Eines tut Not – das geistliche Leben. Eine Einleitung in das Werk von A. Poulain SJ. (7 von 7): Die Fülle der Gnaden von Augustin Poulain SJ – eine Empfehlung


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Die Fülle der Gnaden von Augustin Poulain SJ – eine Empfehlung

Der Hunger nach Gott und Gebet, was man auch unter dem Letzteren verstehen mag, ist im Westen groß, was die esoterisch-gnostische Entwicklung der letzten 30-40 Jahre überaus deutlich macht. Der Leiter einer evangelischen Akademie erzählte einmal in trauter Runde, dass er zu einem Meditations-Retreat bei einem Yogi gewesen ist, bei dem er 10 h am Tag meditiert habe. Dies schien für diesen Mann ein einschneidendes Erlebnis gewesen zu sein. Er sagte dann beinah mit Tränen in den Augen: „Und ich dachte: Vielleicht ist er anders? Vielleicht ist es echt? Vielleicht steckt etwas dahinter? Vielleicht geht es ihm nicht darum möglichst viele Bücher zu verkaufen?“ Dieser Akademieleiter hätte auch ein katholischer sein können, denn die Wahrscheinlichkeit im deutschsprachigen Raum einen Geistlichen zu treffen, der auch tatsächlich ein geistliches Leben führt, ist wie bereits erwähnt, sehr gering. Aber es ist gerade dieses eine, was Not tut und nicht all das andere. Ohne ein Gebetsleben kommt es, wie man seit Langem weiß, zuerst zum Aktivismus und danach zur geistigen Verödung, welche den Namen der Acedia trägt. Wie sieht aber dieser Gebetsweg aus? Was ist zu tun und was ist zu lassen? Welche Gefahren drohen dort? Worauf hat man gefasst zu sein? All das legt Pater Poulain SJ auf 602 Seiten der englischen Ausgabe Titel The Graces of Interior Prayer. A Treatise on Mystical Theology bzw. auf 878 Seiten in zwei Bänden der deutschen Ausgabe Die Fülle der Gnaden. Ein Handbuch der Mystik klar, systematisch, katholisch, theologisch fundierten und auf Kirchenlehrer und Heiligen Lebensläufe gestützt. In einem Buch, welches Sie sich hier systematisch ins Scans präsentieren werden.

Da unsere Umfrage deutlich macht, dass sehr viele Leser sich nach einer geistlichen Leitung sehnen und ihrer entbehren, daher wollen wir Ihnen etwas zur Hand geben, womit sie sich selbst einigermaßen helfen können. Dieses Buch ist, ebenso wie das Werk von Kardinal Bona, eigentlich für Beichtväter und Seelenführer gedacht, da es aber so ist wie es ist, so muss man sich selbst zu helfen wissen. Bei dem vorzustellenden Werk handelt es sich um die deutsche Übersetzung aus dem Jahre 1909. Dieses Buch ist auch auf Englisch bestellbar. Die englische Übersetzung trägt den Titel The Graces of Interior Prayer. A Treatise on Mystical Theology und ist zwar kein editorisches Prachtstück, sondern eine einfache Kopie der englischen Ausgabe aus dem Jahre 1949, es verfügt aber über eine eingehende Einführung in das Leben und Werk von Vater Poulain SJ, welche in etwa 50 Seiten umfasst. Die deutsche Ausgabe hat dies nicht. Der deutsche Titel suggeriert darüber hinaus, dass es sich bei diesem Buch um ein rein mystisches Werk handelt. Dies ist aber nicht der Fall, denn obgleich auch außergewöhnliche mystische Erlebnisse wie beispielsweise der äußere Verlauf der Ekstasen behandelt werden, so handelt dieses Werk eigentlich von einem fortgeschrittenen Gebets- und Geistesleben. Es handelt also von dieser Etappe, bei welcher die meisten sich selbst überlassen bleiben, da ihre Beichtväter meistens überfragt sind.

Der hohe Lob, welchen im Jahre 1907 Kardinal Merry Del Val im eigenen und Pius‘ X. Namen über dieses Buch singt, ist voll gerechtfertigt, ebenso wie der Lob Kardinals Steinhubers vier Jahre davor. Der Schreiber dieser Zeilen hat einige Abschnitte schon durchgearbeitet und es ist das Beste, was er jemals zu diesem Thema gelesen hat. Daher wollen wir dieses Buch parallel zum Werk von Kardinal Bona vorstellen, da es auf Deutsch fast unauffindbar ist und nicht jeder es auf Englisch lesen kann oder möchte. Die Besonderheit von Die Fülle der Gnaden macht der Umstand aus, dass es von einem gelernten Mathematiker und praktischen Menschen mit einer minutiösen Genauigkeit und einem aufwändigen Quellenstudium in einem Zeitraum von über 40 Jahren verfasst worden ist. Kurz und gut: präziser, einfacher, klarer, strukturierter, praktischer und quellenfundierter geht es wirklich nicht. Das Leben und die Schrift von Pater Poulain SJ, so im Nachfolgenden, abwechselnd mit seinem Text.  näher vorgestellt werden.

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