Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


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Evangelium des zweiten Sonntags nach dem Feste der Heil. Drey Könige

Joh 2, 1 – 11 Am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa. Die Mutter Jesu war zugegen, und auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit geladen. Als der Wein ausging, sprach die Mutter Jesu zu ihm: „Sie haben keinen Wein mehr.“ Jesus erwiderte ihr: „Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Da sprach seine Mutter zu den Dienern: „Was er auch etwa sagt, das tuet!“ Nun standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie sie bei den Juden für die Reinigungen üblich waren. Jeder von ihnen faßte zwei bis drei Maß. Jesus gebot ihnen: „Füllt die Krüge mit Wasser.“ Sie füllten sie bis zum Rande. Dann sprach er zu ihnen: „Schöpft jetzt davon und bringt es dem Speisemeister.“ Sie brachten es hin. Der Speisemeister kostete nun das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wußte aber nicht, woher der Wein war; nur die Diener, die das Wasser geschöpft hatten, wußten es. Da rief der Speisemeister den Bräutigam und sagte zu ihm: „Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste trunken geworden, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.“

So machte Jesus zu Kana in Galiläa den Anfang mit seinen Wundern. Er offenbarte dadurch seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.

Betrachtung zum Evangelium des zweiten Sonntags nach Heil. Drey Könige

Zur Erholung des Geistes und Körpers sind anständige Freuden, wie sie Christus und seine Jünger bei der Hochzeit zu Kana in Galiläa heilig genossen haben, wohl erlaubt. Da nun die Ehe heilig und ehrwürdig, von Gott eingesetzt und durch Jesus zu einem Sakramente erhoben worden ist; da sie das Bild seiner Vereinigung mit der Kirche darstellt; so sind auch die Hochzeitmahle lieblich und gesegnet, bei denen man sich an Gottes Gegenwart erinnert und Mäßigkeit, reine Sitten bewahrt. — So ist es auch Gott wohlgefällig, für seinen Nebenmenschen von Gott Gutes zu erflehen, wie uns Maria zeigte, indem sie Jesum bat, den in Verlegenheit gerathenen Brautleuten aus ihrer Noch zu helfen und ihnen ihre Beschämung über den Mangel des Getränkes zu ersparen. Und da nun Jesus sein erstes Wunder auf die Fürbitte seiner Mutter Maria wirkte, so wollen wir, da sie auch unsere Mutter ist, uns ihrer Fürbitte empfehlen, daß sie uns nicht nur zeitliche, vergängliche Güter, sondern vorzüglich die Aenderung und Besserung unsers Herzens und bleibende, ewige Güter erlange.

Kollekte zum zweiten Sonntage nach heil. Drey Könige

O Gott, allmächtiger, ewiger Vater, höchster Beherrscher des Himmels und der Erde! Erhöre gnädig das Gebet deines Volkes, und schenke uns in unsern Tagen deinen Frieden! durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen.

(Wegen des Festes vom Namen Jesu.)

Gebet.

O Gott, der Du deinen eingebornen Sohn zum Erlöser des menschlichen Geschlechtes bestimmt und ihn JESUS hast nennen lassen: verleihe gnädig, daß wir seinen heiligen Namen auf Erden nicht mißbrauchend, sondern ehrend, seiner Anschauung und Seligkeit einst theilhaftig werden im Himmel! Amen.

Don Pietro Leone, Angriff auf die Ehe – Aufsatz (1 von 3)


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 ANGRIFF AUF DIE EHE

Die Krise in der Familie und in der Ehe, die sich in der Schwangerschaftsverhütung, Scheidung, Abtreibung, Unzucht, und Homosexualität unaufhörlich ausbreitet, stammt offensichtlich vom Geist der Welt her und letztendlich von der gefallenen Natur. Der selbe Geist ist aber jetzt ins kirchliche Lehramt selbst hineingeschlichen, das somit eine mitwirkende Rolle in der Krise spielt.

Die folgenden Auszüge von ‚Angriff auf die Ehe’ (Patrimonium Verlag 2016) bezeugen diese Tatsache und versuchen, sie nach den traditionellen theologischen Prinzipien der kirchlichen Lehre zu analysieren.

 

  1. VERSCHIEBUNG IM LIEBESBEGRIFF

Die Kirchentradition unterscheidet zwischen drei grundlegenden Liebesarten. Erstens gibt es die sinnliche Liebe (oder die Leidenschaft der Liebe), für welche die geschlechtliche Liebe ein Beispiel ist; zweitens gibt es die vernünftige Liebe (oder die Tugend der Liebe); drittens gibt es die Liebe der Caritas, also jene Art der vernünftigen Liebe, die durch die übernatürliche Gnade erhöht ist, um Gott in Sich Selbst zu lieben und den Nächsten in und wegen Gott.

     Die Änderung der Lehre Kirchenmänner ab dem Zweiten Vatikanischen Konzil bis zum heutigen Tage mit ihrer Öffnung gegenüber der Welt in all ihren Erscheinungen und besonders in ihrer Lehre über die Ehe besteht wesentlich in der Verschiebung von der Liebe der Caritas zur sinnlichen Liebe hin.

  1.   UMKEHRUNG DER EHEZWECKE

Nun lehrt ja die Kirche, die Ehe habe drei Zwecke: 1) die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft; 2) der gegenseitigen Beistand der Gatten; 3) die Heilung der Begierlichkeit (vgl. Römischen Katechismus)[1]. Die Kirche lehrt weiter, daß der erste Zweck gleichzeitig der Hauptzweck ist (vgl. Lehramt, hl. Schrift, Kirchenväter, und spekulative Theologie).

Im Gegensatz zu dieser Lehre vertreten bestimmte moderne Autoren die Ansicht, das Wohl der Gatten (also der zweite Zweck) stehe auf derselben oder sogar auf einer höheren Ebene als das Wohl der Kinder (der erste Zweck).

Diese moderne Ansicht ist vom Lehramt verworfen worden. Eine Erklärung des Heiligen Stuhls de Finibus Matrimonii vom April 1944 (AAS XXXVI S.103) stellt die Frage: ‘Ist die Lehre bestimmter moderner Autoren zulässig, welche leugnen, die Zeugung und Erziehung von Kindern sei der Hauptzweck der Ehe, oder lehren, die zweitrangigen Zwecke seien dem Hauptzweck nicht notwendiger Weise untergeordnet, seien vielmehr mit diesem gleichwertig und von diesem unabhängig? Die Antwort lautet: Nein, diese Lehre ist nicht zulässig’. In seiner Ansprache an die Hebammen (1951) bezeichnet Papst Pius XII. solche Lehren als ‘eine schwerwiegende Umkehrung der Wertordnung und der Ziele, die der Schöpfer selbst gesetzt hat.’

Diese moderne Ansicht ist während des Zweiten Vatikanischen Konzils trotz der eben zitierten Erklärungen neuerlich vorgetragen, sie fand (in verhüllter Form) ihren Weg in die Texte von Humanae Vitae, und von dort in den neuen Kodex des Kirchenrechts, den Neuen Katechimus, und in Familiaris Consortio, inter alia.

Die Theologie des Leibes muß vor diesem Hintergrund gesehen werden. Auch wenn sie nicht ausdrücklich leugnet, daß die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft der vornehmliche Zweck der Ehe ist, so geht es ihr fast ausschließlich um die eheliche Liebe, wobei sie die Zeugung bestenfalls als eine Beigabe sieht, so wenn der Papst hinsichtlich der ‘personalen Gemeinschaft von Mann und Frau …’ hinzufügt: über ‘alldem ließ sich von Anfang an der Segen der Fruchtbarkeit nieder‘ (November 14.. 1979, West S.25).

 Hinsichtlich der besonderen Auffassung der ehelichen Liebe in der Theologie des Leibes, des gegenseitigen Sich-Schenkens nämlich, beobachten wir, daß diese Auffassung bereits bei bestimmten Autoren vorlag, wenn sie den absoluten Vorrang des Zeugungszwecks der Ehe leugneten. Die oben angeführte Erklärung stellt fest, daß für manche dieser Autoren folgendes an erster Stelle steht: ‘die gegenseitige Liebe der Gatten und ihre Einheit, die entwickelt und vervollkommnet werden soll, indem sich einer dem anderen leiblich und geistlich schenkt’, und Papst Pius XII. sagt in der oben zitierten Ansprache ähnlich, daß für manche dieser Autoren der Hauptzweck der Ausübung des ehelichen Rechts darin besteht, ‘daß die körperliche Vereinigung der Ausdruck und Betätigung der persönlichen und gefühlsmäßigen Einheit ist’, und der Papst ergänzt: ‘Wir sind Zeugen der Verbreitung von Ideen und Gesinnungen, die einem klaren, tiefen und ernsthaften christlichen Denken widersprechen.’

[1] Der zweite und dritte werden bzw. oft zusammen als den zweiten Zweck betrachtet.

 

Buchempfehlung: Don Pietro Leone, Angriff auf die Ehe


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Wir freuen uns wirklich sehr ein Buch auf Deutsch vorstellen zu können, welches von einem der wenigen katholischen Theologen stammt, die international publizieren und international bekannt sind. Wir sprechen hier von einem italienischen Priester, der unter dem Pseudonym Don Pietro Leone publiziert und dessen Aufsatz über die „Theologie des Leibes“ von Johannes Paul II in der Übersetzung von Eugenia Roth bereits bei uns veröffentlicht haben. Don Pietro Leone publiziert vornehmlich auf Englisch auf Rorate Caeli und seine Beiträge zeichnen sich durch die folgenden Kriterien aus, welche in der heutigen Kirche sehr selten sind:

  1. Gute Kenntnis der vorkonziliaren – traditionellen – Theologie.
  2. Fähigkeit selbständige Vergleiche und Analysen anzustellen.
  3. Einfachheit der Sprache und der Darstellung.
  4. Subtile, wenn auch fundierte Kritik.
  5. Frömmigkeit und Liebe zur Kirche.

Da Don Leone ein Priester ist, der ausschließlich im Alten Ritus zelebriert, so erlebt er harte Zeiten in jeglicher Hinsicht. Wir stehen mit ihm in Kontakt, können ihn als unseren eigenen Autor begrüßen und werden seiner bisherigen Aufsätze ins Deutsche übertragen, weil sie es wert sind. Der Aufsatz über die Theologie des Leibes  war für uns selbst ein „Augenöffner“, denn er erklärt klar und deutlich all die unkatholischen Aporien der wojtyllanischen Theologie, welcher leider vom Ansatz her gnostisch ist. Das einzige Manko, dass wir bei Don Pietro Leone sehen, ist der Umstand, dass er seine Rückschlüsse dermaßen sanft und subtil formuliert, dass manch ein Leser nicht weiß, worin das Skandalöse eigentlich besteht. Dann kommen wir, mit der Axt im Walde und hauen den Weg frei.

angriff-auf-die-eheNichtsdestotrotz gehört Don Pietro Leone zu den besten katholischen Theologen und Autoren, die wir in der traurigen Zeit des Pontifikats von Papst Franziskus haben und die gefördert werden sollten. Sein 320 Seiten langes Buch „Angriff auf die Ehe“ stellt die deutsche Übersetzung seines Werkes „Family under attack“ und zeigt sehr deutlich und konsequent, wie die nachkonziliare Ehelehre von der traditionellen Ehelehre abgeirrt ist, sodass, so meinen wir, Amoris Laetitia über die Umwege von Familiaris consortio und der „Theologie des Leibes“ nicht vom Himmel gefallen ist. Das Buch wurde recht unfreundlich auf kathnews besprochen, was Angesichts der theologischen Ansichten von kathnews ein Qualitätsmerkmal des Buches von Don Leone darstellt. Wir empfehlen den Kauf, der bei Patrimonium-Verlag zu tätigen ist und werden uns selbst auch damit eindecken. In der nahen Zukunft werden wir auch die Zusammenfassung des Buches publizieren, wie sie uns vom Autor selbst zugesandt wurde, damit wir alle wissen, worauf wir uns freuen können.

Seien wir Gott für Don Pietro Leone dankbar und beten wir für ihn, denn viele katholische Theologen unter katholischen Theologen haben wir auf der Welt leider Gottes nicht.

Rüdiger Altmann, Abschied von den Kirchen


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Manchmal lohnt sich das Lesen des Portals gloria.tv durchaus, da es dort außer der obligatorischen Apokalyptik auch ab und zu tiefergehende Beiträge gibt, die das Nachdenken anregen. Unter anderem deswegen publizieren wir auch dort, um ein wenig das Niveau zu beeinflussen, hoffentlich in der positiven Richtung. Dank gloria.tv haben wir einen Aufsatz von Rüdiger Altmann entdeckt,  der am 06.07.1970 im sage und schreibe dem Spiegel veröffentlicht wurde. Der Aufsatz wurde also fünf Jahre nach dem Konzil und im Jahr der Einführung der Neuen Messen verfasst, welche sicherlich schon auf die eine oder andere Art und Weise vorher in Deutschland ad experimentum zelebriert wurde. Dieser Aufsatz ist sicherlich prophetisch zu nennen, denn es stellt das Bild der heutigen Kirche dar, wofür die Weichen spätestens im Jahre 1965 gestellt wurden. Rüdiger Altmann war kein Prophet, sondern nur ein politischer Analytiker. Er sah schon damals, unter Paul VI. voraus, dass die Katastrophe der säkularistischen Selbstzerstörung der Kirche eingeleitet wurde, wie der zündende Zeitmechanismus einer Bombe. Vielleicht gab es im Jahre 1970 noch katholische Denker, die meinten, dass das Experiment-Konzil noch gut gehen kann und wird. Sie wurden spätestens seit Papst Franziskus eines Besseren belehrt. Altmann hatte nicht geirrt, obwohl er im Jahre 1970 die vermeintlich „konservativen“ Pontifikate von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. nicht voraussehen konnte. Aber es war, wie sich jetzt mehr als deutlich herausstellt, nur eine Fassade, welche den inneren Zusammenbruch verdecken sollte. Steven Skojec und Hilary White bringen es auf den Punkt. Und wie hilft es uns weiter? Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Ferner ist die Diagnose von Rüdiger Altmann sehr zutreffend: „mit der Liturgie wurde die Kirche zerstört, mit der Liturgie wird sie wieder aufgerichtet“.

Man braucht nicht das Urteil künftiger Historiker abzuwarten, um das Ende des europäischen Kirchentums vor sich zu sehen.

Es ist nicht das Ergebnis von Kulturkämpfen und diktatorischer Unterdrückung. Zumal auf dem Schauplatz der Bundesrepublik sind die wesentlichen Kompromisse zwischen Staat und Kirche, der Kirchen untereinander, zwischen Säkularisation und Theologie zufriedenstellend formuliert, die Konfessionen Teilhaber des legalisierten Pluralismus, kein Gegner weit und breit. Der Fluch Voltaires ist verhallt, der philosophische Atheismus und die ideologische Entlarvung des Christentums gehören schon zu den Antiquitäten des XX. Jahrhunderts.

Aber jetzt, nachdem die großen Stürme abgeflaut sind und die heroischen Illusionen des Widerstandes ihre organisierende Kraft verlieren, suchen die Kirchen selbst die Erlösung von ihrer geschichtlichen Existenz. Der Abschied der Kirchen von der Gesellschaft vollzieht sich nicht im Kampf, höchstens im Kampf um Anpassung.

Die innerkirchlichen Energien, die sich in diesem Prozeß entbinden, sind beträchtlich, Insbesondere dort, wo sie sich nach links entladen und versuchen, sich politisch zu artikulieren. Aber indem sie das tun, verlieren sie die Basis, geraten sie zu politischen Zirkeln, Anschlußgruppen ohne eigene Struktur. In der Tat erklärt der Kampf um Anpassung zum guten Teil den egozentrischen Charakter vieler kirchlich-theologischer Diskussionen. Sie übersehen, daß das Ende der Repräsentation, die Krise der Institutionen, die Entsozialisierung des ideologischen Radikalismus gesamtgesellschaftliche Vorgänge sind. Die Schärfe der Reflexe, die sie im Lager der Kirchen hervorrufen, erklärt sich aus ihrem museal gewordenen Charakter.

Hüten wir uns vor eiligen Urteilen. Es handelt sich nicht um das Ende des christlichen Glaubens und, was die Kirchen betrifft, nicht um ein unvermutetes Erdbeben. Was geschieht, ist auch deshalb zeitgemäß, weil es sich im Binnenraum der Kirchen seit langem vorbereitet hat: In der Römischen Kirche, von der Carl Schmitt anfangs der zwanziger Jahre sagte, sie repräsentiere jetzt noch allein die Repräsentation. und im Protestantismus, der „noch von den Resten des katholischen Kirchentums lebte, sozusagen vom Duft einer leeren Flasche“ (Adolf von Harnack).

Berechenbar war dieser Zeitpunkt trotzdem nicht. Die Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils ist eine höchst persönliche Entscheidung Johannes XXIII. gewesen, dessen Vitalität niemand vorausgesehen hatte. Unberechenbar war auch die Wirkung des Konzils. Der Papst hatte wohl doch gehofft, daß die so sorgsam gehütete Führungsfähigkeit des Papsttums diese Probe auch unter Paolo Hamleto bestehen würde — eine trügerische Hoffnung. Nicht, daß früher von Reformen keine Rede gewesen wäre. Aber jetzt entwickelt sich der Wunsch nach Reformen zur Leitidee, zur großen Schlüsselattitüde, die alles in sich aufnimmt: längst ergraute Ressentiments und Spannungen, den Kampf um den Zölibat, das Verhältnis von Klerikern und Laien, Entliturgisierung und Enttheologisierung, die Affekte gegen den päpstlichen Zentralismus.

Der Reformismus zeigt heute ein Bild von tumultuarischer Buntheit, Auf den ersten Blick ist schwer einzusehen, warum das Zweite Vatikanische Konzil so faszinierend im protestantischen Lager wirkte. Gewiß, die Person des Papstes Johannes, Hoffnungen auf einen Nachvollzug der Reformation, überhaupt ökumenische Ideen mögen Ihre Rolle gespielt haben. Aber dahinter verbarg sich, vor allem in Deutschland, dem klassischen Land der Kirchenspaltung und der „ReligionsPartheyen“, ein plötzlich einfallendes Bewußtsein der Gemeinsamkeit, der Gemeinsamkeit der Schwäche, ein durchaus paralleles Bedürfnis nach Modernität und Kommunikation. Noch unter dem Pontifikat Pius XII. lag die Distanz auf der alten Spannweite von Reformation und Gegenreformation. Nach dem Konzil schien es fast, als könne der neue katholische Reformismus die Reformationskirchen überholen.

Inzwischen hat sich die aufhaltende Kraft der Tradition bemerkbar gemacht: der Papst und die Kurie, das kanonische Recht, das Gebäude der Dogmatik. Aber die Kurie hat ihren Schlaganfall gehabt, die Hierarchie beginnt die Kontrolle über die Theologen zu verlieren.

Was hingegen die Bekenntnisse betrifft, so gehören sie nicht zu den Prioritäten des Reformismus. Man sucht nach Ausdrucksformen, nach „Welt“, weniger nach Wahrheit, und das verstärkt die Gemeinsamkeiten der Kirchen: in der Rezeption der kritischen, zum Teil schon negativen Theologie durch die katholischen Theologen, in dem retardierenden Konservatismus der Kirchenleitungen, in der Neigung zum sozialkritischen Radikalismus beim niederen Klerus, den Studenten und ideologisch Aktiven. Der Gegensatz zwischen konservativer Hierarchie und dem progressiven Radikalismus ist freilich nur relativ. Beide wollen die Anpassung, beide wollen, autoritär oder revolutionär, den Glauben als soziale Funktion. Sie sitzen in demselben Boot, wenn sie auch in verschiedener Richtung rudern.

So sind sich die Kirchen ähnlich geworden, weniger durch ökumenische Bewegung als in der Assimilation des Alterns. In Zukunft wird die Verständigung unter konservativen und traditionsorientierten Katholiken und Protestanten leichter sein als zwischen Progressiven und Konservativen innerhalb der eigenen Kirchen.

Auf der anderen Seite die Kirchen des Ostens, aus der sozialistischen Gesellschaft in den Untergrund gedrängt. Erstaunlich, wie sehr sie der Gefahr der apologetischen Vereinsamung entgangen sind, wie die mystische Theologie der orthodoxen Kirche sich hat erhalten können, ohne Philosophie und Zeitbewußtsein, nur in der Übung des Kultus: „l’obscurité protège mieux la loi“.

In der Bundesrepublik schien der Charakter der Kirchen in den fünfziger Jahren noch eindeutig. Damals subventionierten sie den neuen Staat mit ihrem Prestige. Die große Anpassungsformel hieß „Öffentlichkeitsanspruch“: Die Kirchen als Teilhaber am Konzert der pluralistischen Interessen, als Träger der Sozialpflege, als Einflußnehmer auf Demokratie und Parteien, ganz modern und zeitgemäß und, wie sich heute zeigt, doch nur eine restaurative Prothese, auch wenn man Studentengemeinden, Akademien und die ganze Fülle inzwischen konventionell gewordener Suborganisationen hinzunimmt. Denn die Durchsetzung ihres Öffentlichkeitsanspruchs war kein Weg zur Selbstbehauptung, sondern zur Selbstsäkularisierung, wenn auch in der trügerischen Optik eines institutionell gebundenen, paritätisch garantierten Netzwerks privilegierter Aktivität.

Inzwischen ist aus dieser Anpassung ein offener Rückzug geworden. Die Rolle der Kirchen gehört noch zum theatrum publicum der Massendemokratie. Aber sie sind ohne Hoffnung, das Drehbuch der Politik mitredigieren zu können, verlangen es wohl auch nicht mehr.

Bieten In dieser Lage Sozialkritik und Sozialaktivismus tatsächlich neue Darstellungsmöglichkeiten religiösen Lebens? Jedenfalls wachsen von da aus das Engagement für die Entwicklungshilfe, für Biafra-Aktionen und ähnliches, weiter links die Vietnam-Mentalität oder die Sympathie mit lateinamerikanischen Guerillas, ebenso innenpolitische Optionen, „es fehlt noch das Wort zur Mitbestimmung im kirchlichen Raum“ (inzwischen nicht mehr); intra muros die Neuinszenierung von Gottesdiensten, Diskussionen, Beat-Messen oder die liturgische Imitation protestierender Gesten. Alle diese Experimente, radikal und gemäßigt, haben dieselbe Tendenz, aus der traditionellen Gemeinde eine Aktionsgruppe zu machen, die Institution in soziale Energie zu verflüssigen — in Wirklichkeit ist es freilich eine Regression.

Der sich daraus ergebende Säkularisierungsgewinn kommt vor allem der kritischen Theologie zugute, die sich der Kontrolle der kirchlichen Lehrämter weit mehr als früher entziehen kann. Schon ihr publizistisches Volumen ist erstaunlich. Ihre scheinbare Chance liegt in der Preisgabe des Heilswissens, das durch Zeitbewußtsein kompensiert wird. „Christliche Theologie rezipiert damit die Aufgaben der Gesellschaftskritik“ (Rudolf Ringguth); „Theologie der Hoffnung“ (Moltmann), „Politische Theologie“ (Metz), „Gott ist tot“ (Sölle).

Wissenschaftlich gesehen sind solche Titel und Schlagworte weder neu noch originell. Wichtiger ist die Tatsache, daß die Wandlung der Theologie zur Ideologie jetzt innerhalb der Kirchen selbst stattfindet, besonders im Bewußtsein des jüngeren Klerus, der manchmal hofft, einer neuen Intelligentsia anzugehören, freischwebend (wenn auch mit Hilfe der Kirchensteuer), mit anscheinend wachsenden antisakralen Affekten. Und so gewiß es ein Fehler wäre, die gesamte modernistische Theologie an ihren radikalen Symptomen zu messen, so wenig gibt es gegen diese Entwicklung selbst eine konservative Position, die mehr als Kompromisse anbieten könnte. Dem theologischen Reformismus, auch dem radikalen, gehören außerdem die Sympathien der öffentlichen Meinung, allerdings nur nach Maßgabe des bekannten Volksliedes: „Jetzt gang ans Brünnele, trink aber net“.

Unter den modernen Wissenschaften hat auch diese Theologie nur Anciennitätsrang. Um so größer ist ihre Wirkung auf den Kultus der Kirchen. Sie wird ihn in absehbarer Zeit zerstört haben. Man wird nicht mehr lange vom „unverbindlichen Weltbild der Bibel“ sprechen können, ohne zugleich die alten Formen des Kultus beiseite zu schieben.

Für die protestantische Kirche ist das fast schon selbstverständlich, wenn auch noch nicht zu sehen ist, welche Formen Kirchenlied, Gebet und Predigt annehmen sollen. Umso tiefgreifendere Folgen muß die Rezeption der kritischen Theologie für den Katholizismus haben, wenn die Messe den Charakter der Mysterienfeier verliert. Hier ist gewiß langer und zäher Widerstand zu erwarten. Aber wird es möglich sein, die Auferstehung Jesu und seine Himmelfahrt, die Unbefleckte Empfängnis und vieles andere gegen die theologische Kritik, gewissermaßen als sakrale Folklore, zu erhalten? Vielleicht werden die Gewerkschaften die letzten sein, die die christlichen Feiertage, wenn auch nur tarifpolitisch, verteidigen.

Die Zerstörung des Kultus wäre aber ein Vorgang, der weit mehr als die Außenseite der Liturgie betrifft. Sie trifft die Struktur des europäischen Kirchentums, zu dessen Schwerpunkten der Kultus und seine Öffentlichkeit gehören. Sie trifft die Darstellungsfähigkeit des Glaubens und damit seine Mysterien. Denn die christliche Botschaft ist, trotz der überwältigenden Rationalität, die von ihr als Wirkung ausging, Offenbarung von Geheimnissen. Sollten die Kirchen, wenn auch nur allmählich, aber in einer sich jetzt rascher beschleunigenden Entwicklung, darauf verzichten müssen, die Wahrheiten ihres Glaubens zu verehren und zu feiern, und sich damit begnügen, soziale Prinzipien zu demonstrieren, wäre ihr Ende besiegelt.

Natürlich kein Ende mit Schrecken. Dem widersprechen die musealen Bedürfnisse der Gesellschaft. Einen hohen Stellenwert könnte die Meditation erhalten, vielleicht mit einer gewissen rituellen Ausstattung. Die Neigung, den Kultus als eine Art humanitärer Volkshochschule, auch als Basis einer ethisch motivierten Geselligkeit, attraktiv zu machen, ist bereits vorhanden.

Im Übrigen werden gewisse kultische Grundbedürfnisse der Gesellschaft den Abbau der christlichen Riten wahrscheinlich überleben — allerdings in einem schroffer werdenden Gegensatz zur Rationalität des Gemeinwesens und als Element von Untergrundkulturen, zum Teil mit orgiastischen, auch dämonologischen Zügen. Insofern kann man sich beim Anblick gewisser Reformer, die den Geruch des Weihrauchs und die Sinnlichkeit der Liturgie kaum noch ertragen können, aber mit interessierter Toleranz die drogengestützten Experimente der Jugend verfolgen, einer gewissen Rührung nicht erwehren.

Sicher ist allerdings, daß die Theologie die Zerstörung des Kultus nicht überleben wird. Eine Kirche kann ohne Theologie, aber keine Theologie ohne Kirche leben, nicht einmal reduziert auf ihren literarischen Wert. Aber es wird Möglichkeiten interdisziplinärer Symbiosen mit den Sozial- und Geisteswissenschaften geben, insbesondere dort, wo die Kritik anstelle der Theorie getreten ist. Aus dem Verhältnis von Theorie und Praxis ist die Theologie allerdings heraus, endgültiger als der Marxismus.

Aber wie steht es, abgesehen von Glauben und Kultus, mit den tatsächlichen humanitären Möglichkeiten und Aufgaben der Kirche? Wo liegen ihre Chancen im sozialen Engagement? Die Antwort darauf ist nicht leicht. Das zeigt schon ein Blick auf ihre Geschichte gewordenen Leistungen. Sozialkritik und Sozialaktivismus zielen nicht nur auf Caritas, Innere Mission und Entwicklungshilfe, sondern immer auch auf Evolution und Revolution, auf neue innerweltliche Ordnungen (ganz gleich welche). Und ist nicht die Teilnahme an der Herrschaft die große, schließlich doch nicht bestandene Versuchung der Kirchen gewesen?

Man könnte antworten, daß die Kirchen ja gerade nicht mehr an der bisherigen Herrschaft teilnehmen, sondern sie zugunsten einer besseren Ordnung stürzen helfen sollen. Aber diese Antwort ist ein Selbstbetrug. Es hilft gar nichts, den Großinquisitor gegen einen Revolutionär auszuwechseln, auch nicht in Lateinamerika.

Ebenso wenig wird das Sozialengagement in der Industriegesellschaft selbst Terrain gewinnen helfen. Gerade weil die nationalen Gesellschaften im Kampf um ihre neue soziale Form scheitern werden (aber selbst darin sind sie fortschrittlicher als die Kommunisten), werden sie den Kirchen kein eigenes Terrain überlassen, sie werden ihnen allenfalls öffentliche Aufgaben delegieren.

Die Saison des Reformismus wird dieses Jahrzehnt nicht überdauern. Der Zwang zur wirtschaftlichen Selbsterhaltung und das Bedürfnis nach humanitärer Rechtfertigung werden sich dann noch krasser gegenüberstehen. Mehr noch als heute wird künftig der Fortschritt am Maßstab seiner Schäden und Nachteile gemessen werden. Vielleicht muß diese Gesellschaft dann neben Ihren Leistungskadern ihre Gegengesellschaft inszenieren, um die einzelnen und Gruppen, die nicht den Faktoren der Produktivität zuzuschlagen sind, in Sozietät zu bringen. Aber soziale Funktionen und öffentliche Legitimation sind für die Kirchen auch hier nicht zu gewinnen. Noch kämpfen sie in der Bundesliga der Manipulatoren gegen den drohenden Abstieg. Noch halten sie, trotz Geldsammlungen, Enzykliken und Friedensappellen, die Krone der Armut für eine Narrenkappe.

Wie dem auch sei, der Abschied der Kirchen von der Gesellschaft ist unvermeidlich, die Reformer werden ihn ebenso vollziehen wie die Taktiker der Verteidigung, vielleicht ungewollt, aber sie werden ihn vollziehen. Die Kirche wird keine Kirche der Arbeiter sein, wie Emmanuel Mounier gehofft hat, aber auch keine Teilhaberin öffentlicher Macht bleiben, auch nicht als potestas indirecta. Das ist weder resignativ noch apokalyptisch gemeint, wenn man auch zugeben muß, daß die evangelische Gewißheit, die Pforten der Hölle würden sie nicht überwältigen, eine Überprüfung des Kirchenbegriffs nötig macht. Abschied nehmen muß der Katholizismus auch vom Gedanken der Kulturreligion, während der Protestantismus seine Konfessionsfähigkeit gegen die Theologen neu erkämpfen muß.

Die Zukunft der Kirchen liegt wahrscheinlich allein in der Wiederherstellung des Kultus. Das klingt reaktionär, ist es auch. Andernfalls bleibt ihnen die „Öffnung zur Welt“. Aber was sie für Teilnahme am sozialen Prozeß halten — das eben ist ihre Liquidation.

Von Rüdiger Altmann

Benefactores nostri im Monat Dezember 2016


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Unsere Wohltäter im Dezember 2016

Die nächste Heilige Messe in überlieferten Ritus für unsere Redaktion und unsere Wohltäter findet am 12 Januar um 6.30 in Le Barroux statt. Wir bedanken uns sehr herzlich für die Großzügigkeit unserer folgenden deutschsprachigen Leser:

  1. Frau A.H.
  2. Frau C-M R.S.
  3. Frau B.M.
  4. Frau M-L B.
  5. Herr C.H.
  6. Frau G.N.
  7. Herr R.L.
  8. Frau G.M.
  9. Herr G.H.
  10. Frau A.S.
  11. Frau G.S.
  12. Herr R.A.
  13. Herr U.M.
  14. Herr W. P.
  15. Herr L.K.
  16. Herr M.S.
  17. Herr S. G.
  18. Herr M.B
  19. Herr J.C
  20. Herr Th. R.
  21. Frau K. H. De C.
  22. Herr G.F
  23. M.E.

Wir bedanken uns sehr bei all denen, die unserem Spendenaufruf nachgekommen sind.

Wir erinnern daran, dass man bevor man spendet,

  1. die Intention erwecken sollte: „Ich betrachte diese Spende als Almosen,
  2. welches ich als ein Ablasswerk einsetze, um

a. meine zeitlichen Sündenstrafen zu tilgen oder

b. dieses Ablasswerk für die Seelen im Fegefeuer zu opfern“.

Dies bedeutet im Klartext, dass, wenn Sie diese o.a. Intention erwecken, Sie von der Spende an uns auch geistlich profitieren. Es geht dabei also nicht nur ums Geld, sondern auch um Ihr Seelenheil, da Sie durch Almosen, aber auch durch andere Ablasswerke nach der Lehre der Kirche, Ihre künftige Fegefeuerstrafe verkürzen können. Sie können auch etwas für die Armen Seelen tun, an die heutzutage wirklich kaum jemand denkt.  Denn wenn Sie im Fegefeuer sitzen, nützt Ihnen das zu Lebzeiten ausgegebene Geld, auch für gute und wohltätige Zwecke nicht, wenn Sie es nicht mit der Intention Ihre zeitlichen Sündenstrafen zu tilgen, ausgegeben haben. Praktisch sieht es genauso aus: eine Geldüberweisung, aber die Intention macht den Unterschied. Denken Sie also nicht nur an uns, sondern auch an sich selbst, wenn Sie uns etwas überweisen. Auf diese Art und Weise denkt man nicht:

„Ich verliere etwas, weil ich Geld überweise“,

sondern

„Ich gewinne etwas, dadurch dass ich meine zeitlichen Sünden tilge und schon jetzt meine Strafe im Fegefeuer verkürze“.

Denn realistisch müssen wir damit rechnen, dass wir, die wir, Gott gebe es, im Gnadenstand sterben, ins Fegefeuer kommen, um der Gerechtigkeit Gottes für alle zeitlichen Sündenstrafen Sühne zu leisten. Wir werden das Thema der täglichen Ablassgewinnung noch vertiefen, wollen es aber auch im Kontext der Spende ansprechen, damit Sie selbst davon in der Ewigkeit profitieren können.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


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Evangelium des Festes der Heiligen Familie oder ersten Sonntags nach dem Feste der Heil. Drey Könige

Lk 2, 42 – 52 Als er zwölf Jahre alt war, gingen sie der Festsitte gemäß hinauf nach Jerusalem. Nachdem die Tage vorüber waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der Knabe Jesus aber blieb in Jerusalem zurück, ohne das seine Eltern es merkten. In der Meinung, er sei bei der Reisegesellschaft, gingen sie eine Tagesreise weit und suchen ihn bei Verwandten und Bekannten. Da sie ihn aber nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn. Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel. Er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen an sie. Alle, die ihn hörten, staunten über sein Verständnis und seine Antworten. Da sie ihn erblickten, wunderten sie sich, und seine Mutter sprach zu ihm: „Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht!“ Er erwiderte ihnen: „Warum habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich dem sein muß, was meines Vaters ist?“ Doch sie verstanden nicht, was er ihnen damit sagen wollte.

Dann zog er mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Seine Mutter bewahrte alle diese Dinge in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, an Alter und an Wohlgefallen vor Gott und den Menschen.

Betrachtung zum Evangelium des Festes der Heil. Familie

Nach dem mosaischen Gesetze sollten alle Mannspersonen dreimal im Jahre vor dem Herrn, ihrem Gott, an dem Orte erscheinen, den Er erwählen würde. Frauen thaten es nur aus freiwilliger Andacht. Joseph und Maria erfüllten dieses Gesetz. Heiligen auch wir die Festtage? Sünde wäre es, nicht in dem Tempel des Herrn zu erscheinen an Sonn- und Feiertagen, da wir zu denselben nicht weite Reisen zu machen haben. Und was finden wir in dem Tempel? Jesum, unsere Liebe, der schon als Knabe von 12 Jahren nur da war, wo Gott sein Vater war, und sich nur mit Dingen beschäftigte, die seinen Vater betrafen. Möchten wir, wie Jesus, auf das denken, was Gottes ist! Möchten wir den Aeltern und Vorgesetzten unterthänig seyn! Möchten auch wir zunehmen an Weisheit und Gnade, um Gottes Wohlgefallen hier und jenseits erreichen zu können!

Kollekte zum Fest der Heiligen Familie

O Herr, nimm unser Flehen gnädig auf und laß deine himmlische Güte an uns wirksam seyn, damit wir erkennen, was wir thun sollen, und stark genug werden, das im Werke zu erfüllen, was wir erkannt haben durch Jesum Christum, deinen Sohn. Amen.

Hilary White, Den Ast absägen


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Geschrieben von  Hilary White am 30.12.2016

Original hier: http://remnantnewspaper.com/web/index.php/articles/item/2962-sawing-off-the-branch

Vorschlag eines Neujahrs Mottos: Bewahre den Glauben, trotze dem Wahnsinn

Vor zwei Jahren hätte die Verwendung des Begriffs „Schisma“ in Bezug auf die Mätzchen des Vatikans Sie automatisch als Schismatiker oder Sedisvakantist gebrandmarkt. Nun wird es häufig und von fast jedem, einschließlich hoher Prälaten in Rom gebraucht. Das ist nicht deswegen so, weil die Kirche auseinanderfällt. Es ist nicht so, weil die Katholiken ihren Glauben verlieren. Es ist so, weil sie ihn (den Glauben) finden. Denn die Realitäten haben endlich begonnen, die falsche Propaganda der letzten fünf Jahrzehnte zu überwinden.

Da das Chaos und die Zerstörung der Bergoglianischen Abrissbirne weitergeht und fast täglich eskaliert, sehen wir immer mehr Studien des Kanonischen Rechts und der Theologie bezüglich der Frage: Ist es möglich, dass ein regierender Papst ein Schismatiker ist? Ich bin kein kirchenrechtlicher oder theologischer Gelehrter. Ich bin wirklich nur jemand, der weiß, wie man Fragen stellt. Also tue ich nicht so, als ob ich die Antworten auf diese Frage und alle anderen Fragen hätte, die logisch daraus erwachsen.

Aber ich bin eine getaufte und gefirmte Katholikin, und ich weiß, was der Glaube ist und was er nicht ist. Und ich weiß, was die drei Gesetze des Rationalen Denkens sind. Ich weiß, dass eine Aussage und ihr Gegenteil nicht gleichzeitig wahr sein können, ich weiß, dass es keinen dritten Mittelweg zwischen einer Aussage und ihrem Gegenteil geben kann, und ich weiß, dass ein Ding dasselbe, wie es selbst und anders als ein anderes ist, so dass A = A und nicht “Nicht A” ist.

Zusammengenommen machen diese Dinge es einfach zu verstehen, dass, wenn unser Herr sagt, jeder, der sich scheiden (zu lassen) und wieder zu heiraten versucht, ein Ehebrecher ist, und wenn die Kirche auf dieser Grundlage lehrt, dass diese Menschen nicht die heilige Kommunion empfangen können, jeder, der sagt, dass sie es können, falsch liegt. Ob er ehrlich irrt oder in Wirklihckeit ein ruchloser Übeltäter ist, der das Gewebe der Realität zerstört, ist mir egal. Er ist verkehrt und falsch (auf dem Holzweg), und wir können ihm nicht folgen, sei er ein Priester, ein Bischof, ein Kardinal, ein Papst oder ein Engel vom höchsten Himmel. Ja und Nein können nicht gleichzeitig dasselbe sein. Die Wirklichkeit ist so, wie sie ist. A = A

Also, ich fürchte, ich werde etwas ungeduldig mit Menschen, die panisch sind. Wozu Panik machen? Wir kennen den Glauben. Wir wissen, was die Wirklichkeit ist.. Wir wissen, dass Gott nicht diejenigen verlässt, die ihm treu bleiben, obwohl die ganze Welt gegen sie ist. Nichts davon zählt.

Gleichfalls spielt es keine Rolle, wie es aussehen wird. Wie wird es aussehen, dieses Schisma, das Bergoglio und seine Freunde zur letzten Blüte treiben – das gleiche, das seit 50 Jahren sprießt und sprudelt? Was wird die Welt sagen, wenn eine kleine Gruppe von widerspenstigen „Ultrakonservativen“ eine Pressekonferenz einberuft, um zu erklären, dass Jorge Bergoglio das Papstamt verloren hat und dass jeder, der ihm folgt, nicht mehr im Einklang mit der einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche steht? Es wird nahezu genauso wie jetzt aussehen.

Die Bergoglianische Sekte, wie wir sie dann nennen müssen, wird fortfahren, sich der Welt anzubiedern und wie die katholischen Kirchenmänner auf sie zu schauen. Sie werden weiterhin alle oder fast alle Immobilien und Sachwerte vom Vatikan bis zur Pfarrei okkupieren. Die ganze Welt und ihre Institutionen; die Medien, die Hochschulen, das internationale Finanzwesen und die Rechtsordung, Organisationen wie die EU und die Vereinten Nationen, alle Nationen, die derzeit diplomatische Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl haben, werden die Bergoglianische Sekte als katholischen Kirche ansehen.

Nichts davon spielt eine Rolle. Die Hülle einer Kirche, die äußerlich katholisch wirkt, aber ein Glaubensbekenntnis gegen Christus predigt, kann nicht die katholische Kirche sein. Das Wirkliche ist, was es ist; A=A. Ein Ding ist das, was es ist und nicht das gleiche, wie ein anderes. Zwei gegensätzliche Sachen können nicht gleichzeitig wahr sein. Ja kann nicht dasselbe sein wie Nein.

Viele viele Katholiken, die es de jure zurückweisen, die einem falschen Gott kein einziges Körnchen opfern wollen, müssen andere Orte finden, um zur Messe zu gehen. Sie müssen andere Konvente und Klöster finden, um darin zu leben oder müssen das religiöse Leben ganz aufgeben. Diejenigen, die nicht bereit sind, das religiöse Leben aufzugeben, müssen ohne Habit (Mönchskleidung Anm. d. Übers.) in gemieteten Häusern weitermachen. Seminaristen müssen andere Lebens- und Studienarrangements finden. Viele Priester müssen Wege finden, ihr Leben zu fristen, während sie ihren priesterlichen Pflichten nachgehen.

Sie werden schwierige Dinge zu tun haben, sie werden wirkliche Entbehrungen und Verluste erleiden, aber nicht irregehen. Aber für diese Leiden wurde uns schon eine ewige Herrlichkeit versprochen. Und für jede Person in dieser Art von Schwierigkeiten, gibt es eine Chance der Gnade für jemand anderen. Je mehr wir alle mit Schwierigkeiten konfrontiert werden, desto mehr können wir eingreifen und jedem anderen in einer realen und konkreten Weise helfen. Und desto mehr werden wir in authentischer christlicher Solidarität zusammengeschweißt.

All diese Dinge geschahen schon einmal. Viele Male und vor gar nicht so langer Zeit. Ich kenne einen Mann, der in einem sowjetischen Staat ordiniert wurde, der für das Priestertum studierte, während er auf einem Kran in einer Drahtfabrik arbeitete, und seine Bücher unter seiner Jacke versteckte. Wir wissen, dass japanische Gläubige jahrhundertelang ihren Glauben priester- und klerikerlos bewahrten – sie hatten den Rosenkranz und erinnerten sich Unserer Lieben Frau. Sie hatten die Katechese, die mündlich weitergegeben wurde. Und sie erinnerten sich an ihre Märtyrer. Wir wissen, dass es chinesische Märtyrer gibt, beide weiß und rot, die gerade jetzt diese Dinge tun.

Der Glaube kann nicht sterben, weil der Gott, der starb, von den Toten auferstanden ist, den Tod für immer besiegt hat. Die Kirche kann nicht getötet werden. Die Menschen, die derzeit versuchen, sie zu töten, glauben das nicht, aber das ist auch nicht wichtig.

Die Leute haben mich gefragt haben, welchen Sinn es haben soll, dass ein Papst „ins Schisma geht“ oder ein „Schisma heraufbeschwört“ oder sogar ein formeller Ketzer zu sein. Und ich muss zustimmen, es scheint empörend und nahezu unmöglich zu sein. Für viele wurde dieser Gedanke schon logisch ausgeschlossen durch den Trugschluss des päpstlichen Positivismus: „Der Glaube kommt vom Papst, und was auch immer der Papst sagt, ist der Glaube, also …“ Aber es ist falsch.

Ich behaupte, dass dieses Pontifikat der Zerstörung nicht die katholische Kirche zerstört. Natürlich nicht. Aber es zerstört die falschen Konzeptionen, die falschen Trugschlüsse, die seit dem Ersten Vatikanischen Konzil heranwuchsen und jedermanns Glauben annagten. Der päpstliche Positivismus ist eine Art theologischer Krankheit in der modernen Kirche, der leider durch die Päpste selbst seit der Katastrophe des 2. Vatikanischen Konzils befeuert wurde. Wir alle orientierten uns an dem “rechtgläubigen” Johannes Paul II. um uns aus dem Trudeln der Kirche herauszuziehen. Und für viele, konfrontiert mit dem Bösen und oft eklatant ketzerischen Bischöfen, wurde der Papst der erste und letzte Garant des Glaubens. Es ist einfach zu sehen, wie das Problem wuchs. Aber hier und jetzt hört es auf. Für das Wohl der Seelen.

Die Leute klagen landauf landab: “Bergoglio zerstört die Kirche!” Aber das zeigt vielmehr das Fehlen des Glaubens der Klagenden. Nein, er tut es nicht. Er tut ein gutes Werk – die falschen Dinge zusammenzuschlagen. Die Gegenkirche, die alles hat, ausgenommen die Kirche Christi. Es ist eine feine Sache, das zu beobachten!

Er und alle seine Freunde haben sich entschieden, auf einem verrottenden Ast zu sitzen, einem Ast, der seit 50 Jahren tot und bereit ist, jederzeit zu fallen. Sie sägen energisch an ihm, und er wird mit Sicherheit bald abfallen. Inzwischen ist der Glaube immer noch der Glaube. Die Realität ist immer noch die Realität. Ja bedeutet nicht das Gleiche wie Nein. A = A.

Der heilige Athanasius drückt es besser aus, als ich es jemals könnte:

„Möge Gott euch trösten! … Was euch traurig macht … ist die Tatsache dass andere die Kirche mit Gewalt okkupiert haben, während ihr in dieser Zeit draußen seid. Es ist eine Tatsache, dass sie die Immobilien und Räumlichkeiten haben – aber ihr habt den Apostolischen Glauben. Sie können unsere Kirchen okkupieren, aber sie sind außerhalb des wahren Glaubens. Ihr bleibt ausserhalb der Anbetungsorte, aber der Glaube wohnt in Euch. Lasst uns nachdenken: was ist wichtiger, der Ort oder der Glaube? Offensichtlich der wahre Glaube. Wer hat in diesem Kampf verloren und wer gewonnen – derjenige, der die Gebäude behält oder der, der den Glauben bewahrt? Wahrlich, die Gebäude sind gut, wenn der apostolische Glaube dort gepredigt wird, sie sind heilig, wenn alles dort in heiliger Weise geschieht…“

„Ihr seid diejenigen, die glücklich sind; Ihr, die Ihr durch euren Glauben in der Kirche bleibt, die an den Grundlagen des Glaubens festhalten, die aus der apostolischen Tradition kamen. Und wenn eine abscheuliche Eifersucht versucht hat, sie durch eine Reihe von Gelegenheiten zu erschüttern, war sie nicht erfolgreich. Sie sind diejenigen, die von ihnen (den Grundlagen des Glaubens Anm. d. Übers.) in der gegenwärtigen Krise abgefallen sind. Niemand jemals wird gegen Euren Glauben die Oberhand gewinnen, geliebte Brüder. Und wir glauben, dass Gott uns unsere Kirchen eines Tages wiedergeben wird!“

„Je heftiger und energischer sie versuchen, die Orte der Anbetung zu okkupieren, desto mehr trennen sie sich selbst von der Kirche. Sie behaupten, dass sie die Kirche repräsentieren, aber in Wirklichkeit sind sie diejenigen, die sich selbst aus der Kirche ausschließen und in die Irre gehen. Sogar wenn die Katholiken, die der Tradition glauben zu einer Handvoll zusammengeschrumpft sind, sind sie die wahre Kirche Jesu Christi.”

So bleibt nur noch zu fragen, was müssen wir tun? Und die Kirche hat für uns die gleiche Antwort, die sie immer gegeben hat: die Unwissenden belehren, den Zweifelnden raten, die Sünder ermahnen, Unrecht geduldig ertragen, Beleidigungen vergeben, die Betrübten trösten, für die Lebenden und die Toten beten.

Ist es wirklich so einfach? Wir sollen die Dinge, die wir immer gekannt haben, beachten?

Ja, es ist wirklich so einfach. Wenn Sie das nicht praktizieren, beginnen Sie jetzt damit. Wenn Sie es tun, tun Sie ein wenig mehr. Und es wird Ihnen jemand helfen zu beginnen oder ein bisschen mehr zu tun. Helfen Sie jemandem, den sie kennen, aufzuhören zu klagen und den päpstlichen Positivismus aufzugeben. Ehrlich gesagt gab es nie ein nützlicheres Pontifikat, um Möglichkeiten zur Lehre zu finden. Die Menschen sind erschüttert und aufgebracht und wir haben die Lösung.

Und es hat nie eine Zeit, in der Geschichte der Menschheit gegeben, in der die Informationen, die wir brauchen, zugänglicher war. Wir tragen alle ein Gerät mit uns herum, das uns Zugang zu der ganzen Lehre der Kirche, den Kirchenvätern, Gelehrten, Heiligen und Päpsten gibt. Alle von der Summa (Summa Theologiae von Thomas von Aquin Anm. d. Übers.) befindet sich gerade jetzt in Ihrer Tasche.

Aber vor allem, denke daran Gott für den Glauben zu danken, den er Dir gegeben hat, und in Dir befestigt. Es hätte leicht anders gewesen sein können.