenden Interpretation desselben zu retten, „traurig und lächerlich“ ist, oder würde ich damit nun diese Ihre Worte mißverstehen?

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  11. Übrigens, wenn wir schon bei GÄNSWEIN, der grauen Emminenz im Hintergrund bzw. das Bindeglied zw. Bergoglio und Ratzinger sind:

    Es ist schon ungewöhnlich genug, dass ein neuer Papst den Sekretät des Alten einfach als Chef des Päpstlichen Haushaltes übernimmt. Normal ist das jemand aus dem engsten Vertrautenkreis, den man für diesen „Job“ des Chefs des Päpstlichen Haushalts nimmt.

    Aber noch ungewöhnlicher ist dass der Päpstliche Haus- und Hofprediger nun schon über mind. 3 Päpste der gleiche ist. Zumindest wenn man die Mär von den jeweilig völlig anderen theologischen Ausrichtung der 3 Päpste glauben wollte (welche freilich eben eine Mär ist, was nicht zuletzt eben dieser Umstand beleuchtet, dass dieser Hausprediger nie ausgewechselt wurde — und ein BEKANNTER HYPERMODERNIST ist).

    Die Rede ist von keinem geringeren als CANTALAMESSA.

    Auch dieser Hausprediger ist also schon seit JoPaII immer der gleiche: eben der HYPERMODERNIST und HYPERÖKUMENIKER Cantalamessa.

    Wenn es wirklich solch gewaltige Unterschiede zwischen den Päpsten/“Päpsten“ JoPa, Benedikt-Ratzinger und Bergoglio gegeben hätte, wie viele Konservative vermeinen, dann wäre es ja das erste gewesen – z.B. als ach so konservativer Ratzinger – den päpstlichen Haus- und Hofprediger, der eben ein Hypermodernist bzw. völlig offener, radikaler Modernist ist (ähnlich wie Bergoglio) auszuwechseln damals beim Amtsantritt.

    Das wäre das naheliegendste, ja normalste, ja notwendigste der Welt gewesen!

    Aber nichts dergleichen.

    Und das wirft ja auch schon ein entsprechendes Licht bereits auf den angeblich so konservativen JoPa-Wojtyla – der eben, bei diesem Hausprediger, nicht so konservativ gewesen sein kann (bzw. schon „konservativ“ – wie Ratzinger auch – im Sinne des hegelianisch-dialektisch „konservativen“ Modernisten, man lese die Enzy. PASCENDI dazu!!).

    Natürlich auch ganz zu schweigen von den VIELEN liberalen Kardinalsernennungen des ach so konservativen JoPaII: Lehmann, Kasper, Schönborn, … – und ups: genau diese spielen jetzt maßgeblichen Rollen. Nachtigall, ick hör dir….
    Und dann muss man sich zu Ratzinger ja auch nur die Kardinalsernennungen anschauen: Woelki, Marx, ….

    Ja, wir verdanken ja Bergoglio den Kardinälen, die JoPa und Ratzinger ernannt haben!!

    Übrigens: Bergoglio stand ja bereits unter JoPa bzw. Benedikt-Ratzinger in bestem Kontakt mit diesem Cantalamessa. S. etwa auf dem Photo hier, bei einem CHARISMATIKERTREFFEN, wo sich Bergoglio von einem protestantischen Pentecostler „segnen“ lässt:
    s. z.B. hier http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.herzmariens.de/Aktuelles/franziskus/bergoglio.jpg&imgrefurl=http://www.herzmariens.de/Aktuelles/franziskus/Knieprobleme_franz.htm&h=230&w=350&tbnid=u5mElrcTtwk-FM:&tbnh=118&tbnw=180&docid=_iV-hFUAsKxkDM&usg=__I0GWO3962NsAOvWW7dRKIuYbj-Y=&sa=X&ved=0ahUKEwjpwfLT3IfNAhUHMhoKHeBcANwQ9QEIHjAA
    oder
    http://katholisches.info/2013/04/03/das-neue-zeitalter-des-geistes-pater-cantalamessa-papst-franziskus-und-joachim-da-fiore/

    (der Franziskaner im Vordergund ist Cantalamessa)

    Aber wie sollte es ja auch anders seine: war Bergoglio ja schon lange erkoren, die Nachfolge JaPa´s bzw. Ratzingers anzutreten…

    Es gibt also nicht nur einen (theologischen) ROTEN FADEN zwischen den genannten Pontifikaten, sondern sogar menschliche, lebendige Bindeglierder:
    GÄNSWEIN und wohl noch wichtiger CANTALAMESSA.
    (wobei auch GÄNSWEIN wohl gewaltig UNTERSCHÄTZT wird!!)

    Beide mehr als schillernde Gestalten. Und Cantalamesse eben nicht weniger offen und radikal modernistisch als Bergoglio. Und ein Spezi von ihm noch aus Bergoglios Bischofs- bzw. Karidinalszeiten. Das zeigt, welche Fäden da im Hintergrund gesponnen werden…

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  12. Nun zu etwas sehr Grundlegendem und Fundamentalem, etwas wirklich und v.a. prinzipiell Wichtigem:

    „•Kennt Papst Franziskus und sein Umfeld die katholische Theologie soweit, um zu wissen was katholisch ist und was es nicht ist? Ja.
    •Schreibt er seine Amoris Laetitia im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte? Ja.
    •Macht er Amoris Laetitia publik? Ja.
    •Um das ewige Lehramt der Kirche auszuhebeln und der Kirche zu schaden? Ja.“

    Das sind genau die richtigen Fragen – um nämlich zu beurteilen, ob man Franz-Bergoglio als formellen bzw. hartnäckigen Häretiker ansehen muss und ob daher Sedisvakanz herrscht oder nicht.

    Freilich ist der letzte, der vierte Punkt gar nicht notwendig für eine formelle/hartnäckige Häresie. Der erste ist ausschlaggebend. Und zwei natürlich. Und bei drei ist es nicht die Publikation, sondern die Öffentlichkeit, die zu einer formellen/hartnäckigen Häresie nötig ist.

    Und bei 1. kann man dann natürlich streiten. – Aber ich habe ja schon selbst gesagt bzw. zugegeben, dass ich hier auch einen Unterschied zu den früheren Pontifikaten sehe.

    Aber die Sedis würden sagen – und das ist durchaus eben auch nachvollziehbar – dass auch schon bei PaulVI-Montini (oder JoPa-Woytila oder Benedikt-Ratzinger) diese Punkte alle gegeben waren. Beim 4. kann man freilich noch mehr streiten, er ist aber für eine eigentliche Häresie wie gesagt eh nicht nötig.

    Freilich muss ja noch eine weitere Bedingung hinzukommen, um eine formelle Häresie zu konstituieren:
    Es muss auch materiell erst mal eine KLARE, EINDEUTIGE HÄRESIE sein – also a) (hinreichend) eindeutig und b) eine HÄRESIE – nicht nur etwa ein ERROR oder etwas, was nur HAERESI PROXIMA oder HAERSESIM SAPIENS oder … oder ….ist (s. Ihren eigenen Artikel hier https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/05/22/was-ist-eine-haresie-die-kirchlichen-zensuren-1-ihre-bandbreite-und-unterteilung/ und die Folgeartikel.)

    Viele Sedis würden so argumentieren bzw. argumentieren in der Tat so:
    Spätestens ab dem 7. 12. 1965 sei die Sedes vakant gewesen, weil PaulVI mit er Promulgation von DH zum manifesten Häretiker geworden ist.

    Denn:
    Nun zu etwas sehr Grundlegendem und Fundamentalem, etwas wirklich und prinzipiell Wichtigem:

    •Kennt Papst PaulVI und sein Umfeld die katholische Theologie soweit, um zu wissen was katholisch ist und was es nicht ist? Ja.
    •Promulgiert er DH im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte? Ja.
    •Promulgiert er DH? Ja.
    (•Um das ewige Lehramt der Kirche auszuhebeln und der Kirche zu schaden? Ja.)“

    Wobei letzteres eben gar nicht nötig wäre/ist.

    Fraglich bleibt freilich 1.
    Und dann eben auch, ob DH eine EINDEUTIGE und KLARE MATRIELLE HÄRESIE darstellt.

    Jedenfalls sind die Sedis mit diesem Argument theologisch erst mal ernst zu nehmen.

    Zu weiteren Problemen freilich der herkömmlichen Sedisvakanz-Theorie s. nun jüngst auch meinen Aufsatz/Artikel dazu bei pos (https://poschenker.wordpress.com/2016/05/31/dspecht-partielle-widerlegung-bzw-korrektur-der-herkoemmlichen-sedisvakanzthese-aufgrund-der-beruecksichtigung-von-ecclesia-supplet/)

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  13. Was freilich für die Sedis spricht – sie kritisieren zu Recht, dass es bei vielen eher Konservativen/Semi-Tradis so scheint, als seien die katholischen Maßstäbe verrutscht: Die ersten drei Gebote – die der ersten Tafel also – scheinen nicht so wichtig zu sein im Vgl. zu denen der zweiten Tafel und insbes. zum 6. Gebot oder mit Sünden. die mit diesem eng zusammenhängen.

    (Vgl. a.https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/06/01/steve-skojec-raus-aus-dem-kaninchenloch/ „…die ihnen blieb, die Lehre der Kirche zur Sexualmoral war. Solange der Papst fortfahre, diese zu verteidigen und hochzuhalten, so erzählte ihnen ihr Narrativ, sei es gleichgültig, wie viele Korane er küsse. All dieses Zeug sei verhandelbar. Sex, Ehe und Kinder ist der letzte, größte gemeinsame Nenner, der nicht unterschritten werden darf – die Grundlinie des Katholizismus.“)

    Damit singen sie (die Konservativen) ja aber genau das Lied der Liberalen, welche Religion auf Moral verkürzen und dann im Katholizismus aber eine einseitige Fokusierung auf das Gebiet eben der Sexualmoral sehen bzw. unterstellen.

    Daher bei vielen Konservativen/Semi-Tradis jetzt der Aufschrei nach der und über die Doppelsynode und Amoris Laetita – eben „Lust am Sex“ – , nicht aber bei Korankuss, dem Assisi-Greuel oder eben der Promulgation von DH am 7. Dez. 1965.

    Wobei objektiv-materialiter ein Korankuss weit, ja gewissermaßen unendlich schlimmer ist, als ein Ehebruch – oder selbst ein Abtreibungs-Mord.

    Die Gebote der ersten Tafel sind eben grundlegender als die der zweiten, die Sünden gegen die der ersten beleidigen GOTT DIREKT und insofern mehr.

    Und so war die Promulgation DH´s materialiter bzw. an sich weit schwerwiegender als die Promulgation von Amoris Laetitia – und insofern sogar eher eine Kandidat für eine formelle Häresei in foro externo bzw. die Ursache eines Amtsverlustes.

    Freilich, wie schon zugegeben, per accidens bzw. aufgrund von gewissen Umständen mag Amoris Laetitia zu Recht als schlimmer gewertet werden und v.a. als eindeutigere Häresie.
    Denn in der Tat, bei Bergolio scheint eben der erste der vier Punkte noch klarer und auch der letzte sehr wahrscheinlich.

    Aber gerade wenn man den Koran-Kuss Wojtylas betrachtet, dann muss man diesen eigentlich als einen kaum minder eindeutigen Fall eines ÖFFENTLICHEN GLAUBENSABFALLS werten.

    Hier kann man nämlich ja auch fragen und antworten:

    •Kannte JoPa-Wojtyla die katholische Theologie soweit, um zu wissen, dass der Koran unkatholisch ist? Ja.
    •Hat er den Koran im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte geküsst? Ja (Seinerzeit war er es noch!)
    •Öffentlich? Ja.

    Wobei man hier ferner fragen muss
    •Hat er gewußt, dass es sich um dem Koran handelt (und nicht etwa eine arabische Bibel)? Die Antwort ist hierzu auch ein klares: Ja — es wurde diese hinreichend dokumentiert, leicht zu ergoogeln, dass er genau wusste, dass dies, was ihm da hingehalten/gegeben wurde, ein Koran ist.

    Nun, dann ist dies eigentlich ein klarer Glaubensabfall.
    Übrigens ist das Küssen eines Korans nicht nur ein HÄRETISCHER Akt, sondern ein APOSTATISCHER.

    In der Alten Kirche galt es übrigens schon als (äußerer) Glaubensabfall und man selbst als Abgefallener, wenn man fremden Göttern auch nur eine Weihrauchkorn streute, selbst wenn nur aus Furcht, Feigheit.
    – Was die Kirchenväter dann zu einem FREIWILLIGEN KÜSSEN [!! – KÜSSEN!!!] eines blasphemisch-apostatisch-götzendienerischen Buches gesagt hätten, kann man sich an drei Fingern abzählen.

    Dieser Akt war eigentlich somit ein viel eindeutigerer Glaubensabfall als Amoris Laetitia ist bzw. einen solchen dokumentiert.
    Und die Promulgation von Amoris Laetitia ist wohl nur ein häretischer Akt – der Korankuss hingegen eben ein APOSTATISCHER!!

    Daher habe ich immer die Ansicht vertreten, das Pontifikat JoPa-Wojtylas sei zumindest ab dem 14. Mai 1999 – dem Datum des Korankusses bzw. zumindest der Veröffentlichung dieses Aktes – ebenfalls zumindest ZWEIFELHAFT.

    — Wir müssen, wie ja auch der Artikel von Skojec/White richtig bemerkt, die MAßSTÄBE erst mal wieder gerade kriegen, gerade rücken, gerade biegen. Und unsere ROTE PILLE nehmen resp. schlucken:

    Die erste Tafel der Gebote ist wichtiger, grundlegender – und die V2 Päpste/“Päpste“ haben diese mit Füßen getreten, auch wen sie die 2. Tafel noch verteidigten.

    Dass es freilich auch Probleme, insbes. mit der herkömmlichen/allgemein vertretenen Sedisvakanztheorie gibt, habe ich selbst ja wie schon gesagt nun in einem Artikel behandelt (https://poschenker.wordpress.com/2016/05/31/dspecht-partielle-widerlegung-bzw-korrektur-der-herkoemmlichen-sedisvakanzthese-aufgrund-der-beruecksichtigung-von-ecclesia-supplet/).

    Aber wir müssen die Argumente der „Sedis“ eben sachlich-unvoreingenommen würdigen, in wohlwollender Kritik und offen, weil es ERNSTZUNEHMENDE Argumente sind — und nicht voreingenommen und v.a. polemisch-„sedisphob“ (wie etwa Siscoe-Salza mit ihrer widerlichen und völlig unnötigen Polemik – vgl. , obgleich sie auch http://trueorfalsepope.com/ – wo sie doch auch sehr gute sachliche Argumente haben, ebenso ERNSTZUNEHMEND, aber eben mit unnötiger, unsachlicher Polemik durchsetzt — obgleich man diesen ´Vorwurf auch an manch sedisvakantistische Adresse gehend machen/erheben muss…)

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