Was können wir für die Terroropfer von Paris tun? Das tridentinische Totenoffizium beten!


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Nach der katholischen Lehre ist die Seele unsterblich. Sie lebt also nach dem körperlichen Tod weiter und trägt in der Ewigkeit die Konsequenzen ihrer Taten, die sie zu Lebzeiten begangen hat. Von diesen Taten hängt ihr weiterer Los ab. Denn sie kann:

  1. In den Himmel,
  2. In die Hölle,
  3. In das Fegefeuer gelangen.

Direkt in den Himmel gelangen die Wenigsten und jetzt wohl weniger als je in der Kirchengeschichte zuvor. Privatmeinung unseres Blogs. In die Hölle gelangen leider viele, doch die allermeisten gelangen in das Fegefeuer – den Ort der Reinigung- wo sie von den Konsequenzen, den zeitlichen Sündenstrafen, gereinigt werden, um von dort zur Anschauung Gottes zu gelangen. Die Darlegung der katholischen Lehre vom Fegefeuer soll an einer anderen Stelle erfolgen. Doch es erschließt sich wohl allen, dass man annehmen muss, dass nicht alle Menschen so gut sterben, dass sie direkt in den Himmel kommen und nicht alle so schlecht sind, dass sie in die Hölle kommen. Es muss, logisch betrachtet, einen Zwischenstand geben. Und den gibt es wirklich. Da diese Menschen noch weiterhin existieren und unter der Läuterung leiden, denn diese ist leidvoll, so stellt sich die Frage, ob wir für sie etwas tun können? Ja, wir können es.

Wir können für sie beten und wenigstens einen Teilablass erwirken, d.h. den fürbittweisen Nachlass der zeitlichen Sündenstrafen dies bedeutet die Ablässe erwirken. Dies bedeutet, dass es ihnen im Fegefeuer etwas besser gehen wird, da jemand für sie betet. Man kann sogar, falls es dem Willen Gottes entspricht, sie ganz „freibeten“, d.h. den Übergang in den Himmel erleichtern. Diese Lehre, dass die lebenden Glieder der Kirche für andere, die im Fegefeuer sind, etwas erwirken können ist eine de fide Lehre der Kirche von den sog. Suffragien (DH DH 838, 856, 1820, 1867).

Wenn wir also:

  • im Gnadenstand sind und nicht exkommuniziert,
  • bestimmte Gebete beten,
  • die Intention erwecken, dass diese Gebete den Ermordeten von Paris zugutekommen

dann haben wir die Sicherheit, dass Gott, nach seinem Willen, unsere Gebete erhört und es den Seelen dieser Menschen ein wenig oder viel besser geht. Es ist sogar möglich, dass sie durch unsere Gebete in den Himmel kommen, wenn ihr Sündenmass nicht zu schwer ist.

Vorausgesetzt natürlich, dass sie nicht in die Hölle gekommen sind, sondern es ins Fegefeuer geschafft haben. Können wir es wissen? Nein, aber von den 132 Todesopfern müssen wenigstens ein Paar es ins Fegefeuer geschafft haben. Da Gott alles berücksichtigt, so berücksichtigt er auch die tatsächlich unverschuldete Ignoranz. Denn wo kann schon ein Franzose, der in Paris lebt tatsächlich den katholischen Glauben kennenlernen, um ihn bewusst und willentlich zu verwerfen? Gott ist gerecht, aber auch barmherzig.

Darum die Aufforderung an alle Leser dieses Blogs, dass sie das Totenoffizium für die Seelen der Toten von Paris beten. Auch nach dem geltenden Kirchengesetzt wird für das Beten des Totenoffiziums (Defunctorum officium) ein Teilablass gewährt.

Laudes vel Vesperas Officii defunctorum, vel invocationem Requiem aeternam devote recitaverit. (29. Pro fidelis defunctis, § 2. 2°)[1]

Wo findet man aber ein Totenoffizium?

Bei uns und zwar in der besten vorkonziliaren, tridentinischen Form. Da die Kirche diese Texte so viele Jahrhunderte lang gebetet hat, so sind sie sehr wirksam. Also effizienter für die Seelen geht es nicht. Wenn jemand fragen sollte, was er davon haben wird, so lautet die Antwort, dass sich die Seelen im Fegefeuer sehr dankbar für den Fürbitter erweisen, wenn sie in den Himmel eingehen, aber auch im Fegefeuer können sie nicht für sich selbst, aber für ihre Wohltäter beten. Die werden sich schon melden und es uns irgendwie mitteilen. Ein Erfahrungswert.

Wie betet man es?

  • Man kniet sich hin, denn Ablassgebete sind eine fürbittweise Bußübung. Man soll darauf achten, es sich auch beim Knien möglich bequem zu machen, dass man in dieser Haltung diese 60 Minuten, denn so lange dauert es das ganze Offizium zu beten, aushalten kann.
  • Man betet laut, auf Lateinisch. Sollte jemand kein Latein oder die lateinische Aussprache des Kirchenlateins nicht kennen, so macht es nicht. Man bete trotzdem.
  • Es ist zulässig zuerst die ersten Vesper (ca. 11 Minuten), danach die Matutin (ca. 30 Minuten) und schließlich die Laudes (ca. 15 Minuten).
  • Bei den Fürbitten (Preces) wähle man nur Pro uno defuncto, Pro una defuncta (S. 166)
  • Magnificat, Benedictus und die geforderten Psalmen wurden beigefügt.
  • Am besten ausdrucken und beten.

Es stimmt nicht, dass wir nichts tun können. Wir können sehr viel für diese Seelen tun und es ist eher unwahrscheinlich, dass jemand anderes außer den Lesern dieses Blogs es tut. Es ist zwar mühsam, aber so kann man die Folgen des Terrorismus auch bekämpfen. Dieser Eintrag bleibt eine Woche lang oben angeheftet, damit möglich viele Beter ihn sehen. Sollte jemand diese Texte verstehen können, so muss er in seiner Bibel, aber der Vulgata-Fassung, nachschauen, am Besten in der Allioli-Bibel.

Der Text zum Download steht hier bereit. Die jpg Version, insgestamt 17 Seiten, werden wir mit der Zeit hier einsetzen. Zuerst die Vesper I mit dem Magnificat. Aber beten kann man auch so, wenn man sich die nachfolgenden Texte in pdf-Format ausdruckt.

Officium defunctorum

Beim Anklicken werden die Bilder vergrößert

Officium defunctorum-1Officium defunctorum-2

Officium defunctorum-3

Officium defunctorum-10

[1] Officium defunctorum-5http://www.vatican.va/roman_curia/tribunals/apost_penit/documents/rc_trib_appen_doc_20020826_enchiridion-indulgentiarum_lt.html#top Auf deutsch zu lesen in: Ablassgebete der katholischen Kirche, Bern: 20076 ,36

Officium defunctorum-6Officium defunctorum-7

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16 Gedanken zu “Was können wir für die Terroropfer von Paris tun? Das tridentinische Totenoffizium beten!

  1. „In die Hölle gelangen leider viele, doch die allermeisten gelangen in das Fegefeuer“

    Gemäß den Aussagen aller Kirchenväter, – lehrer, und Heiliger (inklusive der Größen wie des Hl. Thomas und des Hl. Augustinus) – , ja gemäß den Offenbarungsquellen selbst, insbes. der Hl. SChrift (vgl. Mt VII, 13-14 (V. 14 ist ja eindeutig!) und Mt XXII, 14 , kommen die Allermeiseten sogar nicht nur in das Fegfeur, sondern in die Hölle.

    Sehr gut dazu etwa: https://www.youtube.com/watch?v=u0S4RaTcYpY und https://www.youtube.com/watch?v=sRvTTrZs-nU oder https://www.youtube.com/watch?v=ykkFVxxGJaE
    oder bes. gut https://www.youtube.com/watch?v=eQeI2C4OC34
    oder auch hier: Fatima Conference Talk – Worldliness/Fewness of those saved https://www.youtube.com/watch?v=A4FModbIwk8
    Und es gibt glaub ich sogar von Michael Voris in seinem „Vortex“ eine Sendung dazu, in der die meisten wichtigen Zitate der Väter, Heiligen und Kirchenlehrer diesbezüglich aufgeführt sind!

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    1. @ dspecht

      Dies scheint mir aber eine viel zu rigoristische Sicht zu sein. Da ist man gleich bei der Reprobation. Könnten sie die Quellen für diese Aussagen der Kirchenväter oder Kirchenlehrer angeben?

      Wenn Christus am Kreuz dem guten Schächter persönlich das Paradies, nicht das Fegefeuer, versprochen hat, einem schweren Sünder, dem wohl kaum eine Moraltheologe das Fegefeuer zugebilligt hätte, so wird Gott doch Mitleid
      mit denen haben, die allerletzten Sekunde bereuen.

      Die Kirche kennt auch die Lehre von der vollkommenen Liebesreue. Also seien wir zuversichtlich.

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      1. Ich habe die Quellen nicht, anahnd der Videos müsste man sie im Einzelnen ausfindig machen.

        Es gibt aber sicher auch (vorkonziliare) Arbeiten dazu.
        Es gibt auch einen Artikel (oder mehrere) von Dr. Heinz-Lothar-Bart dazu (ich weiß nur nich mehr genau wo, ob in einem seiner Sammelbände, ich meine, es könnte in „Die Liebe Christi drängt uns“ sein oder aber in einem anderen Werk), und wer Dr. Barth kennt, weiß, dass er von seinem Charakter her alles andere als ein „Rigorist“ ist. Dennoch kommt er aufgrund des sauberen Quellenstudiums – und bei ihm sind sicher konkret Quellen angegeben – zu dem gleichen Schluss.

        Wie schon gesagt, auch die Bibelstellen sind ja eigentlich eindeutig – und unser HERR war ja kein „Rigorist“, sondern Realist.
        Wie wollen sie bitte Mt 7, 13f und Mt 22, 14 anders auslegen?!

        (Aber ich sage auch nicht, dass die gegenteilig Meinung glattweg häretisch sei; im 20. Jhd haben die Theolgen dazu geneigt, auch schon vor dem Konzil, davon auszugehen oder es zumindest begründet hoffen zu dürfen, dass die Mehrheit der Menschen gerettet wird, ohne deswegen der Häresie geziehen worden zu sein. Ich meine auch Ott, man müsste mal bei ihm nachschauen. Aber ich meine, dass Ott oder andere dann selbst zugeben, dass der Väterkonsens eigentlich in die entgegengesetzte Richtung weist).

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  2. Was uns übrigens auch nicht davon abhalten soll, für die Toten zu beten, denn nur GOTT weiß ja, wer letztlich wirklich gerettet wird/wurde.

    Ja, beten wir für die Verstorbenen und empfehlen wir Sie GOTTEs Barmherzigkeit!

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      1. Nein, falsch, denn wir wissen ja nicht, wer reprobiert wird, von daher können wir schon was tun. Und auch wenn es nur wenige sind, die gerettet werden (wie ja auch ausdrücklich die Hl. Schrift sagt), so sind genau diese Wenigen der Mühe wert!

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  3. Also bei Ott selbst konnte ich leider auf die Schnelle nichts finden, aber ich habe auf kathpedia (http://www.kathpedia.com/index.php?title=Pr%C3%A4destination) folgende Aussage gefunden:

    „Der Dogmatiker Ludwig Ott meint in diesem Hinblick, dass man im Gegensatz zu der von Thomas von Aquin vertretenen rigoristischen Anschauung, dass die Zahl der Prädestinierten geringer als die Zahl der Reprobierten sei, annehmen darf, dass das Reich Christi nicht kleiner als das Reich Satans ist.“

    – leider ohne Quellenangabe, wo dies genau bei Ott zu finden ist; man muss also nochmal im Ott suchen. Dort findet sich sicher auch die genaue Stellenangabe für Thomas.

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      1. Also ich habe inzwischen die Stelle bei Thomas gefunden:
        S.th. I, 23, 7 – ad 3 bzw. dieser 3.Einwand selbst.
        Dort begründet Thomas eben auch die Auffassung, dass es mehr Rebrobierte als Prädestinierte gibt, genau mit Mt 7.

        Wie oben schon gesagt, diese Stelle der Hl. Schrift ist ja eigentlich eindeutig, wie soll man sie anders verstehen können, als wie sie auch Thomas (mit allen Vätern und Lehrern) versteht??!

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    1. Die Stelle bei Thomas lautet wohl: Pauciores sunt qui salvantur (1 q. 23 a. 7 ad 3)

      Gefunden bei Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, 226 samt Ausführungen. (Falls sie diese noch nicht haben, unbedingt sich zulegen). Aber diese Aussage ist im Kontexte nicht so eindeutig negativ, denn es geht um die Prädestination und den freien Willen gibt es auch noch. Kompliziert.

      Gott wird es schon wissen und Ott ist nicht [G]Ott.

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      1. Da haben wir ja gleichzeitig recherchiert und gefunden 🙂

        Nun, die Stelle bei Thomas ist durchaus eindeutig.
        Und die Bibelstelle eben auch!

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      2. Natürlich habe ich den Diekamp (allerdings nicht den Diekamp-Jüssen).
        Ich bevorzuge allerdings den Pohle (bzw. Pohle-Gummerbach bzw. Pohle-Gierens). Ich bin nämlich eigentlich „Molinist“ (wei Pohle), nicht „Thomist“. 😉
        Aber die Frage nach der Zahl der Reprobierten hat ja gar nichts (direkt) mit der Frage der Begründung der Reprobation oder der Frage um das Zusammenwirken von Gnade und Freiheit zu tun.

        Auch ein Molinist muss zugeben, dass gemäß Mt 7 und Mt 22 die Zahl der Reprobierten größer sein wird/ist als die Zahl der Geretteten.

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      3. In diese Regionen, habe ich mich noch nicht vorgewagt, manches ist und bleibt aporetisch. Diekamp-Jüssen ist empfehlenswert, denn vieles wurde aktualisiert. Ich habe den Diekamp aus dem Jahre 1928 oder so, beim D-J ist die Literatur bis 1962 aktueller. Ich schreibe gerade was anderes, sodass ich jetzt nicht diskutieren kann. Bitte um Nachsicht und Verständnis.

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      4. Wie gesagt, ich erwarte nicht immer gleich ein Antwort und habe Verständnis dafür, dass Sie keine Zeit haben. Danke für die bisherige DiskussionIc – und denke, die Diskussion ist ja nun auch durch.

        Und richtig, Ott ist nicht Gott. Im Zweifel halte ich mich sicher lieber an Thomas als an Ott.

        Wie schon oben bemerkt möchte ich aber auch Ott oder andere nicht der Häresie zeihen; in einer Streitschift würde ich sie aber schon der Temerarität beschuldigen.

        Denn die Lehre, dass es mehr Prädestinierte als Reprobierte gibt, ist aufgrund des eindeutigen Schriftbefundes, des Väterkonsenses, der Übereinstimmung aller Kirchenlehrer und Heiligen, inkl. eben des Hl. Thomas oder des Hl. Augustinus wohl schon eine sententia certa u/o fidei proxima.

        Dass Ott oder andere im 20. Jhd. plötzlich eine andere (eben m.E. temeräre) Meinung vertreten (oder eigentlich ja nur vorsichtig andenken, Ott drückt sich ja durchaus zurückhaltend aus), ist sicher dem auch damals schon zunehmend grassierenden Sentimentalismus und Mißverständis der GÖTTL. Liebe und Barmherzigkeit zu verdanken; wir dürfen ja nicht vergessen, das 2. Vat. ist ja nicht plötzlich vom Himmel gefallen, es war ja nicht bis 1962 alles in bester Ordnung in der Kirche und dann urplötzlich nicht mehr; es gibt ja logischerweise einen gewissen Vorlauf.

        (Was man ja übrigens auch an anderen Stellen etwa bei Ott sehen kann. Einige Ausgaben (resp. eine bestimmte) hatte(n) ja eine mehr als bedenkliche Position bzgl. der Jungfräulichkeit Mariens in der Geburt präsentiert, die dann jedoch noch von Rom beanstandet und (in späteren Auflagen wieder) herausgenommen wurde.
        Vgl. dazu auch die sehr gute Kritik Gaudrons [fsspx] an der Lehre Gerhard Ludwig Müllers zur virginitas in partu, wo Gaudron eben auch auf Ott zu sprechen kommt.)

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  4. Pohle ist übrigens nicht nur Molinist, sondern auch weit ausführlicher und geht auch mehr in die Tiefe als Diekamp bzw. bringt auch mehr Quellen (Diekamp-Jüssen kann ich freilich nicht beurteilen, weil ich ihn nicht besitze).
    Diekamp ist ja ähnlich knapp wie Ott.

    Neben Pohle gibt es nur wenige andere (deutschsprachige) Werke, die ähnlich in die Tiefe gehen, etwa noch Scheeben oder der – älteren – Heinrich.

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