Proprium missae – Dominica III Post Epiphaniam


INTROITUS
Ps 96:7-8
Adoráte Deum, omnes Angeli eius: audívit, et lætáta est Sion: et exsultavérunt fíliæ Iudae.
Ps 96:1
Dóminus regnávit, exsúltet terra: læténtur ínsulæ multæ.
V. Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto.
R. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in saecula saeculórum. Amen
Adoráte Deum, omnes Angeli eius: audívit, et lætáta est Sion: et exsultavérunt fíliæ Iudae.
Gott betet an, ihr Engel alle: Sion hört’s und freuet sich; die Töchter Judas jauchzen.
Der Herr ist König; jauchze, Erde; ihr vielen Inseln, freuet euch.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
R. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Gott betet an, ihr Engel alle: Sion hört’s und freuet sich; die Töchter Judas jauchzen.
GRADUALE
Ps 101:16-17
Timébunt gentes nomen tuum, Dómine, et omnes reges terræ glóriam tuam.
V. Quóniam ædificávit Dóminus Sion, et vidébitur in maiestáte sua.
Die Heiden werden Deinen Namen fürchten, Herr, und alle Könige der Erde Deine Herrlichkeit.
V. Denn neu erstehen läßt der Herr die Sionsstadt. Dort offenbart Er Sich in Seiner Majestät.
ALLELUIA
Allelúia, allelúia.
Ps 96:1
Dóminus regnávit, exsúltet terra: læténtur ínsulæ multæ. Allelúia.
Alleluja, alleluja.
Der Herr ist König; jauchze, Erde; ihr vielen Inseln, freuet euch. Alleluja.
OFFERTORIUM
Ps 117:16; 117:17
Déxtera Dómini fecit virtutem, déxtera Dómini exaltávit me: non móriar, sed vivam, et narrábo ópera Dómini.
Die Rechte des Herrn wirket Wunder, die Rechte des Herrn hat mich erhöht; ich sterbe nicht, ich werde leben und werde künden die Werke des Herrn.
COMMUNIO
Luc 4:22
Mirabántur omnes de his, quæ procedébant de ore Dei.
Alle staunten über die Worte aus Gottes Mund.
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Sex, Verhütung, Vat. II und malum intrinsecum (3 von 3)


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Das Naturrecht in den Herzen eingeschrieben

Die schiefe Ebene, die falsche nachkonziliare Umlaufbahn hat mit der Aussage von Pater Chiodi den nächsten Tiefpunkt erreicht, aber sie ist dennoch recht konsequent, wenn man Sex von der Fortpflanzung entkoppelt. Dann dient er nur der Lust, dann soll man die Lust verlängern, dann ist die Verhütung probat und die Abtreibung auch, falls es mit der Verhütung nicht klappt. Wie richtigerweise Ann Barnhardt angibt, führte sogar Sigmund Freud an, dass jeglicher Sexualakt, welche die Fortpflanzung ausschließt, pervers ist.[1] Das ist sehr klassisch und thomistisch gedacht, weil der Hl. Thomas von Aquin diese Akte ebenfalls als contra naturam (gegen die Natur) bezeichnet (Summ. Theol. II IIae, q. 154. art 11 o. et 12. Ad 4, 1 2 q. 73.7. c et 2.2. q. 154. 12 o. et q. 170 1 ad 2.). Das Gesetz Gottes ist wirklich in unsere Natur eingeschrieben, sodass wir instinktiv wissen, was richtig und was falsch ist. Die Heilige Schrift macht es deutlich:

Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.

Denn was man von Gott erkennen kann, ist ihnen offenbar; Gott hat es ihnen offenbart.

Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar.

Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.

Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren.

Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern, die einen vergänglichen Menschen und fliegende, vierfüßige und kriechende Tiere darstellen.

 Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, so daß sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten.

Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers – gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen.

 Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen;  ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung.

Und da sie sich weigerten, Gott anzuerkennen, lieferte Gott sie einem verworfenen Denken aus, so daß sie tun, was sich nicht gehört: Sie sind voll Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier und Bosheit, voll Neid, Mord, Streit, List und Tücke, sie verleumden und treiben üble Nachrede, sie hassen Gott, sind überheblich, hochmütig und prahlerisch, erfinderisch im Bösen und ungehorsam gegen die Eltern, sie sind unverständig und haltlos, ohne Liebe und Erbarmen. Sie erkennen, daß Gottes Rechtsordnung bestimmt: Wer so handelt, verdient den Tod. Trotzdem tun sie es nicht nur selber, sondern stimmen bereitwillig auch denen zu, die so handeln. (Röm 8, 18-32)

Interessanterweise führt auch hier die fehlende Gotteserkenntnis durch die Missachtung der natürlichen Gotteserkenntnis zur sexuellen Perversion, wie man im heutigen Vatikan und an anderen Hierarchen sieht, denn verkennt man Gott, verkennt man die von ihm stammende Natur, dann verkennt man auch seine eigene Natur. Ann Barnhardt stellt etwas fest, was dermaßen überall gegenwärtig ist, dass man es nicht wahrnimmt. Sie schreibt, dass seit der Einführung der künstlichen Verhütung in den 1960-gern die Scheidungsrate überall in der westlichen Welt in die Höhe schnellte, da eine Sünde zur anderen Sünde führte. Sie gibt auch an, dass Menschen, die gegen die Natur, auch im sexuellen Sinne (Verhütung qua Perversion) leben, sehr unglücklich sind. Frauen, die keine Kinder haben, weil sie auf den richtigen Zeitpunkt warteten oder nur wenige Kinder haben, sind unglücklich, ewig gram und unausgeglichen. Die Depressions- und Selbstmordrate unter den Homosexuellen ist überdurchschnittlich hoch, denn waren sie vorher depressiv, dann werden sie durch diese Lebensweise noch depressiver.[2]

Woher stammt denn die Idee der Frauenarbeit?

Aus dem Sozialismus. Warum? Um möglichst früh dem sozialistischen Staat die Kinder zur Indoktrination zu überlassen und jetzt ist es doch nicht anders. Welche Arbeit ist denn wichtiger als die eigenen Kinder großzuziehen, die nie wieder zwei Jahre alt sein werden. Ein Kind, das fast gleich nach der Geburt in die Krippe kommt und danach sofort in den Kindergarten, wird niemals diese Geborgenheit und Mutterbindung erleben, wie eines, das die ganze Zeit bei der Mutter war. Die Menschen leben so, wie ihnen aufgetragen wird, denn die jetzige Propaganda ist sehr subtil, sie spüren aber ganz tief, dass es falsch ist und machen dennoch weiter, weil die Gewohnheit und das Umfeld doch stärker sind. Es ist gegen die Natur sein Kleinkind fremden Leuten zu überlassen, um irgendwo Papiere von links nach rechts zu schieben, was wirklich jemand anders tun kann. Und der Mann? Der Mann muss diese Papiere von links nach rechts schieben, damit die Frau zuhause bleiben kann, sich des Kindes erfreut und ihm keine Hölle heiß macht, weil sie wieder gram und überbelastet ist, da sie zusätzlich noch beruflich arbeitet. Früher oder später kommt es zur Scheidung, man verheiratet sich wieder, die Kinder leiden, erleben dieses Chaos als normal und eine verkorkste Generation produziert die nächste verkorkste Generation, aber es ist the new normal. Dabei waren die Richtlinien von Anfang an falsch, denn gegen die Natur. Geschlechtsverkehr führt zu Kindern, Kinder brauchen eine Familie, bei der der Vater arbeiten geht und die Mutter zuhause bleibt. So einfach ist es. Und wenn man weniger Geld hat? Dann hat man weniger Geld, wenn man sich aber scheiden lässt, dann hat man noch weniger und

[1] Das Zitat lautet: “The abandonment of the reproductive function is the common feature of all perversions. We actually describe a sexual activity as perverse if it has given up the aim of reproduction and pursues the attainment of pleasure as an aim independent of it. So, as you will see, the breach and turning point in the development of sexual life lies in becoming subordinate to the purpose of reproduction. Everything that happens before this turn of events and equally everything that disregards it and that aims solely at obtaining pleasure is given the uncomplimentary name of “perverse” and as such is proscribed.”

[2] https://www.healthline.com/health/depression/gay#Overview1 https://psychcentral.com/lib/higher-risk-of-mental-health-problems-for-homosexuals/

Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (7 von 21)


VII. Kapitel

Außerdem sehe ich auch dies noch ganz klar: wie die reine Geistseele keinen anderen Ort für Ruhe findet als nur in Gott, das sie ja dafür geschaffen worden ist, so gibt es für jene Seele, die im Zustand der Sünde ist, keinen anderen Ort als nur die Hölle, weil Gott diesen Ort für sie bestimmt hat. Darum geht die Seele in jenem Augenblick, da sie vom Leib getretrennt worden ist, an den für sie bestimmten Ort, und zwar ohne einen anderen Führer zu haben als nur die Natur der Sünde; das ergibt sich für die Seele, die sich für die Seele, die sich im Augenblick ihrer Trennung vom Leib im Zustand der Todsünde befindet.

Und ich sage so: Wenn eine solche Seele bei jenem Schritt (aus dem Diesseits ins Jenseits) nicht von dieser göttlichen Anordnung getroffen würde, die aus Gottes Gerechtigkeit kommt, so würde sie in eine noch viel schmerzlichere Hölle geraten, denn sie würde sich dann außerhalb jener Anordnung befinden, die an der Barmherzigkeit Gottes Anteil hat, durch die verfügt wird, daß die Seele keine so schmerzliche Strafe erleidet, als sie tatsächlich verdienen würde. Da diese Seelen demnach keinen passenderen und keinen für sie weniger schmerzlichen Ort finden, stürzen sie sich gemäß der Anordnung Gottes, wie schon gesagt worden ist, dort hinab als an den für sie verfügten Ort.

So ist es nun auch bezüglich des Fegfeuers: Die vom Leib getrennte Seele, die sich noch nicht in jener Reinheit befindet, in der sie erschaffen worden war, stürzt sich, da sie das Hindernis, das sie in sich hat, erkennt und darum weiß, daß dieses Hindernis nur mittels des Fegfeuers behoben werden kann, so-gleich freiwillig dort hinein.

Und wenn sie diese göttliche Anordnung nicht vorfände, die bewirkt, jenes Hindernis in ihr zu besei-tigen, so würde für diese Seele in jenem Augenblick eine Hölle entstehen, die viel schlimmer wäre als dieses Fegfeuer, da sie sehen müßte, daß sie ihr Ziel, das Gott selber ist, wegen des vorhandenen Hindernisses nie erreichen kann, wo doch dieses Ziel so viel bedeutet, daß im Vergleich dazu das Fegfeuer, wenngleich es, wie gesagt, der Hölle ähnlich ist, dennoch wie ein Nichts wäre.

Sex, Verhütung, Vat. II und malum intrinsecum (2 von 3)


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Nachkonziliarismus und Sex

Im Nachkonziliarismus wird aber deswegen das Sexuelle dermaßen hoch gehalten, insbesondere durch die unglücksselige Theologie des Leibes von Johannes Paul II, damit niemand zur Erkenntnis des Geistigen kommt, damit niemand sehend wird. Der Psalm sagt: In lumine tuo videbimus lumen – „In Deinem Licht werden wir das Licht sehen“ (Ps 35, 10), denn wie beim natürlichen Sehprozess durch die Lichtreize die Sinneszellen der Retina aktiviert werden, so wird unser geistliches Sehvermögen durch die Gnade Gottes aktiviert, wenn, aufgepasst, unser Seelenauge durch nichts verdreckt, vereitert oder verdeckt wird. Wodurch wird es verdeckt? Durch die irdischen Leidenschaften, am meisten aber durch das geschlechtliche Begehren und deren Verwirklichung. Hier nochmals auf den Punkt gebracht:

Sie werden niemals zu einem höheren Grad der Gotteserkenntnis kommen, wenn Sie noch sexuell, wie auch immer, aktiv sind. Punkt.

Lassen wir dazu Clemens von Alexandrien (gest. 215) sprechen:

Denn wie sich die von der Erde und von Sümpfen aufsteigenden Dünste zu Nebeln und zu wolkenartigen Zusammenballungen verdichten, so erzeugen die Ausströmungen der fleischlichen Begierden in der Seele ein Übelbefinden, indem sie Trugbilder der Lust vor der Seele ausbreiten.

Sie sind also dem Licht der Vernunft im Wege und verdunkeln es, da die Seele die aus den Begierden emporsteigenden Ausdünstungen an sich zieht und die Zusammenballungen der Leidenschaften durch die ununterbrochene Folge von Lüsten verdichtet.

 Man kann aber keinen reinen Klumpen Goldes von der Erde aufheben, sondern das, was man aufhebt, wird durch Auskochen gereinigt und durchgeseiht; dann, wenn es rein geworden ist, heißt es Gold, gereinigte Erde.1 Denn „Bittet, denn es wird euch gegeben werden“2 wird zu denen gesagt, die aus eigener Kraft das Schönste wählen können. (Stromata II, 115,3-116,2)

Weil also der Neokonservatismus, unter der Standarte der Theologie des Leibes von JP2, den Menschen keinen reinen Wein bezüglich der göttlichen Wirklichkeit einschenkt, so kann er niemanden bekehren. Es ist ein Katholizismus light, von dem DSDZ lange annahm, dass es ihn gibt, dass er gut sei, dass er für ihn selbst machbar sei. Dies stimmt aber nicht, denn nur eine kleine Abweichung von der richtigen Umlaufbahn bringt in einiger Zeit eine große Abweichung, was die NASA – und nicht nur sie – bestätigen kann, welche durch minimale Berechnungsfehler manch einen Satelliten verloren hat. Wie wir bereits schrieben fand der „Berechnungsfehler“, der kein Fehler, sondern die volle Absicht war, in Gaudium et Spes 48 und 49 statt, Stichwort: Gleichstellung des ersten (Kinder) und zweiten (gegenseitige Hilfe) Ehezweckes statt. In dem Konzilsdokument lesen wir:

Dieses heilige Band unterliegt im Hinblick auf (1) das Wohl der Gatten und (2) der Nachkommenschaft sowie auf das Wohl der Gesellschaft nicht mehr menschlicher Willkür.[…]

Durch ihre natürliche Eigenart sind die Institution der Ehe und die eheliche Liebe auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet und finden darin gleichsam ihre Krönung.  (Gaudium et Spes 48)

Die Nummerierung und Unterstreichung stammt zwar von uns, aber die kommt doch nicht von ungefähr. Zuerst ist das Wohl der Gatten (bonum conjugum), danach erst das Wohl der Nachkommenschaft (bonum prolis) genannt. Die eheliche Liebe, also der eheliche Sex, ist nur auf die Zeugung hingeordnet und „hingeordnet“ kann vieles bedeuten, wie wir bereits im Kontext der Umkehrung der Ehegüter  geschrieben haben.

Diese [menschlich-sexuelle] Liebe wird durch den eigentlichen Vollzug der Ehe in besonderer Weise ausgedrückt und verwirklicht. Jene Akte also, durch die die Eheleute innigst und lauter eins werden, sind von sittlicher Würde; sie bringen, wenn sie human vollzogen werden, jenes gegenseitige Übereignetsein zum Ausdruck und vertiefen es, durch das sich die Gatten gegenseitig in Freude und Dankbarkeit reich machen.  (Gaudium et Spes 49)

Was macht die Ehe aus? Nach GS 49 – Sex und nicht die Zustimmung (consensus), wie in der traditionellen Ehelehre, denn durch den ersteren wird das „gegenseitige Übereignetsein zum Ausdruck“ gebracht. Aber man kann sich doch niemandem übereignen? Man ist doch kein Ding, das dem anderen überschrieben wird. Und schon gar nicht durch Sex!  Wie soll das gehen?

Leider wird durch Johannes Paul II. im neuen Kirchenrecht, Codex iuris canonici (1983) die Umkehrung des ersten und zweiten Ehezweckes im Canon 1055 § 1 festgelegt, welcher lautet:

Der Ehebund, durch den Mann und Frau unter sich die Gemeinschaft des ganzen Lebens begründen, welche durch ihre natürliche Eigenart auf (1) das Wohl der Ehegatten und (2) auf die Zeugung und die Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet ist, wurde zwischen Getauften von Christus dem Herrn zur Würde eines Sakramentes erhoben.“ (Can. 1055 § 1)

Und was ist das Wohl der Ehegatten nach JP2? Sex, je mehr desto besser. Und die Nachkommen, die sind zweitrangig, denn in der Ehe geht es um „eheliche Liebe“, welche JP2 in seiner Theologie des Leibes in höchsten Tönen preist. (Woher kann er es eigentlich wissen?) Interessanter- und paradoxerweise wurde Katholizismus durch JP2 auf die „Familie“ reduziert. Aber bei den oben vorangestellten Prämissen ist diese Familie sehr klein, mit ein bis zwei Kindern, weil man natürlich verhütet, was keine Sünde ist. Das letzte katholische Dogma, das in der nachkonziliaren Kirche geblieben ist, lautet:

„Nicht künstlich zur verhüten und keine Abtreibung vorzunehmen, falls es mit der natürlichen Verhütung doch nicht klappte“.

Hilary White bringt es richtig auf den Punkt:

[L]angsam wurde der Boden, auf dem diese “Neokatholiken” standen, abgetragen, bis die einzige Metrik als Kennzeichen ihres Katholizismus, die ihnen blieb, die Lehre der Kirche zur Sexualmoral war. Solange der Papst fortfahre, diese zu verteidigen und hochzuhalten, so erzählte ihnen ihr Narrativ, sei es gleichgültig, wie viele Korane er küsse. All dieses Zeug sei verhandelbar. Sex, Ehe und Kinder ist der letzte, größte gemeinsame Nenner, der nicht unterschritten werden darf – die Grundlinie des Katholizismus.  Es sei denn, dass diese Grundlinie des gemeinsamen Nenners in Kreide auf dem falschen Boden gezeichnet wurde. Und Franziskus begonnen hat, sie auszuradieren. Die Position des “konservativen Katholiken” war in dieser Demarkationslinie sicher – zumindest bis Amoris Laetitia.

 

Ironischerweise hat vielleicht gerade das Festmachen katholischer Rechtgläubigkeit ausschließlich an der Lehre der Kirche zur Sexualmoral dazu geführt, dass sie [d.h. die Neokonservativen] exakt die Linie der Mainstream-Medien genommen haben: Der katholische Glaube kümmert sich nur um die Unterrockgeschichten [d.h. das Sexuelle] (pelvic issues). Weder ein katholischer Neokonservativer noch der Herausgeber der New York Times, der für die religiösen Seiten verantwortlich ist, hat je etwas vom Sozialen Königtum Christi gehört. 

Und dieses letzte katholische Dogma, der Nichtverhütung und der Nichtabtreibung, fällt jetzt auch noch. Der Mailänder Moraltheologe und Priester Maurizio Chiodi, ein von Franziskus neuernanntes Mitglied der päpstlichen Akademie für das Leben, sagt nämlich:

„Künstliche Methoden der Geburtenkontrolle können als verantwortungsvolle Handlung anerkannt werden, wenn natürliche Methoden unmöglich oder unanwendbar sind.“

Diese Ansichten, die bislang, wie Professor Seifert richtig darstellt, als häretisch galten, sind natürlich mindestens seit Humanae vitae im deutschen Sprachraum in der akademischen Welt zu finden und sie werden von den hiesigen Moraltheologen mehr oder weniger offen gelehrt. Aber dass ein Mitglied der Akademie für das Leben, das „das Leben“ seit JP2 den Katholizismus ausmacht, so etwas offiziell von sich gibt, ist doch ein starkes Stück Häresie. Was wird jetzt alles freigegeben?

  • Kommunion für Ehebrecher,
  • Ehebruch
  • Konkubinat
  • Pille
  • Abtreibung
  • Euthanasie
  • Homosexualität,
  • Homoehe, siehe Bischof Bode
  • Pädophilie
  • ???

Und die armen Neukonservativen, die Johannes Paul II–Treuen, sehen wie ihr Glaube davon schwimmt, wie dem sprichwörtlichen Lohngerber die Felle. Denn alles, d.h. „das Leben“, wofür sie die letzten 50 Jahre die Lanze brachen, ist jetzt irrelevant geworden, nicht mehr zeitgemäß, dank papa Bergoglio. Diese armen Menschen haben opfervoll die natürliche Verhütung angewandt, welche in der vorkonziliaren Lehre höchstens als kleineres Übel zugelassen wurde. Die lehramtlichen Entscheidungen darüber sind in DH (Denzinger – Hünermann) 3148, 3748 i 4478 zu finden. Die erste Lehrentscheidung lautet wie folgt:

Antwort der Hl. Pönitentiarie, 16. Juni 1880

Frage: Ist es erlaubt, die Ehe nur an jenen Tagen zu vollziehen, an denen eine Empfängnis schwieriger ist?

Antwort: Eheleute, die die vorgenannte Weise anwenden, sollen nicht beunruhigt werden, und der Beichtvater kann die Auffassung, um die es sich handelt, jenen Eheleuten – jedoch vorsichtig! – andeuten, die auf eine andere Weise vom abscheulichen Frevel des Onanismus wegzuführen er vergeblich versucht hat. (DH 3148)

Ein Beichtvater fragt also, was er in einem Falle zu tun habe, wenn die Eheleute den „ehelichen Onanismus“ praktizieren, womit wohl der Coitus interruptus oder andere Weisen der Empfängnisverhütung gemeint sind. Die Hl. Pönitentiarie gibt an, dass der Priester diesen Ausweg andeuten könne. Aber doch nicht als ständige Methode. Diese Lehre wird in DH 3748 wiederholt, aber erst Pius XI. sagt in Castii connubii (1930) (Kapitel II, 3) folgendes deutlich:

Aber treten Wir nunmehr, Ehrwürdige Brüder, an die Einzelheiten heran, mit denen man gegen die Güter der Ehe angeht. Das erste dieser Güter ist das Kind. Viele gehen so weit, die Nachkommenschaft eine beschwerliche Ehelast zu nennen und den Rat zu geben, die Eheleute sollten das Kind nicht durch ehrbare Enthaltsamkeit (die mit beiderseitigem Einverständnis auch in der Ehe erlaubt ist), sondern durch Verkehrung des natürlichen Aktes fernhalten. Solche verbrecherische Freiheit nehmen einige für sich in Anspruch, weil sie aus Widerwillen gegen den Kindersegen die Last vermeiden, aber trotzdem die Lust genießen wollen; andere, weil sie angeblich keine Enthaltsamkeit beobachten, aber auch nicht den Kindersegen zulassen können, da es ihre persönlichen Verhältnisse oder die der Mutter oder die schwierige Vermögenslage nicht gestatten.

Aber es gibt keinen auch noch so schwerwiegenden Grund, der etwas innerlich Naturwidriges zu etwas Naturgemäßem und sittlich Gutem machen könnte. Da nun aber der eheliche Akt seiner Natur nach zur Weckung neuen Lebens bestimmt ist, so handeln jene, die ihn bei seinem Vollzug absichtlich seiner natürlichen Kraft berauben, naturwidrig und tun etwas Schimpfliches und innerlich Unsittliches.

[…] Es ist darum auch nicht zu verwundern, daß die Hl. Schrift bezeugt, die göttliche Majestät hasse und verabscheue solch verwerfliches Tun, ja habe es sogar schon mit dem Tode bestraft. Darauf macht auch der hl. Augustinus aufmerksam, wenn er schreibt: „Unerlaubt und unsittlich ist der eheliche Verkehr selbst mit der rechtmäßigen Gattin, wenn dabei die Weckung neuen Lebens verhütet wird. Das hat Onan, des Judas Sohn, getan, und darum hat ihn Gott getötet.“[48]

[…] Jeder Gebrauch der Ehe, bei dessen Vollzug der Akt durch die Willkür der Menschen seiner natürlichen Kraft zur Weckung neuen Lebens beraubt wird, verstößt gegen das Gesetz Gottes und der Natur, und die solches tun, beflecken ihr Gewissen mit schwerer Schuld.

Kraft Unserer höchsten Autorität und wegen der Uns obliegenden Sorge um das Heil aller Menschen ermahnen wir daher die Beichtväter und die übrigen Seelsorger, die ihnen anvertrauten Gläubigen über dieses schwer verpflichtende göttliche Gesetz nicht im Irrtum zu lassen, noch mehr aber, sich selber von derartigen falschen Meinungen freizuhalten und ihnen nicht aus Schwäche nachzugeben. Sollte aber ein Beichtvater oder Seelenhirte, was Gott verhüte, selber die ihm anvertrauten Gläubigen in solche Irrtümer führen oder durch seine Zustimmung oder durch böswilliges Schweigen sie darin bestärken, so möge er wissen, daß er dereinst Gott, dem höchsten Richter, ernste Rechenschaft über den Mißbrauch seines Amtes wird ablegen müssen. Er möge sich das Wort Christi gesagt sein lassen: „Blinde sind sie und Führer von Blinden. Wenn aber ein Blinder einen Blinden führt, fallen beide in die Grube.“[49]

Was nun die Gründe betrifft, mit denen man den Ehemißbrauch verteidigt, so werden – um von den unsittlichen ganz zu schweigen – nicht selten erdichtete oder doch übertriebene vorgebracht. […]

Die heilige Kirche weiß ferner sehr gut, daß nicht selten der eine Eheteil das sündige Tun nur leidet, nicht vollbringt, indem er aus gewichtigen Gründen die Verkehrung der rechten Ordnung geschehen läßt, ohne sie selber zu wollen, und daß er darum keine Schuld auf sich lädt, wofern er nur des Gebotes der Liebe eingedenk bleibt und es nicht unterläßt, dem Ehegefährten von der Sünde abzuraten und ihn davon zurückzuhalten. Auch jene Eheleute handeln nicht wider die Natur, die in ganz natürlicher Weise von ihrem Recht Gebrauch machen, obwohl aus ihrem Tun infolge natürlicher Umstände, seien es bestimmte Zeiten oder gewisse Mängel der Anlage, neues Leben nicht entstehen kann. Denn es gibt in der Ehe selbst wie in dem Gebrauch des Eherechts auch Zwecke zweiter Ordnung: die wechselseitige Hilfe, die Betätigung der ehelichen Liebe und die Regelung des natürlichen Verlangens, Zwecke, die anzustreben den Ehegatten keineswegs untersagt ist, vorausgesetzt, daß die Natur des Aktes und damit seine Unterordnung unter das Hauptziel nicht angetastet wird.

Tief erschüttern Uns auch die Klagen der Eheleute, die unter dem Druck bitterer Armut kaum wissen, wie sie ihre Kinder aufziehen sollen.

Aber trotzdem muß man sich davor hüten, daß die verhängnisvolle Vermögenslage Anlaß zu einem noch verhängnisvolleren Irrtum wird. Es kann keine Schwierigkeiten geben, die die Verpflichtung des göttlichen Gebotes, Handlungen zu unterlassen, die ihrer inneren Natur nach sündhaft sind, aufzuheben vermöchten. Es sind keine Verhältnisse denkbar, unter denen die Gatten nicht mit Hilfe der göttlichen Gnade ihrer Pflicht treu bleiben und die eheliche Keuschheit von jener entehrenden Makel rein bewahren könnten. Denn fest bleibt die Wahrheit des christlichen Glaubens, die das Trienter Konzil in seiner Lehrentscheidung also ausgedrückt hat: „Niemand darf sich des verwegenen und von den Vätern unter der Strafe des Bannes verbotenen Wortes bedienen: die Gebote Gottes zu beobachten, sei dem Gerechtfertigten unmöglich. Denn Gott befiehlt nichts Unmögliches; indem er befiehlt, mahnt er zu tun, was du tun kannst, und um das zu bitten, was du nicht kannst, und er hilft, daß du kannst.“[51] Die gleiche Lehre wurde von der Kirche wiederholt und feierlich bestätigt gelegentlich der Verurteilung der jansenistischen Irrlehre, die sich gegen Gottes Güte den blasphemischen Satz aufzustellen erdreistet hatte: „Einige Gebote Gottes sind den Gerechten, auch denen, die ernstlich wollen und versuchen, mit den Kräften, die sie gegenwärtig haben, unmöglich; es fehlt ihnen auch die Gnade, durch die sie ihnen möglich würden.“[52]

Was bedeutet das im Klartext? Dass Sie in der Ehe auch an unfruchtbaren Tage Sex haben dürfen, denn in der Ehe dürfen Sie Sex haben, aber nicht als Methode der Verhütung, denn jegliche bewusste Verhütung ist ein intrinsecum malum, als „ihrer inneren Natur nach sündhaft“. Und leider stellt die Enzyklika Humanae Vitae einen Traditionsbruch dar, indem sie behauptet:

Die Kirche bleibt sich und ihrer Lehre treu, sowohl wenn sie urteilt, daß es Gatten erlaubt ist, die (1) Zeiten zu berücksichtigen, die von Empfängnis frei sind, als auch wenn sie den (2) Gebrauch solcher Mittel als stets unerlaubt mißbilligt, die eine Empfängnis direkt verhindern, auch wenn für diese andere Handlungsweise immer wieder Argumente angeführt werden, die ehrbar und schwerwiegend zu sein scheinen. Diese beiden Fälle unterscheiden sich nämlich völlig voneinander: im ersten bedienen sich die Gatten rechtmäßig einer ihnen von der Natur gegebenen  Möglichkeit; im zweiten aber verhindern sie, daß der Zeugungsvorgang seinen natürlichen Verlauf nimmt. (DH 4478)

Aber die Kirche bleibt eben nicht „sich und ihrer Lehre treu“, denn sie hat den ehelichen Verkehr an unfruchtbaren Tagen höchstens als Notlösung zugelassen, nicht aber, siehe Castii connubii, als Methode! Dier „erlaubte Geburtenregelung“, wie es Humanae vitae nennt, ist also unkatholisch, denn es ist ja Verhütung. Humanae vitae gibt Gründe an, welche in Castii connubii verworfen wurden:

  1. … Wenn es also triftige Gründe gibt, für Abstände zwischen den aufeinanderfolgenden Zeugungen zu sorgen – Gründe, die sich aus der körperlichen oder seelischen Verfassung der Gatten oder aus äußeren Umständen ergeben –, so lehrt die Kirche, daß es dann den Gatten erlaubt ist, dem natürlichen Zyklus, der den Anlagen zur Zeugung innewohnt, zu folgen, indem sie lediglich zu den Zeiten ehelichen Verkehr haben, die von Empfängnis frei sind, und damit die Geburt der Nachkommenschaft so zu planen, daß die Sittenlehre, die wir eben dargestellt haben, keineswegs verletzt wird1. (DH 4477)

Hier steht wirklich Enzyklika Castii connubii gegen Enzyklika Humanae vitae, Papst Pius XI. gegen Papst Paul VI., ordentliches Lehramt gegen ordentliches Lehramt. Wie ist das zu entscheiden? Anhand der inneren Konsistenz und fehlendem Widerspruch und anhand der Folgen.

Wenn der eheliche Akt, also Geschlechtsverkehr innerhalb der Ehe, der Fortpflanzung dient und der erste Ehezweck die Kinder sind, dann ist jeder eheliche Akt innerlich verkehrt, der die Fortpflanzung bewusst ausschließt und das tut man, wenn man ausschließlich an den unfruchtbaren Tage Sex hat,  weil dieser Verkehr sein eigentliches Ziel, die Zeugung, ausschließt. Die Intention der Verhütung macht also die Sünde aus, nicht das Zusammenleben an unfruchtbaren Tagen. Verhütet man, auch natürlich, so hat man Angst vor der Fruchtbarkeit, Angst vor dem Kind und sündigt zusätzlich noch schwer. Dabei ist die sog. natürliche Verhütung auch biologisch gesehen unnatürlich, weil man da recht selten Sex haben kann und zweitens die Frauen an ihren unfruchtbaren Tagen keine Lust aus Sex haben, wenn sie die Pille nehmen übrigens auch nicht. Die natürliche Methode macht die ehelichen Akte selten und wenig zufriedenstellend. Eine unserer polnische Leserinnen legte klar dar, dass bei der natürlichen Methode bei großer Selbstdisziplin einmal bis zweimal Sex im Monat möglich sind, während die vorkonziliaren Moraltheologen für bis dreimal pro Woche Sex die Erlaubnis gaben.[1] Diese seltene Aussicht auf etwas, was in der Ehe probat ist, führt die Eheleute in die zusätzliche Sünde der nicht mehr natürlichen Verhütung oder der Masturbation, weil man gezwungenermaßen eine halbe Josephsehe führt, die niemand wollte. Stellt man das Nachkonziliare mit dem Vorkonziliaren zusammen, so hat man beim ersteren einmal bis zweimal pro Monat Sex, beim letzteren hingegen achtmal bis zwölfmal pro Monat.

„Da kann aber ein Kind gezeugt werden“,

wird jemand einwenden,

„Ja“, antworten wir, „dazu ist Sex ja da“.

Über die Perspektive von 14 bis 16 Kindern, die man trotz Kindergeld nicht zu ernähren weiß, braucht man sich dennoch keine Sorgen zu machen, denn dies kommt selten vor. Wenige Menschen wissen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung am fruchtbarsten Tag des Zyklus nur bei 25% liegt und mit dem Alter abnimmt. Schauen wir uns die Statistik der Schwangerschaftswahrscheinlichkeit an:

7 Tage vor dem Eisprung 0,3%

6 Tage vor dem Eisprung 1,4%

5 Tage vor dem Eisprung 2,7%

4 Tage vor dem Eisprung 6,8%

3 Tage vor dem Eisprung 17,6%

2 Tage vor dem Eisprung 23,7%

1 Tag vor dem Eisprung 25,5%

Am Tag des Eisprungs  21,2%

Es ist doch wirklich ein Wunder, dass Kinder überhaupt gezeugt werden, obwohl ein regelmäßiger ehelicher Verkehr die Wahrscheinlichkeit natürlich erhöht. Gibt man dem Kind noch die Brust, bis das Kind und nicht die Mutter es nicht mehr will, dann kann die Zeitspanne zwischen zwei Geburten bis zu drei Jahren verlängert werden, während man in dieser ganzen Zeit des Brustgebens natürlich Sex haben kann.[2] Ist das nicht Verhütung? Nein, das ist Natur: Sex haben, Kinder gebären, die Brust geben. Viele Menschen wissen das nicht, denn man wird ja seit den Kindesbeinen darauf getrimmt (1) zu verhüten, (2) zu verhüten und (3) zu verhüten (the malthusian drill in 1984 bei Orwell), was die Kirche seit Humanae vitae leider auch mitmacht. Warum brauchen wir jetzt die „Flüchtlinge“? Darum, aufgrund der Unterbevölkerung, die in den letzten 50 Jahren produziert wurde, indem keine Kinder gezeugt wurden. Ist es nicht besser Gott den Zeitpunkt der Zeugung zu überlassen, wie es die Traditionalisten tun? Erfüllen Sie also ihre ehelichen Pflichten ohne auf den Kalender zu schauen und ohne Stress und wenn ein Kind dabei herauskommt, dann umso besser. Man kann es dem wahren Glauben zuführen.

[1] Peeters, Hermes O.F.M., Manuale theologiae moralis, Vol. II, Pars Specialis, Roma 1962, 270-271

[2] http://www.llli.org/nb/nbsepoct08p4.html https://dev.llli.org/ https://www.babycenter.com/0_lactational-amenorrhea-method-lam_1477017.bc

 

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Zweiter Sonntag nach Erscheinung des Herrn


annunciation-merode 2017 2018

 

Evangelium des zweiten Sonntags nach Erscheinung des Herrn

Joh 2, 1-11

Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder faßte ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wußte nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wußten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zuviel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin. Durch die Tatsache, daß der Herr auf die Einladung hin zur Eheschließung gekommen ist, hat er, abgesehen von der sinnbildlichen Bedeutung der Begebenheit, bestätigen wollen, daß er die Ehe gemacht hat. Es sollten nämlich Leute auftreten, von denen der Apostel geredet hat, die die Ehe verboten und sagten, daß die Ehe ein Übel sei, und daß der Teufel sie gemacht hätte; wo doch derselbe Herr im Evangelium auf die Frage, ob es einem Manne erlaubt sei, aus irgend einem Grunde die Frau zu entlassen, erklärte, es sei nicht erlaubt, außer im Fall, wenn sie mit einem Fremden zusammenlebt. Bei dieser Antwort sagt er auch, wie ihr euch erinnert: „Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“

Kirchengebet

Proprium missae – Dominica II post Epiphaniam


INTROITUS
Ps 65:4
Omnis terra adóret te, Deus, et psallat tibi: psalmum dicat nómini tuo, Altíssime.
Ps 65:1-2
Iubiláte Deo, omnis terra, psalmum dícite nómini eius: date glóriam laudi eius.
V. Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto.
R. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in saecula saeculórum. Amen
Omnis terra adóret te, Deus, et psallat tibi: psalmum dicat nómini tuo, Altíssime.
Die ganze Erde bete Dich an, o Gott, und lobsinge Dir; ein Loblied singe sie Deinem Namen, Du Allerhöchster.
Jubelt Gott, ihr Lande all, singet Psalmen Seinem Namen; herrlich laßt Sein Lob erschallen.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
R. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Die ganze Erde bete Dich an, o Gott, und lobsinge Dir; ein Loblied singe sie Deinem Namen, Du Allerhöchster.
GRADUALE
Ps 106:20-21
Misit Dóminus verbum suum, et sanávit eos: et erípuit eos de intéritu eórum.
V. Confiteántur Dómino misericórdiæ eius: et mirabília eius fíliis hóminum.
Der Herr sandte Sein Wort und heilte sie; Er entriß sie ihrem Verderben. Drum sollen sie den Herrn für Sein Erbarmen und für Seine Wundertaten an den Menschenkindern preisen.
ALLELUIA
Allelúia, allelúia
Ps 148:2
Laudáte Dóminum, omnes Angeli eius: laudáte eum, omnes virtútes eius. Allelúia.
Alleluja, alleluja.
Lobet den Herrn, ihr all Seine Engel, lobet Ihn, ihr all Seine Heere. Alleluja.
OFFERTORIUM
Ps 65:1-2; 65:16
Iubiláte Deo, univérsa terra: psalmum dícite nómini eius: veníte et audíte, et narrábo vobis, omnes qui timétis Deum, quanta fecit Dóminus ánimæ meæ, allelúia.
Jubelt Gott, ihr Lande all, singet Psalmen Seinem Namen. Kommt und hört; euch allen, die ihr Gott in Ehrfurcht dient, will ich künden, was der Herr in meiner Seele Großes wirkte, alleluja.
COMMUNIO
Ioann 2:7; 2:8; 2:9; 2:10-11
Dicit Dóminus: Implete hýdrias aqua et ferte architriclíno. Cum gustásset architriclínus aquam vinum factam, dicit sponso: Servásti bonum vinum usque adhuc. Hoc signum fecit Iesus primum coram discípulis suis.
Der Herr spricht: «Füllet die Krüge mit Wasser und bringt davon dem Speisemeister.» Der Speisemeister kostete das zu Wein gewordene Wasser und sprach zum Bräutigam: «Du hast den guten Wein bis jetzt aufgehoben.» So wirkte Jesus Sein erstes Wunder vor Seinen Jüngern.

Sex, Verhütung, Vat. II und malum intrinsecum (1 von 3)


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Der Grabenkrieg: neokonservativ gegen traditionalistisch

Es gibt eine Debatte, die vorwiegend in den USA stattfindet und bei der die Fronten recht verhärtet sind. Es ist ein Graben-, ein Bürgerkrieg, ja eigentlich ein Krieg unter Brüdern, der Krieg nämlich zwischen den Neokonservativen (Generation JP2) und den Traditionalisten. In den deutschsprachigen Ländern kann er überhaupt nicht stattfinden, da wir zu wenig von den ersten und kaum welche von den letzteren zur Verfügung haben. Es gibt wirklich wenige Traditionalisten, die dazu in der Lage wären überhaupt eine Diskussion führen wollen. Im traditionellen Lager wird entweder nur verdammt, gerichtet oder andächtig darauf gehört, was der (Pius-)Pater sagt. Das ist natürlich sehr schade, weil man sich nur darin üben kann, wozu man Übung hat, um gut diskutieren zu können, müssen Sie Mitdiskutanten finden. Auf den Veranstaltungen der katholischen Akademien in D, A und CH treffen sich jedoch fast immer ein atheistischer Theologieprofessor, der mit einem agnostischen Theologieprofessor in klar abgesteckten Rahmen diskutiert. Sie reden meistens dasselbe, manchmal aneinander vorbei, sie tun es für alle Zuhörer so unverständlich, dass Gott sei Dank wenig bis gar nichts von deren Inhalten übrig bleibt. Es ist ja eine Scheinveranstaltung, Kayfabe wie im Wrestling, wo die Gegner zu vorgeben zu kämpfen. Da die von der Kirchensteuer (letztes Jahr 6 Milliarden Euro) lebende katholische Akademie etwas veranstalten muss, die von der Kirchensteuer finanzierten Professoren ebenso etwas vortragen müssen und da niemand von ihnen, außer der eigenen Einkommenssicherung, an etwas glaubt, so tut man sich bei diesen Diskussionen nicht weh, da es ja um nichts geht.

Anders verhält es sich aber, wenn Menschen an etwas, was ihr Leben ausmacht glauben und deswegen streiten können. Wer macht denn die Neokonservativen, die Generation JP2, denn aus? Menschen, die ehemals eine Priester- oder Ordensberufung hatten, sich aber gegen diese entschieden, heirateten, Kinder zeugten, da der Nachkonziliarismus lehrte, dass Familienleben genauso heiligend wirkt, wie das ehelose Leben oder gar mehr. Menschen, die Häuser kauften, die sie jetzt abbezahlen müssen und bei der Kirche oder an den katholischen Universitäten angestellt sind. Sie glauben an die „Hermeneutik der Kontinuität“, sie glauben, dass das Konzil grundsätzlich nichts verändert hat, sie halten Johannes Paul II für einen konservativen Papst und Benedikt XVI natürlich auch und sie erklären sich den Verfall der Kirche mit der falschen Leseweise des richtigen Konzils durch das virtuelle Konzil. Der Schreiber dieser Zeilen, obwohl nicht verheiratet und kein Haus abbezahlend, gehörte dieser Generation auch lange an, weil er einfach nicht ins Detail blickte und seine Forschungsschwerpunkte sich niemals mit dem Konzil befassten. Er hat es aber durchdacht, analysiert und wurde sehend. Danach ist nichts mehr wie früher. Während in D, A und CH der Agnostizismus die stille Voraussetzung einer Anstellung im kirchlichen Dienst ausmacht, scheint es in den USA, wo es sehr konservative Diözesen und Universitäten gibt, anders zu sein, wovon nicht nur die aktive Lebensschutzbewegung (Pro Life Movement) zeugt, was aber auch Hilary White, die dort lange mitwirkte und viele Kontakte unterhält beschreibt. Sie gibt an, dass zwei ihrer Freunde, die den oben dargestellten Weg beschritten haben sich seit Amoris Laetitia im Gewissenskonflikt befinden und Angst haben, bei Kindern, Hypotheken und Schulden, aus ihrem kirchlichen Job gefeuert zu werden, wenn sie z.B. die Correctio filialis unterschreiben. Die Traditionalisten, die rad trads (radikalen Traditionalisten) haben diese Sorgen nicht, denn sie wurden entweder von allen möglichen Ämtern gefeuert oder nahmen diese gar nicht wahr und gelten ohnehin als verrückt und nicht salonfähig. Während also die Neokonservativen (Neocons), in der amerikanischen Kirche die Mehrheit der einigermaßen rechtgläubigen Katholiken in den USA, aber auch in anderen Ländern wie z.B. Polen oder in den osteuropäischen Staaten bis nach Kasachstan hin ausmachen, sind die Traditionalisten (Trads) (noch?) in der Minderheit. Ein gutes Beispiel der Debatte zwischen den Neocons und den Trads findet sich im  empfehlenswerten Buch von Christopher A. Ferrara und Thomas E. Woods, Jr. The Great Façade. The Regime of Novelty in the Catholic Church from Vatican II to the Francis Revolution., das wir seit längerer Zeit hier besprechen wollen und leider immer etwas dazwischen kommt. Dieses Buch, welches die Hauptthesen der Neokonservativen auseinanderpflückt, ist mit das Beste über die nachkonziliare Entwicklung, das der Schreiber dieser Zeilen zu diesem Thema gelesen hat. Haarscharf und exakt analysiert, mit Leidenschaft geschrieben, logisch stringent dargestellt. Alle relevanten Themen des deuterovatikanischen Paradigmenwechsels werden aufgegriffen, diskutiert und entkräftet. Man könnte sich natürlich die Frage stellen, ob Ferrara und Woods ihr Pulver nicht woanders verschießen sollten, anstatt auf die katholischen Brüder und Kollegen loszugehen. Die Antwort lautet nein, denn wird der Katholizismus als Neokonservatismus verfälscht, dann kann man niemanden zu einer Religion, die einigermaßen wahr, aber nicht 100% wahr ist, bekehren. Ann Barnhardt sagt irgendwo, dass nur 100% Wahrheit bekehren, sprich: überzeugen kann, da der Mensch ein rationales Wesen ist. Und wenn der Mensch sich dennoch nicht bekehren will, dann kann er sich nicht mit unbesiegbarer Ignoranz entschuldigen.

Ein kleines Zeugnis dazu. Ein polnischer Leser schrieb uns, dass ein einziger Satz, den er bei uns gelesen hat und welcher lautetet:

„Zölibat ist besser als Ehe“

bei ihm seine Probleme mit Keuschheit beendet hätte (er ist verheiratet), die ihn fast sein ganzes Leben plagten. Seit 1,5 Jahren hat er keine Probleme damit, obwohl, wie er schrieb „seine Frau nicht meidet“, sodass ihm diese Keuschheit, die auch in der Ehe praktiziert werden kann, möglich ist. Ein einziger Satz, der, wie wir meinen, allgemein bekannt und eigentlich banal ist, machte bei diesem Mann „klick“ und befreite ihn von seiner Last und wohl Laster. Der Schreiber dieser Zeilen gibt diesen Satz öfters von sich und es passiert kaum, dass ihm deswegen nicht jemand buchstäblich an die Gurgel geht. Wer tut es?

  • Menschen, die in Konkubinaten leben oder vorehelichen Sex haben
  • Menschen, die in Ehebruch leben.
  • Priester, die unkeusch leben.
  • Menschen, die habituell masturbieren und pornosüchtig sind.
  • Junge Frauen, die zwar körperlich noch jungfräulich sind, aber unbedingt geheiratet werden und Kinder haben wollen.
  • Ordensleute und Priester, die zwar keusch leben, aber mit ihrer Berufung unglücklich sind.
  • Ordensleute und Priester, die zwar keusch leben, aber im Sinne des nachkonziliaren Irenismus ja nicht zugeben dürfen, dass ihr Stand der bessere ist und dass sie selbst besser sind.

Kurz und gut dem Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) geht fast jeder deswegen an die Gurgel, er redet dennoch weiter. Aus diesen Reaktionen geht hervor, dass fast alle gegen das sechste Gebot schwer sündigen, sich schuldig fühlen und ihren Hass gegen sich selbst auf etwas Äußeres, wie die kirchliche Morallehre bis Amoris Laetitia oder DSDZ projizieren. Denn man reagiert nicht so emotional, wenn es einen selbst nicht nicht betrifft. Father Ripperger gefragt, was den geistlichen Fortschritt am meisten hindert, antwortet:

„Bei Männern Probleme mit der Keuschheit und der Ausübung der männlichen Autorität, bei Frauen die Sucht ihren Mann kontrollieren zu wollen.“

Das eine greift in das andere über, denn derjenige, der keine Selbstbeherrschung in Sachen de sexto vorweisen kann, ist schwach, kämpft nicht um das schwer erreichbare Gut (bonum arduum), welches das Objekt der Tapferkeit ausmacht und lässt sich von seiner eigenen Frau, zu Unglück aller auch ihrer selbst, beherrschen.

Warum ist es denn so schlimm, wenn die Frau in der Familie die Hosen an hat?

Weil es von Gott anders geordnet wurde, weil Frauen von zyklischen Emotionsschüben gesteuert werden, die mal schwächer, mal stärker ausfallen, weil Frauen diejenigen Männer, die sie unter dem Pantoffel haben, nicht respektieren, weil eine Frau, die über alles Kinder, Haushalt, eigenen Beruf, den Mann, das Haus zu entscheiden hat, schlichtweg überfordert ist. Man kann nicht alles machen, es gibt männliche und weibliche Aufgaben, die einander ergänzen und eine Frau, die keinen männlichen Mann hat, macht wirklich alles, bis sie zusammenbricht.

Und wenn der Mann ein Dummkopf ist?

Dann hätte man ihn nicht heiraten sollen und sie kann ihn darin entscheiden lassen, worin er sich auskennt und sich ihm dort unterordnen. Interessanterweise gibt es sowohl Frauen, die sich schwache Männer suchen als auch Männer, die aufgrund ihrer Bequemlichkeit und Feigheit sich gerne mit dieser Situation abfinden, bis sie irgendwann einmal durch das Fremdgehen abreagieren, womit wir wieder bei de sexto wären. Mehrmals beobachtet und statistisch erwiesen.