Das Fest der Cathedra Petri und der vorkonziliare Kalender


Heute feiert die Kirche nach dem alten, vorkonziliaren Kalender das Fest der Kathedrale Petri (Cathedra Petri), welche nach dem Konzil auf den 22. Februar verschoben wurde bzw., wie und ein Leser berichtigte, wurde es mit dem Fest der Cathedra Petri St. Antiochiae am 22. Februar zusammengelegt. Der von uns im nachfolgenden Beitrag zitierte Dom Prosper Guéranger gibt an, dass, obzwar das Fest der Cathedra Petri  sehr alt war, es im Jahre 1558 vom Paul IV. wiedererrichtet worden ist, um die Sichtbarkeit der Kirche und das Vorrecht des Bischofsstuhles von Rom zu zeigen, da eben Rom und nicht Antiochien das Märtyrium von Petrus erleben durfte oder, wie es schön Dom Guéranger  ausdrückt, „durch das Blut des hl. Petrus bewässert wurde“. Ja, Rom hat Petrus gekostet, denn er hat sich lange gesträubt dorthin zu gehen, beziehungsweise dorthin zurückzukehren, wie unser oben angeführtes Bild zeigt. Inwiefern sich die Feste vom 18. Januar und vom 22. Februar voneinander unterscheiden, soll an dieser Stelle nicht untersucht werden. Diese nachkonziliare Verschiebung qua Zusammenlegung geschah aber wahrscheinlich deswegen, um mehr Chaos zu stiften oder um „die unnötigen Wiederholungen zu vermeiden“. Denn das Fest der Cathedra Petri wurde in Gallien seit dem VI. Jhd. und woanders mindestens seit dem VII. Jhd. eben am 18. Januar gefeiert. Somit stellt es eine wirklich lange, liturgische Tradition dar, welche mindestens seit 1558 vorhanden war, sich zwischen VII. Jhd. und 1558 ein wenig verlor und nach dem Konzil dem Rotstift zum Opfer fiel. Dom Prosper Guéranger  schreibt zurecht, dass der Königsanspruch der Herrschaft Christi irgendwie mit einem Herrschersitz zusammenhängen muss. Christus ist zwar gegen den Himmel aufgefahren, sein Mandat zu binden und zu lösen, hat er aber dem hl. Petrus und seinen Nachfolgern übertragen. Die Kirche von Rom, wie schon der hl. Ignatius von Antiochien schreibt, ist deswegen ist erste, weil dort Petrus für die Kirche gestorben ist. Dieses Vorrecht Roms ist ohne die Bedeutung von Petrus, welche die Protestanten, die Modernisten und manche nachkonziliaren  Theologen in Abrede stellen wollten, ist ohne sein schon von den anderen Aposteln anerkanntes Primat nicht verständlich. Christus sagt zwar: „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt“, er sagt aber auch: „Ja ich bin ein König“. Deswegen kann die Kirche der Welt etwas vorschreiben und zwar im Namen Christi. Hören wir denn nicht auf Christus, dann hören wir auf die UNO, die Bilderberger, Frau Dr. Merkel oder andere, welche einen gott-ähnlichen Anspruch zu erheben scheinen oder es einfach tun. Da die nachkonziliare Kirche weitgehend jeden Anspruch aufgegeben hat, siehe die Ansprachen von Papst Franziskus, so ist es nur konsequent, dass dieses Fest eliminiert wurde. Es fing mit der Liturgie an und der Rest war vorprogrammiert.

Es stellt sich natürlich die Frage, ob es nicht gleichgültig sei, wann etwas gefeiert wird, falls es gefeiert wird? Wäre es aber gleichgültig, dann hätte man es gar nicht verschoben bzw. zusammenlegend, d.h. das Fest vom 18. Januar auf das Fest vom 22. Februar, ausgehebelt. Die Redaktion weiß zwar noch nicht, wie sich der irdische, liturgische Kalender spirituell auswirkt, natürlich von den Mond-und sonstigen Phasen abgesehen. Man müsste hierzu irgendwelche Okkultisten befragen, die uns dies ex contrario, also per Umkehrschluss, deuten könnten. Aber natürlich stellt die nachkonziliare „Kalenderreform“ ein Bruch mit der Vergangenheit und mit dem liturgischen Rhythmus von Jahrtausenden oder Jahrhunderten dar, was zumindest auf der psychologischen und soziologischen Ebene einen Schaden darstellt. Es scheint aber wirklich so zu sein, dass der alte Kalender spirituell irgendwie normativ ist. Woher wollen wir es wissen? Weil Satanisten ihre Rituale immer vor den großen, katholischen Festen feiern oder genau an demselben Tag, um diese sozusagen zu neutralisieren oder zu entweihen und sich dabei nach dem alten, vorkonziliaren Kalender richten.[1] Da es sich diesbezüglich zwar um Internetangaben handelt, die jedoch miteinander übereinstimmen, so können wir als Arbeitshypothese durchaus annehmen, dass diese Kalenderangaben stimmen. Und so feiern die Satanisten am 25. Januar den Großen Gipfel, ein Fest, welches am Tag der Bekehrung des Heiligen Paulus und am Oktavtag des heutigen, Cathedra-Petri-Festes fällt.[2] Das erste Fest wurde nach dem Konzil beibehalten, das zweite nicht. Man möge sich die Angaben in den Fußnoten selbst durchlesen, um unsere These: „Alter liturgischer Kalender ist spirituell bedeutsam“ zu verifizieren oder zu falsifizieren. Wie sind diese Koinzidenzien zu erklären? Die Satanisten haben einen feinen sensus fidei (Glaubenssin) nur ex contrario (per Umkehrschluss). Und ebenso hatten die ersten Missionare der Heiden in diesem Falle der Kelten und Germanen ein feines geistliches Gespür gehabt, da sie die christlichen Feste als Gegenfeste gegen die schon vorhandenen heidnischen Feste einsetzten. Dies gilt, wie wir alle wohl wissen, für den 25. Dezember, ein Datum für die Geburt Christi, welches schon recht früh, denn im IV Jhd. gegen den Mithras-Kult eingesetzt wurde.[3] Was aber im Einzelfall des heutigen satanistischen Kalenders früher war: das heidnische oder das christliche Fest entzieht sich zurzeit der Kenntnis unserer Redaktion. Dennoch scheint der Kalender nicht ohne Bedeutung zu sein.

paulus und antonius, velazques

So fällt das Fest der Kathedra Petri im alten Kalender interessanterweise nach den Festen von zwei Einsiedlern. Denn am 15.01 beging man das Fest des hl. Paulus, des ersten Eremiten und am 17.01 das Fest des Antonius des Wüstenvaters, was man immer noch tut. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Alles, denn damit die Kathedra Petri, im Sinne einer Kirche mit geistlichen Inhalten errichtet werden konnte, mussten einige vorarbeiten. Der hl. Paulus der Einsiedler hat über 90 Jahre als Eremit verbracht, bevor er kurz vor seinem Tode vom hl. Antonius besucht wurde, welchem er wohl seine ganze geistliche Erfahrung übermittelt hatte. Die Lesungen des zweiten Nokturs des tridentinischen Breviers berichten, dass sie miteinander mehrere Tage lang über die göttlichen Dinge geredet hatten. Die hatten es gut! Sicherlich ist die Einzelerfahrung des hl. Paulus in die Spiritualität des hl. Antonius eingeflossen und von da aus in die erste Ordensregel des Pachomius, später des hl. Basilius, zu Cassianus und schließlich zum hl. Benedikt von Nursia, von dem wir alle zehren. Ein schönes, ästhetisches Gebäude ist schön, aber es muss geistliche Inhalte bergen, um einen richtig verstandenen Geltungs- und Herrschaftsanspruch zu erheben. Der hl. Petrus hat ja selbst das Christentum in Rom nicht errichtet. Er gab eine Tradition weiter, welche sozusagen viele geistlich errichtet haben, aber nicht im Sinne von etwas subjektiv erfinden, sondern im Sinne von objektiv etwas erfahren.

Zum Trost beim Anblick des heutigen Papsttums, sprich von Papst Franziskus, hören wir uns die Motette: Tu es Petrus von Palestrina an, denn irgendwann, so hoffen wir, werden wir zu Lebzeiten noch einen katholischen Papst erleben.

Der Text der Motette, welcher das kurze Responsorium nach der dritten Lesung der ersten Nokturn des tridentinischen Breviers darstellt,[4] lautet wie folgt:

V. Tu es Petrus, et super hanc petram aedificabo Ecclesiam meam; et portae infernae non praevalebunt adversus eam. * Et tibi dabo claves regni caelorum.

R. Quodcumque ligaveris super terram, erit ligatum et in caelis; et quodcumque solveris super terram, erit solutum et in caelis. R. Et tibi dabo claves regni caelorum.

R. Du bist Petrus und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen; und die Pforten der Hölle werden gegen sie nicht die Oberhand behalten * Und Dir werde ich die Schlüssel zum Himmelsreich geben.

V. Was immer Du auf der Erde binden wirst, wird auch im Himmel gebunden werden; und was immer Du auf der Erde lösen wirst, wird auf im Himmel gelöst werden. R. Und Dir werde ich die Schlüssel zum Himmelsreich geben.

Und wenn sie „nicht überwinden werden“, dann werden sie nicht überwinden. Punkt, aus.

[1] http://www.theopenscroll.com/hosting/SatanicCalendar.htm https://survivorship.org/2015-dates/

[2] http://www.aufklaerungsgruppe-krokodil.de/Ritualzeiten.pdf Seite 3.

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten#Innerchristliche_Entstehung

[4] http://divinumofficium.com/cgi-bin/horas/officium.pl

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3 Gedanken zu “Das Fest der Cathedra Petri und der vorkonziliare Kalender

    1. Wir können es fachgerecht noch nicht sagen. Zu wenig Informationen.

      1. Nach Wikipedia gab es dieses Fest in Gallien seit dem VI. Jahrhundert.

      2. Nach Gueranger wurde es erst unter Paul IV. in den 1580-gern für die ganze Kirche verbindlich.

      3. Was zwischen VI. Jhd. und der Entscheidung von Paul IV. los war, wissen wir nicht. Wahrscheinlich war es eine alte lokale Tradition.

      4. Wahrscheinlich ist dies irgendwo nachzuprüfen und nachzulesen. Aber wir wissen es nicht.

      5. Es gibt Professoren der Liturgiewissenschaft, die es wahrscheinlich auch nicht wissen.

      6. Ein schönes Thema für eine Doktorarbeit. Wir wahrscheinlich von der DFG nicht gespondert werden.

      Soviel dazu.
      Nochmals das Fest vom 18. Januar hat einen anderen Schwerpunkt und eine andere Bedeutung als das vom 22. Februar. Aber, nach Gueranger, wurde es vor der Entscheidung des Pauls IV. am 22. Februar zusammen begangen, wahrscheinlich aber in einem anderen Sinne als nach dem Konzil. Man müsste darauf hin die Archive, die Manuskripte etc. durchforsten.

      Gefällt 1 Person

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