Bischofsperlen: Bischof Schick geht joggen


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Da die Fortsetzung unserer Acedia-Reihe noch auf sich warten lassen wird, so wollen wir wieder eine kleine Bischofsperle publizieren, um unsere Leser bei der Stange zu halten. Es ist wieder eine Perle der Kategorie Light, für die Kategorie „gewichtig“ werden wir uns den Aussagen von Kardinal Marx widmen, dennoch Bischofsperle ist Bischofsperle. Wie die Medien berichten, sowohl die weltlichen als auch die katholisch-lobhudlerischen geht Bischof Schick von Bamberg, im Alter von 66 Jahren, jeden Tag um fünf Uhr eine halbe Stunde joggen, wobei er so schnell läuft, dass ein jüngerer Sportreporter Mühe hatte den Bischof einzuholen. Der Morgen des Bischofs sieht wie folgt aus:

  1. Joggen
  2. Duschen
  3. Kaffetrinken
  4. Beten[1]

Die kna, die selten gelesene Nachrichtenagentur mit einem Budget von 2 Milionen Euro pro Jahr, weiß außerdem noch zu berichten:

Nicht fehlen durfte hinterher [im bischöflichen Palais] dann das Bild der erzbischöflichen Laufschuhe. Nicht nur die morgendlichen Jogging-Runden durch die Bamberger Altstadt verlangen von dem Sportabzeichen-Träger und bekennenden Fan des 1. FC Nürnberg Ausdauer, sondern auch sein Terminkalender. Der nämlich ist immer gut gefüllt, dank des großen Erzbistums und der weiten Welt.[2]

Ja, was wollen wir denn? Ist das nicht eine gute Nachricht? Ein Bischof, aber sportlich, weltoffen, dialogbereit, etc. etc. Würde es sich um einen Beitrag in der Men‘s Health handeln zum Thema: „Meine tägliche Laufeinheit“, dann könnte der Bischof mit gutem Beispiel sportlich vorangehen. Aber bei unserem Blog geht es um das innere Leben und die Theologie. Was ist die erste Amtshandlung eines Geistlichen? Wann ist die Seele am aufnahmefähigsten? Wo ist sie noch vom Schlaf benommen, aber neuer Eindrücke ledig? Wann haben die Ordensleute ihre Betrachtung zu machen? Jawohl, am Morgen und zuerst am Morgen. So wurde es in jedem Priesterseminar, in jedem Noviziat und bei allen Exerzitien gelehrt. Der Schreiber dieser Zeilen ging auch morgens zuerst joggen, obwohl nicht täglich, manchmal auch eine halbe Stunde, manchmal auch mehr. Er stellte aber fest, dass ohne das morgendliche Gebet er irgendwie gereizt und unausgeglichen war, auch wenn das Gebet nach dem Joggen und nach dem Frühstück folgte. Man kann sich dann zwar etwas besser konzentrieren, aber die geistliche Aufnahmefähigkeit ist wirklich schlechter. Deswegen gleich nach dem Aufstehen und Duschen, falls dieses Detail erwähnt werden muss und danach sogleich beten. Man lädt sich auf und erhält Inhalte über die man zum Beispiel beim Joggen oder im Auto oder Bus zur Arbeit nachdenken kann. Bei vorkonziliaren Brevieren sind es wirklich viele Inhalte, die man den ganzen Tag lang mit sich herumträgt. Deswegen ist auch das erste Gebet, die Matutin, falls man sie als erstes Tagesgebet betet, das längste. Im Falle des Tridentinischen Breviers dauert es 40 Minuten beim zügigen Lesen, die Meditationszeit nicht eingeschlossen. Ja, das ist recht viel und das Joggen kann dann, besonders im Winter zu kurz kommen. Man wird aber geistlich und intellektuell bereichert und gibt weniger Plattitüden von sich. Denn was hatte Bischof Schick bei der Silvesterpredigt zu sagen:

„Familie hat in unserer Gesellschaft nicht den Stellenwert, den sie haben müsste“, sagte er am Silvesterabend im Bamberger Dom.

Er rief die Politik auf, Familien beim Steuerrecht und bei den Rentenansprüchen besser zu berücksichtigen. Auch im Arbeitsrecht müsse mehr Rücksicht auf Familien genommen werden. Im Grundgesetz werde die Familie unter den besonderen Schutz des Staates gestellt, weil sie für die Gesellschaft einzigartige Bedeutung habe.


„Ohne Familie ist kein Staat zu machen“

„Dem muss die Politik auch heute entsprechen, denn ohne Familie ist kein Staat zu machen“, sagte Schick. Ein großes Anliegen sei ihm die Besserstellung kinderreicher Familien. „Kinderreichtum darf kein Armutsrisiko bedeuten“, sagte Schick und fügte hinzu: „Die Politik muss sich mehr anstrengen, um Ehe und Familie zu unterstützen, muss Vertrauen in sie setzen und die entsprechenden Entscheidungen treffen.“

Jede Familie solle ein Ort der Liebe, der Freude, des Wohlwollens und des Wohlbefindens, der Solidarität und der Hilfsbereitschaft sein, sagte der Erzbischof. Dazu brauche jede Ehe und jede Familie auch Barmherzigkeit und Vergebung. Ohne Versöhnung, die die Anerkennung, Böses getan und Gutes unterlassen zu haben, voraussetze, könne ein Familienleben nicht bestehen. Der Unschuldswahn in der heutigen Gesellschaft sei ein großes Problem.[3]


Bevor wir hier noch fragen, was ein „Unschuldswahn“ ist und warum es wahnsinnig ist unschuldig zu sein oder sein zu wollen, brechen wir lieber ab. Handelt es sich hier um eine Homilie, also um eine theologische Vertiefung des Wortes Gottes und die Darstellung der Lehre der Kirche oder um eine politische Rede an einem CDU, SPD, Grüne […beliebig einsetzen]- Parteitag? Schreibt Bischof Schick seine Texte selber? Oder werden sie ihm von dem großen Gleichstellungszentrale zur Verfügung gestellt? Es fehlt noch der Gedanke über den notwendigen Weltfrieden, wie bei jeder Misswahl, siehe den Film „Miss Undercover“ mit Sandra Bullock[4] und die Aufforderung zur Rettung der Wale. Für alle, die diesen Film nicht kennen, geht es in dieser Szene darum, dass die Kandidatinnen bei einer Miss-Wahl dem Publikum diesen Auftritt präsentieren, welches das Publikum erwartet. Das Publikum erwartet von einer Miss-Kandidatin, dass sie nett, hübsch, dümmlich ist und über den Weltfrieden spricht und dementsprechend sprechen die Kandidatinnen vom Wunsch nach Weltfrieden. Bei den deutschsprachigen Bischöfen gibt es seit mindestens 50 Jahren eine Miss-Wahlen-Mentalität es der Politik nach dem Mund zu reden, jedoch aber so, dass es in den Medien „mutig“ rüberkommt. Politisch korrekter geht es kaum, langweiliger und platter auch nicht. Hat man nichts zu sagen, dann liest man Zeitungen, um sich danach zu richten, was die Menschen gewohnt sind, um ihnen das Gewohnte zu präsentieren.

Denn jahrzehntelanges zuerst Joggen und am Ende beten, wahrscheinlich auch weniger als eine halbe Stunde, hinterlässt doch seine Spuren. Nicht wahr, Herr Bischof Schick? Wir beten trotzdem für Sie, die Sie der „gewissermaßen Außenminister der katholischen Kirche Deutschlands“ sind, wie Sie schön die kna bezeichnet.[5] Bisher wussten wir zwar nicht, dass es eine katholische Kirche Deutschlands gibt, wir dachten immer, dass es sich um die römisch-katholische Kirche in Deutschland handelt, aber die kna weiß es sicherlich besser und ganz offen kann sie ja noch nicht über die deutsch-katholische Kirche Deutschlands schreiben, im Sinne der Weg-von-Rom-Bewegung mit denen die deutschen Bischöfe naaatüüürlich nichts zu tun haben. Die „katholische Kirche Deutschlands“ ist eine Regierung mit einem eigenen Außenminister und der ist Bischof Schick, der täglich am Tagesanfang eine halbe Stunde joggt. Gut, dass wir jetzt Bescheid wissen.

[1] http://www.donaukurier.de/lokales/hilpoltstein/Joggen-Um-5-Uhr-joggt-der-Bischof;art596,3164272

[2] http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/der-dauerlaufer#

[3]http://www.infranken.de/regional/bamberg/Erzbischof-Schick-will-Vertrauen-in-die-Familie-staerken;art212,1490862

[4] Hier das englische Original https://www.youtube.com/watch?v=B1ZOWwW2agQ Und hier die deutsche Version: https://www.youtube.com/watch?v=AfhVRAA4oGM

[5] http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/der-dauerlaufer

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