Bäumer, Geschichte des Breviers. (4) Einleitung: § 1. Begriff und Inhalt des Breviers


cuthbert

Breviarium als die Kurzfassung

Das Werk von Pater Bäumer beginnt leider mit einer Wissenslücke, die wahrscheinlich zu seiner Zeit nicht zu schließen war und auch jetzt vom Schreiber dieser Zeilen nicht geschlossen werden kann. P. Bäumer schreibt, dass man in der zweiten Hälfte des Mittelalters anfing das vorherige Gebet zu kürzen und die vielen Hilfsbücher wie:

  • Psalterium,
  • Antiphonale,
  • Hymnales,
  • Lectionale
  • etc.

in eins, d.h. die verkürzte Fassung „Breviarium“ genannt, zusammenzufassen.  Er schreibt aber nicht genau, wann es war. Dennoch war diese Zusammenfassung  eine Verkürzung. Wie bekommt dem Individuum und der Kirche die Verkürzung des Gebets? Wir ahnen es schon: schlecht. Der Schreiber dieser Zeilen meint, wie viele andere auch, dass der Untergang der katholischen Philosophie und Theologie mit dem Tod von Thomas von Aquin im Jahre 1274 einsetzte, denn philosophisch gesehen war das, was danach folgte nur ein Prozeß der Zersetzung, welcher schließlich über den Nominalismus zum Auftritt Luthers 1517 führte mit dem anschließenden Sacco di Roma nur zehn Jahre später im Jahre 1527.  Es kann natürlich sein, dass die zweite Hälfte des Mittelalters genau die Zeit nach 1274 ist. Denn von da an fing man zuerst philosophisch und dann theologisch zu irren, weil insgesamt weniger gebetet wurde? Möglich wäre es, wenn man die Brevierreformen im XX. Jhd. in ihre Konsequenzen, hier nur die wichtigsten politischen genannt, sich anschaut:

  • 1911 – das verkürzte Brevier des Pius X. Divino afflatu, ab 1.01.1913 vorgeschrieben

    • 1914-1918 Erster Weltkrieg
    • 1917 Oktoverrevolution
    • 1911 Faschistischer Staat in Italien
    • 1933 Hitlers Machtergreifung
    • 1939-1945 Zweiter Weltkrieg
    • 1945 Besetzung Osteuropas durch Sovjetische Truppen (Teilweise auch zuvor)
    • 1950-1953 Koreakrieg
    • 1953-Stalins Tod und anschließende Säuberungen
    • Weiterentwicklung vieler Häresien, noch im Verborgenen
  • 1955 – das Pianische Brevier
    • 1956 Ungarnaufstand
    • 1956 Poseneraufstand in Polen
    • 1958-1969 Revolution auf Kuba
    • 1958 Fünfte Französische Republik, nicht gerade katholikenfreundlich
    • Weiterentwicklung vieler Häeresien
    • die Reformen der Karwoche unter Bugnini
  • 1960 – das Brevier des Johannes XXIII.
    • 1961 Bau der Berliner Mauer
    • 1961 Scheitern der Schweinebucht-Invasion der USA auf Kuba
    • 1962 Kubakrise
    • 1962-1965 das Zweite Vatikanische Konzil
    • 1963  Ermordung Kennedys
    • 1964 Gründung der PLO
    • 1966 Beginn der chinesischen Kulturrevolution
    • 1966 Gründung des Satanskirche (Church of Satan) in den USA
    • 1968 Höhepunkt der Studentenrevolution
    • 1969 Britische Truppen in Nordirland
    • Häresien brechen offen aus
    • Kontinuierlicher Niedergang der Kirche
  • 1970 – das Nachkonziliare Brevier
    • ach ja…

Wir sparen uns an dieser Stelle die Aufzählung aller unerfreulichen Ereignisse seit 1970, aber der katholische Glauben wurde seitdem kaum gestärkt. Natürlich kann man dieser Zusammenstellung vieles vorwerfen, dass man etwas zusammenstellt, was in keinem Bezug zueinander steht. Dies ist aber eine materialistische Sicht der Dinge. Wir glauben, dass das Geistige auf das Materielle Einfluß hat und dass die fehlende Heiligkeit, die u.a. vom fehlenden Gebet resultiert, Einfluß auf die Welt hat. Wird das göttliche Licht, metaphorisch gesprochen, vom Himmel herabgezogen, so können sich alle an ihm weiden. Genauso sehen es die Satanisten, nur andersrum. Sie wollen möglichst viel Dunkleheit zustande bringen, durch ihre Rituale und damit verbundene Folterungen und sexuelle Exzesse, um mit dieser Dunkelheit die Welt zu überfluten. Daher die Notwendigkeit der Beter, der Orden und besonders der kontemplativen Orden. Der Abt vom altrituellen Le Barroux sagte, dass für sie das größte Kompliment sei, wenn die Weltleute ihnen sagen:

Euer Leben ist völlig nutzlos!

Wenn man weiß, dass die Welt vom Satan inspiriert wird, dass dieser lügt und alles umdreht, so lautet diese Aussage übersetzt:

Euer Leben ist absolut unersetzlich!

Den Teufel ärgert es und darum schickt er seine Mannen. Es ist interessant, wie immer gegen die kontemplativen Orden gewettert wurde und heute mehr als je zuvor. Leider auch in der Kirche. Wenn es so unnütz ist, warum sich so aufregen? Lasst sie doch. Der Feind aller Aufklärer, allen voran Voltaire, war natürlich der Mönch und im protestantischen Deutschland erst recht. Dabei waren sie es, welche die Heiligkeit für uns gleichsam generierten und einen geistlichen Schutzschirm für die Welt aufbauten. Es ist wirklich so, dass seit der zweiten Hälfte des Mittelalters immer weniger gebetet wurde, weil die vorgeschriebenen Gebetszeiten immer mehr verkürzt wurden. Interessanterweise hält man gerade im XX Jhd. oder sagen wird es offen seit dem Konzil für gegeben, dass man heutzutage wirklich keine Zeit für das Gebet hat, obwohl gerade in der zweiten Hälfte des XX Jhds. man viel mehr technische Hilfsmittel hat, ale jemals zuvor. Natürlich hat man Zeit, bspw. um zu fernsehen, zu googeln, in unnötigen Gremiensitzungen zu sitzen und das Miteinander zu pflegen. Dafür ist Zeit vorhanden, für das Gebet nicht.

Nun ja den Rest der Ausführungen von Pater Bäumer kann sich jeder selbst durchlesen. Wir fügen diese Seiten auch als pdf-Datei bei, um es sich eventuell auszudrucken. Es ist reichhaltig und gut.

 

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2 Gedanken zu “Bäumer, Geschichte des Breviers. (4) Einleitung: § 1. Begriff und Inhalt des Breviers

  1. Ich halte Ihre Bemühungen und konkrete Unterstützung für das Gebet für sehr lobenswert. Wenn die Hände nicht mehr zum Gebet erhoben sind sondern kraftlos herabsinken, dann gewinnt die ausschließlich diesseitig materialistische Weltanschauung die Oberhand. Der Zweifel, ob der Herr mit uns ist, schwächt die Kirche und macht sie angreifbar. Darum halte ich Ihren Blog zur Stärkung des Glaubens und des Gebets für sehr hilfreich.
    In Christo
    Ein Leser

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