Die Bischofskonferenz oder kann man jemanden Gnaden vermitteln?


arts-graphics-slid_1191963a

Da einige von uns bereits für die Bischofskonferenzen gebetet haben und es sie viel gekostet hat, so wollen wir für die Zukunft vorsorgen und eventuelle Zweifel, die der Teufel sicherlich säen wird, von vornherein entkräften. Unser Anliegen lautet:

Wir bitten Gott, dass er den Bischöfen die notwendigen Gnadengaben gibt, damit sie endlich den katholischen Standpunkt in der Lehre und Moral vertreten.

Was ist gratia sufficiens?

Man kann sich natürlich die Frage stellen: Haben denn unsere Bischöfen nicht ausreichend viel Gnaden, wenn man dem katholischen Dogma von der gratia sufficiens (zureichende Gnade) folgt? Die Dogmatik von Diekamp-Jüssen gibt diese Wahrheit wie folgt wieder:

„Es gibt eine gratia sufficiens, d.h. eine Gnade, die zu einem Heilswerk das Können verleiht und ohne die das Heilswerk unmöglich ist.“[1]

Dies ist eine Aussage de fide, d.h. sie wurde von der Kirche dogmatisch verbindlich festgelegt. Die 2. Synode von Orange (529) fasst es folgendermaßen:

„Wir glauben gemäß dem katholischen Glauben auch dies, dass alle Getauften nach dem Empfang der Taufgnade mit Christi Hilfe und Mitwirkung (Christo auxiliante et cooperante) erfüllen können (possint) und müssen (debeant), was zum Seelenzheil gehört, wenn sie sich gläubig bemühen wollen. Dass aber irgendwelche durch göttliche Macht zum Bösen vorherbestimmt seien (praedestinatos), das glauben wir nicht nur nicht, sondern, wenn es welche gibt, die so Übles glauben wollen, so sagen wir diesen auch mit ganzer Abscheu: Anathema!“ (DH 397)

Das Dogma von der gratia sufficiens bedeutet einfach, dass Gott jedem ausreichend viel Gnade gibt, um zum Heil zu kommen, sodass niemand von Gott „zum Bösen vorherbestimmt sei“, sodass er in die Hölle kommen muss, weil Gott es so wollte. Wir können, erstens, die Anforderungen Gottes an uns erfüllen und zweitens, müssen wir sie erfüllen, um zum Heil zu kommen, also es wenigstens ins Fegefeuer zu schaffen. Es liegt bei uns, bei Gott gibt es keinen Mangel auch keinen Mangel des Gebens. Die Lehre von der gratia sufficiens wird natürlich vom Tridentinum gegen die Reformatoren mehrmals wiederholt und präzisiert (DH 1536-1538, 1572). Wir wollen hier nur eine schöne Aussage von hl. Augustinus, den das Konzil zitiert, anführen:

„»Denn Gott befiehlt nichts Unmögliches, sondern wenn er befiehlt, dann mahnt er, zu tun, was man kann, und zu erbitten, was man nicht kann«“ (DH 1536)

»Nam Deus impossibilia non iubet, sed iubendo monet, et facere quod possis, et petere quod non possis« (Augustinus, De natura et gratia 43, n. 50 [CSEL 60, 270/PL 44, 271])

 Die Gnaden der Bischöfe

Welche Gnaden hat denn ein katholischer Bischof? Er hat die folgenden:

  • Die Taufgnade,
  • Die Gnade des Bußsakraments,
  • Die Gnade der Hl. Kommunion,
  • Die Gnade der Firmung,
  • Die Gnade der Priesterweihe samt der Standesgnade als Priester,
  • Die Gnade der Bischofsweihe samt der Standesgnade als Bischof.

Dazu können noch persönliche Gnaden kommen, die man sich durch Verdienste und Gebete aneignet. Man könnte also meinen, dass die Angehörigen der Bischofskonferenzen genug Gnaden haben und unser mühevolles Knien und Beten gar nicht nötig haben. Dem ist aber nicht so. Die persönliche Kenntnis der Bischöfe der DBK ist beim Schreiber dieser Zeilen recht übersichtlich. Er hat aber bisher drei persönlich kennengelernt: zwei Ortsbischöfe und einen Weihbischof. Andere Bischofsbekanntschaften aus anderen Ländern lassen wir hier außen vor. Die Diagnose bei den drei DBK-Bischöfen:

  • Weihbischof: gut, betend, katholisch und fromm (wahrscheinlich deswegen nicht weiter aufgestiegen).
  • Ortsbischof nr. 1: vielleicht restgläubig, verschmitzt, „jedoch-aber-wenn-die-pastoralen-Gründe-dafür-sprechen“, steht höchstwahrscheinlich einer unkatholischen Organisation nahe, alle seine Entscheidungen waren für die jeweilige Ortskirche sehr destruktiv. „Nach rechts winken, nach links abbiegen“.
  • Ortsbischof nr. 2: Agnostiker, kein geistliches Leben führend, lebt jahrzehntelang in einer schweren Sünde, sehr glatt und selbstbeherrscht, glaubt undurchdringbar zu sein und „das Spiel“ gut zu spielen.

Es gibt also nichts zu lachen und die Lage der Kirche ist so, wie sie ist. All diese Bischöfe haben die o.a. Gnaden zur Verfügung, aber sie müssten es wollen von ihnen Gebrauch zu machen. Die katholische Sakramentenlehre sagt, dass die sakramentale Gnade sich nicht entfalten kann, wenn der Empfänger ihr ein Hindernis (obex) in den Weg steht. Wie z.B. das Leben in schwerer Sünde beim Ortsbischof nr. 2. Die Gnadengaben Gottes und der Kirche, welcher er sie anvertraut hat, kann man am besten mit einem luxuriösen Fitnessstudio vergleichen. Alle Geräte stehen bereit, es gibt einen Wellness-Bereich, einen Whirlpool, Massagen, Personal Trainer, jede mögliche Beratung und alle möglichen Hilfen, die man sich träumen kann. Warum bleiben dennoch so viele Mitglieder dick und untrainiert? Weil sie nicht trainieren und all dieses Angebot nicht in Anspruch nehmen. Man muss einfach mitmachen, auch mit der Gnade, unsere Mitwirkung ist gefragt, denn Gott gibt seine gratia sufficiens, welche als die Standesgnade uns die Erfüllung der jeweiligen Aufgaben ermöglicht. Warum wirken denn die Bischöfe nicht mit? Weil sie zu faul und manche einfach zu ungläubig sind. Vielleicht sind sie schon ungläubig ins Priesterseminar eingetreten, passiert öfters als man denkt, vielleicht wurden sie dort vom Glauben abgebracht, dann die weiteren Studien, die „jedoch-aber-wenn-Theologie“, Frauengeschichten oder homosexuelle Affären, leider bei den von den Dominikanern oder den Jesuiten geführten Hochschulen, siehe Prälat Charamsa oder vorher David Berger, seit Jahren an der Tagesordnung, dann ein jahrzehntelanges Doppelleben mit äußerem Aktionismus und schließlich die Bischofsberufung. Und wir haben, was wir haben. Verstockung bei vielen, Angst und Faulheit bei anderen. Wir werden mit unseren Gebeten ihren Willen nicht ändern, aber ihnen ein wenig Licht geben, damit sie ihre Situation erkennen oder wie man es bei Tieren manchmal tut, mit der Nase aufs Essen, d.h. die Gnade, stoßen. Die Sicht der eigenen Person im göttlichen Lichte ist für einen Sünder oder einen Lauen nichts Angenehmes. Es kann viel Hass und Verzweiflung folgen. Daher meidet man die Frommen, besonders jene, die es einem vorleben, dass es doch geht.

Gnaden muss man erbitten

Außerdem verlangt die Pädagogik Gottes, dass man um Gnaden, die man erhalten möchte bittet und betet. „Unser tägliches Brot gib uns heute“, aber Atheisten haben doch auch was zum Essen, ohne dass die beten. Ja, aber für uns ist es verdienstvoll, denn mit dem Brot erhalten wir weitere Gnaden. Gott belohnt den Beter und den Bitter, auch in diesem Leben aber erst richtig in der Ewigkeit. Wenn man um bestimmte Dinge nicht betet, so erhält man sie nicht. Wir werden irgendwann einmal die vorkonziliaren Bittgebete, wie sie z.B. im alten Brevier stehen oder in der Alten Messe vorkommen, übersetzen. Dann werden wir alle sehen, wie viele Gnaden uns nicht zugeteilt werden, weil wir nicht um diese, liturgisch korrekt, beten. Denn die Form spielt tatsächlich eine Rolle. Da wirklich die wenigsten Katholiken für ihre Bischofskonferenz gebetet und geopfert haben, so haben wir eine solche, die wir vielleicht verdienen. Manchmal muss man einfach kämpfen, zuerst geistlich, um den geistlichen Raum vorzubereiten, und danach in einer geeigneten Weise tätig werden. Gott muss doch sehen, dass wenigstens wir es ernst meinen. Daher wenn die Zweifel und Anfechtungen kommen: durchhalten!!!

[1] Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Will: Alverna 2013, 709.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s