Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 2. Beim Aufstehen.


BoschStJeromeInPrayer

Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Beim Aufstehen

 

Das folgende Gebet ist beim morgendlichen Aufstehen zu verrichten, es lässt sich aber auch aufsagen, wenn wir überhaupt vom Sitzen oder Liegen aufstehen. Es wirkt motivierend, inspirierend und bittet Christus, den Gekreuzigten, um seinen Schutz.

 

Mane cum surgis
In nomine Domini nostri Jesu Christi crucifixi surgo: ipse, qui me redemit, me custodiat, protegat atque defendat ab omni malo hodie, semper et in hora mortis meae.
Beim morgendlichen Aufstehen
Im Namen unseres Herren Jesus Christus des Gekreuzigten stehe ich auf: er selbst, der mich erlöst hat, möge mich bewahren, beschützen und verteidigen von allem Bösen heute, immer und in der Stunde meines Todes.

 

Don Pietro Leone, Die Kirche und Asmodeus. (1 von 7) Einführung.


asmodeus

A spiritu fornicationis

libera nos, Domine

Anrufung aus der Allerheiligen-Litanei

Schwester Lucia von Fatima schrieb Kardinal Caffara, dass der finale Zusammenprall zwischen dem Teufel und der Kirche auf dem Gebiet der Familie und der Ehe sein würde. Eine leidenschaftslose Untersuchung der jüngsten Kirchengeschichte führt uns zu der sicheren Erkenntnis, dass der Zusammenstoß bereits begonnen hat, und zwar mit dem Eindringen des Dämons Asmodeus, des Geistes der Unzucht in die Kirche.

Die Frage, die wir in diesem Aufsatz ansprechen wollen, ist, wie die Heilige Mutter Kirche, die seit 2000 Jahren widerstand und fähig war, die grausame und unmenschliche Gewalt ihrer Verfolger und all die abstrusen Raffinessen der Häretiker nicht nur zu überwinden sondern dadurch sogar gereinigt und verherrlicht wurde, sich nun so etwas niederträchtigem und primitiven zu unterwerfen wie der Begierlichkeit des Fleisches.

Um diese Frage zu beantworten, werden wir kurz folgendes behandeln:

  1. Den traditionellen Standpunkt der Kirche zur Sexualität, im Gegensatz zu der Welt.
  2. Der Standpunkt der modernen Kirche (oder besser der modernen Kirchenmänner) zur Sexualität seit der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils bis zum Amtsantritt von Papst Franziskus und schlussendlich
  3. Der Standpunkt, der sich in der Enzyklika Amoris Laetitia manifestiert

 

I. 

SEXUALITÄT IN DEN AUGEN DER KIRCHE UND DER WELT

 a) Die Natur der Sexualität

Aus Sicht der Kirche hat die Sexualität eine Zielsetzung, es ist eine Fähigkeit der menschlichen Person, die auf die Fortpflanzung ausgerichtet ist. Da die Fortpflanzung die Existenz einer Ehe und einer Familie für ihre korrekte Anwendung erfordert, gehört die Sexualität in die Ehe und die Familie, und die Sexualität fällt also in die Eheethik.

Aus Sicht der Welt hingegen gehört die Sexualität weder zwangsläufig zur Ehe noch fällt sie in die eheliche Ethik, sondern hat ihre eigene Ethik, d.h. die Sexualethik. Für die Kirche ist die Grundeinheit die Ehe; für die Welt ist es die Sexualität.

Für die Welt hat die Sexualität als solche weder eine „Zielsetzung“ noch eine Orientierung. Vielmehr ist sie als sinnliche Liebe ein Selbstzweck und spricht für sich selbst; sie erfordert keine Rechtfertigung, selbst dann nicht, wenn sie (unvernünftige Handlungen erzwingt und) den Handelnden gegen die Vernunft antreibt. In der Tat ist das Konzept der „Zielsetzung“ den Kindern der Welt[1] zuwider, da ihre Weltanschauung im Wesentlichen subjektivistisch und egozentrisch ist. Mit einem Wort, sie interessieren sich nur für ihre eigenen Ziele (oder Wünsche) und nicht für die (Ziele oder Wünsche) Gottes, der, wenn man ihnen folgt, überhaupt nicht existiert.

Ihre Auffassung von Sexualität ist oberflächlich, sie sei etwas, das einfach Lust bringt, allein oder mit einem anderen, unabhängig vom Alter, dem Geschlecht oder dem Familienstand des anderen; bis hin zu der abgeklärten Konzeption (der Sexualität) als Liebe zwischen zwei Erwachsenen; Mann und Frau, die aber in der Regel nicht auf die Ehe allein beschränkt ist. Folgt man dieser Auffassung, hat die Sexualität ihre eigene Dynamik, sie wächst, verblasst, stirbt, bringt Lust, aber auch Traurigkeit. Sie hängt sich an eine Person und dann an eine andere. Sie ist so variabel und so bittersüß, wie das Leben selbst.

b) Die Bewertung der Sexualität

Die Kirche lehrt, dass die Sexualität, die eine sinnliche Fähigkeit und, in unserer gefallenen menschlichen Natur und als Konsequenz der Erbsünde, ungeordnet ist. Wie alle Tätigkeiten der Sinne und der Gefühle muß sie daher von der Kardinal-Tugend der Mäßigung kontrolliert und in Schach gehalten werden, die im Bereich der Sexualität als Keuschheit bekannt ist. Die Ehe, die der Sexualität den Rahmen für ihre sachgerechte Anwendung zur Verfügung stellt, wird als “Heilmittel für die Begierlichkeit“ bezeichnet. Für diejenigen, die verheiratet sind, bedeutet Keuschheit die Mäßigung des Gebrauches und der Freuden dieser Fähigkeit; für die Unverheirateten bedeutet sie totale Abstinenz.

Abgesehen von Keuschheit gibt es eine andere Tugend, die die Kirche auf dem Gebiet der Sexualität befürwortet, und das ist der Anstand oder das Schamgefühl, pudor. Diese Tugend bezieht sich auf das Benehmen, die Kleidung und das Reden. In der Tat wird die Sexualität von engagierten Katholiken nicht diskutiert, außer mit dem größten Takt und weitestgehender Diskretion.

Im Gegensatz dazu betrachtet die Welt Sexualität als gut in einem uneingeschränkten Sinn, insofern sie der menschlichen Natur angehört, die (die menschliche Natur, Anm. d. Übers.)  sie auch in solch einem Sinn als gut ansieht. Gewöhnlich sagen sie von jedem Wunsch, der sie beunruhigen könnte: Gott hat mich eben so gemacht.

Die Welt ist an Anständigkeit nicht interessiert. Sie befürwortet die vollständige Freigabe in der Ausübung der Sexualität, in der Kleidung und in der Rede. Sie (die Welt) ist dann offen und ehrlich, wenn es um ihr Lieblingsthema geht. Witze, Doppeldeutigkeiten, Geschichten über Affären, „Eroberungen“ und Skandale werden ausgelassen als ein sicherer Index von Männlichkeit und Emanzipation[2] verbreitet.

c) Der Missbrauch der Sexualität

Insofern die Sexualität zur Fortpflanzung, zur Erschaffung von Wesen nach dem Bild und der Ähnlichkeit Gottes, zum Erhalt der menschlichen Rasse und zur (Vermehrung der) Bevölkerung des Himmels in Bezug gesetzt wird, ist die Sexualität auf ein großes Gut hin geordnet, und folglich ist ihr Mißbrauch ein großes Übel. Aus diesem Grund lehrt die Kirche, dass alle sexuellen Sünden, alle Sünden gegen die Reinheit, von ernster Materie sind: ob allein oder mit einem anderen, ob einer oder beide mit einem anderen verheiratet sind, ob sie gleichen oder unterschiedlichen Geschlechts sind, oder ob die Sünde natürlicher oder übernatürlicher Ordnung ist. Wenn solche Sünden mit voller Kenntnis und absichtlicher Zustimmung begangen werden, verdienen sie, wenn sie nicht vor dem leiblichen Tod gebeichtet werden, den ewigen Tod der Hölle. Die heilige Kommunion im Zustand der Todsünde ist eine weitere Todsünde: die des Sakrilegs.

Die  Welt dagegen betrachtet diese Vision als übertrieben, puritanisch, prüde, psychologisch unaufgeklärt, gehemmt, repressiv, spaßtötend, moralisierend, pharisäisch, ausschließlich für Nonnen, eindeutig mittelalterlich und hoffnungslos aus der Zeit gefallen. Die Kinder dieser Welt verteidigen sich selbst gegen die Kritik der Unreinheit, indem sie sagen, dass sie „niemandem schaden“. Das sagen sie, weil sie den Hedonismus billigen, der die Zusammenfassung all ihrer Sexualethik darstellt[3]

Zusammenfassend lehrt die Kirche, dass:

  1. Sexualität eine Zielsetzung hat und auf die Fortpflanzung gerichtet ist
  2. Sexualität in sich selbst ungeordnet, in der Ehe als „Heilmittel der Begierlichkeit“ erlaubt ist und sie durch Askese gemäßigt werden muss, durch Keuschheit und Sittlichkeit
  3. ihr Missbrauch schwer sündhaft ist.

Im Gegensatz dazu lehrt die Welt, dass

  1. Sexualität keine bestimmte Zielsetzung hat. Ihr Gebrauch ist angenehm und ein Mittel, um Liebe zwischen zwei Personen auszudrücken, die nicht unbedingt miteinander verheiratet sind.
  2. sie uneingeschränkt gut ist und mit kompletter Zügellosigkeit benutzt und darüber gesprochen werden soll.
  3. ihre Moral durch die Regeln des Hedonismus bestimmt wird

[1] Und den modernen Philosophen im allgemeinen

[2] Wobei gerade das Gegenteil wahr ist: es sind Zeichen von Verweichlichung und Genusssucht: die Unfähigkeit, ein Mann zu sein, Mut und Verantwortung zu übernehmen, das Register der Versklavung an erniedrigende Wünsche

[3] Wir bemerken dazu, dass Hedonismus unzusammenhängend ist, da Genusssucht Traurigkeit bringt, während Selbstdisziplin (im Kontext der christlichen Tugenden) Glück entstehen lässt

 

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


Evangelium des elften Sonntags nach Pfingsten

Mk 7, 31 – 37

Jesus zog aus dem Gebiete von Tyrus wieder weg und kam über Sidon an den Galiläischen See, mitten durch das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu ihm und bat, ihm die Hand aufzulegen. Er nahm in vom Volke abseits, legte ihm seine Finger in die Ohren und berührte sein Zunge mit Speichel. Dann blickte er seufzend zum Himmel auf und sprach zu ihm: „Effetha“, das heißt: „Tu dich auf!“ Sogleich öffneten sich seine Ohren, und das Band seiner Zunge löste sich, und er konnte richtig sprechen. Er verbot ihnen aber, irgend jemand eitwas davon zu sagen. Doch je strenger er es ihnen verbot, desto eifriger erzählten sie es. Aus höchste erstaunt, sagten sie: „Er macht alles aut: Die Tauben macht er hören und die Stummen reden.“

Betrachtung zum Evangelium des elften Sonntags nach Pfingsten

Laßt uns Gott danken für die Vortheile, welche Gehör und Sprache verschaffen, und hievon einen guten Gebrauch machen! Der Lockstimme des Lasters, unehrbaren Reden, Verleumdungen und Schmeicheleien sey unser Ohr auf immer verschlossen! Dagegen wollen wir es dem Worte Gottes, den Ermahnungen zur Tugend, dem Bitten der Elenden bereitwillig öffnen! Eben so wollen wir unsere Sprache nie durch unnütze und schändliche Worte entweihen oder durch Geschwätzigkeit, in der wir fremde Fehler bekannt machen, wodurch wir Feindschaften stiften und die Ruhe der Gesellschaft stören könnten! Nie wollen wir stumm und gefühllos bei den herrlichsten Wundern Gottes in der Schöpfung vorüber gehen, ohne seine unendliche Macht, Weisheit und Güte zu bewundern und zu verherrlichen! Wir wollen vielmehr von Gott mit Ehrfurcht und Dankgcfühl, von unserm Nebenmenschen mit Achtung, von uns selbst mit Bescheidenheit reden!

Gott ist es, der alles gut gemacht hat. Seine Regierung der Welt ist die weiseste, seine Anordnung unserer Schicksale die gütigste, alle seine Gebote, Vecheissungen und Drohungen sind Folgen von seiner Vaterhuld. So seyen wir denn mit seiner Leitung zufrieden; danken wir stets Gott, dem Geber alles Guten!

Kirchengebet

Allmachtiger ewiger Gott! der Du mit deiner Güte Fülle der Bittenden Verdienste und Wünsche übertriffst: gieße aus über uns deine Barmherzigkeit, um uns nachzulassen, was unser Gewissen fürchtet, und zu ertheilen, was wir zu begehren uns nicht

getrauen! Amen.

Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht. (1 von 7) Es gibt keine „Sexualität“!


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Die Reihe von Don Pietro Leone, welche wir mit Erlaubnis, Zustimmung und Segen des Autors als einzige auf Deutsch in der, wie immer vorzüglichen Übersetzung von davillatollkuehn, veröffentlichen, heißt Die Kirche und Asmodeus und nicht Die Kirche des Asmodeus, dessen sind wir uns bewußt. Dennoch ist Sex, Sexualität, das Geschlechtliche, der Geschlechtsakt dermaßen in der nachkonziliaren Kirche auf allen Ebenen der Lehre, insbesondere bei Amoris Laetitia, zu Deutsch „Die Freude am Sex“ gegenwärtig, dass man getrost sagen kann, dass die Kirche zu einer Kirche des Asmodeus also des Dämons der Unzucht, geworden ist. Denn bei Dämonen gibt es Bereiche der Spezialisierung, wie wir noch darlegen werden.  Die Muttergottes sagt ja selbst in La Salette:

Zittert, Erde und ihr, die ihr Gelübde zum Dienste Jesu Christi abgelegt habt und die ihr innerlich euch selbst anbetet, zittert! Denn Gott geht daran, euch seinen Feinden zu überliefern, da die heiligen Orte in Verderbnis sind.

Zahlreiche Klöster sind nicht mehr Häuser Gottes, sondern die Weiden des Asmodeus und der Seinen.

In der Kirche sexelt es so, wie niemals zuvor und zwar nicht nur beim Ehebruch, beim Bruch des Zölibats- oder des Keuschheitsversprechens, sondern auch auf der Ebene der Lehre, in welche der pansexuelle Freudismus eingedrungen ist. Don Pietro Leone stellt dies sehr richtig dar, aber unserer Meinung nach tut er es so priesterlich-zurückhaltend-verdeckt, dass die Meisten nicht wissen, worin eigentlich das Skandalöse der nachkonziliaren Lehre besteht, weil die allermeisten Katholiken die richtige, vorkonziliare Lehre nicht kennen. Deswegen werden wir einen jeden Abschnitt von Don Leone mit eigenen Worten einleiten, manches zusammenfassen und wiederholen, damit man weiß, worum es hier eigentlich geht.

Der Schreiber dieser Zeilen hat die Gabe seine Opponenten zur Weißglut zur bringen und erlebt öfters Szenen, wie aus den Blues Brothers.  Ja, es ist eine große Gabe Gottes, welche jedoch davon zeugt, dass man, wie bei hl. Stephanus, keine Argumente mehr hat und deswegen zu Steinen greifen kann. Der Schreiber dieser Zeilen übt sich noch mehr in Gleichmut und in Nehmer-Qualitäten, was ihm in der Zukunft von Nutzen sein kann. Obwohl ihn manchmal solche Reaktionen schmerzen, so kann er an ihnen ablesen, dass er seine Zuhörer dann erreicht hat, wenn sie ihm an die Gurgel springen, ihn beleidigen, ausfällig werden, ihn anschreien oder in Tränen zusammenbrechen.  Und von dieser Gabe soll ein wenig unsere Kirche-und-Asmodeus-Reihe profitieren.

Es gibt keine „Sexualität“!

Wenn Sie traditionelle theologische Werke lesen, dann werden Sie feststellen, dass es eine lateinische Entsprechung des deutschen Wortes „Sexualität“ oder „Geschlechtlichkeit“ gar nicht gibt. Warum? Weil das Wort „Sexualität“ ein neumodisches, Unsinns-Allzweckwort ist. Es gibt ja das Abstraktum Sexualität gar nicht, sondern es gibt nur Menschen, die in verschiedenen Umständen sexuelle Handlungen ausführen, also solche Handlungen, welche zur sexuellen Erregung führen und bei denen die Geschlechtsteile involviert sind. Im theologischen Sinne gibt es also keine Sexualität, sondern einen Menschen, der mit Verstand und freien Willen gesegnet,  verschiedene Akte oder Taten vollführt, die sich in einer objektiven Norm befinden und nach dieser Norm einzuschätzen sind. Sexuelle Taten sind nur innerhalb einer sakramentalen Ehe zum Zweck der Fortpflanzung erlaubt, alles außerhalb ist schwere Sünde, wenn es voll bewußt und freiwillig geschieht. Und daher haben wir entweder den actus conjugalis – den Eheakt, spricht den ehelichen Beischlaf oder die fornicatio – die Unzucht, womit außerehelicher Verkehr von zwei Unverheirateten gemeint ist. Sonst gibt es noch das adulterium – den Ehebruch, wobei wenigstens einer der beiden Sexpartner verheiratet ist. Außerdem gibt es noch die sodomia – Sodomie, welche in der Moraltheologie nicht nur Analverkehr bezeichnet, sondern auch jeden Akt non in vasa debita – „nicht in das geschuldete Gefäß“.  Sex dient der Fortpflanzung. Punkt. Und deswegen ist eine sexuelle Handlung umso sündiger, je mehr sie sich von der Forpflanzung entfernt. Somit ist Masturbation eine schwere Perversion, nach St. Thomas von Aquin, ist sie schwerwiegender als Unzucht (fornicatio), weil sie dermaßen weit von der Forpflanzung entfernt ist.  Obwohl der eheliche Akt in der Ehe erlaubt ist, auch wenn er nicht jedesmal zur einen Zeugung führen kann, obwohl Geschlechtsverkehr in der Ehe auch an unfruchtbaren Tagen moralisch zulässig ist, so wird Sex als ein notwendiges Übel gesehen, da er mit Konkupiszenz verbunden ist und jedesmal vom Geistlichen wegführt. Ja, so ist es nunmal. Sex in der Ehe ist keine Sünde, er ist auch keine Heiligung und kein Weg zur Heiligkeit, gleich was darüber Johannes Paul II in seiner Theologie des Leibes gnostisch von sich gab.

Der Weg zu Amoris Laetitia

Ja, liebe Leserinnen und Leser, dies ist die katholische Lehre. Und wenn Sie sich jetzt abregen oder zu lachen aufhören und es realisieren, dass dies die göttliche und gottgewollte Norm ist, so wird ihnen auch klar, wie schrecklich viele Menschen gegen das Sechse Gebot sündigen und zwar mit der Zustimmung der nachkonziliaren Kirche. Durch Amoris Laetitia wird ja Ehebruch legitim, Konkubinat auch und zwischen den Zeilen Homosexualität ebenso. Ein Papst kann aber weder die 10 Gebote noch die Worte Christi aufheben! Was jetzt in Amoris Laetitia stattfand, wurde aber lange in der nachkonziliaren Lehre vorbereitet, was Don Leone treffend darlegt.  Die Kirche begann im Schulterschluss mit der „Moderne“ mit Papa Freud zu lehren, dass es „die Sexualität“ gibt und dass „sie wichtig ist“, was Ihnen Ihre bürstenschnittige Pastoralassistentin, die langsam zu einer traurigen Antiheldin unseres Blogs mutiert, mit einem Augenaufschlag bestätitgen wird. Aber es stimmt nicht! Die Sexualität ist unwichtig, weil es sie nicht gibt! Es gibt dafür die unsterbliche Seele und die ewige Höllenstrafe für jene, die meisten durch Unkeuschheit, durch Unzucht (für alle zum Mitlesen durch Sex-Sex-Sex) früher oder später in die Hölle kommen.  Der Schreiber dieser Zeilen hat vor Kurzem Gaudium et Spes 48 und 49 gelesen, wo solche eine übertriebene Vergöttlichung des ehelichen (wirklich?) Sex stattgefunden hat, dass es unmöglich schein, dass diesen Text Männer verfasst haben, die wirklich zölibatär, sprich keusch, lebten. Es war eine Rechtfertigung ihres Lebens und eigentlich ihrer Sünde (Justify my life, Madonna). Karl Rahner SJ hat während des Konzils Luise Rinser gedatet„, ein anderer Peritus Gregory Baum gab selbst zu homosexuell gewesen zu sein, ja auch während des Konzils und Karol Wojtyla, einer der Schöpfer von Gaudium et Spes hatte seine Maria Teresa Tymieniecka.

Das war aber alles völlig unschuldig und platonisch!,

werden manche ausrufen.

Wirklich? Sind Sie sich so sicher? Waren Sie dabei?

Wir können es nicht wissen, da sicherlich nur ein Teil der Briefe publiziert wurde, aber können Priester, die solche Passagen niedergeschrieben haben, keusch leben? Siehe Gaudium et Spes 48, wo das Wort amor – körperliche Liebe, nicht caritas verwendet wird.

48. […] Christus der Herr hat diese Liebe (amor), die letztlich aus der göttlichen Liebe hervorgeht und nach dem Vorbild seiner Einheit mit der Kirche gebildet ist, unter ihren vielen Hinsichten in reichem Maße gesegnet. Wie nämlich Gott einst durch den Bund der Liebe und Treue seinem Volk entgegenkam (3), so begegnet nun der Erlöser der Menschen und der Bräutigam (4) der Kirche durch das Sakrament der Ehe den christlichen Gatten. Er bleibt fernerhin bei ihnen, damit die Gatten sich in gegenseitiger Hingabe und ständiger Treue lieben, so wie er selbst die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat (5). Echte eheliche Liebe [amor, d.h. Sex Red.] wird in die göttliche Liebe aufgenommen und durch die erlösende Kraft Christi und die Heilsvermittlung der Kirche gelenkt und bereichert, damit die Ehegatten wirksam zu Gott hingeführt werden und in ihrer hohen Aufgabe als Vater und Mutter unterstützt und gefestigt werden (6).

 

49.

Diese eigentümlich menschliche Liebe geht in frei bejahter Neigung von Person zu Person, umgreift das Wohl der ganzen Person, vermag so den leib-seelischen Ausdrucksmöglichkeiten eine eigene Würde zu verleihen und sie als Elemente und besondere Zeichen der ehelichen Freundschaft zu adeln.

Diese Liebe (amor) hat der Herr durch eine besondere Gabe seiner Gnade und Liebe geheilt, vollendet und erhöht. Eine solche Liebe, die Menschliches und Göttliches in sich eint, führt die Gatten zur freien gegenseitigen Übereignung ihrer selbst, die sich in zarter Zuneigung und in der Tat bewährt, und durchdringt ihr ganzes Leben (11); ja gerade durch ihre Selbstlosigkeit in Leben und Tun verwirklicht sie sich und wächst. Sie ist viel mehr als bloß eine erotische Anziehung, die, egoistisch gewollt, nur zu schnell wieder erbärmlich vergeht.

Kurz und gut: Sex als Ort der Gottesbegegnung, als höchster Ausdruck des Menschseins, als die eigentliche Würde des Menschen. Das steht dort wirklich geschrieben! Oder lesen wir eine Passage der Theologie des Leibes von Karol Wojtyła:

„Nirgends tun Eheleute Gottes Liebe tiefergreifender kund als wenn sie ‚ein Fleisch‘ werden“,

Das ist doch gnostisch!! Lesen wir Don Pietro Leone, der dies herausgearbeitet hat, weiter:

Der Papst stellt fest, dass Gottes Geheimnis der Liebe

“zur sichtbaren Realität durch die Vereinigung des ersten Mannes und der ersten Frau wird” (Rede vom 13. Okt. 1982, West S. 89).

In seiner Darstellung der Theorie des  Papstes behauptet West, dass

“eheliche Vereinigung gewissermaßen als  Ikone Bild des innerentrinitatischen Lebens gedacht ist” (West S. 25),

und erklärt, dass “ein Fleisch werden” sich daher nicht nur auf die Vereinigung zweier Leiber beziehe (wie unter den Tieren), sondern

“ein ‘sakramentaler’ Ausdruck sei, welcher der Kommunion (communio) von Personen entspreche” (Rede vom 25. Juni 1980, West S.25);

Das ist doch blasphemisch! Sex als das Abbild der Hl. Dreifaltigkeit? Sex als unio mystica? Wer hat denn solchen Sex? Ja, liebe Leserinnen und Leser, das sind die ipissima verba von Johannes Paul II. Auf solche Ideen kommt doch kein Mensch, der zölibatär lebte! Asmodeus war bei den Geistlichen, die sakrilegisch Unzucht getrieben haben und dann all diese Erfahrungen in den Konzilsdokumenten mehr oder weniger verdeckt, niederzuschreiben. Haben denn vorher alle Theologen keusch gelebt? Wohl nicht, aber sie haben ihr Fehlverhalten auf keine theoretische Ebene gehoben und falls doch, dann war es häretisch.

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (17) Was „Geist“ bedeutet.


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Im nachfolgenden Beitrag stellt Kardinal Bona die Bedeutungen des Wortes „Geist“, wie sie in der Heiligen Schrift vorkommen zusammen. Er verwendet das Wort aber im Sinne einer Motivation, einer inneren Regung, die einem Menschen von innen heraus einen Impuls verleiht. Dennoch ist dieser Impuls etwas, was von außen kommt. Wie wir Luft holen, also den Spiritus, den Hauch von außen, so holen wir auch von außen unsere Motivationen. Diese sind: Gott oder Teufel, soweit Gott ihm seine Tätigkeit erlaubt. Es ist aber nicht so, wie Luther glaubte, dass der Mensch ein Esel sei, auf dem entweder Gott oder der Teufel reitet, was den freien Willen ausschließen würde, sondern damit jede Tätigkeit mit zum Heil oder zur Verdammnis gereichen kann, geht die Motivation zu einer Handlung oder zur Art und Weise ihrer Erfüllung entweder von oben oder von unten aus. Es ist also nicht das Ich, wie der deutsche Idealismus es gerne hätte, welches sich der Außenwelt überstülpt, sodass immer irgendwo etwas „gottet“, weil alles irgendwie „Geist“ ist, wie der dumme Hegel es wollte.  Nein, die menschliche Eigenheit wird bewahrt, die Eigenständigkeit auch, da aber das Geistliche auf das Körperliche wirkt, weil es dem Letzteren übergeordnet ist, so wirken die geistigen Mächte auf uns, meistens so, dass wir es nicht merken, wenn wir noch keine Geistesunterscheidung ausgearbeitet haben.

 

Drittes Kapitel

Wie weit sich die Unterscheidung der Geister erstrecke. – Mancherlei Bewegungen und Neigungen der Menschen. – Bedeutung des Wortes „Geist“. – Was und wievielerlei der Geist sei. – Es gibt hauptsächlich einen dreifachen Geist, einen in uns, einen zweifachen außer uns.

 

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Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


 

Evangelium des Festes Mariä Himmelfahrt

Lk 1, 41 – 50

Sobald Elisabeth den Gruß Marias vernahm, frohlockte das Kind in ihrem Schoße. Elisabeth wurde vom Heiligen Geiste erfüllt und rief mit lauter Stimme: „Du bist gebendeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes! Woher wird mir die Gnade, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, sobald dein Gruß an mein Ohr drang, frohlockte das Kind vor Freude in meinem Schoße. Selig, die geglaubt hat, daß in Erfüllung gehen wird, was ihr vom Herrn gesagt ward.“ Da sprach Maria:

Hochpreiset den Herrn meine Seele, und mein Geist frohlockt in Gott, meinem Heil. Denn er hat in Gnaden herabgeschaut auf seine niedrige Magd. Seht, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter. Denn Großes hat an mir getan, der mächtig und dessen Name heilig ist. Sein Erbarmen waltet von Geschlecht zu Geschlecht über denen, die ihn fürchten.“

Betrachtung zum Evangelium des Festes Mariä Himmelfahrt

Maria, Königin des Himmels und der Erde! Du hast den beßten Theil erwählt; denn dein Scheiden von dieser Welt ist die Uebernahme der Herrlichkeit, die dir dein Sohn bereitet hat. Du empfängst nun für die Reinigkeit und Unschuld deines Wandels ein neues, unvergängliches Leben; für deine Demuth die Erhöhung über alle Geschöpfe; für deine Frömmigkeit und Gottesfurcht die Anschauung Gottes; für deine Ergebung in den Willen des Höchsten den Genuß einer unveränderlichen Glückseligkeit, und für deine Treue in Bewahrung der Gnade Gottes das Recht, auch denen Gnade zu erbitten, die als deine Verehrer, als Nachahmer deiner Tugenden auf dich ihr Vertrauen setzen. —

Hier im Hause Gottes, wo ich meinem himmlischen Vater meine Klagen, meine Bitten und meine Anbetung mit kindlicher Offenheit und Ergebung darbringe, erhebe ich heute meine Blicke voll Entzücken nach den obern Räumen: denn heute ist das Fest deiner Himmelfahrt; heute bist du aufgeschwebt von dieser Erde in die geheiligte Wohnung des ewigen Friedens und der ewigen Herrlichkeit. —

Du bist an dem heutigen Tage zur schönsten Ehrenstufe erhoben, du bist zur geliebten Fürbitterin, zur Ausspenderin der göttlichen Gnaden erwählt worden. Die Blicke meiner freudetrunkenen Augen begleiten deine Himmelfahrt, und ich flehe dich an, aus dem Meere der Gnaden, die du bei Gott gefunden, auf mich und alle meine Mitmenschen einen Tropfen niederträufeln zu lassen. Nimm auf mit mütterlicher Liebe mein heißes Flehen, für mich und alle meine Mitmenschen bei Gott zu seyn eine listige Fürbitterin in diesem und dem künftigen Leben. Von deiner Fürbitte bei unserm himmlischen Vater hofft der Kranke auf Genesung, der Kleinmüthige auf Stärke, der Bedrängte auf Hilfe, der Traurige lauf Trost, der Gefahrleidende auf Beistand und Rettung, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, der uns nach seiner großen Erbarmung und durch seine Auferstehung vom Tode neu geschaffen hat zur Hoffnung des ewigen Lebens und zur Erwartung eines unvergänglichen Erbgutes im Himmel. Amen.

Hymne

Jauchzt mit Siegesgetön, Bürger des Himmels!

Heut‘ an jenes Triumph’s festlichem Tage,

Wo im Arme des Tod’s friedlich entschlummert,

Ward die Mutter des Herrn himmlisch verklärt.

Welch Entzücken ergreift jetzt bei dem Glanz Dich!

Deren Leben so still floß, wie der Wiesbach;

Die in’s irdische Kleid hüllte den Ew’gen,

Wird vom Ew’gen geschmückt jetzt mit dem Urlicht!

Hehren Trostes Gestirn leuchtet zur Erde

Von der Höhe, wo Du, Heilige! strahlest.

Du, die erste im Chor aller Erlösten,

Stehst dem Sohne zunächst, hell wie die Sonne.

Bitt, o bitte für uns, Mutter des Heiland’s!

Daß vom Irdischen uns läut’re die Tugend,

Auf dem dornigten Pfad zu der Verklärung,

Uns — die Brüder des Sohn’s — leite, wie Kinder!

Kirchengebet

Verzeihe, o Herr! wir flehen, die Fehler deiner Diener, auf daß wir, die wir durch unsere Thaten, dir nicht gefallen können, gerettet werden durch die Fürbitte der Mutter deines Sohnes, unsers

Herrn! Amen. —

Notae theologicae oder die dogmatische Gewissheit. (4 von 4). Gewissheitsgrade und Zensuren.


Bonaventura 1

Positive Darstellung der Gewissheitsgrade und der Zensuren

Um die Gewissheitsgrade und die Zensuren noch deutlicher darzustellen, haben wir die u.a. Tabellen entwickelt.[1] Bevor diejenigen unserer Leser, die zu Skrupeln neigen oder ihren Glauben sehr ernst nehmen, sich durch die Bezeichnung „Todsünde“ erschrecken lassen, sei an dieser Stelle gesagt, dass zu einer Todsünde: (a) Bewusstsein und (b) Freiwilligkeit notwendig ist, sodass die Qualifikation der Todsünde im Kontext der Glaubenslehre nur einen ausgebildeten Theologen betreffen kann. Wenn ich es wirklich nicht besser weiß und Unsinn rede, dann ist es keine schwere Sünde, sondern eine leichte, da sie die Menschen intellektuell und später auch anders schädigt. So wie manche Verbrechen oder Verstöße nur Juristen, Polizisten, Ärzte etc. verüben können, weil sie ausgebildet und im Dienst sind, so können manche Sünden nur Theologen begehen. Und deswegen sind die Sünde der Konzilstheologen, der Periti (allgemein im Deutschen: die Erfahrenen, Kundigen) und der direkt nachkonziliaren Geistlichen so schwer, weil sie es wirklich besser wussten oder, wie der papa emeritus und Kard. Müller, wissen. Schön muss doch die Zeit gewesen sein, als man sich im Heiligen Offizium noch um solche Unterteilungen kümmerte und in seinem Gebäude keine Homo-Orgien mit Kokain veranstaltete, wobei wir doch stark hoffen, dass nicht alle Mitarbeiter der Glaubenskongregation in solche Aktivitäten involviert sind. Pfui! Klare Richtlinien ziehen Männer mit klarem Denken an und vom klaren Denken kommt man mit Mühe und Gottes Hilfe auch zum klaren, d.h. zum reinen Leben. Unklares, nachkonziliares Gewusel führt zum unklaren, sündigen Leben, siehe: Homo-Orgien und Msgr. Charamsa, denn Sünde beginnt im Kopf durch die Zustimmung, das andere ist nur eine schiefe Ebene, die irgendwann angestossen wurde.

Wir geben die u.a. tabellarisch gefassten theologischen Qualifikationen deswegen an, da wir in unseren Beiträgen über Theologie diese Begriffe verwenden werden, um die Verbindlichkeit der theologischen Lehren darzustellen. Bene docet, qui bene distinguit – „derjenige lehrt gut, der gut unterscheidet“.

(a) Theologische   Qualifikation: Dogma
Äquivalente Bezeichnung: Glaubensdogma; de fide, de fide Catholica; de fide divina et Catholica.
Erklärung: Glaubenswahrheit, welche von der Kirche als von Gott geoffenbart dargestellt wird.
Beispiele: Unbefleckte Empfängnis; alle Artikel des Symbols von St. Athanasius [Quicumque, Glaubensbekenntnis des hl. Athanasius Red.].
Zensur der Verneinung: Häresie (Sententia haeretica)
Auswirkungen der Verneinung: Todsünde direkt gegen die Tugend des Glaubens begangen, im Falle, dass die Häresie öffentlich verkündet worden wäre, zieht sie automatisch eine Exkommunikation und den Ausschluss aus der Kirchengemeinschaft nach sich.
Bemerkungen: Das Dogma kann entweder durch ein iudicium solemne (päpstliches Kathedralurteil oder Glaubensentscheidung eines allgemeinen dogmatischen Konzils) vorgelegt werden oder aber durch das ordentliche Lehramt, wie dies im Falle des Symbolum Athanasianum der Fall war, welches jahrhundertlang verwendet und gegenteilige Meinungen verurteilt worden sind.
(b) Theologische   Qualifikation: Glaubenswahrheit der Kirche
Äquivalente Bezeichnung: De fide ecclesiastica definita
Erklärung: Glaubenswahrheit, welche nicht direkt von Gott geoffenbart wurde, aber eng mit der göttlichen Offenbarung zusammenhängt und unfehlbar durch das Lehramt präsentiert wurde.
Beispiele: Gültigkeit des Kommunionempfangs unter einer Gestalt.
Zensur der Verneinung: Häresie gegen den Glauben der Kirche. Propositio haeresi proxima.
Auswirkungen der Verneinung: Todsünde direkt gegen die Tugend des Glaubens begangen, im Falle, dass die Häresie öffentlich verkündet worden wäre, zieht sie automatisch eine Exkommunikation und den Ausschluss aus der Kirchengemeinschaft nach sich.
Bemerkungen: Es ist ein Dogma, dass die Unfehlbarkeit der Kirche sich auch auf die Glaubenswahrheiten de fide ecclesiastica definita erstreckt, sodass jeder, der sie verneint, mittelbar die Dogmen und den göttlichen Glauben (fide divina) negiert.
(c) Theologische   Qualifikation: Wahrheit des göttlichen Glaubens
Äquivalente Bezeichnung: De fide divina.
Erklärung: Glaubenswahrheit von Gott geoffenbart, aber nicht als solche von der Kirche als gewiss dargestellt.
Beispiel: Christus hat von Anfang seiner öffentlichen Wirkung verkündet, dass er der Messias ist.
Zensur der Verneinung: Irrtum (im Glauben). (Haeresim sapiens oder de haeresi suspecta)
Auswirkungen der Verneinung: Todsünde gegen den Glauben, welche jedoch keinen Verlust der Kirchenmitgliedschaft nach sich zieht. Möglichkeit einer kanonischen Strafe.
(d) Theologische   Qualifikation: Glaubensnahe Behauptung
Äquivalente Bezeichnung: Sententia fidei proxima.

Glaubenswahrheit, von der allgemein angenommen wird, dass sie von Gott geoffenbart wurde.

Erklärung: Christus hat während seines ganzen irdischen Lebens die beseligende Anschauung (visio beatifica) genossen.
Zensur der Verneinung: Dem Irrtum Behauptung (sententia errori proxima). (Propositio erronea oder error)
Auswirkungen der Verneinung: Todsünde, welche indirekt sich gegen den Glauben richtet.
(e) Theologische   Qualifikation: Theologisch sichere Behauptung  (theologice certa).
Äquivalente Bezeichnung: Dogmatische Tatsache; dogmatische Schlussfolgerung. (Ad fidem pertinens, theologice certa)
Erklärung: Theologische Wahrheit, welche logisch von Behauptungen herrührt, von welchen eines göttlich geoffenbart wurde, das andere hingegen als historisch sicher gelten kann.
Beispiel: Rechtmäßigkeit des Pontifikats des Pius XI.
Zensur der Verneinung: Irrtum (error) (in Theologie). (Error in theologicis)
Auswirkungen der Verneinung: Todsünde gegen den Glauben.
(f) Theologische   Qualifikation: Katholische Doktrin (doctrina catholica)
Äquivalente Bezeichnung: Katholische Lehre.
Erklärung: Glaubenswahrheit, welche authentisch durch das ordentliche Lehramt gelerht wird, aber weder geoffenbart noch innerlich mit der Offenbarung verbunden.
Beispiel: Ungültigkiet der anglikanischen Priesterweihe; Gültigkeit der Taufe, welche durch Häretiker oder Juden gespendet wurde.
Zensur der Verneinung: Leichtsinnige Behauptung (temeraria)
Auswirkungen der Verneinung: Todsünde, welche mittelbar gegen den Glauben gerichtet ist.
Bemerkungen: Die Bezeichnung “katholische Doktrin” betrifft manchmal Glaubenswahrheiten des höheren Ranges, aber niemals des niedrigeren Ranges. In manchen Fällen  ist eine schärfere Zensur als „leichtsinnige Behauptung” (temeraria) vorgesehen.
(g) Theologische   Qualifikation: Sichere Behauptung (certa)
Äquivalente Bezeichnung: Allgemeine (communis); theologisch sicher (theologicae certe).
Erklärung: Glaubenswahrheit, welche einstimmig von allen theologischen Schulen anerkannt wird, die von der geoffenbarten Wahrheit herrührt, aber zur Schlußfolgerung mehr als ein Schritt des logischen Schließens benötigt.
Beispiel: Wahre und direkte Kausalität der Sakramente.
Zensur der Verneinung: Leichtsinnig (temeraria).
Auswirkungen der Verneinung: Meistens Todsünde der Vermessenheit.
Bemerkungen: Triftige Gründe können manchmal jemanden von der Todsünde entschuldigen, wenn er genau die gegenteilige Meinung gegen die sichere Meinung untersucht hatte; denn es ist nicht völlig auszuschließen, dass sich alle theologischen Schulen in einer Hinsicht irren, obwohl dies sehr untypisch und unwahrscheinlich hinsichtlich einer sehr wichtigen Annahme wäre.
(h) Theologische   Qualifikation: Behauptung, die zu halten ist (tenenda).
 

Äquivalente Bezeichnung:

Ita tenenda, ut contraria sit temeraria (Dies ist so zu halten, dass der Gegenteil als leichtsinnig erscheint).
Erklärung: Behauptung, welche in den doktrinellen Dekreten der römischen Kongregationen bestätigt wird.
Beispiel: Christus wird nicht sichtbar auf Erden nach der Erscheinung des Antichristen herrschen.
Zensur der Verneinung: Unsicher (incerta)/leichtsinnig (temeraria).
Auswirkungen der Verneinung: Todsünde des Ungehorsams oder auch nur der Unbesonnenheit.
Bemerkung: Äußere Annahme der sententia tenenda ist absolut erforderlich, die innere Annahme ist meistens erforderlich. Obwohl die Dekrete der Kongregationen nicht unfehlbar sind, so verfügen sie über eine wahre Autorität im Bereich der Glaubensdoktrin sowie über eine absichernde Führung des Heiligen Geistes.
(i) Theologische   Qualifikation: Allgemeine, allgemeinere Behauptung (communis, communior).
Erklärung: Solide begründet oder am besten bezeugte theologische Meinung zum Thema.
Beispiel: Der Antichrist wird nicht vom Geschlecht Dan stammen.
Zensur der Verneinung: Keine.
Auswirkungen der Verneinung: Keine.
Bemerkungen: Die Behauptungen der Kategorie allgemein (communis) oder allgemeiner (communior) können irren und daher sind wir nicht verpflichtet ihnen zu folgen. Dennoch zeugt es von Klugheit diese Behaptungen als den allgemeinen theologischen Ansatz anzuerkennen. Es ist zu beachten, dass die allgemeinere  (communior) Meinung weniger anerkannt ist als die allgemeine (communis) Meinung, denn die Letztere setzt eine Übereistimmung der theologischen Schulen voraus.

 

(j) Theologische   Qualifikation: Wahrscheinliche Meinung (probabilis).
Erklärung: Eine theologische Meinung, welche entweder sich auf die inner Konsistenz ihrer Argumente stützt oder auf das äußere Ansehen derjenigen Autorität, welche sie vorstellt.
Beispiel: Judas hat die Hl. Kommunion beim letzten Abendmahl empfangen. Judas hat keine Hl. Kommunion beim letzten Abendmahl empfangen
Zensur der Verneinung: Keine.
Auswirkungen der Verneinung: Keine.

Bemerkung:

Die besser begründete Meinung ist wahrscheinlicher, aber Katholiken können auch die entgegengesetzte Meinung, gleich aus welchem Grunde, annehmen.

 

(k) Theologische   Qualifikation: Fromme Meinung (sententia oder opinio pia).
Erklärung: Eine Lehre, welche nicht theologisch im eigentlichen Sinne ist, aber gut Frömmigkeit und Empfindungen der Gläubigen ausdrückt.
Beispiel: Mutter Gottes ist die Braut des Heiligen Geistes.
Zensur der Verneinung: Skandalös, schlecht klingend, beleidigend für die Ohren der Gläubigen (scandalosa seu male sonans seu offensiva piarum aurium)
Auswirkungen der Verneinung: Keine
Bemerkung: Einem Katholiken ist es erlaubt eine solche Meinung zu haben, aber er braucht es nicht zu tun. Man sollte die gegenteilige Meinung meiden, da sie zum Ärgernis der Schwachen im Glauben führen können.
(l) Theologische   Qualifikation: Sichere Meinung (sententia tuta)
Erklärung: Eine Ansicht, die theologisch schlecht begründet ist, aber welche, wenigstens jetzt, von der Kirche nicht für verdammungswürdig oder würdig einer Zensur gesehen wird.
Beispiel: Scientia media von Molina S.J., d.h. eine der Lösungen des Gnadenstreites.
Zensur der Verneinung: Keine
Auswirkungen der Verneinung: Keine
(m) Theologische   Qualifikation: Tolerierte Meinung (opinio tolerata)
Erklärung:

Eine Meinung, welche völlig falsch sein kann,  welche aber, wenigstens jetzt, von der Kirche nicht für verdammungswürdig oder würdig einer Zensur gesehen wird.

Beispiel: Ruhen im Geist kommt von Gott.
Zensur der Verneinung: Keine
Auswirkungen der Verneinung: Keine

Was bedeuet aber die oben gennante Klassifizierung für den einfachen Gläubigen? Was ist zu glauben und was nicht? Die Verpflichtung zum Glauben sieht wie folgt aus: [2]

Zu glauben unter schwerer Sünde als geoffenbart.

(a)   Dogma De fide
(b)  Glaubenswahrheit der Kirche De fide ecclesiastica definita
(c)   Wahrheit des göttlichen Glaubens De fide divina
(d)  Glaubensnahe Behauptung Sententia fidei proxima

Zu glauben unter schwerer Sünde, was die Kirche zum Glauben vorlegt.

(e)   Theologisch sichere Behauptung Sententia theologice certa
(f)   Katholische Doktrin Doctrina catholica
(g)  Sichere Behauptung Sententia certa
(h)  Behauptung, die zu halten ist Sententia tenenda

Glaubenslehren, die zu ehren und zu respektieren sind.

(i)    Allgemeine Sententia communis
(g) Theologisch sichere Meinung Sententia theologicae certa
(l) Fromme Meinung Sententia/opinio pia

  Diskussion unter Experten ist erlaubt.

(i)              Allgemeinere Sententia communior
(j)    Wahrscheinliche Meinung Sententia probabilis
     Wahrscheinlichere Meinung Sententia probabilior
(k)  Sichere Meinung Sententia tuta
(l)    Tolerierte Meinung Opinio tolerata

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die katholische Theologie, womit wir fast immer die vorkonziliare, traditionelle Theologie meinen, ein höchst präzises System, ein gleichsam vollkommenes Uhrenwerk ist, welches ein ebenfalls präzises Rahmenwerk der theologischen Unterscheidung sichert. Dies bedeutet, dass die Kenntnis der katholischen Theologie und ihrer Gewissheitsgrade die Unterscheidung ermöglicht, was inwieweit rechtgläubig oder häretisch ist. Durch die Anarchie, welches das Vat. II einführte und welche in „Papst“ Franziskus ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden hat, gibt es heutzutage kaum Unterscheidungsmerkmale für Theologen, nicht mal die Worte Christi können als Beweis für irgendetwas dienen, weil man, nach Bultmann und Co., nicht weiß, ob es wirklich ipsissima verba Jesu sind und falls ja, Christus selbst es heute anders gesagt hätte, wie der Jesuitengeneral Sosa neulich meinte. Werden wir denn noch einmal zu diesen schönen scholastischen Unterscheidungen gelangen? Ja, wenn Novus Ordo völlig zusammenbricht und man zum Alten, Funktionierenden und Bewährten zurückkehren wird. Das wird noch etwas dauern. Halten Sie durch!

[1] Nach http://www.the-pope.com/theolnotes.html Vgl. http://monarchieliga.de/index.php?title=Theologische_Zensuren Ott, Ludwig, Grundriss der Dogmatik, Bonn 201011, 35-36.

[2] Nach: http://iteadthomam.blogspot.de/2007/04/fundamental-theology-2-notae-theologic.html