Ps. 1 Beatus vir oder der Anti-Dialogpsalm als die Grundlage des geistlichen Lebens (4) Exegese Vers 3


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Tut man das nicht, was im ersten Vers beschrieben wird, also hört man nicht auf die Sünder und geht nicht zu ihnen, sondern meditiert das Gesetz Gottes, so zeigt uns der dritte Vers die schönen Konsequenzen, welche wie folgt lauten:

1,3 Et erit tamquam lignum, quod plantátum est secus decúrsus aquárum, * quod fructum suum dabit in témpore suo:

1,3 Und er wird sein wie ein Holz, welches gepflanzt ist am Strom der Gewässer, welches seine Frucht bringen wird zu seiner Zeit.

Der lateinische Text spricht von lignum, erste Bedeutung „Holz“, danach erst „Baum“ und „Pfropfreis“. Denn „Baum“ ist auf Lateinisch arbor. Warum aber kein Baum? Nun ja, vielleicht muss man irgendwann zu einem Baum werden und ein „Holz“ ist ein Baum in statu nascendi? Es ist also etwas, was sich durch das Hölzerne zu einem Baum entwickelt. Man würde jetzt gerne im hebräischen oder griechischen Text nachschauen wollen, ob vielleicht dort eine botanische Bezeichnung angegeben ist. Aber wir wollen es uns verkneifen und beim „Holz“ bleiben. Es ist gepflanzt an den Quellen, der Text spricht wörtlich von „der Strömung der Wässer“, so bleibt der künftige Baum und das jetzige Holz gut bewässert. Der Text spricht von den Wässern (aquarum) im Plural. Es scheint also als wäre unser Holz an einem Ort, an dem mehrere Flüsse zusammenkommen. Es hat also verschiedene Ströme, aus denen es schöpfen kann. Wir haben das Alte Testament, das Neue Testament als mögliche Ströme, die beste Mischung der geistlichen Strömungen finden wir im Tridentinischen Brevier zwischen den Bibeltexten des AT und des NT, der Kommentare der Kirchenväter, die Responsorien der Kirche etc. Womit man sich tränkt, so wird man. Welche Inhalte lasse ich zu mir rein? Fernsehen, Radio, Internet, Presse, Gespräche? Bin ich deswegen so verdorrt? Der Schreiber dieser Zeilen hat manchmal das Gefühl, dass er bei bestimmten Menschen und Gesprächen, auf die er tatsächlich angewiesen ist, austrocknet und zwar tatsächlich und nicht metaphorisch. Wahrscheinlich ist der Grund rein natürlich, da er dummes Geschwätz als Stress empfindet, sein Körper Stresshormone freisetzt, er hyperventiliert und auf diese Art und Weise austrocknet. Jeder Leser soll es selbst prüfen. Andererseits setzt das Gebet andere Hormone frei, welche für das Wohlbefinden sorgen und auch für eine bessere Haut, was die Frauenmagazine schon länger wissen.[1] Wahrscheinlich wird dadurch der Wasserhaushalt der Haut positiv geregelt. Daher sehen auch die betenden Mönche und Nonnen so jung aus. Also auch hier hat der Psalm recht. Man wird im wörtlichen und übertragenen Sinne gewässert. Bleibt man als Holz an dem Zufluss der vielen Bäche, so gibt man Frucht „zu seiner Zeit“. Zu wessen Zeit? Gottes Zeit. Viele Neubekehrte wollen gleich missionieren, aber es ist meistens immer zu früh. Sogar der hl. Paulus zog sich für drei Jahre in die Wüste zurück, bevor er tätig wurde. Gott bestimmt die Zeit und Art der Fruchtbringung. Man soll nicht drängen und ungeduldig sein. Gott weiß schon wo und wann er uns einsetzen wird. Manchmal erst nach dem Tode durch unsere Gebete. Viele Heilige, insbesondere Märtyrer wurden erst nach dem Tode durch ihre Fürbitte oder ihre Reliquien aktiv. Vielmehr als sie es zu Lebenszeiten waren. Man muss sein eigenes Leben im Zeitraum der Ewigkeit sehen und von dieser Perspektive her die Ereignisse betrachten. Durch die nachkonziliare Horizontalisierung und Diesseitigkeit denkt man nur an das Hier und Jetzt, Stichwort: Flüchtlinge, Wale, Umwelt und Bla-Bla-Bla der Politik. Aber die Frage ist, ob es mir für und in der Ewigkeit nützlich sein wird, weil es meine Seele zum Guten verformt.

[1] http://stylecaster.com/beauty/meditation-good-for-skin/ http://www.womenshealthmag.com/beauty/beauty-benefits-of-meditation

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