Warum so viele homosexuelle Priester oder das umgekehrte Prinzip (2 von 6)


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Asmodeus und die Zulassung Gottes

Es ist der Teufel, der Vater der Lüge, welcher das Libido über alle Maßen hinaus so anstachelt, dass sich viele Heiligen in die Dornenbüsche warfen, um sich wenigstens dadurch von der Versuchung des Fleisches abzulenken. Es ist der Dämon Asmodeus, welcher zur Unkeuschheit versucht. Er erhält aber von Gott die Erlaubnis insbesondere jene zu versuchen, welche aus unlauteren Motiven das Priestertum wählen. In einem höchst hörenswerten Podcast Nr. 42 von Steven Skojec und Michael Hichborn (ab 00:57:00) wird auch dies thematisiert, wobei interessante Privatoffenbarungen zu diesem Thema vorgestellt werden. Die erste von ihnen stammt von Hl. Hildegard von Bingen und gerade diese Vision wird von Papst Benedikt in seiner Weihnachtsansprache an die Römische Kurie im Jahre 2010 erwähnt. In dieser Schauung spricht die Kirche (Ecclesia), als wunderbare Frau dargestellt, zu St. Hildegard über die Wunden, welche ihr die Priester zufügen:

„Im Jahre 1170 nach Christi Geburt lag ich [Hildegard] lange krank danieder. Da schaute ich, wach an Körper und Geist, eine Frau von solcher Schönheit, daß Menschengeist es nicht zu fassen vermochte. Ihre Gestalt ragte von der Erde bis zum Himmel. Ihr Antlitz leuchtete von höchstem Glanz. Ihr Auge blickte zum Himmel. Bekleidet war sie mit einem strahlendhellen Gewand aus weißer Seide und einem Mantel, besetzt mit kostbaren Steinen. An den Füßen trug sie Schuhe aus Onyx. Aber ihr Antlitz war mit Staub bestreut, ihr Gewand war an der rechten Seite zerrissen. Auch hatte der Mantel seine erlesene Schönheit verloren, und ihre Schuhe waren von oben her beschmutzt. Mit lauter, klagender Stimme schrie sie zum hohen Himmel hinauf: Horch auf, Himmel; mein Antlitz ist besudelt! Trauere, Erde: mein Kleid ist zerrissen! Erzittere, Abgrund: meine Schuhe sind beschmutzt!

Und weiter sprach sie: Im Herzen des Vaters war ich verborgen, bis der Menschensohn, in Jungfräulichkeit empfangen und geboren, sein Blut vergoß. Mit diesem Blut, als seiner Mitgift, hat er mich sich vermählt.

Die Wundmale meines Bräutigams bleiben frisch und offen, solange die Sündenwunden der Menschen offen sind. Eben dieses Offenbleiben der Wunden Christi ist die Schuld der Priester. Mein Gewand zerreißen sie dadurch, daß sie Übertreter des Gesetzes, des Evangeliums und ihrer Priesterpflicht sind. Meinem Mantel nehmen sie den Glanz, da sie die ihnen auferlegten Vorschriften in allem vernachlässigen. Sie beschmutzen meine Schuhe, da sie die geraden, das heißt die harten und rauhen Wege der Gerechtigkeit nicht einhalten und auch ihren Untergebenen kein gutes Beispiel geben. Dennoch finde ich bei einigen das Leuchten der Wahrheit.

Und ich hörte eine Stimme vom Himmel, die sprach: Dieses Bild stellt die Kirche dar. Deshalb, o Mensch, der du das schaust und die Klageworte hörst, künde es den Priestern, die zur Leitung und Belehrung des Gottesvolkes bestellt sind und denen gleich den Aposteln gesagt wurde: ‚Geht hinaus in die Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!’ (Mk 16, 15)“[1]

Wir alle besudeln zwar die Kirche durch unsere Sünden, indem wir wie Tintenfische Tintenwolken der Schlechtigkeit ausströmen, welche das Meer verunreinigen. Wir alle lassen durch unsere Sünden Christus mehr leiden, da auch alle unsere Sünden, die wir noch nicht begangen haben in die Sündenlast aller Sünden der Welt bis zur Weltende inkludiert sind. Aber wir sind nicht alle Priester und wir sind nicht mit der Frau-Kirche (Ecclesia) vermählt. Warum sollte den ein Priester keusch leben?

  • Weil er den jungfräulichen Christus, den Bräutigam der Kirche nachahmt und an dessen statt (in persona Christi) er handelt.
  • Weil er die mit der Braut Christi- Kirche als alter Christus (ein zweiter/anderer Christus) vermählt ist, weswegen ein Bischof, der das höchste Weiheamt inne hat, ein Ring als Symbol der Vermählung mit seiner Diözese trägt.

Ja, die sind alle verheiratet, unsere Geistlichen und zwar mit der Kirche, welche auch eine Frau ist. Und um mit einer Frau verheiratet zu sein, muss man heterosexuell sein. Diese Sicht der Dinge ist theologisch korrekt und sie wird auch vom seligen Pater Francisco Palau O.C.D. (1811-1872) geteilt. Pater Palau war ein Karmelit, welchem Visionen von Mutter Gottes und im Jahre 1860 der Frau Kirche- Ecclesia zuteilwurden. Wie Michael Hichborn ausführt,[2] sah Pater Palau in einer Vision die Kirche, welche sich ihm als eine Person vorstellte. Sie sagte, dass jeder Priester durch seine Ordination ein wahrer Ehegatte der Kirche sei, da sie, Ecclesia, jeden Priester tatsächlich heiratet. Sie sagte aber auch, dass viele zum Priesteramt durch den Glanz, der von ihr ausgeht, geleitet werden, also all das, d.h. die Benefizien, die Einkünfte, das Wohlergehen, welche sie umringen. Diese Priester lieben aber nicht sie selbst. Sodass diese Kleriker, von Anfang an Asmodeus – dem Dämon der Unkeuschheit – angehören.

„Sie begehen Ehebruch gegen mich – die Kirche“, sagt Ecclesia.

Weiter erzählt Pater Palau O.C.D, in einer Vision, die Michael Hichborn anführt, folgendes:

„Ich [Pater Palau] sah eine große Menge der falschen Liebhaber, welche zum Priestertum mit unaufrichtigen/devianten (devious) Intentionen kommen, sie waren in der Gewalt von Asmodeus. Und sie [die Kirche] sagte zu mir: »Sie haben mich durch die Bande des Priestertums geheiratet, lieben aber nicht mich, sondern die Pfründe (benefice) [das Kirchenamt Red.], Zierden und Weltlichkeiten, das ist, was sie lieben. Durch das Priestertum bin ich ihre Ehefrau, aber sie sind Ehebrecher, weil sie sich mit der Pfründe und nicht mit mir vereinigt haben. Manche lieben die Würde und die Glorie, welche, wie sie sehen, mich umgibt. Andere lieben meine materiellen Güter. Andere wieder den Müßiggang, die Faulheit und ihre eigene Bequemlichkeit. Und sie beginnen ihre geistliche Laufband mit dieser Absicht und arbeiten daran sich eine glorreiche Kirchenstellung zu erwerben. Keiner von diesen kennt mich und ich kenne diese nicht. Noch lieben sie mich. Ach, wenn alle Priester die Kirche kennen würden, wenn sie mich kennen würden, wenn sie mich lieben würden! All diese Priester werden der Macht des Asmodeus überantwortet werden, schon am Tage der Hochzeit, am Tage ihrer Ordination oder bei Inbesitznahme [Besessenheit] derjenigen, die im Priestertum leben sieht der Teufel ihre Seelen, da diese, die mir geschuldet sind, nur sich selbst leben, der Welt  und dem Teufel leben«“.[3]

Fassen wir also zusammen, Männer, die auf unlauteren Gründen das Priestertum wählen, werden schon am Tage ihrer Priesterweihe dem Dämon Asmodeus, dem Dämon der Unkeuschheit, von Gott übergeben. Warum? Weil sie schwer gesündigt haben, indem Sie nicht die Kirche selbst wollen, sondern ihre Macht, ihr Geld, ihr Ansehen. Da es sich um eine Hochzeit handelt, kann man dies durchaus mit der Ehesimulation vergleichen, wodurch jemand nach außen vorgibt die Ehe mit der betreffenden Person einzugehen, obwohl ihm nur bestimmten Gütern oder Eigenschaften dieser Person liegt. Das Kirchenrecht formuliert es wie folgt:

Ungültig schließt eine Ehe, wer sie eingeht infolge einer zur Erlangung des Konsenses gegen ihn angewandten arglistigen Täuschung über eine Eigenschaft des anderen Partners, die ihrer Natur nach die Gemeinschaft des ehelichen Lebens schwer stören kann. (Can. 1098)

Solch ein Mangel des Ehekonsens, also der Zustimmung zur Ehe, macht die Ehe von Anfang an ungültig und das Kirchenrecht spricht von der Ehesimulation.[4] Heiratet man also eine Frau, weil man nur ihr Geld will oder den Vorstandssitz in der Firma ihres Vaters möchte, obwohl man ihr etwas anderes vorspielt, dann liegt eine Ehesimulation vor. Und genauso ist es ein Priesteramt zu erstreben, um ein bequemes Leben zu führen, wissenschaftlich arbeiten zu können (Brotberuf: Priester), seinem Hobby nachzugehen, ein gutes Einkommen in der Kirchensteuerkirche, im Durchschnitt 5500 Euro Brutto,  zu haben etc.  Man sündigt schwer von Anfang an und wird aufgrund dieser Sünde, wie wir bereits im Kontext von Görres schrieben, dem Dämon übergeben.

Während wir die Möglichkeit einräumen, dass ein Geistlicher aufgrund einer schweren Sünde besessen werden kann, spricht die Ecclesia zu Pater Palau in seiner Vision, dass jeder Priester bei seiner Priesterweihe dem Dämon der Unkeuschheit übergeben wird, d.h. er wird besessen! Das ist wirklich starker Tobak, was aber den Pansexualismus vieler Priester erklärt, ihre Riesenprobleme mit Keuschheit, sowie das Abdriften von Heterosexualität in die Homosexualität, welche, nicht nur im Falle von Priestern, aufgrund der Suche nach dem stärkeren „Kick“ stattfindet. Sollte es wirklich so sein, dann würde dies auch erklären, warum das Weihesakrament, welches ja mehr Gnade spendet, von Anfang an nicht wirken kann, weil der Empfänger ihm einen obex, also ein Hindernis, entgegenstellt.[5] Nach der Lehre der Kirche ist ein gespendetes Sakrament zwar gültig, aber es kann seine Gnadenwirkung nicht entfalten, wenn ein Hindernis (obex) seitens des erwachsenen Sakramentenempfängers vorliegt.[6] Die negative Formulierung dieses Dogmas, legt das Konzil von Trient (Sessio 7. Can 6.) wie folgt vor:

Kan. 6 Wer sagt, die Sakramente des Neuen Bundes enthielten nicht die Gnade, die sie bezeichnen, oder verliehen denen, die keinen Riegel vorschieben (non ponentibus obicem), diese Gnade nicht [vgl. *1451], so als ob sie nur äußere Zeichen der durch den Glauben empfangenen Gnade und Gerechtigkeit und bestimmte Kennzeichen des christlichen Bekenntnisses seien, durch die sich bei den Menschen die Gläubigen von den Ungläubigen unterscheiden: der sei mit dem Anathema belegt. (DH 1606)

Positiv gewendet, bedeutet dies, dass man sich auf jeden Sakramentenempfang, insbesondere auf jene mit dem Charakter-Merkmal, welche ein unauslöschliches Zeichen prägen (Taufe, Firmung, Prieserweihe) gut vorbereiten muss „in Akten des Glaubens, der Furcht, Hoffnung, Liebe und der vollständigen Lossagung von der Sünde in Reue und Vorsatz“, [7] was das Konzil von Trient folgendermaßen näher ausführt:

Kap. 6. Die Weise der Vorbereitung Vorbereitet aber werden sie zu dieser Gerechtigkeit [Kan. 7 und 9], indem sie, durch die göttliche Gnade erweckt und unterstützt, den Glauben aufgrund des Hörens [vgl. Röm 10,17] annehmen und sich Gott aus freien Stücken zuwenden, glaubend, daß wahr ist, was von Gott geoffenbart und verheißen ist [Kan. 12–14], und vor allem dies, daß der Gottlose von Gott durch seine Gnade gerechtfertigt wird, »durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist« [Röm 3,24]; ferner indem sie sich – wenn sie erkennen, daß sie Sünder sind, und sich von der Furcht vor der göttlichen Gerechtigkeit, durch die sie heilsam erschüttert werden [Kan. 8], zur Besinnung auf die Barmherzigkeit Gottes bekehren – zur Hoffnung aufrichten im Vertrauen darauf, daß Gott ihnen um Christi willen gnädig sein werde, ihn als Quelle aller Gerechtigkeit zu lieben beginnen und sich deswegen mit einem gewissen Maß an Haß und Abscheu gegen die Sünden wenden [Kan. 9], das heißt, durch jene Buße, die man vor der Taufe tun muß [vgl. Apg 2,38], schließlich indem sie sich vornehmen, die Taufe zu empfangen, ein neues Leben zu beginnen und die göttlichen Gebote zu beachten. (DH 1526)

Dies ist auch die Antwort, warum bei uns allen die Sakramente wenig wirken, weil wir uns zu wenig vorbereiten. Wenn aber im Falle einer Priesterweihe eine latente und grundsätzliche Ablehnung des Wesens des Priestertums vorliegt, indem man es bloß als Mittel zum Zweck betrachtet, dann liegt praktisch keine Vorbereitung vor. Es wird nur als „Lizenz zu Wichtigsein und zum Gelderwerb“ gesehen. Nach dieser Privatoffenbarung wird man aber sogleich mit der Priesterweihe dem Asmodeus überantwortet, sodass der sittliche Verfall des jetzigen Priestertums leicht erklärbar ist. Weil aber die nachkonziliare Theologie, welche leider auf dem Konzil selbst fußt, dermaßen das Wesen des Priestertums verfälschte, so kann man sich auch fragen, ob die Priesteramtskandidaten, die dem Priestertum zustreben überhaupt eine richtige Vorstellung vom Priesteramt haben. Was macht ein Priester heutzutage in DE, A, CH konkret? Er gestaltet mit der bürsterschnittigen Pastoralassistentin innerhalb eines „Pfarrverbunds“, innerhalb eines „Pastoralteams“ die „Pastoral“, was hauptsächlich „kreativ“ und „menschennah“ zu erfolgen hat, was es auch immer heißen mag. Innerhalb des deutschsprachigen Raums erledigt sich eigentlich die Frage des unwürdigen Empfangs der Priesterweihe von selbst, weil kein normaler Mann das tatsächliche Priesterleben, das wir als  „Miteinander-die-Waale-retten-aber-ergebnisoffen-und-tolerant“ subsumieren, möchte, sodass alle Priesterseminare nach und nach schließen. Aber auch innerhalb eines Priesterseminars, das tatsächlich ein katholisches Priesterbild vermittelt, kann es Kandidaten geben, die das Amt und nicht die Kirche lieben. Ja, diese und keine andere realexistierende Kirche, die wir jetzt unter dem Antipapst Franziskus haben! Auch Kandidaten der FSSPX oder der Ecclesia Dei– Gemeinschaften können bei der Weihe, Gott gewollt, dem Asmodeus übergeben werden und sich jahrelang mit den Anfechtungen gegen Keuschheit herumplagen, sollte es auch zu keinen Taten kommen. Aber sie selbst sind schuld, weil sie das Priestertum aus falschen Gründen wählten. Gott lässt seiner nicht spotten.

[1] (Brief an Werner von Kirchheim und an seine Priestergemeinschaft: PL 197, 269ff).

[2] Onepeterfive, Podcast 42, 00:57:07.

[3] Niederschrift nach: Onepeterfive, Podcast 42, 1:01:03 bis 1:02:24.

[4] http://www.schaefer-westerhofen.de/schule/bergpredigt/cic3.htm Grundsätzlich wird angenommen, dass der innere Wille bei der Eheschließung mit dem übereinstimmt, was nach außen hin erklärt wird. Ein simulierter Ehekonsens liegt dann vor, wenn ein oder beide Partner durch positiven Willensakt Vorbehalte setzen gegen die Ehe selbst (Totalsimulation), wesentliche Elemente der Ehe oder die Wesenseigenschaften der Ehe (z.B. Einpaarigkeit, Unauflöslichkeit, Treue, Befristung, Ausschluss der Hinordnung auf Nachkommenschaft).

[5] Vgl. https://traditionundglauben.wordpress.com/2015/12/01/die-bischofskonferenz-oder-kann-man-jemanden-gnaden-vermitteln/

[6] Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Wil: 2011, 833. DH 1526, 1559, 1676.

[7] Ebd., 833.

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Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 6. Vor dem Breviergebet.


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Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Vor dem Breviergebet

Da wir hoffen, dass Sie alle wenigstens ein Morgengebet, wenn nicht gar das Breviergebet (divinum officium) verrichten, so ist es gut dazu mit dem folgenden Stoßgebet zu schreiten.  Mit dem „Werk Deiner Hände“ ist hier der betende Mensch selbst gemeint, welcher darum bittet von Gott durch seine Gnade beim Beten unterstützt zu werden. Das Werk der Schöpfung – der Mensch – bittet seinen Schöpfer um Hilfe, um dieses Werk der Gerechtigkeit – das Gebet – verrichten zu können. Sehen Sie, es steckt immer bei Kardinal Bona Theologie dahinter und Sie kommen schnell in die Betrachtung.

 

Ante divinum officium
Vocabis me, Domine, et ego respondebo tibi, operi manuum tuarum porrige dexteram tuam.
Vor dem divinum officium

Du wirst mich rufen, Herr und ich werde Dir antworten, erstrecke
Deine Rechte auf das Werk Deiner Hände.

 

Warum so viele homosexuelle Priester oder das umgekehrte Prinzip (1 von 6)


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Priestertum als gay profession?

Da wir hier Klartext reden, so können wir nicht umhin festzustellen, dass das Priestertum mittlerweile zu einer gay profession (schwulem Beruf), wie die Amerikaner sagen, verkommen ist und die Homosexuellendichte zurzeit wirklich extrem hoch ist. Jawohl, überall auch in angeblich streng katholischen Ländern wie Polen oder Philippinnen, auch bei den Konservativen, auch leider Gottes bei den Traditionalisten. Woher wissen wir das? Teilweise aus eigener Erfahrung, teilweise aus glaubwürdigen Quellen, teilweise aus Beobachtung. Wenn sich ein Priester wie eine Diva verhält, dann ist er nicht heterosexuell. Punkt. Praktiziert er denn auch die Sodomie, wenn alles auf sie hindeutet? Wahrscheinlich schon. Die homosexuelle Veranlagung an sich, falls es sie wirklich gibt, ist nicht Gutes, sie ist „ungeordnet“, d.h. intrinsisch böse und pervertiert, einer Persönlichkeitsstörung entwachsen und eine Persönlichkeitsstörung als solche. Solch ein Mann hätte überhaupt nicht geweiht werden sollen, weil er die Mühen und die Anfechtungen des priesterlichen Lebens nicht ertragen wird.

Er hatte sich aber für diesen Weg aus den folgenden Gründen entschieden:

  1. Weil er so naiv war, dass er dachte, dass die Weihe und das geistliche Leben, sprich die Gnade, ihn von dieser Veranlagung heilen wird.

2. Weil er sich ein bequemes und abgesichertes Leben wünschte in einem Beruf, der ein soziales Ansehen genießt und bei dem er nicht gefragt wird, warum er denn keine Frau und Kinder habe.

i) Er entschloss sich seine Veranlagung entweder „platonisch“ zu sublimieren

ii) oder ihr irgendwo anonym und sporadisch im Ausland (Thailand, Sri Lanka, Philippinen, in den „Missionen“) oder dort, wo man ihn nicht kennt, nachzugehen.

3. Weil er das Priestertum deswegen gewählt hat, um zügellos und recht offen seinen homosexuellen Perversionen nachzugehen und dadurch möglichst viele Menschen und Seelen zu verderben, sowie paradoxerweise dadurch durch Homo-Seilschaften kirchliche Karriere zu machen.

Der Schreiber dieser Zeilen hat Männer all dieser Kategorien kennengelernt. Er persönlich schließt es aus, dass eine homosexuelle Veranlagung in einer rein männlichen Umgebung zu keinen Taten führen wird. Jemand wird uns vielleicht die Frage stellen, die zeitgeistgemäß wie folgt formuliert sein wird:

„Ist es denn nicht möglich, dass Jesus selbst einen schwulen Mann zum Priestertum beruft?“

Die Antwort lautet: Nein. Sie lautet: „Nein“, im Falle, dass (i) „nur“ eine Veranlagung, aber keine Taten vor dem Eintritt ins Priesterseminar vorlagen, sie lautet „Nein“, wenn (ii) Taten bereits stattfanden. Im letzteren Falle lebt derjenige in einer schweren Sünde gegen die Natur, in welcher ihn die Stimme Gottes nicht erreicht, die des Teufels leider schon. Im ersteren Falle wird Gott niemanden zu etwas berufen, zu dem er objektiv nicht taugt, wenn es Gott ist, der redet. Leider gibt es allerhand geistliche Berufungen, die zwar übernatürlichen, aber dämonischen Ursprungs sind. Denn der Teufel, als Engel des Lichts verkleidet, beruft auch seine Leute. Sollte tatsächlich nur eine Veranlagung ohne Taten vorliegen, so werden sich innerhalb des heutigen Klerus schnell solche finden, die sowohl eine Veranlagung als auch ihre Ausübung ausweisen können und welche ihre künftigen Opfer schnell ausspähen. Wahrscheinlich ist die Analogie aus der Pädophilie statthaft, wo der Pädophile viele Kinder umgarnt, man nennt es die Grooming-Phase, nach welcher er das schwächste und unsicherste Kind aussucht, welches Vieles freiwillig tut und nichts preisgibt. Deswegen ist es durchaus möglich, dass es Seminaristen oder Priester gibt, die niemals mit solchen Angeboten konfrontiert wurden, weil die Verführer sahen, dass es aussichtlos ist und ihre Zeit nicht verschwenden wollten. Sollten aber wirklich keine Taten vorliegen, die Veranlagung aber schon, so lebt man dauernd in Lüge und weiß nach einer Zeit selbst nicht, in welcher Hinsicht man an seinen geistlichen Söhnen interessiert ist. Ann Barnhardt erzählt, dass Michael Voris, der nach einer Erpressung seitens der Erzdiözese New York eingeräumt hatte mehrere Jahrzehnte (sic!) homosexuell gewesen zu sein und mit dieser Sünde angeblich (?) tatsächlich brach, in seinem Haus, das er mit seinem Vater bewohnte seine männlichen Mitarbeiter wohnen ließ und ihnen Eifersuchtsszenen machte, wenn Sie eine Freundin hatten, unter dem Vorwand, sie würden dadurch ihre Arbeit bei Church Militant, dem Fernsehsender von Michael Voris, vernachlässigen. Diese Mitarbeiter, die Voris für eine Art  Heiligen hielten, haben dieses irrationale und tyrannische Verhalten nicht verstanden, bevor das verspätete Coming Out vieles plausibel machte. War es wirklich keusch, was Michael Voris praktizierte, indem er sich einen platonischen Harem von jungen Männern zulegte? Sie wurden zwar nicht belästigt, aber all das war im höchsten Maße verlogen und pervertiert. Die Situation von Chef zu Untergebener, Freund zu Freund, Mann zu Mann, geistlicher und intellektueller Mentor zu Schüler wurde pervertiert und verlogen und der Teufel, der Vater der Lüge war nicht weit.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe


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Evangelium des neunzehnten Sonntags nach Pfingsten

Mt 22, 1 – 14

Jesus fuhr fort, in Gleichnissen zu ihnen zu reden. Er sprach: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit hielt. Er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen. Doch sie wollten nicht kommen. Er sandte nochmals andere Knechte aus mit dem Auftrag: Sagt den Geladenen: Seht ich habe mein Mahl bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh geschlachtet, und alles steht bereit; kommt zur Hochzeit! Allein sie achteten nicht darauf und gingen fort, der eine auf sein Landgut, der andere zu seinem Geschäfte; die übrigen aber fielen über seine Knechte her, mißhandelten sie, ja schlugen sie tot. Da ward der König zornig. Er sandte seine Truppen aus, ließ die Mörder umbringen und ihre Stadt in Brand stecken. Dann sprach er zu seinen Knechten: Das Hochzeitsmahl ist zwar bereitet, doch die Geladenen waren seiner nicht wert. So geht denn hinaus an die Straßenausgänge und ladet zur Hochzeit, wen ihr nur findet. Die Knechte gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle herbei, die sie fanden, Gute und Böse. So füllte sich der Hochzeitssaal mit Gästen. Da trat der König ein, um sich die Gäste anzusehen. Sein Blick fiel auf einen, der kein hochzeitliches Gewand trug. Er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen ohne hochzeitliches Gewand? Der aber schwieg. Da gebot der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn hinaus in die Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Denn viele sind berufen, wenige aber auserwählt.“

Betrachtung zum Evangelium des neunzehnten Sonntags nach Pfingsten

Der Sinn des Gleichnisses im heutigen Evangelium ist dieser: Der König ist Gott, der himmlische Vater; der Sohn ist Jesus Christus; das Hochzeitmahl ist die Gründung und Einrichtung der christlichen Kirche, und die nach dem Kreuztode erfolgte Verherrlichung unsers Herrn und Heilandes. Die hiezu zuerst geladenen Gaste sind die Juden; die ausgesandten Knechte des Königs sind die Propheten des alten Bundes bis auf Johannes den Täufer, durch welche Gott die Juden belehren, bessern und zur Annahme einer vollkommenen Religion, zum Empfange des Messias vorbereiten ließ. Aber die Juden folgten nicht. Da ließ Gott zum zweiten Mal rufen. Es erschienen Johannes der Täufer, die Apostel und Jünger Jesu, die es noch einmal versuchten, die Juden zu bekehren; aber diese verachteten allen Unterricht, tödteten und mißhandelten die zu ihrem Unterricht bestimmten Lehrer. — Laßt uns nicht diesen Juden gleichen, sondern Theil nehmen an dem Gastmahle, das er uns alle Tage in dem Empfange seines hochwürdigsten Leibes darbietet! Prufen wir uns aber auch zuvor, ehe wir zur helligen Kommunion gehen, ob wir das hochzeitliche Kleid haben, damit wir dem fürchterlichen Richterspruche Gottes entgehen! Nie empfangen wir dieselbe ohne Glauben, ohne Liebe, ohne gute Werke! nie mit einer schweren Sünde!

Kirchengebet

Allmächtiger Gott, wende alles, was unserer Heiligung entgegen ist, gnädig von uns ab, damit wir das, was Dich angeht, sowohl der Seele, als dem Leibe nach mit freiem Geiste erfüllen! Amen.

H. Reed Armstrong, (2 von 2) Ein zweifelhafter Einfluss: De Lubacs & Von Balthasars Effekt auf das katholische Denken.


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Kurzfassung für Eilige: Worum geht es? Urs von Balthasar, ein ehemaliger Jesuit,  lebte mit Adrienne von Speyer, einer verheirateten Frau, jahrelang in einer „mystischen Ehe“ samt ihrem Ehemann unter einem Dach. Balthasar und Speyer konstruierten ein gnostisches System, bei dem Balthasar Kabbala und jede mögliche Pseudomystik einsetzte. Trotzdem oder vielleicht deswegen machte ihn  Johannes Paul II zum Kardinal. Sic!

II

Unter den jüngeren Zeitgenossen de Lubacs, die er in La Fourvière erwähnte, war Hans Urs von Balthasar (S.J.), den viele, wenn nicht die meisten „Konservativen“ als den führenden Theologen der postkonziliaren Kirche betrachten.

Als Balthasar seine siebenjährige Ausbildung in La Fourvière beendet hatte, wurde er 1936 zum Priester geweiht. Dann arbeitete er kurz in München für die Zeitschrift der Jesuiten, Stimmen der Zeit. 1940, als das Naziregime die Freiheit der katholischen Journalisten beschnitt, verließ er Deutschland und begann, in  Basel als Kaplan der Studenten zu arbeiten.

Dort war es, wo er die zweimal verheiratete protestantische Mystikerin Adrienne von Speyr traf, die er zum katholischen Glauben bekehrte. 1945 gründeten sie gemeinsam eine religiöse Gemeinschaft mit Namen Johannesgemeinschaft, um die visionäre Theologie Frau von Speyrs voranzubringen. Da dies mit der [katholischen] Lehre nicht vereinbar war, verließ von Balthasar 1950 die Jesuiten, um die Zusammenarbeit mit von Speyr ernsthaft fortzuführen. Nach von Balthasar in seinem Buch Unsere Aufgabe (Il nostro compito),[10]

„… ihr Werk und das meine sind in keiner Weise trennbar: weder psychologisch noch philosophisch. Denn sie stellen beide Hälften eines Ganzen dar, das seine Mitte in einer einzigartigen Gründung hat.“ … „Das Hauptziel dieses Buches ist einfach, jedem Versuch vorzubeugen, nach meinem Tod mein Werk von dem von Adrienne von Speyr zu trennen.“

Adrienne behauptete, dass der Himmel von Balthasar und ihr eine kirchliche Mission anvertraut hatte. In einer „marianischen“ Vision sagt Adrienne zu Gott:

„Wir beide (Adrienne und von Balthasar) möchten Dich lieben, Dir dienen, und Dir für die Kirche danken, die Du uns anvertraut hast.“

Diese letzten Worte, fährt Adrienne fort, wurden improvisiert ausgesprochen und von der Mutter Gottes diktiert, d. h. von uns (der Mutter Gottes und Adrienne);

„wir sprachen diese Worte beide zusammen, und für den Bruchteil einer Sekunde, legte sie das Kind in meine Arme, doch es war nicht nur das Kind, es war die Una Sancta (die Kirche) en miniature, und es schien mir eine Einheit von allem, was uns anvertraut worden war und ein Werk in Gott für den katholischen [Glauben] darstellt, zu repräsentieren.“[11]

Diese Behauptung, dass die Muttergottes  selbst die Zukunft der Kirche in ihre (Hans und Adriennes) Hände gelegt habe, gewissermaßen in einer privaten Offenbarung, unabhängig von der Hierarchie und dem Magisterium, ist verdächtig und höchst ungewöhnlich. Dass die Hierarchie und das Magisterium diese umstrittenen Offenbarungen unbesehen als authentisch annehmen sollten, ist nicht nicht nachvollziehbar.[12]

Von Balthasar ist dem breiteren Publikum am besten  für sein kontroverses Buch von 1986, Wagen wir zu hoffen, dass alle Menschen gerettet sind? bekannt, das teilweise auf den Spekulationen des brillanten griechischen Theologen Origines (185–253) basiert, dessen Gedanken über Apokatastasis (Allerlösung, einschließlich des Teufels), die in seiner Abhandlung De Principiis 1.6.-3 enthalten sind, jedoch während es Zweiten (5. Ökumenischen), Konzils von Konstantinopel (583) verdammt wurden[13].

Im Vorwort seines Werkes stellt von Balthasar fest, dass Origines, ebenso wie Gregor von Nyssa und Maximus der Bekenner, ihre zirkuläre Geschichtstheorie auf neoplatonische und gnostische Theorien stützten, die zu apokatastasis führen, die zu jener Zeit im Oströmischen Reich [Byzanz] weit verbreitet waren. Er behauptet auch, dass diese Ideen ebenfalls in der Werken von Meister Eckhardt und Teilhard de Chardin vorkommen.[14]

Weniger bekannt ist sein elegisches Nachwort (in der deutschen Ausgabe Vorwort) zu Valentin Tombergs Buch von 1985 mit dem Titel Die großen Arcana des Tarot. Meditationen. [eng. Meditations on the Tarot, a Journey into Christian Hermeticism].[15]

Aus Platzgründen können wir dieses Buch nicht umfänglich behandeln, da hierfür eine umfassende Rezension notwendig wäre, es gibt jedoch einige hervorstechende Zitate, die eine durchaus genaue Vorstellung vom Grundton des Werkes geben. Der „anonyme“ Autor, Valentin Tomberg, präsentiert Gnostik, Magie, Kabbala und Hermetik als nicht nur kompatibel, sondern wesentlich für den katholischen Glauben. Während er St. Paulus und St. Johannes den Evangelisten zitiert und die Visionen von so katholischen Mystikern wie St. Johannes vom Kreuz, St. Theresa von Avila und St. Franziskus von Assisi lobt, ebenso St. Augustinus und St. Thomas von Aquin zitiert, gibt er gleichermaßen Bericht von dem freimaurerischen Martinist Saint Yves d’Alveydre, dem anerkannten luziferianischen Stanislau de Guaita, dem satanischen Magier Eliphas Lévi, ebenso wie von dem kabbalistischen falschen Messias Sabbatai Zevi, Madame Blavatsky, Swami Vivekananda, Rudolf Steiner, Teilhard de Chardin, Jacob Boehme, Swedenborg, Carl Jung und vielen anderen.

Von Balthasar hat nur Lob für dieses Werk. In seinem Vorwort (in der deutschen Ausgabe) /Nachwort (in der englischen Ausgabe) hat er folgendes zu sagen:

Ein denkender, betender Christ von unverkennbarer Reinheit offenbart uns die Symbole christlicher Hermetik in ihren unterschiedlichen Graden von Mystizismus, Gnosis und Zauberei, und behandelt ebenfalls die Kabbala und bestimmte Elemente Astrologie und Alchimie … die sogenannte „heimliche Weisheit der Ägypter“ …. (Hervorhebungen hinzugefügt)

Professor von Balthasar fährt fort und schreibt:

„… Jedoch ist die kreative Kraft der Transformation in der Einverleibung von  Jacob Boehme’s Christosophie  ebenso stark ….“

 

…. Eine dritte, weniger eindeutige Transposition wird nur kurz erwähnt; das der alten Magie/Alchimie in den Bereich der Tiefenpsychologie von C.G. Jung.

…. Die mystischen, magischen, okkulten Zuflüsse, die in den Strom seiner (Tombergs) Meditationen einfließen sind viel umfassender; jedoch wird der Zusammenstrom ihrer Wasser in ihm, voller Bewegung, nach innen eine Einheit christlicher Kontemplation.

… Wiederholte Versuche wurden unternommen, um die Kabbala und das Tarot der katholischen Lehre anzupassen. Das ausgedehnteste Unterfangen dieser Art war das von Élephas Lévi (Pseudonym von Abbé Alphonse-Louis Constant), dessen erstes Werk (Dogma et ritual de la haute magie) 1854 erschien.

Die Liste der „spirituellen“ Suchenden, die in diesem glühenden Nachwort zu Tombergs Buch beworben werden, geht jedoch weiter, eine kurze Vorstellung einiger derer, die oben aufgeführt werden, mag genügen um ihre Unvereinbarkeit mit dem katholischen Glauben und der katholischen Moral zu zeigen.

Allen voran Jacob Boehme (1575–1624), ein böhmischer Schumacher aus einer lutherischen Familie, der – wie Frau von Speyr – Visionen erhielt, erstmals 1600, als er ein großes Licht sah, das in einem schwarzen Zinnteller reflektiert wurde; dies führte ihn dazu, das Folgende zu verkünden:

Das Sein aller Seienden ist nur ein einfaches Sein, wenn es jedoch sich selbst gebiert, teilt es sich in zwei Prinzipien, in Licht und Dunkelheit, in Freude und Schmerzen, in Böse und Gut, in Liebe und Zorn … die Schöpfung selbst als sein eigenes Liebesspiel zwischen den Qualitäten beider ewiger Begierden.

(Jakob Böhme, Sämtliche Schriften ed. W. E. Peuckert, vol. 16 (Stuttgart: Frommann, 1957), p. 233.)

 

Carl Gustav Jung (1875–1961) berühmter schweizer Psychoanalytiker, Sohn eines Pastors der Reformierten Schweizer Kirche, hörte 1913 erstmals Stimmen und hatte Visionen. Seine religiösen Rückschlüsse beinhalten folgendes Zitat:

In unserem Diagramm erscheinen Christus und der Teufel als gleich und gegensätzlich, und entsprechen so der Idee der „Widersacher“. Diese Konkurrenz bedeutet Konflikt bis zum Äußersten und es ist die Aufgabe der Humanität, diesen Konflikt auszuhalten, bis die Zeit oder der Wendepunkt erreicht ist, wo Gut und Böse sich selbst zu relativieren, sich selbst zu bezweifeln beginnen, und der Schrei nach einer Moralität „jenseits von Gut und Böse“ ertönt. (Carl Gustav Jung, Zur Psychologie der Trinitätslehre, translated in vol. 11, 2nd ed. of his Complete Works (Princeton: Princeton University Press, 1969), p. 174)

 

Éliphas Lévi, a.k.a. Abbé Alphonse-Louis Constant (1810–1875), französischer Okkultist, von Geburt katholisch, Ex-Seminarist, bestens bekannt für sein Werk Dogme et rituel de la haute magie (1854)[16]:

Was ist absurder und gottloser als den Namen Luzifer dem Teufel zuzuschreiben, d. h. dem personifizierten Bösen. Der intellektuelle Luzifer ist der Geist der Intelligenz und Liebe; es ist der Paraklet, es ist der Heilige Geist, während der physische Luzifer der große Agent des universellen Magnetismus ist.

(Éliphas Lévi, The Mysteries of Magic, p. 428; Hervorhebungen vom Verfasser hinzugefügt)

 

Das geschaffene Prinzip ist [yod] der göttliche Phallus; und das geschaffene Prinzip ist das formale [cteïs] weibliche Organ. Das Einführen des vertikalen Phallus in das horizontale cteïs wird zum Kreuz der Gnostiker, oder das philosophische Kreuz der Freimaurer.

(Éliphas Lévi, Dogme et rituel de la haute magie[17] (Paris: Chacon Frères, 1930), pp. 123-124.)

Das unten gezeigte Bild, von Lévi signiert, mit Ziegenkopf, erigiertem Phallus und weiblichen Brüsten ist die klassische Darstellung Satans. [18]

Baphomet

Alle oben genannten Autoren stimmen darin überein, dass es, um eine allgemeine oder göttliche Harmonie zu erreichen, apokatastasisein Zusammenspiel und eine Vereinigung zwischen den Kräften von männlich und weiblich [Androgynie], Licht und Dunkel sowie von Gut und Böse – Gott und dem Teufel – geben muss.

Dies ist die ausdrückliche Lehre der Cabbala (Kabbalah), die sowohl von esoterischen mystischen Juden als auch von Freimaurern vorangetrieben wird, und wieder, wie oben ausgeführt, durch von Balthasar. Weiter unten gibt es zwei interessante Bezüge auf die Kabbalah, ersterer von dem argentinischen Autor Jorge Luis Borges, der zweite von Éliphas Lévi:

Kabbalah betrachtet die Notwendigkeit des Bösen, der Theodizee, die, zusammen mit der Gnostik, gleichgesetzt wird mit einem unvollkommenen Gott der Kreatur, der nicht der endgültige Gott ist … [das bedeutet] die Lehre der Griechen, genannt apokatastasis, dass alle Kreaturen, einschließlich Kain und dem Teufel, am Ende großer Transmigrationen zurückkehren werden, um wieder mit der Gottheit vermischt zu werden, von der sie einst heraustraten.[19]

Der Luzifer der Kabbalah ist kein verfluchter und geschlagener Engel; er ist der Engel, der erleuchtet, der  durch Feuer regeneriert.[20]

Oder, wie Albert Pike in seinem autoritativen Werk Morals and Dogma of Freemasonry in Kapitel XII “Sublime Prince of the Royal Secret” erklärt:

„Die  primäre Tradition der eizigen Offenbarung wurde unter dem Begriff der ‚Kabalah‘ (sic.) erhalten … dieses Equilibriums zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkelheit in der Welt, das uns versichert, dass alles das Werk der Unendlichen Weisheit und Unendlichen Liebe ist.“[21]

(Übersetzungen bzw. Rückübersetzungen vom Englischen ins Deutsche vom Übersetzer).

Diese „Theodizee“ ist dem orthodoxen Katholizismus vollkommen fremd und extrem blasphemisch, denn wie uns St. Paul warnt, nicht mit Kassettenrekorder, sondern durch seine geschriebenen Instruktionen, „… Denn was haben Gerechtigkeit und Schlechtigkeit miteinander zu tun? Was haben Licht und Finsternis gemein? Wie stimmen Christus und Belial zusammen? …“ (2 Korinther 6:14,15)

Während der persönliche Glaube und die Hingabe Hans Urs von Balthasars an Christus und Unsere Liebe Frau in keiner Weise zu hinterfragen sind, scheint sein Pantheon, vom oben geschriebenen abgeleitet, Luzifer/Satan und die gefallenen Engel als notwendige Teilnehmer am göttlichen Drama der universellen Erlösung einzuschließen.

Die Gedanken, die in seinem Nachwort zu Tombergs Meditations on the Tarot enthalten sind, wurden 1985 geschrieben, d. h. Ein Jahr vor der deutschen Originalausgabe 1986 von Dare We Hope? Bis zu welchem Ausmaß hat Tombergs okkulte Theosophie von Balthasars Blick auf die Erlösung beeinflusst, und wie tief hat die kabbalistischer okkulte Lehre eines dualen Gottes, zusammengesetzt aus Gut und Böse, den Orden der Jesuiten und die Kirche als Ganzes durchdrungen?

NOTIZEN: 

[1]  “ … verborgen unter der Maske der Tugend gibt es viele, die, indem sie Streit zwischen Menschen und intellektueller Konfusion durch ein unbedachtes Streben nach Seelen belagen, gedrängt werden durch einen großen und drängenden Wunsch, die Barriere abzuschaffen, die gute und ehrliche Menschen trennt; diese vertreten einen ‚Irenismus‘  nach dem, indem man die Fragen beiseite schiebt, welche die Menschen trennen, sie nicht nur danach streben, die Kräfte zu einen, um die Attacken des Atheismus‘ zu abzuwehren, sondern auch, Dinge wieder zu versöhnen, die im Bereich des Dogmas einander widersprechen … heute sind einige unverfroren genug, um ernsthaft zu fragen, ob die Theologie … nicht nur perfektioniert, sondern auch komplett reformiert werden sollte, um eine effizientere Verkündigung des Königreichs Christi überall auf der Welt unter den Menschen aller Kulturen und religiöser Meinungen voranzubringen.“ H.H. Papst Pius XII, Human Generis, 1946 art. 11

[2]  H.H. Pope Pius XII, Mystici Corporis Christi, Art. 6, Vatican 1943, English translation, St. Paul Editions.

[3]  Henri de Lubac, At the Service of the Church (San Francisco: Ignatius Press, 1993), p. 67.

[4]  Henri de Lubac, La Pensée Religieuse du Père Teilhard de Chardin (Paris: Aubier, 1962), English translation: The Man and His Meaning, (New York: New American Library, 1964)

[5]  Monitum: „Mehrere Werke von Fr. Pierre Teilhard de Chardin, von denen einige posthum veröffentlicht wurden, werden überarbeitet und erreichen einen guten Erfolg. Von einem Urteil über diese Punkte ablenkend, welche die positiven Wissenschaften  [Naturwissenschaften] betreffen, ist es genügend klar, dass die oben erwähnten Werke  im Überfluss solche Zweideutigkeiten und in der Tat sogar schwerwiegende Fehler enthalten, die der katholischen Lehre widersprechen. Aus diesem Grund ermahnen die bedeutendsten und ehrwürdigsten Väter des Heiligen Offiziums  sowohl alle Ordinarien als auch die Oberen religiöser Institute, Rektoren von Seminarien und Präsidenten von Universitäten, den Geist, vor allem der Jugend gegen die Gefahren zu schützen, die in den Werken von Fr. Teilhard de Chardin und seiner Gefolgsleute zu finden sind. Gegeben zu Rom vom Palast des Heiligen Offiziums, am dreizehnten Tag des Juni 1962. Sebastianus Masala, Notarius.“

Communiqué der Pressestelle des Heiligen Stuhls (erschienen in der englischen Ausgabe von L’Osservatore Romano, 20. Juli 1981): „Der Brief, der vom Kardinal Staatssekretär an Seine Exzellenz, Mons. Poupard anlässlich des 100. Jahrtages der Geburt von Fr. Teilhard de Chardin gesandt wurde, wurde von einem bestimmten Teil der Presse als eine Revision vorheriger Standpunkte  interpretiert, die vom Heiligen Stuhl in Anbetracht des Autors verfasst wurden, und insbesondere die Ermahnung [Monitum] des Heiligen Offiziums vom 30. Juni 1962, das darauf hinwies, dass das Werk des Autors Zweideutigkeiten und schwerwiegende Fehler der Lehre enthält. Es wurde die Frage gestellt, ob eine solche Interpretation wohlbegründet ist. Nachdem der Kardinalstaatssekretär und der Präfekt der Glaubenskongregation konsultiert wurde,  die auf Anordnung des Heiligen Vaters auftragsgemäß bezüglich des fraglichen Briefes konsultiert wurden, sind wir in der Lage, die Frage negativ zu beantworten. Weit davon entfernt, eine Revision der vorherigen Standpunkte des Heiligen Stuhls  zu sein, drückt Kardinal Casarolis Brief die Vorbehalte in verschiedenen Passagen aus – und diese Vorbehalte wurden von gewissen Zeitungen in Stille übergangen – Vorbehalte, die sie präzise auf das Urteil beziehen, das in (der Zeitschrift) Monitum von Juni 1962 veröffentlicht wurde, auch wenn dieses Dokument nicht explizit erwähnt wird.“ [6]  Georg W. Friedrich Hegel, zitiert von Massimo Borghesi, “Joachim and his Spiritual Sons,” 30 Days, No. 3 – 1994, p. 56

[7]  Ibid., “Joachim and his Spiritual Sons,” pp. 57-61

[8]  Henri de Lubac, La Postérité Spirituelle de Joachim de Flore (Paris: Lethielleux, 1981), pp. 270-271

[9]  Ibid., p. 275; Hervorhebung im französischen Original

[10]  Hans Urs von Balthasar, Our Task (San Francisco: Ignatius Press, 1994), p. 130

[11]  Ibid., p. 51

[12]  Ein Beispiel der Theologie von Balthasars und  von Speyrs, die auf den späteren Visionen basieren, betrifft die katholische Lehre, welche im Glaubensbekenntnis enthalten ist und Christi Hinabstieg zur Unterwelt (ad inferos) behandelt. Nach der Ansicht von John Calvin behauptet von Speyr, dass Christus die totale Entfremdung und das Leiden in der Hölle der Verdammten erlitt, im Unterschied zu der traditionellen katholischen Sicht, die von St. Thomas von Aquin vertreten wird, das Christus nicht die Hölle der Verdammten betrat, sondern den Limbus der Gerechten, um sie zu befreien (St. Thomas Aquinas, Summa Theologica III, 52 Teil ll). Ein anderer deutlicher Widerspruch ist ihre protestantische Sicht der Eucharistie, erklärt in ihrem Buch The Passion from Within ](auf Englisch veröffentlicht1998) worin sie behauptet, dass Christus in der ucharistie zu Brot wird und Brot ist: „Nachdem er Fleisch geworden ist, wird er nun Brot … er gibt dem Brot seinen Körper.“ Und wieder sagt sie „er gibt der Kirche seinen Akt, Brot zu werden, ebenso wie seinen Status, Brot zu sein“, und bekräftigt „Das Brot ist nicht Teil seines Leibes; es ist sein ganzer Leib … und so erreicht er die völlige Identität zwischen den beiden Formen seines Leibes.“(pp. 24, 31, 37, cit. Ann Barbour Gardiner, New Oxford Review, Sept. 2002)

[13]  Mgr. Philip Hughes, History of the Councils, http://www.christusrex.org/www1/CDHN/coun6.html

Für von Balthasar ist der „Teufel“ nicht sicher, da (er-es) nicht wirklich eine Person ist, (und da) (er-es) nicht wirklich eine Person ist, nicht fähig zur Liebe.

[14]  Hans Urs von Balthasar, Dare We Hope That All Men Are Saved? English translation Dr. David Kripp and Fr. Lothar Krauth (San Francisco: Ignatius Press, 1988), Epilogue

[15]  Anonymous (Valentin Tomberg), Meditations on the Tarot (New York: Jeremy P. Tarcher/Putman, 1985)

[16]  Der gesamte Text dieses Buches in der englischen Übersetzung von Arthur Waite ist im PDF-Format erhältlich: http://www.iapsop.com/ssoc/1896__levi___transcendental_magic.pdf

[17]  Dieses und weitere Zitate findet man bei: “Eliphas Levi.” AZQuotes.com. Wind and Fly LTD, 2017. 10 March 2017. http://www.azquotes.com/author/8769-Eliphas_Levi

[18]  Dogme et rituel de la haute magie (1854), Englische Übersetzung von Arthur Waite als Transcendental Magic  http://www.iapsop.com/ssoc/1896__levi___transcendental_magic.pdf (S. 174)

[19]  Jorge Luis Borges, Seven Nights (New York: New Directions, 1984), zitiert in The University Bookman, ed. Russell Kirk, Winter 1987, p. 15, Überarbeitung Anthony Kerrigan

[20]  Dogme et rituel de la haute magie (1854), Englische Übersetzung von Arthur Waite als Transcendantal Magic  (London: George Redway, 1896), p.177

[21]  Albert Pike, Morals and Dogma of the Ancient and Accepted Scottish Rite of Free Masonry (Charleston: Southern Jurisdiction, A\M\ 5680), pp. 841, 859

Quelle: https://onepeterfive.com/a-dubious-influence-de-lubac-von-balthasars-effect-on-catholic-thought/

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (21) Gutes kommt von Gott, Böses vom Teufel.


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Wie so Vieles bekommt auch der Begriff „Unterscheidung“ (discretio) unter Bergoglio einen schlechten Touch. Katholisch bedeutet es, dass man zwischen objektiv Guten und Bösen unterscheidet, bei Bergoglio bedeutet es, wie man die Gebote Gottes aushebelt, um „frisch drauf los zu sündigen“, um es mit Luther zu formulieren. Aber irgendeine Unterscheidung ist erst dann möglich, wenn ich ein objektives, unveränderliches Kriterium habe, das nicht mit mir selbst identisch ist. Denn es alles, was ich mache, weil es mir Lust bereitet und „gut für die Umwelt ist“, um es mit Amoris Laetitia zu sagen, gut ist, dann braucht ja nichts unterschieden zu werden. Kardinal Bona schreibt, dass alles Gute von Gott und alles Böse entweder vom Teufel direkt oder vom Teufel durch unsere gefallene Natur kommt. Das ist natürlich keine große Überraschung, aber dieser Satz wird erst dann sinnvoll, wenn ich weiß, was das Gute und Böse an sich ist. Ich brauche Offenbarung, welche sich auf Metaphysik stützt, diese wiederum auf Logik. Wenn der Jesuit Spandaro schreibt, dass 2 und 2 in Theologie auch 5 ergeben können, dann argumentiert er diabolisch und ist ein Dummkopf. Ja, der Teufel hasst die Logik, Mathematik hasst er auch und deswegen werden Sie bei den Novu Ordo Leuten keinen stringenten Beweis erleben, sondern das hegelianische Sowohl-als-Auch-Gewusel, bei dem es nichts zu unterscheiden gibt.

Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

 

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Ingmar Mathias Bauer, Mein Hausaltar


Am 24. April 2017 riefen wir die Aktion aus Bilder von eigenen Hausaltären uns zu schicken, damit wir einander auferbauen können. Und schon nach fünfeinhalb Monaten finden sich die ersten Früchte in der Form des Beitrags und des Hausaltars unseres Lesers Ingmar Mathias Bauer.  Die Bilder sowie der Beitrag sprechen für sich und die Thematik, dass eine Meditationsbank doch nicht die optimale Lösung ist, werden wir hier noch vertiefen. Die größte Ausgabe stellt wohl der Betstuhl oder die Kniebank dar. In unserem katholischen Nachbarland Polen, welcher durch die letzte Rosenkranzaktion in Erscheinung getreten ist, kann man sich Kniebänke recht günstig, im Vergleich zu den Preisen aus Deutschland oder Italien kaufen, denn dank des günstigen Euro-Kurses kostet eine Kniebank ohne Sitz ca. 171 EUR, eine mit Sitz 208 EUR, wie auch hierEine einfachere Ausführung mit Sitz kostet woanders nur 100 EUR oder ohne Sitz nur 85 EUR. Obwohl diese Kniebänke günstig sind und augenscheinlich von guter Qualität, welche von uns vorort nicht geprüft wurde, so ist der Onlineeinkauf in Polen leider nur bedingt zu empfehlen. Der Grund: fehlende Kommunikation. Wir haben zwei dieser Produzenten vor zwei Wochen auf Polnisch angeschrieben und nach dem Versandpreis nach Deutschland, sowie nach der außer-polnischen Kommunikationspsrache gefragt, für den Fall, dass sich jemand aus Deutschland solch eine Kniebank bestellen wollte. Wir haben bis heute keine Antwort erhalten, was diese Produzenten wirklich disqualifiziert. In Polen ticken die Uhren halt anders, man antwortet auf Polnisch gar nicht oder sehr spät. Will dennoch jemand unserer Leser etwas riskieren, dann kann er sie auf Englisch anschreiben und abwarten, was sich tut. Vielleicht werden unsere polnischen Leser dort bestellen und wir können etwas Positives darüber berichten. So kann die Vervollständigung eines Hausaltars tatsächlich dauern, weil man viele Dinge eventuell in verschiedenen Ländern bestellen muss, worüber wir noch in einem anderen Kontext berichten werden. Wir freuen uns über diese erste Leserzuschrift und hoffen auf mehr.

Nun habe ich mir also auch einen Hausaltar gebaut, angeregt durch die Beitragsserie „Wir basteln uns einen Hausaltar“ auf diesem Blog. Zunächst hat es einige Zeit gedauert, bis ich damit angefangen habe, da ich erst noch ein paar schöne Dinge dafür kaufen wollte, mich aber nicht entscheiden konnte. Eines Tages habe ich dann einfach genommen, was ich schon hatte, und daraus einen Hausaltar gebaut, damit einmal ein Anfang gemacht ist. Denn ohne einen ersten Schritt erreicht man natürlich kein Ziel. Wichtig ist dabei aber, es so gut zu machen wie man kann, auch wenn man darin vielleicht wenig Talent hat. Denn es ist für Gott, und wenn man Gott nicht das Schönste und Beste gibt, dann hat man in Wirklichkeit einen anderen Gott.

Wie auf den Bildern zu sehen, ist alles noch sehr einfach gehalten, sozusagen die Minimalkonfiguration. Aber da nichts davon im Novus-Ordo-Stil ist, erfüllt es trotzdem schon ganz gut seinen Zweck. Ja, es macht wirklich einen Unterschied, ob man ein traditionelles Kruzifix ansieht oder eine Novus-Ordo-Klimmzugstange. Also keine Novus Ordo Sachen verwenden, sonst hat man auch eine Novus Ordo Wirkung.

Damit die jeweilige liturgische Farbe des Tages sichtbar wird, habe ich mir Kerzen in den entsprechenden Farben gekauft. Statt eines Betstuhls habe ich erst einmal nur eine Decke zusammengerollt, auf der man im Prinzip wie auf einem Betstuhl auch gut knien kann. Von den mittlerweile so verbreiteten Meditationshockern, auf denen man so halb kniet, halb hockt, rate ich eher ab. Ich kann es mir zwar nicht genau erklären, aber die Körperhaltung, die man auf diesen Hockern einnimmt, fördert einfach keine christliche Gebetshaltung, eher im Gegenteil. Vielleicht sind sie deshalb in der Novus-Ordo-Kirche oder auch in Taizé so beliebt.

Eine kleine Besonderheit ergibt sich bei mir dadurch, dass ich für den Hausaltar ein ganzes Zimmer zur Verfügung habe und sich sonst nichts darin befindet. Deshalb hallt der Raum etwas, wodurch eine Art Kathedralen-Effekt entsteht, was sich bei gregorianischem Gesang sehr schön anhört.

Hierzu vielleicht noch eine Nebenbemerkung: Bei mir geschah es insbesondere durch das Singen von gregorianischem Choral, dass ich aus den Fängen des Novus Ordo befreit wurde. Angefangen hat es damit, dass ich beziehungsweise wir eine Gebetsgruppe von Männern begonnen haben, in der wir auf männlichere Weise beten wollten, also auf gar keinen Fall eine „Novus-Ordo-Stuhlkreismeditation“ um eine „gestaltete Mitte“ herum mit einer „Vorstellungsrunde“ zu Beginn, wonach wir dann im Kerzenschein Taizélieder singen. Um das zu vermeiden, haben wir uns die alte monastische Tradition zum Vorbild genommen und uns ihr nach und nach angenähert, was dann eben Latein und gregorianischen Choral mit einschließt. Verteidiger des Novus Ordo sagen immer wieder gerne, dass man auch im Novus Ordo Latein verwenden und gregorianischen Choral singen kann. Das stimmt. Das heißt aber noch lange nicht, dass es dazu passt. Ich kann zum Beispiel auch einem Schimpansen ein Priestergewand anziehen und in einem Bordell Lateinisch sprechen. Das macht den Schimpansen nicht zum Priester und das Bordell nicht zu einem reinen Ort. Zumindest in meinen Ohren klang es immer nach Konzert, wenn einmal eine Schola in einer neuen Messe gesungen hat, wofür schon der übliche Applaus zum Ende der Messe spricht. In meiner ersten alten Messe mit Schola habe ich zum ersten Mal gemerkt, wie der gregorianische Gesang ein echter Teil der Liturgie ist und das heilige Mysterium auf besondere Weise dem Herzen nahe bringt. Da er eine so positive geistliche Wirkung entfaltet, ist es natürlich klar, dass es ihn im Novus Ordo nicht geben darf oder eben nur als exotisches Konzert.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Insgesamt kann ich einen Hausaltar sehr empfehlen. Als Christen sollen wir ja heilig sein und heilig sein hat immer etwas mit Absonderung zu tun – Absonderung vom Weltlichen und natürlich von der Sünde – und da ist ein abgesonderter Bereich, den ein Hausaltar darstellt, von Nutzen. Es entsteht fast automatisch eine geistliche Atmosphäre, durch die man geheiligt wird. In diesem Zusammenhang ist mir folgender Vergleich eingefallen: In der heutigen Zeit ist die Verehrung Gottes weitgehend verschwunden und an ihre Stelle ist unter anderem ein umso ausgeprägter Körperkult getreten, was man an den vielen Fitnessstudios, die es mittlerweile gibt, erkennen kann.

Wie sehen nun diese Hallen des Körperkults aus? Es stehen darin erstklassige Fitnessgeräte, es laufen ausgebildete Trainer herum, um den Trainierenden die besten Trainingspläne aufzuzeigen, und an den Wänden hängen Bilder von durchtrainierten Körpern beziehungsweise von Starathleten, denen man nacheifert. Oft wird auch spezielle Fitnessnahrung angeboten.

In Bezug auf die Verehrung Gottes und das Heil unserer Seelen sollten Kirchen im Grunde recht ähnlich sein: erstklassige Altäre und Beichtstühle, hervorragende Priester, die uns den Weg zur Heiligkeit führen, Bilder von Heiligen, denen wir nacheifern, und besonders die heilige Eucharistie als Nahrung für die Seele.

Ein Hausalter ist also wie ein Fitnessgerät zu Hause, ein Hometrainer sozusagen. Natürlich, man kann auch ohne Geräte trainieren, allein mit seinem Körpergewicht, aber beides zusammen ist noch besser. Und mit dem richtigen Trainingsplan, das heißt Gebetsplan, sind die Erfolgsaussichten gut. Seit ich dem Novus Ordo entflohen bin, verwende ich hierfür in erster Linie vorgefasste Gebete, also Psalmen, Rosenkranz, Angelus und andere Gebete aus dem großen Gebetsschatz der Kirche. Denn richtig Beten lernen ist ähnlich wie eine Sprache richtig lernen, und das lernen Kinder ja auch nicht, indem sie ihrem eigenen Gebrabbel zuhören, sondern indem sie die Sprache der Erwachsenen nachahmen.

Einige Zeit zuvor habe ich bei Freunden mehrere Male Erfahrungen mit einer Novus-Ordo-Gebetsecke sammeln können. Wir saßen dabei auf Meditationshockern und vor uns auf dem Boden standen ein paar Figuren, in Sand gesteckte Kerzen und noch ein paar Dinge. Ich weiß gar nicht mehr, ob auch ein Kreuz dabei war, wahrscheinlich schon, erinnern kann ich mich aber nicht, was schlimm genug ist. Das Gebet war eine Mischung aus modernem Stundengebet, modernen Lobpreis- und Taizéliedern und freiem Gebet. Rein subjektiv hat es sich für mich immer wie sentimentale fromme Berauschung angefühlt, im Grunde genommen nicht geistlich, sondern fleischlich. Das wurde schon allein durch die komischen Hocker und das Hinabschauen auf die Figuren bewirkt, statt dass man auf normale Weise kniend zum Herrn aufblickt. Das moderne Gebet hat das noch verstärkt. Eigenartigerweise haben traditionelle Gebete wie zum Beispiel das Vaterunser, die vereinzelt auch vorkamen, immer eine entgegengesetzte Spannung zur ganzen Atmosphäre erzeugt. Selbst eine Andacht aus dem neuen Gotteslob war schon zu traditionell. Ich konnte mich durch all das allerdings nicht fromm berauschen, so wie das vielen anderen besonders in charismatischen Kreisen gelingt. Das liegt vielleicht auch daran, dass bei mir gewöhnliche Rauschmittel wie Alkohol oder laute, moderne Musik ebenfalls keinen Rausch hervorrufen, sondern nur zu Benebelung führen. Dementsprechend habe ich mich nach solchem Gebet auch nur benebelt gefühlt und nicht geistlich gestärkt.

Bei dem traditionellen Hausaltar in Verbindung mit traditionellen Gebeten kann ich diese Wirkungen nicht feststellen. Im Gegenteil: Es passt alles zusammen, es ist geistlich, man verfällt nicht in Sentimentalität, sondern wird aus ihr herausgehoben, wodurch eine echte Anbetung Gottes in Geist und Wahrheit erst möglich wird.

Es lohnt sich also, zur Ehre Gottes und zu unserem Heil.

Viele Bilder von Hausaltären lassen sich im Internet finden unter den Begriffen „home altar“, „family altar“ oder „prayer corner“.