Bischofsperlen: Bischof Schwaderlapp „Gott braucht keine volkskirchlichen Strukturen“.


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Dank kath.net, unserem Bischofperlenlieferanten, können wir diesmal eine Aussage vom Kölner Weihbischof Schwaderlapp vorstellen, welche in seiner Predigt vom 6.01.2016 vorkommt und wie folgt lautet:

Gott bahnt sich seinen Weg zu den Menschen: Er braucht dazu kein katholisches Milieu, und er braucht dazu keine volkskirchlichen Strukturen, und er schafft es sogar ohne katholische Einrichtungen und Institutionen, selbst ohne religionspädagogische Konzepte. So wichtig das alles ist – Gott ist stärker und er geht seinen Weg zu den Menschen. Jeder Mensch hat eine Offenheit für Gott. Jeder Mensch ist gottfähig, wie der Katechismus der katholischen Kirche sagt, jeder hat eine Möglichkeit Gott zu entdecken. Gott bahnt sich seinen Weg![1]

Bischof Schwaderlapp fängt mit der Beschreibung der Situation der Waisen aus dem Morgenland an bevor er diese Worte sagt. Wir wollen hier nicht die ganze Predigt rezensieren, wo sich noch sicherlich weiter Bischofsperlen finden, wir wollen dieses Jahr den Weihbischof nicht beschämen, indem wir die Predigten der Kirchenväter aus der Oktave der Epiphanie, welche leider 1955 abgeschafft wurde, übersetzen, sondern warten ein Jahr bis sich diese Texte auf Deutsch auf divinum officium einfinden. Soviel Bequemlichkeit darf ab und zu sein.

Wir wollen hier nur vermerken, dass sich zwar Gott vor der Geburt Christi und seinem öffentlichen Wirken zwar tatsächlich verschieden den Weg bahnte, aber er seit Pfingsten es durch die Kirche tut. Die Begebenheit mit den Heiligen Drei Königen oder mit den Waisen aus dem Morgenland ist tatsächlich historisch und zwar nicht historisch-kritisch, sondern nur historisch. Die Kirchenväter sagen:

„Die Heiden kommen zu Christus. Nicht Christus zum Stern, sondern der Stern zum Christus. Nicht Christus richtet sich astrologisch nach dem Stern, sondern der Stern führt zu ihm und bleibt stehen. Die ganze Weisheit des Morgenlandes kommt zum Erlöser und die Heiden entdecken den, den die Hohepriester entdecken sollten.“

(Wir haben doch etwas aus der Epiphanie-Oktave zitiert, obwohl wir uns zurückhalten wollten.) Aber seit der Entstehung der Kirche kann man doch nicht sagen, dass „Gott sich auch so seinen Weg bahnt“.

Dies sagt wohlbemerkt nicht ein pfingstlerisch-evangelikaler Prediger, nach dem Motto: „Christus ja, Kirche nein“, sondern ein katholischer Weihbischof, der als offen, dialogbereit, beliebt etc. irgendwann zu einem Diözesanbischof wird. Diese Aussage des kirchlich-klerikalen Antiklerikalismus ist doch eine kirchliche Bankrotterklärung, denn was heißt es übersetzt?

  • Gott bahnt sich seinen Weg zu den Menschen also scheinbar direkt, ohne den Mittler Christus, seine Menschwerdung und Kreuzestod. Was hat denn Gott vor 6.01.2016 getan, dass er sich jetzt erst den Weg bahnt?
  • Er braucht dazu kein katholisches Milieu also Katholizismus ist nutzlos, das „Milieu“ auch. Aufgrund aber seiner fehlenden Katholizität oder der Direktoffenbarung Gottes, der „sich seinen Weg bahnt?“
  • er braucht dazu keine volkskirchlichen Strukturen, weil sie keine Verkündigung leisten oder weil die Kirche an sich nutzlos ist?
  • er schafft es sogar ohne katholische Einrichtungen und Institutionen, ja in Deutschland muss er wohl, denn die taugen ja nichts.
  • selbst ohne religionspädagogische Konzepte siehe oben, da sie zum Atheismus führen.
  • Jeder Mensch hat eine Offenheit für Gott. Jeder Mensch ist gottfähig, ja das wissen wir wenigsten seit Philo von Alexandrien, Justin und Athenagoras, aber sie alle schrieben an die Heiden.

Bischof Schwaderlapp scheint sich in einer Zeit der noch vorjüdischen Uroffenbarung zu befinden, also noch vor Abraham, wo, wie Justin oder Clemens von Alexandrien schrieben „die Samenkörner der Wahrheit“ bei allen Völkern ausgestreut wurden, bevor Gott sich für Abraham und seine Nachkommen entschied. Diese „Uroffenbarung“ war aber keine richtige Offenbarung, weil sich da die Dämonen verfälschend einmischten und zur Idolatrie führten und die Menschen vor der Offenbarung der Wahrheit durch und in Christus schrecklich irrten. Seit 2000 Jahren haben wir aber den sicheren Heilsweg der Kirche oder wir hatten ihn ungefähr bis zum letzten Konzil, wo der Spruch von der „Gottfähigkeit“ des Menschen, nach Rahner, die Runde machte und jegliche Offenbarung, Mission, Bekehrung, Taufe, Kirche etc. unnötig zu sein scheinen. Bischof Schwaderlapp sagt aber nicht: „Gott braucht keine Kirchensteuer“. Interessant. Dieser Logik zufolge ist die Existenz des Bischofs Schwaderlapps sinnlos, denn Gott bahnt sich sowieso seinen Weg, auch ohne die Weihbischöfe und ohne ihn. Sind die Aussagen des Bischofs absolut falsch? Nein, aber sie sind sehr irreführend. Denn direkte Privatoffenbarungen Gottes, der „seinen Weg zu den Menschen geht“, sind extrem selten. Vielleicht rechnet der Bischof mit dieser Sonderoffenbarung, da er nichts verkündet und die Erzdiözese Köln auch nicht. Möglich wäre es. Da diese Predigt einige Bischofsperlen mehr bietet, so wollen wir unser Pulver nicht zu schnell verschießen.

Man kann uns natürlich Bosheit und tendenziöse Auswahl vorwerfen. Alle Auswahl ist tendenziell und tendenziös, aber eine gute Predigt oder einen guten Text, der ja kolportiert und veröffentlich wird, macht gerade das aus, dass er solche Passagen, besonders am Anfang, als man noch zuhört, nicht enthält. Denn was ist es wieder? Jawohl, die Miss-Wahl und der Weltfrieden.[2] Man redet dem Volk nach dem Mund und fängt antiklerikal an, wahrscheinlich, weil man selbst so empfindet. Wenn man bedenkt, welch eine Corporate Identity manche Menschen haben, welchen Stolz gerade in diesem und nicht jenem Betrieb zu arbeiten, der natürlich der Wichtigste auf der ganzen Welt ist. Und ein katholischer Bischof sagt, dass seine Kirche völlig nutzlos ist, weil sich Gott „seinen Weg zu den Menschen auch so bahnt“. Ist doch betrüblich.

Wird irgendwo ein neuer Weihbischof geweiht, so hoffen die verbliebenen katholischen Katholiken in Deutschland:

Na, vielleicht diesmal.

Wie in dem berühmten Lied der Sally aus dem Film „Cabaret“:

Maybe this time, I’ll be lucky, maybe this time he will stay?[3] [in unserem Fall bei der Lehre der Kirche]

Und dann hört man die eine Predigt, die andere und es ist genauso, wie es war. Für die Bildungshungrigen unter uns sei angefügt, dass der Film Cabaret nach dem autobiographischen Buch eines amerikanischen Homosexuellen, Christopher Isherwood, gedreht wurde, sodass der weibliche und männliche Hauptpart die Erlebnisse des Autors selbst widerspiegeln.[4] Leider ist keiner geblieben und Isherwood war unglücklich, wie es bei Sünde immer so ist. Auf Bischof Schwaderlapp zurückkommend, lässt sich sagen, dass leider diese Predigt eine Enttäuschung begründet und deswegen sollten wir auch für ihn am letzten Freitag dieses und jeden Monats beten.

[1] http://www.kath.net/news/53528

[2] https://www.youtube.com/watch?v=AfhVRAA4oGM https://www.youtube.com/watch?v=3st-Hai1y54

[3] https://www.youtube.com/watch?v=udmjmfp98Sw

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Leb_wohl,_Berlin

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2 Gedanken zu “Bischofsperlen: Bischof Schwaderlapp „Gott braucht keine volkskirchlichen Strukturen“.

  1. Hat dies auf Kirchfahrter Archangelus rebloggt und kommentierte:
    Deutschland, deine Bischöfe…
    zur Thematik des Gehorsams der Bischofshierarchie gegenüber hat der katholische Philosoph Prof. Dr. von Hildebrand in seinem Werk „Der verwüstete Weinberg“ bereits 1973 das Richtige ausgeführt: „Wenn es sich gar um unsere Haltung zu allen Verfügungen eines Bischofs handelt, so wäre diese Loyalität ein Unrecht in einer Zeit, in der eine „Fünfte Kolonne“ in der Kirche existiert, zu der auch Bischöfe gehören und in der auch viele Bischöfe, obwohl sie nicht selbst dazu gehören, doch die öffentliche Meinung mehr fürchten als Gott und darum immer mit dem Strom des Zeitgeistes mitschwimmen oder wenigstens den Kampf gegen die herrschenden Tendenzen nicht aufzunehmen wagen“ (a.aO., Seite 242).
    Die Heilige Schrift fasst sich übrigens kürzer: „Weh euch Hirten, die ihr die Herde meiner Weide umkommen lasst und zerstreut! spricht der HERR. Darum spricht der HERR, der Gott Israels, von den Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Herde zerstreut und verstoßen und nicht nach ihr gesehen. Siehe, ich will euch heimsuchen um eures bösen Tuns willen, spricht der HERR (Jeremia 23, Verse 1 und 2).

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