Freie Wirtschaft – katholische Amtskirche in Deutschland: ein Vergleich (1) Satz von Identität


bergpredigt-sixtinische-kapelleDer Schreiber dieser Zeilen gewinnt seit einiger Zeit Einblick in die Struktur und Wesen einer Firma von größerem Umsatz, welche seit Jahrzehnten zu den besten und größten ihrer Branche in Deutschland zählt. Da er ebenfalls Einblicke in die akademische Welt der theologischen Fakultäten, theologischen Akademien und pastoraler Strukturen der Amtskirche in Deutschland gewinnen konnte, so drängt sich ihm ein Vergleich auf, dessen erste Eindrücke er notieren möchte. Mit der Amtskirche sind die sichtbaren, kirchensteuerfinanzierten Strukturen der katholischen Kirche in Deutschland – Körperschaft des öffentlichen Rechts –gemeint, welche im Jahre 2014 217.716 Menschen durch Kirchenaustritt verlassen haben. Eine Tatsache, die sich die DBK wieder einmal nicht erklären kann. Die nachfolgenden Ausführungen haben die Form einer Skizze, welche sicherlich in der nachfolgenden Zeit noch weiter vertieft werden wird.

Erster Unterschied: Aristotelische Logik gegen hegelianische Logik

Der erste Unterschied, der auffällt, ist die selbstverständliche Anwendung in der Firma dessen, was wir hier, logisch-theoretisch recht verkürzt, als die aristotelische Logik bezeichnen werden. Es handelt sich um die Grundgesetze des menschlichen Denkens, auch Denkgesetze genannt, welche aufgrund der Schöpfung im Menschen durch den göttlichen Ratschluss verankert sind. Dies sind:

  1. Der Satz von Identität
  2. Der Satz vom Widerspruch
  3. Der Satz vom ausgeschlossenen Dritten
  4. Der Satz vom zureichenden Grund

All diese Sätze leiten sich von einander her, führen ineinander über und stellen eine Einheit dar, welche instinktiv das menschliche Denken ausmacht. Man braucht also keine Logik zu studieren, umso denken zu können, denn jeder denkt so. Die logische Analyse zeigt uns jedoch die Grundmuster unseres Denkens auf.

Ad 1. Der Satz von Identität

Raffael_Schule_von_Athen_DetailAristoteles: Der Satz von Identität besagt, dass die Dinge selbstidentisch sind, d. h. jeder Begriff soll im Denkverlaufe als der gleiche und in gleichem Sinne gesetzt und behandelt werden.[1] Formallogisch ausgedrückt: A=A. „Der Satz ist die Grundnorm unseres Denkens, zugleich ein Ausdruck der Identität (s. d.) unseres Ich, welches, um seine Einheit zu behaupten, sich in seinem Wollen und Denken gleichbleiben und, wenn es Wahrheit haben will, die Konstanz der Begriffe bewahren muss. Unter allen Umständen und in allen Verwicklungen und Umhüllungen muss der Begriff als eben der gleiche Begriff fixiert werden können.“, soweit Rudolf Eisler in seinem Wörterbuch der philosophischen Begriffe.

Dies bedeutet Fisch ist Fisch und Fleisch ist Fleisch. Fisch, welcher als solcher bestimmt wurde, ist nicht gleichzeitig Fleisch oder zusätzlich noch eine Schnecke. Mann ist Mann und Frau ist Frau, Priester ist Priester und Laie ist Laie.

In der Firma verwendet man selbstverständlich klare, eindeutige Definitionen, welche die Grundbausteine der übrigen Elemente ausmachen, als solche erkennbar sind und daher keine Verwirrung stiften. Diese Definitionen sind deswegen möglich, weil die Dinge als selbstidentisch betrachtet werden, d.h. ein Schraubenzieher bleibt ein Schraubenzieher und mutiert nicht zu einem Hammer.

hegelNach Hegel, dessen Logik sich in die nachkonziliare Kirche eingeschlichen hat und gleichzeitig mit der aristotelischen Logik verwendet wird, was natürlich viel Verwirrung stiftet, lautet der Satz der Identität: A = A, negativ: „A kann nicht zugleich A und nicht A sein.“ Insoweit stimmt Hegel mit Aristoteles überein. Aber seiner Meinung nach kann das Identitätsgesetz kein wahres Denkgesetz sein, nur, »das Gesetz des abstrakten Verstandes«. »Die Form des Satzes widerspricht ihm schon selbst, da ein Satz auch einen Unterschied zwischen Subjekt und Prädikat verspricht, dieser aber das nicht leistet, was seine Form fordert.« »Das Sprechen nach diesem sein-sollenden Gesetze der Wahrheit… gilt mit vollem Recht für albern« (Encykl. § 115).[2]

Hegel sagt hier wieder einmal Unsinn, welchen wir entkräften werden, wenn Schreiber dieser Zeilen eine weniger harte Arbeitswoche hinter sich haben wird.[3] Es genügt hier auszuführen, dass nach Hegel der Satz von Identität ein reines Denkgesetz, aber kein Seinsgesetz ist, da aufgrund der hegelschen Erkenntnislehre, das Denken das Sein nicht widerspiegelt, sondern es sozusagen schafft. Hegel schafft künstlich eine weitere Ebene zwischen 1. Denken, und 3. Sein, welche er in der 2. Satzstruktur sieht. Denn seiner Meinung nach spiegelt der Satz der Sprechebene nicht die Denkebene wieder, welche wiederum nicht die Seinsebene wiederspiegelt. Die Thematik, inwieweit das Denken, durch das sprechen ausgedrückt, dass Sein wiederspiegelt, wurde schon von Plato per arbeitet und dargelegt, auf dessen Kenntnisse sich Aristoteles in seiner Sprachphilosophie der Analytica priora und Analytica posteriora stützte. Wir wollen es hier nicht darlegen, da es sich um eine philosophische Facharbeit handeln würde, wollen aber die Ergebnisse darstellen, nach welchem ein Denken, welches sich nach den logischen Grundprinzipien richtet tatsächlich das Sein durch die Sprache widerspiegeln kann. Dies ist die Einstellung des gesunden Menschenverstandes, der Rechtsprechung und aller juristischen Fächern und die eigentliche Einstellung der tatsächlich katholischen Theologie. Allem Unsinn des deutschen Idealismus zum Trotz.

Im Gegensatz dazu gibt es bei Hegel eigentlich nicht Selbstidentisches, dabei, wie wir noch sehen werden, der Übergang zwischen Sein und Nichtsein fließend ist. In seiner Philosophie ist das „Ja“ von einem „Nein“ nicht zu unterscheiden, so dass alles ein „Jein“ ausmacht. Die Letztere ist eine Aussage, bei der sich jeder Logiker windet und Aristoteles im Grabe umdreht. Die Logik Hegels, dessen Philosophie lange als reines Gift für den Katholizismus betrachtete wurde, hielt in den Konzilsdokumenten ihren desaströsen Einzug in die Theologie und die Kirche. Ihre Konsequenzen sehen wir heute überall.

In der deutschen Amtskirche gilt das hegelsche-nachkonziliare „grundsätzlich ist es ein A ….jedoch, aber wenn pastorale Gründe dafür sprechen, dann ist es ein Nicht-A“. Der Satz von Identität wird auf der berühmt-berüchtigten „pastoralen Ebene“, aber auch zusehends auf der doktrinären Ebene aufgehoben, siehe die letzten Aussagen der drei deutschen „Synoden-Bischöfe“. Dies ist etwas, was jeden halbwegs mit gesundem Menschenverstand begabten Menschen automatisch und instinktiv von der Kirche fernhält oder bei logisch geschulten Menschen, welche die Fehler im Hintergrund sogleich erkennen, Übelkeitsanfälle hervorruft. So haben wir in der Amtskirche die fließenden Übergänge zwischen Mann und Frau in der Form eines verweiblichten Pastoralreferenten oder der maskulinen Pastoralassistentin, sowie den fließenden Übergang zwischen Priester und Laie in jeder möglichen Form, die man sich wünschen kann, weil der Pfarrer „dialogbereit“ und „offen“ sein soll oder es von Natur oder Ausbildung her aus ist, welche als Ganzes im hegelschen Geist gestaltet wird. Keine Forderungen der Liturgie oder des Katechismus werden eingehalten, obwohl sie auf dem Papier stehen, das Kirchenrecht ebenfalls nicht, sondern durch pastorale Durchführungsverordnungen, siehe das neueste Arbeitsgesetz der DBK, in ihr Gegenteil verdreht werden.

[1] http://www.textlog.de/4002.html

[2] http://www.textlog.de/4002.html

[3] Wer möchte kann hier über Hegel Logik nachlesen. Vom Verfasser dieser Zeilen noch nicht durchgearbeitet, daher sub conditione zu empfehlen http://www.vordenker.de/ggphilosophy/schmitz_hegels-logik.pdf

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