I Millenari, Kap. VII. Das Dikasterium, wo die Bischöfe geformt werden (3) Mitren ohne Köpfe (ii). Bischofsernennung als Gefälligkeitsdienst


Jeremiah-by-Rembrandt

Wir veröffentlichen die weiteren Teile des Buches der Millenari mit eigenem Kommentar.

Die Weitsicht der Bischofskongregation machte es vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil möglich, über alle Parteien hinweg eigenständige Persönlichkeit mit qualifizierter Sachkenntnis für die verschiedenen Arbeitsbereiche im Schoß der Kirche zu finden. Hervorragende Köpfe, die ihrer Aufgabe voll und ganz gewachsen waren, wurden mit der Leitung der Diözesen und der Kurie betraut. Man denke nur an die vielen edlen und heiligen Personen des italienischen Episkopats Ende des vergangenen und Anfang unseres Jahrhunderts, von denen viele seliggesprochenen wurden und bis heute in Ehren gehalten werden.

Ja, dieser Einbruch der Qualität der Kirchenmänner ist mehr als deutlich festzustellen, siehe unsere Kurzbeiträge über Kard. Merry del Val[1] oder Kard. Steinhuber.[2] Es gab wirklich vor dem Konzil ein System die Besten, statt die Schlechtesten durchzusieben.

In den letzten Jahren war eine gegenläufige Tendenz festzustellen. So fordern denn beispielsweise die französischen Bischöfe schon 1984 mit dem treffenden Neologismus recentage, Rezentralisierung, dazu auf, sich wie früher auf die zentrale Lage Roms sowie des Bischofs und seine Diözese zu besinnen. Zurzeit jedoch verengt sich das Blickfeld wieder egoistisch auf die einzelnen Gebiete. Jede Bischofskonferenz – in Italien, Spanien, Frankreich und Lateinamerika sogar die regionalen -propagiert ihre eigenen Interessen und setzt sich fast ausschließlich für ihre eigenen Lieblinge ein.

Die Franzosen haben einen deutlicheren Blick, da bei ihnen, mangels der Kirchensteuer, alles viel schneller und sichtbarer als in den deutschsprachigen Ländern zusammenfällt.

Der Großteil der Entscheidungen fällt aus eigennützigen oder karrieristischen Gründen. Wer wüsste etwa nicht, dass der Sekretär, der gleichzeitig Chauffeure des Bischofs ist, bessere Chancen auf die Beförderung zum Bischof hat als andere? Und in der Regel ist es der junge ambitionierte Priester, der sich dem Bischof als Chauffeur, Sekretär und Mädchen für alles anbietet, mit dem Hintergedanken der Vorgesetzte werde sich in Zukunft erkenntlich zeigen und das Opfer sich auf lange Sicht auszahlen.

Obwohl es uns schwer fällt darüber zu schreiben, so handelte es sich bis ungefähr bis Mitte des XX Jahrhunderts in der Literatur, aber woanders auch bei „Chauffeur“, „Sekretär“, „Kammerdiener“, „Gärtner“, „Privatsekretär“ um Kodeworte und Anstellungen für homosexuelle Liebhaber. Der Chauffeur von Marcel Proust war sein Liebhaber, der polnische Schriftsteller Iwaszkiewicz hat auch so junge Männer beschäftigt, Evelyn Waugh beschreibt in seinem Roman „Das Schwert der Ehre“ diese Situation bei der Figur Sir Ralph Brompton. Sind denn alle Bischöfe homosexuell? Wir hoffen nicht, manche aber schon. Manche umgeben sich halt mit Menschen, die sie gerne haben, was nichts Schlimmes ist. Aber das Chauffeur-Dasein scheint auf die Dauer sehr frustrierend für einen Priester zu sein. Wenn das der Preis für die Karriere ist, so ist es besser keine zu machen, denken sich viele.

In der Bischofskonferenz, einer höchst heterogenen und kaum kompromissfähigen Versammlung, wird keiner der anwesenden Bischöfe es wagen, einen Kandidaten anzufechten, aus Angst, mit seiner Meinung allein da zustehen. Die Wahl verkommt zu einem bloßen Formalität: man gibt seine Stimme dem vorher bestimmten Kandidaten, der einen in den meisten Fällen völlig unbekannt ist, um dem vorgeschlagenen Bischof einen Dienst zu erweisen als Gegenleistung für einen früheren Gefallen seinerseits.

Wolfgang Leonhard, der zu den ersten Aktivisten der Ulbricht-Regierung gehörte und in der Sowjetunion in der Komintern seine Ausbildung enthielt, beschreibt in seinem Buch Die Revolution entlässt ihre Kinder, wie man den kommunistischen Aktivisten, die für den Einsatz in den „befreiten Ländern“ gedacht waren, beigebracht hat, so demokratisch gewählte Versammlungen zu steuern oder solche Menschen auszuwählen, die kommunistisch denken, ohne Kommunisten zu sein und wie man die Mehrheit steuern kann, obgleich man sich in der Minderheit befindet. Eine Kollegin von Leonhard, die in anderen Bereichen recht unbegabt war, konnte erstaunlich gut solche Wahlen steuern. Deswegen ist Demokratie nicht das beste System, weil sie so leicht manipulierbar ist und von einer verdeckten Oligarchie, d.h. der Regierung der Wenigen, gesteuert wird, was wirklich überall passiert. Man weiß wirklich nicht, wer regiert und wer die Verantwortung trägt, was wir bei der jetzigen „Flüchtlingskrise“ sehen. Da nachweislich seit den 1930 viele kommunistische Agenten die Kirche infiltriert haben, nicht nur im Osten, so hat man ihnen vielleicht beigebracht, wie man Bischofskonferenzen steuert. Zwei bis drei genügen da, damit die anderen nach ihrer Pfeife tanzen. Wer sind die Macher innerhalb der deutschen Bischofskonferenz: Marx, Koch und Bode, diejenigen, die bei der Synode waren. Aber wahrscheinlich steuert sie jemand anders.

Die Auswahl der Kandidaten erfolgt also quasi auf Vertrauensbasis. Dadurch werden nicht die würdigen, frommen Männer ohne Fehl und Tadel auf die Karriereleiter gesetzt, sondern die erfolg-und machtbesessen. Kaum jemand mit Bildung und klarer Lebensführung wird sich mit seinem Bischof auf solche Händel einlassen, trotz des Wissens, dass er ohne sie wenig oder gar keine Aussicht auf Beförderung hat.

Ja, es stimmt, es findet eine Negativauswahl statt, auf den katholischen Fakultäten natürlich auch. Mittelmaß und höchstens Durchschnitt regiert. Und da sich die Besseren von diesen Kreisen fernhalten, so haben wir das, was wir haben. Die Unterdurchschnittlichen vermehren sich selbst, indem sie die eigenen Kopien befördern. Ein geschlossenes System, wie vor dem Untergang des Kommunismus auch.

Was war aber der Geniestreich der „Erneuerer“ bei dem letzten Konzil, außer natürlich dem Konzil selbst? Die Einführung der Bischofskonferenzen! Warum? Weil sich dieses dubiose und sich aller Verantwortung entziehende Konstrukt zwischen den Ortsbischof und den Papst, seinen eigentlichen Chef, eingeklinkt hat und auf diese Art und Weise jede Kommunikation und Folge stört. Die Einführung der Bischofskonferenzen war von Grund auf subversiv, weil sei dazu dienten schneller und im Gremium die Konzilsbeschlüsse einzuführen beziehungsweise über diese hinauszugehen, wie in Holland und Deutschland (Königsteiner Erklärung).[3] Es gibt einfach wenige Menschen, die sich trauen vor eine Menge zu treten und ihr, verkürzt formuliert, zu sagen: „Ihr seid alle Deppen, ich habe Recht!“. Der Schreiber dieser Zeilen tut es sein Leben lang, er lebt noch und er musste den Preis dafür mehrmals zahlen. Aber manche regen sich dann und sagen einem, ganz im Vertrauen, dass sie ihn unterstützen, bevor sie das Messer von hinten rammen. Aber damit muss man leben, denn es ist ein metaphorisches Messer, noch. Nach der Einführung der Konzilsreformen qua Bischofskonferenzen dienen die Letzteren dazu sich Rom zu widersetzen und jegliche katholischen Impulse, zuletzt unter Benedikt, erfolgreich zu blockieren. Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein Meister darin. Aber paradoxerweise können dieselben Bischofskonferenzen dazu dienen die verheerenden franziskanischen „Reformen“ zu blockieren und auszusitzen bis ein katholischer Papst kommt. Wir werden sehen. Zurzeit sind die Bischofskonferenzen ein Selbstzweck und dienen den Bischöfen dazu viel in der Sitzhaltung zu verharren, sich zu versammeln, zu jammern und sich wichtig zu machen. Denn die Erklärungen werden woanders erarbeitet, siehe die letzten zur Aufnahme von Homosexuellen und Ehebrechern in den Kirchendienst. Die Masse stimmt willig ab, so wie die „Macher“ es wollen. In Deutschland dient die DBK auch dazu, aus der Perspektive des „Miteinanders“ der DBK aufmüpfige, also einigermaßen romtreue Bischöfe z.B. Tebartz Van Elst, Mixa ins Abseits zu befördern, sollte jemand wagen sich auf den Katholizismus zu besinnen. Denn es gilt: menschennah, locker, flockig, joggend, Kürbis-Latte-Machiatto-fettarm, viel Weltfrieden, Flüchtlinge und Rettet die Wale. Haben Sie etwas Religiöses in dieser Zusammenstellung bemerkt? Wir auch nicht, denn es ist nichts da.

Wenn ein Bischof sich über das normale Maß hinaus eines untergebenen Priesters bedient, ist es nur natürlich, dass dieser versuchen wird, seinen Vorgesetzten auch für die eigenen vorbedachten Ziele zu gewinnen. Nach zehn-, fünfzehnjährigen Symbiose aus Leistung und Gegenleistung kann der Bischof sich kaum seiner kaum noch ohne angemessene Anerkennung und Entschädigung entledigen. Stellt er sich aber unwissend und ignoriert die Forderung, wird er sehr bald von dem Dienstleister selber daran erinnert werden, zuerst vielleicht in Andeutungen, dann jedoch mit sehr klaren Worten.

Der Schreiber dieser Zeile hat an einer Universität über eine längere Zeit diese wechselseitige Abhängigkeit zwischen zwei Priestern beobachtet. Der Diener hat seinen Gönner nachdem er an die Macht gekommen ist sehr schnell an die Wand gestellt und hat sich als ein minderbemittelter, intriganter Machtmensch herausgestellt, was jedem, außer dem Gönner längst klar war. Bei dem Gönner lag sicherlich eine Homophilie vor, wahrscheinlich aber keine Taten, beim Diener weiß man es nicht, obzwar man munkeln hörte, dass bei diesem auch Taten folgten. Der Letztere ist Gott sei Dank noch kein Bischof geworden, worauf er stark spekulierte. Soviel muss man dieser Ortskirche noch zugutehalten. Also der hier beschriebene Mechanismus ist ein wahrer, obzwar in der Welt der Wissenschaft man ab und zu irgendwelche Nachweise vorlegen muss, was die Bischofsanwärter kaum betrifft. So fungiert man jahrzehntelang als Chauffeur oder Sekretär und hofft auf Belohnung in diesem Leben. Manchmal vergebens.

Einmal wurde ein vergesslicher Kardinalpräfekt, der sich seinen besonderen Sekretär aus dem Ausland geholt hatte, von seinem Schützling aufgefordert, ihm mit seiner Berufung in ein Bischofsamt den langen Dienst zu vergelten. Mag sein, dass der Kardinal dies auch wusste, aber ob der dunklen Vergangenheit seines Dieners gescheitert war. Als der Purpurträger ihm in seiner Not erklärte, dass man bestimmte Ziele lieber nicht anstreben solle, erinnerte ihn der Monsignore in aller Offenheit daran, wie er selbst vor lauter Ungeduld beinahe einem Herzanfall erlegen war, als die lang ersehnte Berufung zum Kardinal auf sich warten ließ. Damals hatte ihm der Diener beruhigen müssen mit dem Hinweis, sich in Geduld zu üben und auf den Papst zu vertrauen.

Es kommt aber auch vor, dass der Mächtige aus kühler Gleichgültigkeit heraus sein Werkzeug nach Gebrauch einfach fallenlässt und dabei einen Weg findet, den ins Unrecht zu setzen, der ihm mit einem klaren Ziel gedient hatte. Eine diesmal für den Unterlegenen höchst peinliche Situation.

Ja, das stimmt auch. Kommt aber überall vor. Nur außerhalb der Kirche ist es weniger bitter, weil man immer den Arbeitsplatz, die Stadt, das Land etc. wechseln kann und in der Kurie oder im Ordinariat ist man an die Scholle gebunden.

[1] https://traditionundglauben.wordpress.com/2015/05/27/augustin-poulain-sj-die-fulle-der-gnaden-1-einleitung-von-kard-merry-del-val/

[2] https://traditionundglauben.wordpress.com/2015/05/29/augustin-poulain-sj-die-fulle-der-gnaden-3-einleitung-von-kard-steinhuber/

[3] http://www.kath.net/news/8763

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